Während meiner Reisen durch die USA habe ich immer wieder Bekanntschaft mit amerikanischen Ordnungshütern gemacht. Meistens im Straßenverkehr, da neige ich am ehesten zur Schwerkriminalität. Einmal hab ich (als Beifahrer) eine Dose Bier (Bud light) getrunken. In den USA ist Konsumieren von Alkoholika im öffentlichen Raum allerdings verboten. Doch draußen war es heiß und das Bier eiskalt, außerdem wusste ich nicht, dass der Innenraum eines Autos der Öffentlichkeit zugerechnet wird (Ich halte es da mit „my car, is my castle“). Aber das reichte als Entschuldigung nicht. Im Gegenteil. Fremde Länder, fremde Sitten. Sollte man sich dran halten. Ich musste brav die Hände aufs Dach legen und mich abtasten lassen. Und bekam echt Schiss.
„Ordnungshüter“ heißt auf amerikanisch „Sheriff“. Und so sind die auch. Es handelt sich um meist humorlose Zeitgenossen, die ihrer Tätigkeit akribisch nachgehen. Bei uns sind Polizisten allerdings auch nicht besonders humorbegabt. Und auch sie pflegen zumindest Verkehrsvergehen gewissenhaft zu verfolgen. Und doch gibt es einen eklatanten Unterschied. Amerikaner stehen vor ihren Sheriffs auffällig stramm. Deutsche und besonders solche, die es werden wollen, halten den heimischen Polizisten eher für so eine Art Hobbit in grüner Uniform, den man nicht ernst nehmen muss.
Damit ist eigentlich schon alles über die Rolle gesagt, die Recht und Ordnung in den jeweiligen Nationen einnehmen. Oder besser formuliert: Über den Respekt, den das Gesetz und seine jeweiligen Vertreter genießen. Und das ist nicht nur ganz unten so, sondern auch ganz oben. Und es führt immer wieder zu, sagen wir es mal so: kulturellen Missverständnissen. Die Volkswagen-Bosse beispielsweise hielten die amerikanischen Abgasvorschriften für so eine Art lockere Empfehlung eines zwar wohlhabenden aber insgesamt unterbelichteten Onkels aus Übersee.
Dann wird der Onkel sehr böse
Das war ein Fehler. Die Sache ist nämlich so: Onkel Sam bringt jedem zunächst mal das Grundvertrauen entgegen, dass er ihn nicht bescheißt. Hintergeht er ihn aber doch, dann wird der Onkel sehr böse. Als die Amerikaner Diesel-Gate pünktlich zur Automobil-Ausstellung 2015 in Frankfurt hochgehen ließen, verriet schon die Terminwahl: Uups, Onkel Sam ist gar nicht so unterbelichtet. Und hat ein gutes Gefühl für Dramaturgie. 12 Uhr mittags, High Noon und so. Es folgte ein Massaker, das noch nicht zu Ende ist. Wer gegen das Gesetz verstößt, landet im Knast. Da hilft auch keine unglückliche Kindheit.
Auch die Deutsche Bank kann ein Lied davon singen, was es heißt, sich in USA nicht gesetzeskonform zu verhalten. Der Niedergang des Instituts hängt direkt mit seinem Engagement in den Vereinigten Staaten zusammen und mit den diversen Leichen, die man dort glaubte, im Keller deponieren zu können. Und wieder ist der Onkel aus Amerika äußerst nachtragend.
Und jetzt Spiegel-Gate. Der Spiegel hielt den Onkel aus Amerika sogar für besonders unterbelichtet. Man dachte in Hamburg offensichtlich, im Tal der Ahnungslosen zwischen New York und Los Angeles sei niemand der deutschen Sprache mächtig und somit in der Lage, Märchen zu lesen. Es kam, wie es kommen musste. Nachdem klar war, dass die Bombe von Amerika aus gezündet werden würde, ging der Spiegel in letzter Minute mit den diversen Fälschungen selbst an die Öffentlichkeit. Und auch Spiegel-Gate wird ein unangenehmes juristisches Nachspiel haben, das zeichnet sich jetzt schon ab.
Von der derzeitigen Spiegel-Führungsriege wird – so oder so – in ein paar Monaten nicht mehr viel übrig sein, das wird nicht anders laufen als bei VW. Der designierte neue Spiegel Chef Ullrich Fichtner lässt sein Amt bereits vorerst ruhen, ein euphemistische Umschreibung dafür, dass er es wohl nie antreten wird.
Wie ein Zimmerbrand, über den man eine Decke wirft
Wenn man die drei Beispiele betrachtet, ergibt sich ein interessantes Muster: Verfehlungen deutscher Institutionen oder Unternehmen werden in letzter Zeit auffällig oft erst im Ausland aufgedeckt, besonders in den USA. Offensichtlich funktionieren in der Bundesrepublik die „checks and balances“ nicht mehr, weder in der Wirtschaft noch in der Politik. Kritik und Widerspruch werden erstickt wie ein Zimmerbrand, über den man eine Decke wirft und ihm den Sauerstoff entzieht. Und genau da liegt das Problem dieses Landes.
„Wenn Entscheidungsträger mentalitäts- und weltanschauungsmäßig einander zu ähnlich sind, werden sie leicht Opfer des Gruppendenkens“ heißt es in dem Bestseller „Die Weisheit der Vielen“. Weil Informationen, die konventionelle Weisheit in Frage stellen könnten, von vornherein ausgeschlossen oder als offenkundig falsch abgetan würden, verfestige sich in solchen Gruppen eine abgeschottete Bunkermentalität, die häufig zu vollkommen falschen Einschätzungen der tatsächlichen Lage führt. Gescheite Gruppen bestehen aus Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven, die unabhängig voneinander sind. Ohne Erkenntnisvielfalt geht es schief. Das gilt für Volkswagen, die Deutsche Bank, den Spiegel, aber auch für Deutschland als Ganzes.
Missstände benannt und Veränderungen ausgelöst werden derzeit jedenfalls, wenn überhaupt, sehr oft von außerhalb. So formuliert man beispielsweise verfassungsrechtliche und europarechtliche Bedenken gegen die deutsche Migrationspolitik in Ländern wie Österreich, Polen, Ungarn, Italien oder Dänemark viel klarer als hierzulande und setzt auch entsprechende Maßnahmen durch. In Deutschland wird die Kontrolle der Regierenden immer seltener vom Parlament, den zuständigen Gerichten oder den großen Medien übernommen.
Die juristische und publizistische Schlacht um Donald Trump in den USA beweist derweil, dass das System der Gewaltenteilung jenseits des Atlantik noch ziemlich gut funktioniert. Da bleibt nix unter der Decke. Und weil die Amerikaner das so gewohnt sind, verwundert es nicht, dass der amerikanische Botschafter Richard Grenell den Hamburger Blattmachern schon mal eine Abmahnung schickte und jenen Teil der amerikanischen Bevölkerung in Schutz nahm, den das Blatt mit seinen Fälschungen stigmatisierte. Es ist indes nicht zu erwarten, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel jemals Teile der deutschen Bevölkerung gegen den Spiegel in Schutz nimmt. Oder, dass der Spiegel Teile der deutschen Bevölkerung gegen Merkel in Schutz nimmt.
Das ist das deutsche Drama: Eine Hand wäscht die andere, während doch eigentlich eine Hand die andere kontrollieren sollte.
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Beitragsbild: Creative Commons CC0 Pixabay

Hierzulande funktioniert sowieso nur das, was funktionieren soll. Wen wundert das alles, wenn doch alles aus den USA kommt (u.a. via Atlantikbrücke), die Dirigentan der deutschen Unternehmen, der Wirtschaft, der Politik und der Medien. Dadurch ist natürlich zuallererst in den USA bekannt, was da für Skandale produziert werden und wo gegen Gesetze verstoßen wird, und dadurch kann auch in den USA entschieden werden, was wann aufgedeckt wird, um Deutschland zu schaden. Bestes Beispiel: der ganze Diesel-Skandal-Komplex, der darauf abzielt, die deutsche Automobilindustrie, das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, zu zerstören.
Sehe ich auch so. New Yorker Medienanwälte stehen gewiss schon Gewehr bei Fuß, um ua. die Erniedrigten und Beleidigten von Fergus Falls in einem Schadensersatzprozeß gegen....nein, nicht den Spiegel-Verlag sondern den Bertelsmann-Verlag, der 25%tiger Miteigentümer des Nachrichten-Magazins und geschäftlich stark in den USA (zB. Random House) tätig ist, vor Gericht zu vertreten. DAS könnte sehr(!) teuer für die Hamburger Edelfedern an der Ericusspitze (die zu 51% Haupteigentümer sind) werden, denn ich glaube nicht, dass Bertelsmann auf den unverschuldeten Schaden sitzen bleiben will. Nur ein Beispiel, wie es über'm Teich so abgeht: Ein US-Gericht hat vor ein paar Tagen den Staat Nord-Korea dazu verurteilt an die Familie von Otto Warmbier ein Schmerzensgeld von 500 Millionen Dollar zu zahlen. Kein Witz. 500 Mill. Dollar!
Deutschland ist endgültig aufgenommen in den erlauchten Kreis der Bananenrepubliken. Solang der tumbe deutsche Michel "die da oben" weitermachen lässt, wird unser ehemals blühendes, wirtschaftlich gesundes Land weiter in Richtung Sozialfall taumeln - nur, leider ist dann niemand da, der Milliarden als "Rettungsschirm" spendieren kann. Deutschland hat fertig. Der Dank geht an Merkel, Grüne, Linke, CDU/CSU-Feiglinge, SPD (die hoffentlich bald weniger als 5% hat) und FDP (die überflüssigste Partei Deutschlands). Tröstlich ist nur, dass all diese Politkriminellen nach der Übernahme durch den Islam genauso schei**e dran sind wie wir, das gleichgeschaltete Dummvolk.
Jetzt wissen wir auch umso mehr, warum unser Kanzleramt mit allen Mitteln Clinton im Wahlkampf unterstützt hat. Eben damit die deutsche Industrie in den USA ungestraft so weitermachen kann, wie bisher. Über die Clinton Stiftung ist deutsches Steuergeld wohl indirekt in den US Wahlkampf geflossen. Damit hat unsere Bundestegierung faktisch in den US Wahlkampf eingegriffen und nicht die Russen, was wir uns immer anhören müssen. „Auf der Spenderliste der Clinton Foundation steht auch die deutsche Bundesregierung. Bis zu fünf Millionen Dollar wurden offenbar mitten im Wahlkampf vom Umweltministerium an die Stiftung überwiesen.“ Quelle: Die Welt.
Wer über die Spielregeln bestimmt, der entscheidet auch über den Abbruch.
Danke Herr Maxeiner und, danke auch Herr Lanz, vielleicht schreiben Sie mal länger.?
Ich fände es ja richtig geil, wenn die Amis den SPIEGEL in den USA verbieten würden. Sie könnten ja einen Vorwurf unseres Ober-Moralisten übernehmen, der SPIEGEL sei ein "Hassprediger" und daher unerwünscht wie sein Wortschöpfer.