Henryk M. Broder / 12.11.2017 / 18:55 / 9 / Seite ausdrucken

Der Welt zuliebe – keine Kinder!

Unter den vielen fortschrittlichen und richtungsweisenden Texten, die auf der Kinderseite des SPIEGEL erscheinen, ist mir neulich einer aufgefallen, der besonders fortschrittlich und richtungsweisend ist: Warum wir der Welt zuliebe aufhören sollten, Kinder zu bekommen. 

Nun, der Welt zuliebe könnten wir viel machen. Wir könnten aufhören, Fleisch zu essen, Autos zu fahren und Unterhemden zu kaufen, die in Bangladesch hergestellt wurden. Wir könnten seltener duschen oder gar nicht, kein Obst und kein Gemüse kaufen, das weiter als 1000 Meter von unserem Wohnort angebaut wurde. Am besten wäre es, wir würden aufhören zu atmen, denn so könnte der CO2-Ausstoß nachhaltig reduziert werden. 

Es gibt auch gute Gründe, keine Kinder zu bekommen. Der beste: "bento" würden die Leser ausgehen. Und dem Kinderkanal Kika der ARD und des ZDF die Zuschauer. 

Aber das ist es nicht, was Lena Seiferlin bewegt. Und warum sie es geschafft hat, "trotz langjähriger Beziehung" kein Kind zu bekommen. Sie muss Tag und Nacht, im Sitzen, im Stehen und im Liegen, "an die Gesamtbevölkerung auf der Erde" denken. Sie ahnen schon, was jetzt kommt: Klimawandel, knappe Ressourcen, Hunger und andere Übel, die mit dem Anstieg der Weltbevölkerung zusammenhängen.

"Eltern lassen ihren Kinderwunsch größer werden als ihr Mitgefühl für die Welt und ihre Bewohner", klagt sie und legt überzeugende Argumente vor. Unter anderen das hier: "Ein Kind weniger zu haben (entspricht) dem Einsparen von 58,6 Tonnen Kohlendioxid im Jahr." Diesen Unsinn hat sie einem Beitrag im Fachblatt "Environmental Research Letters" entnommen, das sie schon seit ihrer Konfirmation regelmäßig liest.

Es geht also wieder einmal darum, die Erde zu retten, die wir uns ja von unseren Kindern nur geliehen haben, auch wenn wir keine haben. Es ist das Credo der Weltenretter, die ihre totaltären und sado-masochistischen Phantasien ausleben, indem sie anderen vorschreiben, wie die leben sollen. 

Während die einen meinen, "wir" sollten Millionen von Migranten aufnehmen, um die demografische Lücke zu schließen, sehen die anderen die Lösung der Probleme im Verzicht auf Kinder. Das ist die binäre Logik der Wohlstandsverwahrlosung in einer dekadenten Gesellschaft, der alle Maßstäbe abhanden gekommen sind.

Dennoch ist an der Idee von Lena Seiferlin etwas dran. Sie könnte ja ihren "bento"-Text ins Arabische, Farsi, Urdu, Paschtu und andere wichtige Sprachen übersetzen und ihn überall dort verteilen lassen, wo die Geburtenrate ein wenig höher ist als in Europa, wo sie mit derzeit 1,7 Kindern pro Frau unter der Reproduktionsrate von 2,1  liegt. Zum Beispiel in Gaza, wo zehn Kinder pro Frau ganz normal sind. Denn die doofen Gazaner lesen nicht "bento" und denken nur an ihr Vergnügen.

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Leserpost

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Andrea Kuma / 13.11.2017

Danke Herr Broder!!! Hatte den Artikel auch gelesen und mich dabei fast übergeben. Wäre ich noch im fruchtbaren Alter, würde ich schon wegen dieses grässlichen Artikels zu meinen 3 Söhnen , noch 2 auf 3 Kinder nachschiessen

Martin Wessner / 13.11.2017

Die binäre Logik der Wohlstandsverwahrlosung der Jünger der Ökossekte “Die Grünen” ist in der Konsequenz der orginäre Massensuizid. “Keine Kinder” als Solches sorgen schließlich erst in der Zukunft für eine Umweltentlastung unseres Planeten. Eigentlich müsste Frau Seiferlin die Wähler der Grünen und natürlich zufordest die Beneto-Leser wie damals 1985 Jim Jones seine Gemeindemitglieder im lateinamerikanischen Urwald um des höheren Wohles Willen auffordern, sich allesamt sofort selbst zu entleiben, um das globale Klima noch bevor die Alpen unter Wasser stehen zu retten und nicht irgendwann erst danach. Bei rund 8 Millionen Anhänger dieser Weltretterbewegung in Deutschland kämen auf die Art mit einem Schlag 468,6 Mill. Tonnen CO²-Verminderung zusammen. Ein ganz schöner Batzen, wie ich finde.

Wolfgang Richter / 13.11.2017

Muß Erdogan aufgrund seiner Forderung an islamisch geprägte Frauen, sich für den Glauben, wahlweise auch den selbst ernannten “großen Führer”, reichlich zu vermehren, nun Extra-Emmissions-Zertifikate kaufen, und wer ist zahlungspflichtig, er persönlich oder die Türkei? Und hat er vor seiner Forderung ggf. Heinsohn und dessen Erkenntnisse zu Jungmännerüberschuß und Kriegerpotential gelesen? Fragen über Fragen.

mike loewe / 12.11.2017

Der Text von Frau Seiferlin zeugt nicht gerade von Weltkenntnis, aber von diesem Medium für Teenager von Teenagergebliebenen erwartet man auch nichts anderes. Ich könnte mir vorstellen, dass Frau Seiferlin bei Muslimen beide Augen zudrückt und es ganz super findet, wenn diese viele Kinder haben, denn die sind ja so viel kinderlieber als wir und deren Kinder erzeugen sicher auch gar kein CO2.

Herwig Mankovsky / 12.11.2017

Jeder Blödsinn hat dann auch was Gutes: Diese Dame erspart der Menschheit ihre genetischen Duplikate.

Michael Brood / 12.11.2017

Habe mit nichts vorzuwerfen: habe auf acht meiner zehn Kinder verzichtet und nach dem zweiten die Produktion eingestellt, grüner Daumen halt.

Josef Treier / 12.11.2017

Die definierte Reproduktionsrate beschreibt nur die weiblichen Nachkommen (da diese wiederum nur reproduzieren können) und somit liegt diese derzeit bei ca. 0,8. Eigentlich finde ich es, während ich schreibe, diskriminierend diese Definition gegenüber männlichen und sonstigen Geschlechtern!

Michael Schneider / 12.11.2017

Der Wunsch einiger Menschen , sich aus dem Genpool zu entfernen, halte ich in diesem Fall für recht vernünftig.

Gabriele Klein / 12.11.2017

Aber nicht dass die Umwelt Priester aneinander geraten !!! Stichwort Ökumene - Wie wäre es mit einer Einigung dahingehend , die Kindergärten einfach am Waldrand zu bauen Das Nesthäkchen der Naturschützer, Freund Wolf könnte dann dafür sorgen,  dass die Kleinen nicht zu viel CO2 produzieren…. Aber ach, woher nur die Renten!  Also wie wäre es mit einem Pilotprojekt: Alt trifft Jung am Waldesrand…...Damit wären gleich 3 Fliegen mit einer Klappe geschlagen ...

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