Viele, viele Jahre lang wollte die SPD möglichst nicht daran erinnert werden, dass ihr früherer Kanzler Gerhard Schröder einmal führender Sozialdemokrat war.
Sogar ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn wurde angestrengt, allerdings scheiterte es. Jetzt scheinen die Genossen wieder auf ihren Ex-Kanzler zuzugehen, wie der Spiegel meldet. SPD-Generalsekretär Matthias Miersch habe ihn demnach wieder ausdrücklich zum Teil der Partei erklärt. "Wir haben zwei Schiedsgerichtsverfahren gegen Gerhard Schröder gehabt. Beide haben ihm bescheinigt, dass er sich nicht parteischädigend verhalten hat", habe er dem Stern gesagt. Der Fall sei damit "aus juristischen Gesichtspunkten abgeschlossen". Auf die Frage, ob in der deutschen Sozialdemokratie Raum für Schröder sein müsse, habe Miersch geantwortet: "Ja. Sonst hätte Gerhard Schröder aus der Partei ausgeschlossen werden müssen."
Miersch hätte dafür geworben, Schröders politische Leistungen wieder mehr zu würdigen. "Ich kann seine Lebensleistung, gerade als Vorsitzender des Bezirks Hannover, insgesamt würdigen, auch wenn ich eine fundamental andere Auffassung in Sachen Putin und Angriff auf die Ukraine habe", wird Miersch weiter zitiert. "Auch hier dürfen wir nicht in Schwarz-Weiß-Kategorien denken." Was wollen uns die Genossen mit diesem kleinen Kurswechsel wohl sagen?
