Nicht einmal hundert Jahre nach der Shoah ist das „Nie wieder“ zu einem „Schon wieder“ verkommen. Die Mörder vom 7. Oktober sitzen in der Opferrolle – und die Welt klatscht Beifall.
Wer das für Zufall hält, hat das Prinzip der Täter-PR nicht verstanden. Es ist kein Kampf um Wahrheit mehr, sondern um die beste Vermarktung der Lüge – und Israel verliert.
Es ist alles falsch gelaufen, was falsch laufen konnte. Nicht einmal hundert Jahre nach der Shoah ist das moralische Fundament, das einst „Nie wieder“ hieß, brüchig geworden. Wenn weltweit von Opfern die Rede war, standen die Juden jahrzehntelang an erster Stelle – als Mahnung, als historisches Gewissen. Heute ist davon kaum noch etwas übrig.
Die alten Feinde waren nie verschwunden. Der Juden- und Israelhass war nie weg, er ruhte – tief verankert in Familien, Ideologien, Erzählungen, in jahrzehntelang gepflegten Vorurteilen. Man wartete nur auf das Signal, um wieder loszuschlagen. Der 7. Oktober 2023 war dieses Signal. Und wie wir sehen: Die Hemmschwelle, offen antisemitisch aufzutreten, ist gefallen.
Import-Antisemitismus und der Mainstream
Die ersten, die offen auftraten, waren nicht deutsche Neonazis, sondern die Import-Antisemiten – jene, die mit einem Weltbild hierherkamen, in dem Israel der ewige Feind ist und Juden grundsätzlich schuldig sind. Sie waren laut, sichtbar und radikal. Man hätte es stoppen können. Man wollte nicht.
Heute macht die Masse mit. Studierende, NGOs, Kirchenvertreter, Journalisten – viele tarnen ihren Judenhass als „Kritik an der israelischen Regierung“. Dass sie dabei dieselben Narrative wie Hamas, Hisbollah und Iran verwenden, fällt ihnen entweder nicht auf oder es ist ihnen egal.
Auch die Berichterstattung ist Teil des Problems. Ja, es klingt zynisch, aber es geht längst um Vermarktung – um Schlagzeilen, Bilder, Emotionen. Und in diesem Spiel hat Israel verloren. Das Massaker vom 7. Oktober – bei dem Frauen vergewaltigt, Kinder verbrannt, Familien ausgelöscht wurden – hätte eine eindeutige Opferrolle für Israel bedeuten müssen. Doch während die Täter ihre Taten feierten, inszenierten sie sich gleichzeitig als Opfer – und die Welt kaufte es ihnen ab.
Israel hat Fehler gemacht. Die perfekte Nation gibt es nicht. Aber die Dynamik, die daraus entstand, ist fatal: Die Mörder wurden zu Opfern, weil sie es besser verstanden, ihre Version zu verkaufen. Wahrheit spielt in diesem Geschäft kaum eine Rolle. Einmal veröffentlicht, bleibt eine Lüge bestehen – in Stein gemeißelt, besonders wenn sie negativ ist und gegen Israel gerichtet.
Die Logik der Täter
Es ist eine bittere Ironie: Organisationen wie die Hamas leben nicht vom Frieden, sondern vom Krieg. Sie definieren sich über den Konflikt. Würde es Israel nicht geben, würden sie sich gegenseitig bekämpfen – wie es im Nahen Osten gang und gäbe ist. Aber solange der jüdische Staat existiert, bietet er den perfekten Feind.
Und so funktioniert die Logik: Terroristen greifen an, Israel wehrt sich, die Bilder aus Gaza zeigen Zerstörung – und die Schuld steht sofort fest. Nicht bei denen, die das Blutbad vom 7. Oktober angerichtet haben, sondern bei denen, die es verhindert haben, dass noch mehr solcher Massaker stattfinden.
Für meine jüdischen Freunde in Deutschland sind das düstere Zeiten. Ich kenne das Gefühl, in Unfreiheit zu leben – aus meinen Jahren in der Türkei, wo man ständig mit dem Schlimmsten rechnen musste. Das „Nie wieder“ ist längst zu einem „Schon wieder“ geworden. Schlimmer noch: Diesmal spielt die Welt mit. Und die, die entsetzt sein müssten, sind es vielleicht – aber im Stillen. Sie schweigen, weil sie wissen: Selbst wenn sie jetzt laut würden, es würde nichts ändern.
Eine Welt, die Täter belohnt
Wir erleben gerade einen Paradigmenwechsel: Früher galt, dass Täter verurteilt und Opfer geschützt werden. Heute erleben wir, dass Täter die Opferrolle besetzen – und damit moralischen und politischen Bonus erhalten. Das gilt nicht nur für den Nahost-Konflikt, aber dort sehen wir es in seiner brutalsten Form.
Wer in Deutschland noch offen pro-israelisch spricht, zahlt einen Preis: Follower gehen, Einladungen bleiben aus, Förderungen werden gestrichen. Aber was ist die Alternative? Schweigen, um nicht anzuecken? Damit wären wir genau da, wo unsere Großeltern schon einmal waren.
„Nie wieder“ war nie als Werbespruch gedacht. Es war ein Versprechen – und ein Auftrag. Aber ein Versprechen ist nur so viel wert wie der Wille, es einzuhalten. Wenn heute antisemitische Parolen wieder auf deutschen Straßen skandiert werden, wenn Juden in deutschen Städten ihre Kippa abnehmen müssen, dann ist dieses Versprechen gebrochen. Das sollten wir offen sagen – ohne Relativierungen, ohne „Ja, aber“. Denn genau diese „Abers“ sind das Futter, das Antisemiten brauchen, um ihren Hass zu rechtfertigen.
Ich habe keinen Zweifel: Die Geschichte wird auch über unsere Zeit ein Urteil fällen. Und es wird nicht freundlich ausfallen, wenn wir zulassen, dass die Opfer von gestern wieder zu den Gejagten von heute werden – während die Täter in Talkshows eingeladen werden und „Verständnis“ einfordern.
Ahmet Refii Dener ist Türkei-Kenner, Unternehmensberater, Jugend-Coach aus Unterfranken, der gegen betreutes Denken ist und deshalb bei Achgut.com schreibt. Mehr von ihm finden Sie auf seiner Facebookseite und bei Instagram.
Beitragsbild: Dashcam footage: No human authorship -https://www.timesofisrael.com/liveblog_entry/tv-police-probe-of-reim-massacre-shows-terrorists-didnt-know-about-party-in-advance/, Public Domain, via Wikimedia Commons

@ Rinnert Siemssen, leider 100% korrekter Kommentar zur diesem hervorragendem Artikel von Hrn. Ahmet Refii Dener zur dieser moralischen, politischen und geschichtlichen Misere des 21-ten Jahrhunderts !!! Ich hoffe, daß die Israelischen Politiker und Armeeführung all die Notwendigen Schritte durchführen zu denen Sie gezwungen werden um Israel und den Juden Überleben zu garantieren. Der ermordeter Rabbi Meir Kahane der die Kach Partei gegründet hat und mit seinen Einsichten gegenüber der nichtjüdischen Welt Recht behalten hat.
Danke
Zitat:„Aber die Dynamik, die daraus entstand, ist fatal: Die Mörder wurden zu Opfern, weil sie es besser verstanden, ihre Version zu verkaufen. Wahrheit spielt in diesem Geschäft kaum eine Rolle. Einmal veröffentlicht, bleibt eine Lüge bestehen – in Stein gemeißelt, besonders wenn sie negativ ist und gegen Israel gerichtet.“ Israel ist vom Sicherheitsapparat her gesehen richtig gut. Wären sie es nicht, Israel gäbe es nicht mehr. Wo Israel schwächelt ist Propaganda. Da sind die radikalen Araber absolut Weltklasse. Wo sie auch extrem gut sind, ist beim klassischen Handwerk der Infiltration. Stichwort: Trojanisches Pferd. Das kann Israel auch nicht gut. Israel tritt meist offen und geradeaus auf, die Hamas nebst dschihadistischem Umfeld tun genau das nie. Da wird gelogen, dass sich die Balken biegen. Permanent. Und das über Jahrzehnte auf einem erstklassigen Niveau. Bei den Horden von Leichtgläubigen im Westen schlägt das dann voll an. Hier wird ja immer wieder von „Spontanradikalisierung“ von Muselmanen gesprochen und dann auf radikale Prediger im Internet verwiesen. Absoluter Bullshit. Völlige Fehleinschätzung unserer „Sicherheitsprofis“. Die radikalisieren sich nicht spontan, sondern die lassen dann ihre Tarnung fallen, wenn sie aktiviert werden. Der alte Terminus vom „Schläfer“, der damals im Umfeld der Anschläge vom 11. September hochkam, trifft es hingegen genau. Die können über Jahrzehnte eine weltliche Fassade aufbauen und dann völlig unerwartet loslegen, wo sich dann jeder fragt, wo das denn jetzt herkam. Die Russen konnten das im Kalten Krieg auch. Dass das ǘberhaupt funktioniert, liegt an der islamischen Taqiyya und der Offenheit und Leichtgläubigkeit unserer westlichen Welt. Und da die radikalen Araber den Juden in der Anzahl auch noch meilenweit überlegen sind, ist deren Stimme nicht nur verlogener, sondern auch viel lauter. Und das wirkt besonders bei uns im Westen. Was dann zur Täter-Opfer-Umkehr führt.
Auch wenn manche Verblendeten auch innerhalb der Alternative für unser Land aus feigem Pazifismus der Propaganda unser aller Feinde folgen, so ist doch der „deutsche“ (durch die verwendeten Anführungszeichen soll keinesfalls die sintische und romaische Herkunft mancher noch-nicht-so-lange-hier-Lebender als unarisch diffamiert werden) Durchschnittsbürger kein Judenhasser, Terroristenfreund oder sonstiger schwarz-rot-grün-Wähler. Trotz Hitler, trotz Merkel, trotz Merz ist unser Land immer noch eines, welches auf der Seite der Freiheit steht. Kant ist kein Chinese, und Bonhoeffer kein Pali. Die deutsche Kultur gehört (mit der italienischen, der griechischen, der englischen und der französischen) zum Kern der menschlichen Zivilisation. Mögen auch unsere Regierungen den (finanziellen, erpresserischen ?) Verlockungen unserer Feinde verfallen sein: unser Land ist ein Land der Freiheit. DAS Land (zusammen mit Israel und den USA) der Freiheit.
Ich schlage vor, dass sich der gesamte Bundestag gemeinsam die Videos anschaut, die die Täter selbst gefilmt haben, um die grausamen Verbrechen des 7. Oktobers zu dokumentieren. Danach dann gerne eine Generaldebatte über die Unterstützung Israels (Waffenembargo) und darüber, ob weiterhin Geld an palästinensische Organisationen und die UN-Flüchtlingshilfe für Palästina fließen sollte, solange die Hamas den Gaza-Streifen beherrscht.
Zwei Punkte: Für Lügen braucht es auch dankbare Angelogene. 2. Ich hatte kürzlich ein Gespräch mit einem Kurden. Wir waren uns einig bis er Israel und die Zionisten schlecht machte. Ich sagte ohne zu zögern ich sei ein Zionist. Das verwirrte ihn aber das Gespräch danach war sachlicher. Nur nicht mit der Meinung zurück halten. Ich drücke sie jedem aufs Auge ohne Rücksicht. Wir brauchen mehr mutige Menschen.
Guten Abend Hr.Dener,
Danke für Ihren Beitrag.
Die grösste Schuld tragen die Programmdirektoren, Intendanten des ÖRR in Deutschland. sie lassen wissentlich fakenews, Hass und Hetze gegen Juden und Israel verbreiten.
Trotz Rundfunkräten, Gewerkschaftler, die ihren Aufgaben nicht nachkommen weil sie den Anforderungen nicht gewachsen sind.
Dee Unwille zur objektiven Berichterstattung im ÖRR wirdnirgendwo geächtet.
Den Konsumenten von tagesschau heute-journal, ARD-Brennounkt oder ZDF-Spezial merkt man sofort an, dass ihre Meinungen politisch einseitig geprägt sind, dass sie von grün-linken Machteliten überwiegend unqualifizierte Politschickeria, die hauptsächlich über keinen qualifizierten Bildungsabschluss verfügen, sich dafür aber als treue Vasallen ihrer Partei erweisen. Die Folge überwiegend Schulabgänger ohne Zeugnis. Vielleicht hat der eine oder andere mal an einem Seminar teilgenommen oder in Liberia einen Master of political science erworben.
Seit Jahrzeh ten gab es keinen Fina z- und Wirtschaftsminister mehr, dergelernter Volkswirt ist, seit Jahrzehnten gibt es keinen Generalstabsoffizier als Verteidigungsgsminister von diesem Publikum darf man keinen Durch- oder Weitblick erwarten.
Gruss
Dr.-Ing. Rinnert Siemssen