In der 32. Nacht des Krieges ertönen in Tel Aviv erneut die Sirenen. Es ist ihr besonderer Rhythmus, der das Nervensystem umtreibt. Nicht die Explosion selbst, die mittlerweile zu einer Abstraktion geworden ist, zu etwas, das an anderen Koordinaten geschieht. Es ist das Intervall zwischen dem Alarm und dem Einschlag, die acht bis zwölf Minuten, in denen ein ganzes Land unter die Erde geht und im blau-weißen Schein von Handybildschirmen auf die Druckwelle oder auf die Stille wartet, dann wieder auftaucht, um den Himmel und die Nachrichten und die Gruppenchats zu überprüfen, und sich anschließend wieder dem Alltag zuwendet bis zum nächsten Alarm, der in zwei Stunden oder vier oder in 45 Minuten kommen wird. Denn die Islamische Republik Iran, enthauptet und schwer geschwächt, ist noch nicht tot, sondern feuert weiterhin.
In Schutzräumen in ganz Zentralisrael bewältigen Eltern diese nächtliche Choreografie: Das Kleinkind wird in das Bettchen im Schutzraum gelegt, ältere Kinder aus dem Halbschlaf geweckt, der Hund geholt, die Tür verschlossen und dann beginnt das Warten. In Dubai räumen Flughafenarbeiter Trümmer von einer Startbahn, die von einer Shahed-Drohne getroffen wurde. In Erbil begraben kurdische Peschmerga sechs ihrer eigenen Männer, getötet durch eine Rakete der Volksmobilisierungskräfte (PMF). In Teheran wird ein Mann dabei gefilmt, wie er vor einer Polizeistation, die durch amerikanische Luftangriffe in Chitgar zerstört wurde, „Danke, Trump“ sagt. Im Bekaa-Tal arbeitet ein Captagon-Labor die ganze Nacht hindurch, seine Betreiber sind gleichgültig gegenüber der Ideologie ihrer früheren Gönner, ihre Aufmerksamkeit gehört ausschließlich dem Marktpreis von Fenetyllin in Riad.
Das ist der Krieg am 32. Tag. Es sind viele Kriege zugleich, und fast keiner von ihnen wird mit der Ernsthaftigkeit diskutiert, die er verlangt.
Die kinetische Kampagne verläuft mit taktischer Brillanz. Der Oberste Führer ist tot. Das Oberkommando der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) ist zerschlagen; Irans Raketeninfrastruktur wurde erheblich geschwächt. Das sind Errungenschaften ersten Ranges, das Produkt hervorragender Geheimdienstarbeit, präziser Koordination zwischen Washington und Jerusalem und einer präsidialen Entscheidung, die strategisch richtig, moralisch gerechtfertigt und längst überfällig war. Sie haben allerdings auch, wie die Internationale Energieagentur festgestellt hat, die größte Versorgungsunterbrechung in der Geschichte der globalen Ölmärkte verursacht – ein Preis, der die Dringlichkeit unterstreicht, von der kinetischen Phase zur institutionellen Phase überzugehen.
Ein Krieg wird nicht durch seine Eröffnungskampagne gewonnen, sondern durch das, was in dem Raum aufgebaut wird, den diese Eröffnungskampagne schafft. Und dieser Raum ist zum Zeitpunkt des Schreibens dieser Zeilen leer. Keine Übergangsarchitektur, keine Theorie der Nachfolge und kein institutioneller Rahmen, der die Zerstörung der Islamischen Republik mit dem Aufbau von etwas Dauerhaftem verbindet, das amerikanischen Interessen und iranischen Hoffnungen für eine Generation dient.
Was folgt, ist ein Versuch, diesen Raum zu füllen, bevor er sich selbst füllt – wie es leere Räume im Nahen Osten unweigerlich tun – mit Chaos, mit Warlords und der unternehmerischen Gewalt von Männern, die verstehen, dass ein Vakuum kein Problem, sondern eine Gelegenheit ist.
Die Doktrin des fehlenden Bauplans
Wir beobachten, wenn Sie so wollen, ein eigentümliches Schweigen. Zweiunddreißig Tage sind vergangen, seit Präsident Donald Trump die Operation Epic Fury autorisiert hat, und in diesem Zeitraum hat der mächtigste analytische Apparat der Welt eine außergewöhnliche Flut von Kommentaren zu den Oberflächenphänomenen des Konflikts hervorgebracht: die Flugbahn jeder Rakete, die Schwankung jedes Barrelpreises, die diplomatische Choreografie jedes Kommuniqués eines Golf-Außenministeriums. Brookings hat nachdenkliche tägliche Briefings geliefert, ACLED (Armed Conflict Location & Event Data Project) ein unschätzbares Krisenzentrum aufgebaut, der Atlantic Council hat die Reaktionen am Golf mit beachtlicher Granularität kartiert, und Chatham House hat die militärischen Optionen der Golfstaaten mit professioneller Strenge bewertet. Das sind ernsthafte Institutionen mit ernsthaften Wissenschaftlern, und die Qualität ihrer diagnostischen Arbeit steht nicht in Frage.
Was in Frage steht, ist die Ausrichtung der Untersuchung selbst.
Bemerkenswert ist nicht, was das analytische Establishment gesagt hat, sondern was es nicht gesagt hat. Keine dieser Institutionen hat eine umfassende Theorie dazu vorgelegt, was die Ordnung ersetzen soll, die derzeit demontiert wird, oder eine institutionelle Architektur des Übergangs veröffentlicht. Keine hat dem Präsidenten eine Blaupause angeboten, die die kinetische Zerstörung der Islamischen Republik mit dem Aufbau von etwas Dauerhaftem an ihrer Stelle verbindet. Die politischen Empfehlungen, die geäußert werden, neigen überwiegend zu einem Waffenstillstandsrahmen, zu Eskalationsabbau-Mechanismen und diplomatischen Auswegen. Brookings-Wissenschaftler haben gewarnt, der Krieg könne sich „zu einem regionalen Krieg ausweiten“, und zur Vorsicht gemahnt. Das Arab Center in Washington hat zu einer kollektiven diplomatischen Antwort aufgerufen. Chatham House hat den Golfstaaten geraten, sich nicht an den Angriffen zu beteiligen, da die Risiken „erheblich“ seien. Das sind respektable Positionen ernsthafter Menschen. Im gegenwärtigen Kontext sind sie jedoch zutiefst unzureichend. Die Debatte zwischen „den Krieg fortsetzen“ und „einen Ausstieg verhandeln“ verdeckt die grundlegendere Frage, die keine der beiden Seiten angemessen behandelt hat: Wie sieht die Ordnung nach dem Regime aus, und wer baut sie?
Der Antikriegs-Chor hat, vorhersehbarerweise, das verbleibende Vakuum mit prozeduralen Einwänden und legalistischem Händeringen gefüllt. Die American Civil Liberties Union (ACLU) hat Schriftsätze eingereicht, War Powers Resolutions wurden eingebracht und scheiterten, und Protestierende auf dem Campus haben ihre Gaza-Plakate recycelt. Ihre Position, vom verfassungsrechtlichen Kostüm befreit, lautet, dass man die Islamische Republik hätte intakt lassen sollen, damit sie weiterhin Uran anreichert, die Hisbollah finanziert und Demonstranten auf den Straßen Teherans mit Maschinengewehren niedermäht. Diese Position verdient es, bei ihrem Namen genannt zu werden: ein Rat zum permanenten, verwalteten Niedergang, verkleidet als Klugheit.
Lassen wir das beiseite und wenden wir uns dem eigentlichen Problem zu.
Präsident Trump hatte recht zu handeln. Das theokratische Regime in Teheran hatte vier Jahrzehnte lang Amerikaner getötet, Stellvertreterkräfte von Beirut bis Bagdad bewaffnet, unter fortgesetzter Missachtung der internationalen Gemeinschaft nach Atomwaffen gestrebt und im Januar 2026 Zehntausende seiner eigenen Bürger massakriert. Die Vorstellung, dieses Regime habe „keine unmittelbare Bedrohung“ dargestellt, ist keine ernsthafte analytische Position. Sie ist dieselbe Art willentlicher Naivität, die es Nordkorea ermöglichte, die nukleare Schwelle zu überschreiten, dem Assad-Regime erlaubte, syrische Kinder folgenlos zu vergasen, und die den katastrophalen Atomdeal von 2015 hervorbrachte. In dem wurde die iranische Zurückhaltung lediglich zeitweise zu dem Preis von 150 Milliarden Dollar an freigegebenen Vermögenswerten erkauft.
Die Frage ist jetzt nicht, ob der Krieg hätte begonnen werden sollen. Die Frage ist, ob die Vereinigten Staaten ihn mit der Disziplin zu Ende führen werden, die ein entscheidender Sieg verlangt, oder ob sie das Muster wiederholen werden, das amerikanische Militärinterventionen seit einer Generation entstellt: eine brillante Eröffnungskampagne, gefolgt von institutioneller Amnesie darüber, was als Nächstes kommt. Trump verfügt über die Werkzeuge, den Hebel und ein Zeitfenster, das nicht unbegrenzt offenbleiben wird. Was er braucht, ist der Plan.
Was folgt, ist ein Versuch, seine wesentlichen Bestandteile zu identifizieren – die tragenden Elemente, ohne die keine Übergangsarchitektur Bestand haben kann.
Der Nebel und die Abrechnung
Clausewitz nannte es Nebel des Krieges – die nicht reduzierbare Lücke zwischen dem, was Befehlshaber zu verstehen glauben, und dem, was tatsächlich am Boden geschieht. Im ersten Monat der Iran-Kampagne war dieser Nebel dicht, und seine Verzerrungen haben eine typische Pathologie der Kriegszeit hervorgebracht: die verfrühte Siegeserklärung.
Die Pressesprecherin des Weißen Hauses erklärte, die Militäroperation solle in vier bis sechs Wochen abgeschlossen sein, während ein internes Pentagon-Memo von Monaten ausging. Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte am 10. Tag, Iran verliere „deutlich“. Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu verkündete am 19. März: „Wir gewinnen, und der Iran ist enthauptet.“
Zweiundsiebzig Stunden später schlugen zwei iranische ballistische Raketen in Städten im Süden Israels ein, eine davon in der Nähe von Dimona.
Die Abweichungen in den Zeitangaben sind Rauschen, verfrühte Erklärungen sind Eitelkeit. Beides sollte die zugrunde liegende strategische Realität nicht verdecken, und diese lautet: Die Eröffnungskampagne des Krieges war ein taktischer Triumph. Khamenei ist tot, das Oberkommando der IRGC (Revolutionsgarden) ist zerschlagen und erhebliche Teile von Irans Raketeninfrastruktur wurden geschwächt. Das sind reale und folgenschwere Erfolge. Aber die Geschichte amerikanischer Militärinterventionen im Nahen Osten ist ein Friedhof von Eröffnungssiegen, die zu strategischen Niederlagen metastasierten. Bagdad fiel in drei Wochen; der Aufstand dauerte acht Jahre. Das Versagen lag nicht an den Waffen, sondern an der Architektur. Niemand hatte den Staat entworfen, der dem folgen sollte, den man zerstört hatte.
„Die Iraner haben ein Mitspracherecht dabei, wann der Krieg endet“, warnte der frühere Verteidigungsminister James Mattis auf der CERAWeek (eine jährlich in Houston, Texas, stattfindende Konferenz für die Energiewirtschaft). „Ich glaube nicht, dass wir einfach davon abgehen können.“ Mattis hat in diesem engen Punkt recht. Aber die Schlussfolgerung ist nicht, dass der Krieg ein Fehler war, sondern dass er dieselbe anhaltende Verpflichtung auf seinen Abschluss verlangt, die an seinen Beginn angelegt wurde. Präsident Trump demonstrierte dieses Prinzip, als er im Januar die Festnahme von Nicolás Maduro in Venezuela autorisierte und sofort Vizepräsidentin Delcy Rodriguez zur Interimsführerin erhob. So unvollkommen diese Operation auch gewesen sein mag, sie zeigte eine Theorie der Nachfolge. Iran verlangt dieselbe Disziplin, aber in weit größerem Maßstab – und mit weit höheren Einsätzen.
Die Doktrin, dass Konflikte durch den entscheidenden Sieg enden und nicht durch ein verwaltetes Gleichgewicht, ist richtig. Aber Sieg ist nicht bloß die Zerstörung der Fähigkeit des Gegners zu kämpfen: Er ist die Errichtung einer Ordnung, die amerikanischen Interessen für eine Generation dient. Das erfordert eine andere Art von Planung als Zielerfassung.
Und es erfordert sie jetzt.
Die Legitimitätsspaltung
Jeder erfolgreiche politische Übergang in der Moderne hat sich um eine einzige, trügerisch elementare Frage herum aufgelöst: Wer hat das Sagen?
Im besetzten Deutschland wurde die Antwort formuliert, bevor die letzten Bomben fielen: alliierte Behörden, die einen sorgfältig geprüften deutschen Staatsdienst in einem in Washington und London entworfenen institutionellen Rahmen verwalteten. Das Ergebnis war der erfolgreichste Wiederaufbau nach einem Konflikt in der Geschichte der Staatskunst. Im Irak nach Saddam lautete die Antwort: niemand – und das Ergebnis war der Islamische Staat.
Präsident Trump hat die Gelegenheit sicherzustellen, dass der Iran der ersten Trajektorie folgt. Aber dazu muss er sich einer Legitimitätskrise stellen, die bereits hinter dem Nebel des Krieges metastasiert, und dazu muss er auf das stumpfe Instrument militärischer Besatzung verzichten. Die Vereinigten Staaten werden den Iran nicht besetzen. Kein ernstzunehmender Stratege schlägt das vor. Das Land ist zu groß, die Bevölkerung zu zahlreich, das Gelände zu komplex und der politische Appetit auf ein weiteres jahrzehntelanges Bodenkontingent im Nahen Osten ist nicht vorhanden. Erforderlich ist nicht Besatzung, sondern Orchestrierung: die Gestaltung der Bedingungen, unter denen Iraner sich selbst regieren, unterstützt durch amerikanische diplomatische, finanzielle und nachrichtendienstliche Instrumente, die über legitime Übergangsinstitutionen kanalisiert werden, die von Iranern für Iraner errichtet wurden. Das ist eine schwierigere Aufgabe als die Besatzung, weil sie verlangt, dass die Architektur vor dem Moment des Zusammenbruchs entworfen und nicht erst danach improvisiert wird.
Irans Opposition ist real, substanziell und entlang von Bruchlinien zersplittert, die in westlichen Hauptstädten nur ungern ehrlich betrachtet wurden. Das Washington Institute dokumentierte 2023, dass Oppositionsgruppen gespalten sind und konkurrierende Ansprüche auf Repräsentation und Führung erheben, während das United States Institute of Peace die wichtigsten Fraktionen porträtierte. Die Bibliothek des britischen Unterhauses stellte fest, dass „ihre Popularität innerhalb Irans ebenfalls ungewiss ist“. Diese Einschätzungen, so kompetent sie auch sind, stammen jedoch aus der Zeit vor der folgenreichsten Variable der iranischen Innenpolitik: dem Januar-Massaker.
Zwischen Ende Dezember 2025 und Mitte Januar 2026 tötete die Islamische Republik zwischen 7.000 und 32.000 ihrer eigenen Bürger. Die niedrigere Zahl stammt von der Human Rights Activists News Agency, die jeden Fall einzeln dokumentierte. Die höhere stammt von iranischen Gesundheitsbeamten, die unter Schutz der Anonymität sprachen. Wie hoch die tatsächliche Zahl auch sein mag – das Massaker hat eine moralische Bilanz hinterlassen, die die Politik des Übergangs für eine Generation bestimmen wird.
Nun betrachten wir das strukturelle Problem.
Die Menschen, die diese Toten begruben, in Kellern unterirdische Kliniken betrieben, während über ihnen Revolutionsgarden die Straßen durchkämmten, und Nacht für Nacht die Dachruf-Netzwerke aufrechterhielten, während Sicherheitskräfte auf verdunkelte Fenster nach oben feuerten, besitzen eine Form politischer Autorität, die kein Zeugnis, kein Lebenslauf aus der Diaspora und kein Georgetown-Abschluss ersetzen kann. Sie besitzen Blutkapital: jene Legitimität, die ausschließlich denen zufällt, die alles riskierten, als der Ausgang ungewiss war und die Konsequenz des Scheiterns ein Platz im Grab war.
In westlichen Hauptstädten gibt es aus einem institutionellem Reflex heraus die Tendenz, mit prominenten Oppositionsvertretern aus der Diaspora zusammenzuarbeiten. Solche Personen verfügen über diplomatische Gewandtheit, den Medienzugang und die Fähigkeit, internationale Rechtsrahmen zur Freigabe staatlicher Vermögenswerte zu erkennen. Das sind keineswegs triviale Qualifikationen. Die Diaspora hält ein enormes Reservoir an Ingenieuren, Ärzten, Juristen, Ökonomen und Verwaltungsfachleuten bereit, die beim Wiederaufbau von unschätzbarem Wert sein werden. Aber die Kluft zwischen der Diaspora und dem inneren Widerstand ist nicht nur geografisch, sondern erfahrungsbedingt und zunehmend politisch. Die Lehre von Ahmed Chalabi im Irak, Zahir Shah in Afghanistan und der international anerkannten Regierung in Tripolis ist eindeutig: Eine von außen eingesetzte Führung, der die organische Verbindung zu den Kräften fehlt, die für den Übergang geblutet haben, wird zurückgewiesen.
Die Regierung hat die Möglichkeit, in einem vorab ausgehandelten Rahmen etwas Besseres zu entwerfen. Sie kann Autorität entlang funktionaler Linien aufteilen: Diaspora-Vertreter übernehmen nach außen gerichtete Ressorts wie Zentralbankstabilisierung, Verbindungen zu Internationalem Währungsfonds und Weltbank sowie die Wiedererlangung staatlicher Vermögenswerte verwalten. Innere Sicherheit, Übergangsjustiz und kommunale Verwaltung werden verfassungsrechtlich an geprüfte lokale Widerstandskommandeure abgetreten. Die Teilung ist nicht ideologisch, sondern operativ und gleicht Fähigkeiten mit Anforderungen ab.
Der Präsident sollte den Nationalen Sicherheitsrat anweisen, unverzüglich mit dieser Kartierung zu beginnen. Und diese Kartierung muss tiefer gehen, als die Suche nach Persönlichkeiten. Die kleinteilige Arbeit, zu ermitteln, welche zivilgesellschaftlichen Strukturen, Basarnetzwerke, Arbeitersyndikate, Stammesautoritäten und Berufsverbände in jeder der 31 iranischen Provinzen existieren, ist in keiner öffentlich zugänglichen Form geleistet worden. Ohne diese bodennahe Geheimdienstkenntnis ist Übergangsplanung eine Abstraktion, auf ein Whiteboard gezeichnet von Menschen, die nie einen Fuß nach Täbris gesetzt haben.
Dieser Text erschien zuerst beim Middle East Forum.
Teil 1 lesen Sie hier: Kein Plan für den Iran
Teil 2 lesen sie hier: Der ungeschriebene Krieg: Neue Jobs für Mitläufer
Teil 3 lesen Sie hier: Der ungeschriebene Krieg: Die Alternativen der Schattenkämpfer
Teil 4 lesen Sie hier: Der ungeschriebene Krieg: Wie muss ein Sieg aussehen?
Gregg Roman ist geschäftsführender Direktor des Middle East Forum und leitete zuvor den Community Relations Council der Jewish Federation of Greater Pittsburgh. 2014 ernannte ihn die Jewish Telegraphic Agency zu einem der „zehn inspirierendsten globalen jüdischen Führungspersönlichkeiten“, und zuvor war er politischer Berater des stellvertretenden Außenministers Israels und arbeitete für das israelische Verteidigungsministerium. Als häufiger Redner zu Angelegenheiten des Nahen Ostens tritt Herr Roman in internationalen Nachrichtensendern wie Fox News, i24NEWS, Al-Jazeera, BBC World News sowie Israels Kanälen 12 und 13 auf. Er studierte nationale Sicherheit und politische Kommunikation an der American University und dem Interdisciplinary Center in Herzliya und hat Beiträge für The Hill, Newsweek, die Los Angeles Times, den Miami Herald und die Jerusalem Post verfasst.
Womit soll sich das Trumpeltierchen im Iran verbünden? Ich nehme an, er weiß mehr als ich, doch wird er dennoch nicht sicher sein, welche schlagkräftige Opposition er unterstützern soll. Es wird sich hoffentlich zeigen. Aber, daß er alles vorher minutiös planen könnte, ist doch ziemlich dumm gedacht. Zur Not wird man immer wieder „den Rasen mähen müssen“, wie die Israelis wohl sagen, d.h. , falls die Mullahs sich berappeln und weiter ihr islamistisches Armaggedon verfolgen, wird man ihnen immer mal wieder mit Waffengewalt zeigen müssen, daß sie keine Perspektive haben. Die Straße von Hormuz: Sie wird entweder militärisch erfolgreich gesichert und/oder sie wird ersetzt werden müssen. Ich glaube, es wird auf High-Tech-Drohnentechnik hinauslaufen: Permanente Überwachung des Iran und blitzschnelle Reaktion auf Bedrohungen.
Ich vermute, der Autor analysiert in Teil 2 den russischen Einmarsch in die Ukraine ähnlich positiv für Russland. Putin fehle nur die Architektur.
USA um Iran: „kinetische Phase“, „Get the job done“.
Russland in der Ukraine: „Unverzeihlicher völkerrechtswidriger Angriffskrieg“, „Brutales Massaker eines verrückten Diktators“ etc.
Die doppelten Standards sind unerträglich…
@Gerhard Hotz : Empfehle Interview mit Theodore Postol auf „YouTube Kanal Glenn Diesen Deutsch 1.4.26 Theodore Postol, Iran besitzt schon Abschreckung gegen Israels Atomschlag.“ Theodore Postol ist US amerikanischer Physiker und war Professor am Massachusetts Institut of Technology. Postol erklärt in dem Interview, wie einfach es für den Iran ist, Atomwaffenfähigkeit in kurzer Zeit herzustellen. Postel geht davon aus, daß Israel zuerst Atomwaffen einsetzen könnte, der Iran dann aber entsprechend antworten würde, und zwar mit verheerenden Wirkungen für Israel. Postol demonstriert das anschaulich und für Laien verständlich, auch durch Darstellungen und Bilder, die den Einsatz von Atomwaffen auf Japan und deren Folgen zeigen. Dabei geht er auch auf die verheerenden Bombenangriffe auf deutsche Städte während Weltkrieg II ein (Hamburg und Dresden). Ist aber nichts für schwache Nerven und zarte Gemüter, weil Postol in dem Interview erläutert, wie schnell, dramatisch und verheerend der Krieg gegen den Iran eskalieren kann.
Eine Analyse, die nachdenklich macht. Wie soll ein Staat funktionieren mit Islam? Ein Deutschland mit Naziregime hätte auch keine Chance gehabt – wobei hier die Russen paradoxerweise ganz unorthodox entscheidend mitgeholfen haben, um die Westalliierten unter einen Hut zu zwingen, Stichwort Morgenthau vs. Marshall, heute OECD. Kann man die Golfanrainer unter einen Hut bringen, in ihrem eigenen Interesse? Gibt es dort demokratische Kräfte, die 1945 in Deutschland immerhin vorhanden waren. Ohne eine vollständige Beseitigung der Mullahs wird das Ganze wohl nicht funktionieren. Die Anrainerstaaten müssen aber ebenfalls erkennen, wer ihr schlimmster Feind ist: Der Islam.
Der Autor schreibt: „Im besetzten Deutschland wurde die Antwort formuliert, bevor die letzten Bomben fielen: alliierte Behörden, die einen sorgfältig geprüften deutschen Staatsdienst in einem in Washington und London entworfenen institutionellen Rahmen verwalteten. Das Ergebnis war der erfolgreichste Wiederaufbau nach einem Konflikt in der Geschichte der Staatskunst.“ Der zweite Weltkrieg, die bis heute (noch) größte Katastrophe der Menscheitsgeschichte war also ein Konflikt! Das allerdings ist neu. So wie es wohl immer nur lediglich um Konflikte geht, wenn Armeen irgendwo in der Welt bombardieren oder Zivilisten massakrieren? Der seit einiger Zeit offizielle Kriegsminister der USA wird hier auch nur beschwichtigend noch „Verteidigungsminister“ genannt. Schon diese beiden Aussagen disqualifizieren den Autor vollständig, oder war es nur der Übersetzer ins Deutsche? Egal, denn was hier steht, ist eine Verherrlichung des Krieges im Allgemeinen und des aktuellen im Besonderen. Natürlich hat das Mullah-Regime Blut an den Händen, aber die USA haben es auch. Wer will hier eigentlich Wichten, wessen Blut weniger wert ist? Was diese Welt braucht ist Vernunft, Verhandlungen, miteinander reden statt übereinander und die Akzeptanz von anderen Lebensentwürfen, ob individuell oder staatlich…
Peter Scholl-Latour hatte übrigens nichts gegen eine Kernwaffe des Iran einzuwenden, woran sich der Bedarf nun garantiert erhöht hat, da kann noch so viel über das Gegenteil räsonniert werden. Die Erfahrung lehrt, daß dort, wo Nuklearkapazitäten auf verfeindeten Seiten vorliegen, Ruhe im Karton ist. Das war im Kalten Krieg so, ist zwischen Indien und Pakistan so geblieben, und ein Präsident Trump würde sich deshalb hüten, Nordkorea anzugreifen.
Israels Kernwaffenprogramm wurde gegen John F. Kennedys Willen durchgezogen, was womöglich auch dessen Ermordung betraf. Israel hat sich dafür dann Hilfe in Frankreich, und wie unlängst bekannt wurde, wohl auch in der BRD geholt und sich durch Versprechungen an den südafrikanischen Apartheidstaat Testmöglichkeiten beschafft. Trotzdem raunt man darüber, im Falle einer existentiellen Bedrohung Israels mit diesen Kapazitäten Europa mit in den Abgrund zu reißen.
Ein nukleares Patt würde Tel Aviv zu insgesamt rationalerem Verhalten zwingen. Der Jubel der Rechtsradikalen in Netanjahus Koalition über ein eindeutig rassistisches Gesetz zur selektiven Einführung der Todestrafe zeigt doch gerade, wie rachsüchtig und exterminatorisch dort Teile des politischen Personals ticken.
Kroatiens Präsident hat vor einigen Tagen Israels Kriegspolitik deutlich kritisiert, und dasn wohlgemerkt auch aus seinem christlichem Glauben. Er wurde natürlich sofort reflexartig als „Antisemit“ bezeichnet, als Abkömmling einer Familie, aus der Partisanen gegen die Wehrmacht kämpften.