Immer wenn ich einen Politiker, Journalisten oder Mainstreamwissenschaftler vom Transformationspfad zur Klimaneutralität reden höre, muss ich an den Song „Highway to Hell“ denken. Warum? Weil ich den Eindruck habe, dass sie nicht wissen, was sie tun, jedenfalls, was die Wärmewende betrifft, die ja vorrangig mit dem Einsatz von Wärmepumpen realisiert werden soll. Man sieht auch an diversen Gutachten (z.B. Fraunhofer ISE (2023): „Wege zu einem klimaneutralen Energiesystem“, Agora Energiewende (2023): „Klimaneutrales Stromsystem 2035“), dass die sich vorrangig auf die Senkung der CO2-Emissionen konzentrieren, deshalb Energiemengen und nicht Leistungen (Heizlasten) betrachten, die in Extremzeiten gesichert sein müssen. Der Begriff „Heizlast“ kommt in den vorgenannten Veröffentlichungen gar nicht vor. Dazu fünf einfache Wahrheiten:
ca. 30 Millionen Wohnungen werden derzeit noch mit Öl oder Gas beheizt
die Wohnfläche beträgt ca. 90 m²
die Heizlast pro m² beträgt bei Wohnungen bis 1995 (und das sind ca. 70 bis 80 Prozent) etwa 0,1 kW/m² (nach der Heizlast, dem Wärmebedarf bei niedrigsten zu erwartenden Außentemperaturen werden Heizungen ausgelegt, und nicht nach maximaler CO2-Ersparnis)
alle Heizlasten aufaddiert (für den zwar sehr seltenen Fall einer extrem kalten Dunkelflaute, maßgeblich für die Versorgungssicherheit) wären 270 Gigawatt (GW)
Will man alle Wohnungen mit Wärmepumpen versorgen, braucht man etwa die Hälfte (Leistungszahl etwa 2 bei sehr niedrigen Außentemperaturen) davon als gesicherte elektrische Leistung, und zwar parallel durch grundlastfähige Gaskraftwerke und durch (nicht grundlastfähige) Windkraftanlagen und Photovoltaikanlagen, also 135 GW. Berücksichtigt man energetische Sanierung, andere Wärmequellen als Luft, Fernwärme, Biomassefeuerungen, Speichertechnologien usw., bleiben immer noch 100 GW übrig (als Diskussionsgrundlage). Und das nur für zusätzliche Wärmepumpen.
Zum Vergleich kann man sich Stromerzeugung und -verbrauch z.B. auf der Seite von AGORA (www.agora-energiewende.de) ansehen. Der Wert gilt für sämtliche Verbraucher (Industrie, Verkehr, Haushalte, Gewerbe etc.) und schwankt ganzjährig zwischen 40 und 80 GW. Das bedeutet, man muss eine zusätzliche Stromerzeugungsinfrastruktur schaffen und finanzieren, die größer als die gegenwärtige (fossil und erneuerbar) ist und zudem in dieser Größe nur ganz selten gebraucht wird.
Der Skandal: Habeck initiierte den Rückbau der Gasnetze, ohne zu wissen, wie die Bürger 2045 heizen können. Dies ist eine völlig irrsinnige, ideologisch geprägte Politik. Die Wärmewende und damit auch die Energiewende in ihrer bisherigen Form werden krachend scheitern. Da ich glaube, dass den meisten Menschen Versorgungssicherheit wichtiger ist als Klimaschutz (Man könnte ja eine Volksbefragung machen), mein Vorschlag (noch für ein paar Jahrzehnte): Rettet unsere Gasnetze, und zwar sofort!
Denken Sie ein paar Jahre zurück, da wurde der Bürger vom Staat noch animiert, Brennwertheizungen zu kaufen. Das wurde auch finanziell gefördert. Oder wollen Sie auf die Weisheit unserer Klimajuristen vertrauen? Ann-Kathrin Kaufhold übernehmen Sie und sagen uns, wie Sie Versorgungssicherheit herstellen wollen?
Ich hätte da eine Idee: Austritt aus Klimaschutzabkommen, Green Deal und Restart der Energiewende. Ich nehme Klimaschutz ernst, aber Deutschland kann niemals genug grundlastfähige regenerative Energie produzieren. Wir haben eben keine grundlastfähige Wasserkraft wie Costa Rica oder Norwegen. Dafür aber noch eine starke industrielle Basis, die auf sichere Energieversorgung angewiesen ist, sowie dank Migration eine wachsende Bevölkerung, die nicht gern erfrieren will. Und wenn wir die Welt retten wollen, können wir das wesentlich günstiger in anderen Ländern machen, ohne uns ins Knie zu schießen. Und nachfolgende Generationen können entscheiden, ob sie diesen Weg fortsetzen wollen.
Prof. Dr.-Ing. Michael Thielemann war Professor für Thermodynamik, Energietechnik, Heizungstechnik und davor als Beamter im Bauwesen tätig. Er ist kein Feind regenerativer Energien und betreibt in seinem Mehrfamilienhaus eine Gashybridheizung mit Wärmepumpe.
In der Nordsee wird nach nur 15 Jahren der erste Offshore-Windpark Deutschlands, „Alpha Ventus“, abgebaut. Rechnet sich nicht mehr. Aber Kenner wissen: Für die Ökosozialisten heißt es, wenn Fakten ihre Ideologie schlagen, „Es kann nicht sein, was nicht sein darf“.
Solche Berechnungen, so richtig sie sein mögen, haben unsere „Herrschenden“ noch nie interessiert, weil das einzig Bestimmende die IDEOLOGIE ist, und die muß durchgesetzt werden, um jeden Preis. Und die Methode ist „Verbrannte Erde“, denn der Feind ist der Normalbürger, und dem soll NICHTS bleiben, mit dem er Widerstand entgegensetzen könnte.
Und so lange man problemlos Massen mobilisieren kann, um gegen eine an die Wand projizierte, real nicht existente „Gefahr von RÄÄCHZ“ zu demonstrieren, massenhaft archaisch sozialisierte, ungebildete, aber fanatisch „gläubige“ Invasoren importieren, die Kartoffelgeschnetzeltes aus uns machen, und das Geld der Bürger zum Fenster rauswerfen, bzw. in die eigenen Taschen umleiten, ohne daß diese überhaupt begreifen, was abgeht, oder gar aufmucken würden, weil sie den A… nicht hochbekommen, wird alles weitergehen wie bisher.
hallo Herr Prof Thielemann, was ist mit den Pumpgeräuschen? Eine Nachrüstung ist teuer. Also werden viele zusätzlich noch mit den Zähnen knirschen. Das ist für die Nachbarn aber keine Lösung. Und am Ende zeigt sich wieder: Alles Grüne spaltet die Gesellschaft bis ins Mark.
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Und es sind ja nicht nur die Wärmepumpen! Gestern wurde stolz verkündet, daß die Telekom zusammen mit Nvidia in München ein großes Rechenzentrum für KI plant. Es fehlte bloß das unmaßgebliche Detail, woher der Strom dafür kommen soll, nachdem es in Bayern auch jetzt schon keine zuverlässigen Kraftwerke mit einer auch nur annähernd ausreichenden Kapazität mehr gibt.
Vielen Dank für ihre deutliche Position. Als die Welt noch in Ordnung war, warb Schwarzenegger für einen Energiekonzern mit dem Slogan „ Der Mix macht´s“. Zu diesem Konsens muß man wieder kommen, denn wer alle Eier in einen Korb legt, sollte weder in Sachen Finanzvorsorge oder Energiebereitstellung das Sagen haben. Das Gas- oder Stromnetz abzureißen oder umzubauen ist eine Operation am offenen Herzen und war das Projekt von Generationen von Ingenieuren und hart Arbeitenden. Jeder Heizungsfachmann und jeder Elektiker ist zudem idealer Ausreisekandidat, es war aufschlußreich, daß unmittelbar nach Habecks Ankündigungen, die Wärmepumpe zur Pflicht zu machen, die renommierte Firma Buderius an US-Investoren verkauft wurde. Allein daß jetzige Verlegen der Glasfasernetze kostet grob über 50 Mrd. und es ist nicht ausgeschlossen, daß irgendwann die Daten durch das Starlinkprojekt erbracht werden. Wer nach Atomausstieg auch noch Kohle und Gas verunmöglicht, der mutiert vom Transformator zum Terminator, dann sind bloß noch ein paar Gassen erleuchtet und der Rest läuft mit Fackel und Mistgabel durch die Finsternis.
Danke für diese grob einfache und völlig korrekte Darstellung der Verhältnisse. Dennoch wird der ideologiestarke und geistesschwache (logikschwache) so eine Betrachtung abtun „ich verstehe nicht viel von Technik, aber wir können doch nicht einfach so weitermachen, als gäbe es keinen Klimawandel.“