Einst war Deutschland das Land der Dichter und Denker, heute ist es das Land des Generalverdachts. Noch nicht mal seine Autonummer kann man sich in aller Unschuld aussuchen. Als in Augsburg Wohnhafter sollte man beispielsweise auf keinen Fall das obligatorsiche „A“ mit einem „H“ kombinieren, wegen der Initialen AH, Sie wissen schon. Wobei diese Kennzeichenkombination auch nicht mehr erhältlich ist. Entweder es gibt einfach zu viele AH-Fans in Augsburg und die Kombination ist vergriffen oder die Stadt stellt dieses Kennzeichen gar nicht erst zur Verfügung, weil sie den Bürger fürsorglich vor einem falschen Verdacht schützen möchte. Oder auch beides.
Maßstab ist § 8 der Fahrzeugzulassungs-Verordnung FZV (Vermeidung von anstößigen Kennzeichen): „Die Zulassungsbehörde darf ein Kennzeichen nicht zuteilen, wenn die Buchstaben- und Zahlenfolge gegen das Anstandsgefühl aller billig und gerecht Denkenden verstößt – also als beleidigend, diskriminierend, extremistisch oder in anderer Weise ‚anstößig‘ wahrgenommen wird“. Auch Strafgesetzbuch (StGB) § 86a „Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“ kann ins Spiel kommen.
Das mit dem AH-Bann ist ein bisschen diskriminierend für jemanden, der beispielsweise Alois Hundhammer heißt – was in Bayern ja vorkommt – und sich sein Kennzeichen leichter merken will, so wie Olaf Scholz die Kontonummer der Warburg-Bank. Mein Kennzeichen beginnt übrigens mit „A-OO“. Das heißt „Oh, Oh“ liest sich aber wie Nullnull und ist auch leicht zu merken. Außerdem – so entnahm ich einem Fachorgan für Dixi-Toiletten – ist 00 „als Synonym für WC international verständlich und unverfänglich im öffentlichen Raum“, also für den Verfassungsschutz nicht interessant, wenn er den Parkplatz von Aldi im Kampf gegen rechts kontrolliert.
Mit einer Mercedes S-Klasse möchte man natürlich nicht mit einer WC-Nummer herumfahren, zumal das Risiko besteht, dass jemand aus Versehen an die Reifen oder in den Kofferraum pinkelt. Ich besitze aber nun mal keine S-Klasse und bin mit dem 00 ausgesprochen zufrieden. Andere sind sogar mit einer Null glücklich: 0-1 ist das Kennzeichen des Bundespräsidenten, 0-2 das des Bundeskanzles und 0-3 das des Bundestagspräsidenten.
Wobei, um Himmels Willen, die Kennzeichnung unserer höchsten Staats-Repräsentanten als drei Nullen eindeutig den Casus der verfassungsschutzrelevanten Delegitimierung des Staates erfüllt. Ich verweise auf die Paragraphen 90a StGB „Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole“, § 188 StGB „Üble Nachrede gegen Personen des politischen Lebens“ und § 130 StGB „Volksverhetzung“. Schwer aufpassen müssen zum Beispiel Autofahrer die ihr BrummBrumm im mittelsächsischen Freiberg zugelassen haben, denn Verfassungsschutzbehörden in Brandenburg und Niedersachsen äußerten den Verdacht, FG könne auch für „Führers Geburtstag" stehen.
Wäre es nicht an der Zeit, den US-Nationalfeiertag zu verlegen?
Nun gibt es nicht nur hinterhältige Kennzeichen sondern auch anstössige Geburtsdaten, etwa der 20.04.1889 – um bei AH zu bleiben. An diesem Tag empfiehlt es sich größere Feiern oder Zusammenkünfte sowie das Zuprosten in der Öffentlichkeit zu vermeiden, um keinen bösen Verdacht zu erwecken, besonders in FG. Vielleicht sollte man den 20. April ganz aus dem Kalender streichen. Die Erde braucht dann in Deutschland für den Umlauf um die Sonne statt 365 Tagen eben nur noch 364 Tage, nach alternativer Physik und Mathematik hätten wir dann endlich auch eine alternative Zeitrechung, dafür wären wir aber endlich AH los, weil der nie geboren wurde.
Tief ins 00 gelangt hat die AfD mit ihrem nächsten Parteitag, den Sie für den 4. Juli 2026 in Erfurt anberaumt hat. Kritiker weisen darauf hin, dass der Termin genau 100 Jahre nach einem Reichsparteitag der Nationalsozialistischen Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) liegt, der 1926 am 3. und 4. Juli in Weimar stattfand. Damals wurde unter anderem die Hitlerjugend gegründet. Die Häscher der CDU gaben sofort Großalarm, und der Direktor des Hannah-Arendt-Institutes für Totalitarismusforschung, Prof. Dr. Jörg Ganzenmüller, sorgte für den geisteswissenschaftlichen Überbau: „Zum einen sende die AfD damit ein Signal der Verbundenheit an die rechtsextreme Szene, der die Geschichte der NSDAP geläufig sei. Zum anderen wahrt sie in der Öffentlichkeit die Fassade der Bürgerlichkeit, indem sie sich ahnungslos gibt und die historische Bedeutung herunterspielt.“
Nun liegen zwischen Erfurt und Weimar 25 Kilometer, das reicht aber offenbar nicht als Cordon Sanitaire. Jena kommt aber auch nicht infrage, denn von Weimar dahin sind es nur 22,5 Kilometer Entfernung – und wer weiß, was die Nazis am 4. Juli da veranstaltet haben. Um sicherzugehen, sollte die AfD vielleicht nach Washington ausweichen, die Distanz zur Gründung der Hitlerjugend beträgt dort etwa 6.800 Kilometer. Außerdem wären die Beteiligten im Weißen Haus deutlich willkommener als etwa in Schloss Bellevue bei 0-1. Weiterer Vorteil: Der 4. Juli ist der amerikanische Nationalfeiertag. Wobei natürlich die Frage auftaucht: Warum legten die Nationalsozialisten ihren Reichsparteitag 1926 auf „The fourth of July“, den amerikanischen Independence Day? Und: Wäre es nicht an der Zeit, den US-Nationalfeiertag zu verlegen, beispielsweise auf den Geburtstag von Donald Trump (14.06.1946), damit die Deutschen unbeschwerter mitfeiern können? Zumal an diesem Tag auch Olaf Scholz Geburtstag hat.
Am 20. April Im Raumschiff
Und nun zum CDU-Parteitag am 20. und 21. Februar in Stuttgart, der gestern zu Ende ging. Also fast genau 70 Jahre nach dem XX. Parteitag der KPdSU, der vom 14. bis 25. Februar 1956 in Moskau stattfand. Parteichef war zu dieser Zeit Nikita Chruschtschow, der in einer „Geheimrede“ mit zentralen Elementen des Stalinismus aufräumte, weshalb der Parteitag als politischer Wendepunkt in der sowjetischen Geschichte gilt. Delegierte berichteten später, Chruschtschows Rede sei in „totenstiller“ Atmosphäre gehalten worden, einige Delegierte hätten geweint, andere seien in Ohnmacht gefallen.
Die Hoffnung, der CDU-Parteitag könnte an diesem historischem Datum mit zentralen Elementen des Merkelismus brechen, erfüllte sich allerdings nicht. Während der Rede von Friedrich Merz herrschte weder Totenstille, noch weinte jemand oder fiel in Ohnmacht. Stattdessen erhielt die als Gast anwesende Angela Merkel von den Delegierten langen stehenden Applaus, möglicherweise für ihren türkisfarbenen Hosenanzug. Und Friedrich Merz wurde mit 91,2 Prozent wiedergewählt. Damit liegt er nur knapp hinter Martin Schulz, Kim Jong-il und Saddam Hussein mit jeweils 100 Prozent, gefolgt von Hafez al Assad mit 99,99 Prozent.
Vielleicht sollte die Wahl des Parteitags-Termines aber auch signalisieren, dass die CDU sich nun endgültig auf den Mond schießen will, denn am 20. Februar 1962 umrundete John Glenn als erster US-Amerikaner in seinem Raumschiff die Erde.

Wie ausgerechnet diejenigen, die ihren Gegnern nicht einmal mehr die Befähigung zur Entwicklung von Verschwörungstheorien zusprechen, sondern gleich von Verschwörungsmythen schreiben, von der großen Verschwörung der Autofahrer gegen sie, die guten Linksradikalen, überzeugt sind. Deutschland, die Freiluft-Klapsmühle.
In Berlin bevorzugte unser Führer immer das Berliner Autokennzeichen „ IA “.
Was mag er wohl damit beabsichtigt haben, denn es ist immer noch nicht verboten.
Aber es muß nicht immer ein Autoschild sein um beim Allmächtigen Gnade zu erflehen.
So überlebte ich eine Omnibusfahrt von Port au Prince nach Cap-Haitien, auf Schotterpisten , 199,9 km, auf der RN 1 im Jahr 1986.
Oberhalb der Windschutzscheibe prangte der Spruch:
---- Seigneur, je tiens le volant, mai c´est toi qui conduis -----,
Herr, ich halte das Lenkrad, aber Du fährst.
Als ich beim durchqueren eines Dorfes in die aufgewirbelte Staubwolke hinter unserem Omnibus schaute, erblickte ich die Reste einer Hühnerfamilie , nebst ihrer Klucke.
es soll da einen Paragraphen geben, mit der seltsamen Ziffernfolge: 1-8-8.
@B.Jacobs … beim Konsum der Historie ist Alkohol nicht immer der probate Eskort-Dienstleister. Es war Abraham Lincoln der Bundesstaaten der USA das Recht verweigerte die Union zu verlassen. Lincoln war also gewiß kein lupenreiner Demokrat. Und da 53 von 56 Verfassungsvätern der USA Freimaurer waren, können Sie davon ausgehen, daß mindestens die Hälfte zu den Bösen gehören. Und jeder hätte behauptet, die anderen seien die Übeltäter. Deswegen hatte ich den Namen dieses herausragenden Mediums, die Achse der Guten, immer als mephistophelische Provokation verstanden. Diejenigen, die polarisieren & ausgrenzen, erschaffen den Gegenpol, weil sie ihn brauchen, um sich von ihm zu unterscheiden.
Wenn wir’s ganz eng seheh, dürfte kein Kreuzfahrschiff eine Kabine mit der Nummer „88“ mit sich führen und Hotelzimmer mit dieser „anstößigen“ Zahl wären passé. Selbst Wolkenkratzer müssten die Etage überspringen und nur die „rechten“ Alten dürfen 88 Jahre alt werden. Selbst Buchstabenfolgen haben es in sich, wie Herr Maxeiner schon herausgefunden hat. Man denke an ACAB (Annalena Charlotte Alma Baerbock). Ist der VS wenigsten schon auf der Suche nach diesem „verfassungswidrigen“ Kennzeichen? Man kann schließlich in ALLEM etwas Schockierendes hineinlesen, wenn man will, ob in Erfurt oder sonst wo auf der weiten Welt Welt!!
Nummernschilder sollten der Einfachheit halber generell verboten werden. Ein Kumpel bekam vor ein paar Jahren auch kein Kennzeichen mit HJ, den Anfangsbuchstaben seines und seines Sohnes Vornamen. Nur noch irre hier…
Mein Vorschlag zur Güte: Sämtliche „verdächtigen“ Tage des Jahres streichen! Findige Köpf werden es doch schaffen, die Geburts- und Ehrentage vielleicht nicht aller, aber doch sehr vieler Nazis (oder jener, die sie für solche halten) zu eruieren und flugs der ihrem Wohnort am nächsten gelegenen Meldestelle mitzuteilen. Wer von uns hätte nichts gegen megakurze Monate bei vollem Lohn oder ungekürzter Rente, in denen wir mit unserem Geld locker über die Runden kommen müssten. Ich werde gleich morgen unserer Regierung diesen genialen Vorschlag unterbreiten. Die werden hundertpro begeistert sein von einer so woken und politisch korrekten Mitbürgerin. Wetten dass????