Elon Musk hatte am 9. Juni 2026 auf einen X-Post von Tommy Robinson, einem islamkritischen, britischen Aktivisten, geantwortet. Robinson hatte zuerst geschrieben: „The whole of the United Kingdom is hitting the streets tonight at 7pm following yet another invader attack on our people.“ („Im gesamten Vereinigten Königreich gehen die Menschen heute Abend um 19 Uhr auf die Straße, nachdem unser Volk erneut von einem Eindringling angegriffen wurde.) Musk antwortete darauf: „Only by protesting REPEATEDLY and LOUDLY will there be any change!“ (Nur wenn man WIEDERHOLT und LAUT protestiert, wird sich etwas ändern!) Das ZDF verbreitete in einer mittlerweile gekürzten Anmoderation von ZDF-heute am 12. Juni die unwahre Darstellung, Elon Musk habe einen „rassistischen Mob“ zur „Jagd auf Migranten“ aufgerufen. Der NDR-Journalist Sebastian Eberle intervenierte daraufhin ebenfalls auf X: „Liebe Kolleginnen und Kollegen in Mainz, bei allem Respekt. Das geht so nicht. So können und so dürfen wir nicht arbeiten. Das ist völlig inakzeptabel.“
Damit ist die Sache vom Hergang beschrieben. Jedoch liegen zwischen dem, was Elon Musk tatsächlich gepostet hatte, und dem, was das ZDF daraus destillierte und insinuierte, nicht bloß der Wortlaut einer zugespitzten Formulierung oder die lapidare Missachtung journalistischer Sorgfalt. Die sträfliche Verzerrung der Tatsachen zeigte sich in der unterlassenen Unterscheidung zwischen Bericht und Behauptung – einhergehend mit einer unerhörten Unterstellung Richtung Diffamie, die jenseits der journalistischen Standards bewusst ins Agitieren hineinreicht und glatte Verleumdung als „Stilmittel“ betreibt.
Musk hatte zu „wiederholtem und lautem Protest“ aufgerufen. Man mag als „Konsument“ diesen Satz einordnen, wie man will, aber man sollte darauf pochen dürfen, dass die Einordnungshoheit dem mündigen Zuhörer überlassen wird. Wer Musks Äußerung politisch naiv oder gefährlich oder verantwortungslos finden will, wird dies auch bei Betrachtung der reinen Tatsachen tun können. Dafür benötigt niemand – weder die Fans noch die Feinde von Elon Musk – die ideologischen Vorkoster beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen, die den Gebührenzahlern mitteilen wollen, ob es sich um vergiftete Botschaften handelt oder nicht. Am Ende vergiften solche Verleumdungen die journalistische Kost selbst, so dass sie nach Propaganda schmeckt. Aus einem Protestaufruf dann einen Aufruf zur Menschenjagd zu zwirbeln, ist kein Journalismus, wird aber als solcher allen Gebührenzahlern aufgezwungen.
Überschreitung einer juristischen Grenze
Genau das geschah in der monierten Anmoderation von „ZDF-heute live“. Dort hieß es sinngemäß, ein „rassistischer Mob“ habe Jagd auf Migranten gemacht; dazu aufgerufen hätten ein britischer Rechtsextremist und Elon Musk. Das ist eine maximal schwere Anschuldigung. Wer jemandem unterstellt, er habe zur Jagd auf Menschen aufgerufen, behauptet nicht irgendeine politische Geschmacklosigkeit oder prangert eine verbale Entgleisung an. Er behauptet die moralische Mittäterschaft an Gewalttaten. Er rückt den Betroffenen in die Nähe eines Hetzers, der Worte wählt, um Menschen als Zielscheiben zu markieren. Eine solche Behauptung müsste belegbar sein, was im Falle des Posts von Elon Musk eindeutig nicht gelingen kann. Das ZDF hat hier aus seiner politischen Abneigung gegenüber Musk keinen Hehl gemacht und seine redaktionelle Erregung in die Welt hinausgesendet, obwohl genau dies nicht dem Sendeauftrag der Anstalt entspricht.
Bemerkenswert ist nicht nur die journalistische Entgleisung, sondern auch der Umgang damit. Nach Kritik änderte das ZDF die Darstellung zunächst ab und versah die entsprechende Webansicht der Sendung mit dem Hinweis, die Formulierung sei „unpräzise und deshalb missverständlich“ gewesen. Das ist die klassische Schutzformel für Fälle, in denen ein Medium nicht zugeben möchte, was eigentlich das Prädikat „Bankrotterklärung“ verdient. „Unpräzise“ klingt nach einem handwerklichen Versehen, „missverständlich“ klingt, als habe der Zuschauer nur nicht richtig verstehen können, was eigentlich gemeint war. Doch der Vorwurf beinhaltet Gravierenderes – nämlich die Umkehrung des Aussagegehalts in sein verräterisches, hetzerisches Gegenteil. Aus „protestiert wiederholt und laut“ wurde „jagt Migranten“. Das ZDF betreibt also „Hass und Hetze“, könnte man jetzt ausrufen.
Mittlerweile wurde die Anmoderation nach Angaben des Senders „aus rechtlichen Gründen“ gekürzt. Außerdem gab das ZDF nach einer Abmahnung eine Unterlassungserklärung ab. Schon dieser Ablauf zeigt, dass es sich nicht um eine belanglose semantische Debatte handelt. Wenn ein Sender des öffentlich-rechtlichen Rundfunks eine Passage entfernt und eine Unterlassungserklärung abgibt, dann ist das nicht einfach redaktioneller Feinschliff. Hier geht es um die Überschreitung einer juristischen Grenze, die vorher journalistisch hätte erkannt werden müssen. Diese Kontrollmechanismen haben versagt. Einem Privatmedium oder Privatsender mag man Tendenziöses in der Berichterstattung durchgehen lassen – das ist deren unternehmerische Freiheit. Diese wird den Öffentlich-Rechtlichen aber – aus guten Gründen – nicht gewährt.
Kein Ort für moralische Fantasiearbeit
Unser Autor und Rechtsanwalt Joachim Steinhöfel, der Elon Musk in dieser Sache vertritt, formulierte die Vorwürfe im Video-Interview auf WELT entsprechend scharf: „Also die Anmoderation zu einem Beitrag, in dem 30 Minuten lange Journalismus simuliert wurde, war eine verleumderische Unterstellung und Diffamierung, für die nicht der geringste Anhaltspunkt besteht.“ Es geht um die elementare Frage, ob ein Sender behaupten darf, was durch den zitierten Text nicht gedeckt ist. Und es geht darum, ob der von uns Bürgern finanzierte ÖRR solche Diffamierungen und Eskalationen folgenlos betreiben darf – abgesehen von dem täglichen Weglassen und Einrahmen in das linkslastige Weltbild der Berichterstatter-Blase, deren prahlerischem Sendungsbewusstsein offensichtlich kein journalistischer Ethos mehr innewohnt. Was zahlreich zu belegen ist.
Besonders problematisch ist, dass die Entgleisung nicht in irgendeinem Kommentarformat geschah, in dem ein Autor erkennbar seine persönliche Bewertung vorträgt. Sie stand in der Anmoderation einer Nachrichtensendung. Das verleiht ihr den Anschein objektiver Tatsachendarstellung. Der Zuschauer soll nicht erst prüfen, ob es sich um Meinung, Interpretation oder nachweisbare Aussage handelt. Er hört eine moderierte Überleitung aus dem Nachrichtenstudio. Gerade dort müssen die Maßstäbe am höchsten sein. Eine Anmoderation ist nicht der Ort für moralische Fantasiearbeit.
Steinhöfel wies im Video-Interview auf WELT auf einen weiteren Punkt hin: Ein solcher Satz entsteht nicht im luftleeren Raum, er sagte: „Das war ja auch nicht spontan und ein Fehler und ein Ausrutscher, sondern offenkundig stand das auf dem Teleprompter, und die ganze Redaktion oder jedenfalls die verantwortlichen Leute haben das noch freigegeben.“ Darin liegt die eigentliche Brisanz. Bei einem Live-Versprecher könnte man noch von einem Augenblicksfehler sprechen. Hier deutet jedoch alles darauf hin, dass eine Redaktion diesen Satz vorbereitet, geprüft, gesendet und zunächst verteidigt oder zumindest nicht sofort korrigiert hat. Das macht den Fall größer als ein Fehltritt einer einzelnen Person. Der Missgriff passierte unter den billigenden Augen der Redaktionsleitung und der ganzen redaktionellen Entourage.
Im vollen Bewusstsein ihrer Machtposition
In Teilen des journalistischen Betriebs scheint das politische Vorurteil und seine Projektion stärker zu sein als der Wortlaut des Belegs. Elon Musk gilt dort als Reizfigur. Tommy Robinson gilt als toxischer Bezugspunkt. Belfast-Krawalle, Messerangriff, Migration, Rechtsextremismus, soziale Medien: Schon die Stichwörter reichen offenbar aus, um ein „Narrativ“ in Gang zu setzen. Und wenn diese Erzählung erst läuft, wird der konkrete Satz, um den es eigentlich geht, nur noch Material. Er wird nicht mehr nüchtern gelesen, sondern passend gemacht, instrumentalisiert und abgeschossen. Das ist gefährlich, wenn die handelnden Personen (Journalisten) zudem als Multiplikatoren auftreten dürfen – und das tun Journalisten nun mal im vollen Bewusstsein ihrer Machtposition. Dieser Missbrauch muss im ÖRR abgestellt werden.
Journalismus lebt eigentlich nicht davon, dass er Feinde benennt und stigmatisiert. Er soll der Aufgabe nachgehen, auch über Personen korrekt zu berichten, die er ablehnt. Wer nur bei Freunden fair bleibt, ist kein Journalist, sondern Parteigänger. Die Glaubwürdigkeit eines Mediums zeigt sich nicht daran, wie es mit den eigenen Lieblingsfiguren umgeht, sondern daran, wie es über Gegner, Störer und Reizpersonen berichtet. Gerade bei Musk, der polarisiert und provoziert, wäre diese Sorgfalt geboten.
Die Reaktion des NDR-Redakteurs Sebastian Eberle war deshalb bemerkenswert. Sein Satz „So können und so dürfen wir nicht arbeiten“ klingt nicht wie die medientypische Kollegenschelte, sondern wie ein Alarmruf aus dem System selbst. Hier ist nicht einfach ein Gegner des öffentlich-rechtlichen Rundfunks empört. Ein Journalist sieht, dass eine Grenze überschritten wurde, die den Berufstand beschädigt. Das macht seine Intervention so wichtig. Denn Kritik von außen will und wird man im ZDF gemeinhin als (rechte) Kampagne abtun. Kritik von innen könnte zur Selbstprüfung ermutigen. Könnte…
Die Frage ist also am Ende, ob diese Selbstprüfung wirklich stattfindet. Der Hinweis auf eine „unpräzise“ und „missverständliche“ Formulierung ist einfach zu wenig und eher eine Nebelkerze. Eine ernsthafte, ernstgemeinte Korrektur müsste klarer ausfallen und zugeben, dass Elon Musk eindeutig nicht wie behauptet zur Jagd auf Migranten aufgerufen hat. Es fehlt die Anerkenntnis: „Diese Aussage war falsch und journalistisch unseriös. Wir bedauern den Fehler. Wir erklären, wie es dazu kommen konnte. Wir legen offen, welche redaktionellen Sicherungen versagt haben. Und wir stellen sicher, dass solche Zuschreibungen künftig nicht mehr passieren.“ Dass solches nicht geschieht, liegt wohl daran, dass Tendenzjournalisten sicher sein können: Die Offensichtlichkeit ihrer Verleumdung verfehlt am Ende ihre Wirkung kaum. Mission erfüllt.
Zumal sich ein Elon Musk mit einem Joachim Steinhöfel als Anwalt erfolgreich wehren kann. Da knickt auch dieses System kurz ein, denn diese beiden kann auch ein teurer Gang durch die Instanzen nicht schrecken. Die meisten anderen Opfer von Falschnachrichten schon.
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Die gleiche Nummer wie beim „Hasi-Video“ und den angeblichen Pogromen 2018 im Chemnitz, infolge des Mordes an Daniel H. durch Migranten. Nur dieses mal in Großbritannien bzw. außerhalb Deutschlands. Hans-Georg Maaßen hängt das Hasi Video und seine Einschätzung dazu bis heute nach und hat ihn vermutlich wohl auch seinen Job als Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz gekostet. Bei Musk und Robinson ist der Fall jetzt genauso gelagert, nur knickt das ZDF sofort ein. Und jetzt muss man sich fragen, warum? Maaßen war damals „nur“ politischer Beamter, den die Chefetage sofort absetzen konnte. Musk kann man nicht absetzen. Und vor allem: Er ist der mit Abstand reichste Mensch aller Zeiten. Mit dem führt man keine Gerichtsprozesse wegen manipulativer Pressemeldungen, weil die dann schlimmstenfalls Jahrzehnte dauern und man am Ende dennoch in jedem Fall verliert. Wie man sieht, Reichtum ist nicht per se schlecht. Manchmal sorgt er auch für eine neutrale und wahrheitsgemäße Berichterstattung. :-)
Das Problem sind aber nicht ZDF und generell ÖRR allein, sondern das ganze verseuchte öffentliche System, in dem seit den späten 70iger Jahren die Linken und Ultralinken das Sagen haben und den Diskurs beherrschen bzw. die Richtung vorgeben. Inklusive Vorgabe der Meinung, die man zu haben hat, wenn man als moralisch Guter dastehen will.
Ich sehe das inzwischen aufgrund realer Gegebenheiten im eigenen Umfeld so: der durchschnittliche, steuerzahlende Handwerker, Gewerbetreibende, Arbeiter, Techniker – kurz, diejenigen, die hier wertschöpfend tätig sind, das sind tendenziell die Rechten, Wirtschaftsliberalen, Konservativen.
In den Behörden, Schulen, Universitäten, Gerichten, Medien – kurz, bei denjenigen, die von den Steuern der anderen bezahlt werden, überwiegen die Linken, Grünen, Sozialisten, Kommunisten.
Und diesem Umstand haben wir den Gesamtzustand zu verdanken.
Wirtschaft zerstört, Sozialsystem aufgebläht, Millionen Sozialhilfeempfänger ins Land gelassen.
Natürlich muss das Sprachrohr dieses Zerstörungssystems weiter Lügen und Propaganda verbreiten. Die zahlende Masse muss ja auf Kurs gehalten werden.
Ich würde mich nicht wundern, wenn Billionär Musk zu den achgut-Großspendern gehört.
The USA produces technology, Europe produces ideology.
Die USA produziert Technologie, Europa produziert Ideologie.
„Tendenzjournalismus“ – nettes Wort, ich nenne es Propaganda.
jmonig / @LutzLiebezeit: Wie wäre es den deutschen Intendanten- Klüngel durch fähige Einwanderer der neuen Generation zu ersetzen? Das wäre mal bunt. Nicht ständig Kartoffeln oder Weißbrote. Vielleicht wären die derzeitigen Vorstände und Bestimmer von dieser Idee angetan? Fragen kann man ja mal.==> Danke fürs Gespräch!
Falls Sie es noch nicht gemerkt haben, mit denen ist der gesamte Medienbereich schon durchsetzt (ich sage nur: Neue Deutsche Medienmacher, suchen Sie mal nach dem Begriff), und dann sagen Sie mir wofür die sich wohl einsetzen werden, Ihrer Meinung nach.
Bestimmt nicht für Sie, vorausgesetzt Sie sind nicht eine bunte,vielfältige Minderheit.
Und auch @Istwan Grüner /„Wir brauchen keinen ÖRR mehr. Unzensierte soziale Medien können dem Auftrag einer insgesamt neutralen Berichterstattung eher gerecht werden, als diese Gebühren-Abzocker-Dinosaurier“==> auch dieser Glaube ist genau so realistisch wie der an die jungfräuliche Geburt von jemand anderem als Maria, Ehefrau Josefs.
Da können Sie gleich ein beliebiges Youtube-Filmchen zum Thema der nächsten Sonntagspredigt machen, oder eine Schnapsfabrik zur Kirche der Abstinenzler.
Ich wundere mich manchmal wirklich, auf was für Ideen die Leute kommen.
Schon klar, wenn die Muslime hier die Macht übernehmen, kehren wieder Recht und Ordnung ein, und Grabesruhe, damit ist der Deutsche dann zufrieden, wenn weiter Bundesliga kommt.
Man sollte sich nie Dinge wünschen, deren Konsequenzen man nicht überblickt.
Die Linken merken, wie der Druck von Rechts wächst. Das Zeitalter eines überspitzten linken Intellektualismus geht langsam zu Ende.