Jeder Mensch weiß, was für eine Plage Kinder sein können. Sie rauben Schlaf, Nerven und Geld, mitunter sind sie aufsässig und undankbar; schon sie zur Welt zu bringen, ist nicht ohne, und dann kommt dieses schreckliche Verantwortungsgefühl, das niemals, niemals aufhört. So wie ein Fluß sein Fließen nicht mal für eine Stunde unterbrechen kann, so ist Elternsein pausenlose Inanspruchnahme.
Man braucht sich keine Bücher zu kaufen, um das zu erfahren. Es genügt, Kinder zu haben. Aber niemand, der Kinder hat, würde denken, dass das Elternsein damit erschöpfend beschrieben wäre. Bloß: All das, was da fehlt, ist den Kinderlosen, die sich jetzt Kinderfreie nennen, gar nicht begreiflich. Genauso könnten Blinde mit der These auftreten, Farbe sei eigentlich etwas Überflüssiges, sie kämen ja auch ohne aus.
Die Überflüssigkeit von Kindern mit Umweltschutz zu begründen, stellt allerdings auf der Skala geistiger Perversionen einen neuen Rekordwert dar. Gewiss, der Selbsthass des Menschen durchzieht die gesamte Geistesgeschichte und hat zu bedeutenden Werken geführt. Sophokles ließ seinen Ödipus deklamieren, es wäre besser, nicht geboren worden zu sein. Zahllose Philosophen bis hin zum Meister-Misanthropen Schopenhauer schrieben Ähnliches.
Frech ist nur der Unterdrückte-Minderheiten-Gestus
Aber wer das Wunder des Lebens journalistischen Mode-Behauptungen in Sachen Klima unterordnet, sollte vielleicht wirklich keine Kinder bekommen. Die Entscheidung gegen das Kinderhaben steht ja jedem frei und soll hier auch kein bisschen kritisiert werden. Frech ist nur der Unterdrückte-Minderheiten-Gestus. Als ob Kinderlosigkeit, pardon: Kinderfreiheit bei uns nicht mehr und mehr zur gesellschaftlichen Norm würde.
Wir werden von einer kinderfreien Kanzlerin regiert, unser gesamtes Schul- und Sozialsystem ist für Kinder eine einzige Zumutung; und wer heutzutage noch gegen Abtreibung ist, wird scheel angesehen und als rechtsextrem geschmäht. Unsere Gesellschaft ist auf einem Single-Trip aus Selbstbestimmungsphantasien und Work-Life-Balance-Problemen, mit denen Eltern aufgrund dauernder Sorge und Inanspruchnahme gar nichts anfangen können.
Die Propaganda der Kinderlosigkeit entspringt auch dem Unvermögen, überzeitlich zu denken. Wer Kinder hat, transzendiert die eigene Gegenwart. Wer Kinder hat, sieht das eigene Alter, ja den eigenen Tod auf andere Weise. Kinder sind die Zukunft, vor deren Hintergrund das Gerede über Kohlendioxid überhaupt erst Sinn macht. Es ist ein bisschen lächerlich, wenn Autoren und Autorinnen in ihren Dreißigern glauben, über das Metaphysische verfügen zu können.
Beitragsbild: Palickap CC BY-SA 3.0, via Wikimedia

Es darf sich in einer offenen Gesellschaft jeder für oder gegen Kinder entscheiden. Nur, gewollt keine Kinder großziehen, sich dann aber Rente oder Pension von den Kindern anderer Leute bezahlen lassen, das geht nicht! Wenn schon, denn schon. Wo bleibt denn sonst die ideologische Konsequenz?
Man sollte die Meinung der Dame in Afrika als neue Religion verkaufen, am besten Sie geht auch gleich dahin. Dann ändert sich überall das Klima.
Daß Sie Sophokles in einem Atemzug mit dieser Frau Brunschweiger nennen, ist nun wahrlich höchst unpassend! Und daß Sie ihn des Selbsthasses bezichtigen, dürfte doch auch gelinde gesagt ziemlich gewagt sein. Das von Ihnen erwähnte Zitat „Nicht geboren zu sein geht über alles...“ stammt aus seinem letzten Werk „Ödipus auf Kolonnos“ und wird dem Chor in den Mund gelegt. Sophokles, damals für antike Verhältnisse mit um die 90 Jahre uralt, drückt hier seine ganz persönliche Lebenserfahrung aus, die man nicht teilen muß, die aber bei den antiken griechischen und römischen Schriftstellern und Philosophen durchaus nicht ungewöhnlich ist. Diese Ansicht mag sicherlich und vielleicht zu Recht pessimistisch sein, aber mit „Selbsthass“ hat sie absolut nichts zu tun!
Die Ökohysterie treibt schon tolle Blüten - erst recht in Verbindung mit dem linksgrünen Pseudofeminismus. Perfekte Gretanisierung. Weiter so, Deutschland!
@Sabine Heinrich: Gegen die Islamisierung des Landes hilft nur draußen halten, nicht nachmachen. Aber gut, laut UNO gibt es in DE Platz für 270 Mio., also, auf geht's. Meinen Kindern will ich das aber nicht zumuten.
Die Frau ist bei der SPD. Wen wundert da noch was?
Die Art und Weise, wie diese „Lehrerin“ das Leben als solches zur Verfügungsmasse erklärt, ist zutiefst erschütternd. Dass dann öffentlich aber auch noch über die Intellektualisierungen dieser offenbar vom Todestrieb Besessenen ernsthaft nachgedachte wird, ist kaum weniger bestürzend.