Schwer beeindruckt haben mich Berichte, dass in Deutschland aktuell 150.000 Personen trotz Haftbefehl nicht in Gewahrsam sind. Doch was würde passieren, wenn man sie alle tatsächlich einkassieren könnte? Sie ahnen es: Nichts. Nach dem letzten Stand (2024/2025) gibt es in Deutschland rund 70.000 Haftplätze und 59.000 Gefangene (von denen etwa die Hälfte zugewandert ist). Die Belegungsquote liegt bei rund 80 Prozent. Mehr als 10.000 freie Gefängnisbetten sind also beim besten Willen nicht aufzutreiben. 150.000 zusätzliche nicht-zahlende Gäste können so unmöglich untergebracht werden. Das hemmt naturgemäß den Willen, ihrer habhaft zu werden.
Wobei es natürlich kreative Lösungsmöglichkeiten gibt. Man könnte die Knastbetten rotierend belegen, so wie die Kojen auf einem U-Boot. Jeder Häftling kann nur 8 Stunden über sein Bett verfügen, das macht dann immerhin 210.000 Schlafplätze, Nutzungszeiten von 8 bis 16 Uhr, von 16 bis 24 Uhr und von 24 Uhr bis 8 Uhr. Die Bettwäsche wird aus Gründen der Nachhaltigkeit beim Schichtwechsel nicht erneuert, um knappes Wasser zu sparen. Den Anfang macht München.
Alternativ könnte man außerhalb der Urlaubssaison einen Zaun um Rimini machen und die 70.000 Hotelbetten von Mitte September bis April mit Kunden des geschlossenen Beherbergungsgewerbes aus Germania belegen. Die Briten hatten Australien, die Franzosen Cayenne, die Deutschen bekämen Rimini. Ich denke, dass italienische Vollpensions-Angebote deutlich günstiger sind als die Beherbergungsbetriebe unter Obhut der deutschen Justiz.
Die verschärfte Version wäre dann Vollpension in Kuba, dort gibt es immerhin 110.000 Hotelbetten. Die Unterbringung eines deutschen Gefangenen kostet mit Vollpension etwa 200 Euro pro Tag, im kubanischen Viersterne-Hotel Puntarena Playa Caleta 20 bis 30 Euro pro Tag im Doppelzimmer. Das kubanische Hotel scheint mir dem Ausstattungsniveau deutscher Justizvollzugsanstalten zumindest ebenbürtig. Für die rund 200 Euro, die ein Hafttag in Deutschland kostet, könnte man in Kuba je bis zu zehn Aufbewahrungsfälle im Strandhotel mit All-inclusive-Verpflegung unterbringen. Bei guter Führung gibt es ein Zimmer mit Meerblick, für schwierige Fälle Gartenblick. Fluchtgefahr besteht nicht, es handelt sich ja um eine Insel und draußen lauern die Haie.
Der Transport in die Karibik könnte umstandsfrei an Ryanair ausgelagert werden.
Eine echte Win-Win-Situation: Die darniederliegende kubanische Tourismus-Industrie könnte stabilisiert werden, Deutschland endlich seine Haftbefehle vollstrecken und ganz viel Geld sparen. Die Kubaner sind darüber hinaus den Umgang mit Kriminellen gewohnt, schließlich werden sie von solchen regiert. Kuba importiert zahlungskräftige Dauergäste, und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit eröffnet in Berlin ein Referat für nachhaltigen Häftlingstourismus. Für jeden ausgelagerten Straftäter erhält Deutschland ein Klimazertifikat, weil in Kuba keine Zelle beheizt werden muss.
Der Transport in die Karibik könnte umstandsfrei an Ryanair ausgelagert werden. Für Gefangene mit mehr als einem Haftbefehl gilt Priority Boarding. Ryanair-Chef Michael O’Leary, möchte ja schon seit längerem das Konzept der „Vertical Seats“ ausprobieren. Darunter versteht er sehr hohe, schmale Hocker oder Sattelstützen, auf denen der Passagier halb steht und halb sitzt. In U-Bahn und Zügen stünden schließlich ebenfalls Menschen, meinte der kostenbewusste Airline-Chef, was ich nur bestätigen kann.
Die Flugzeit von Frankfurt nach Havanna beträgt 10 bis 11 Stunden. Mit der deutschen Bahn braucht der Beförderungsfall so lange auch schon mal von Köln nach Berlin – wenn er nicht unterwegs rausgeworfen wird, weil der Zug überfüllt ist. Im Unterschied zum regulären Bahnreisenden weiß der Gefangene immerhin, warum er festgehalten wird. Artikel 3 der Europäischen Menschenrechtskonvention verbietet Folter sowie unmenschliche oder erniedrigende Behandlung. Bei einem Gefangenentransport ist die Rechtslage eindeutig: Es dürfen nicht mehr Menschen mitfahren, als Sitzplätze vorhanden sind, die Transportfähigkeit muss ärztlich bestätigt sein, und für ausreichende Getränke ist zu sorgen. Vertikale Sitzplätze nach Havanna sind also eine kreative Lösung für die Aufrechterhaltung der Europäischen Menschenrechte. Besonders in der zubuchbaren Komfortversion „Ryanair Flex“ inklusive Trinkwasser und Verzicht auf erniedrigende Behandlung.
Die Justiz könnte die Organisation der Gefängnisaufenthalte an ein Portal wie „booking.com“ übertragen: „Leider ist die von Ihnen gewünschte Freiheitsstrafe zu Ihren Reisedaten nicht verfügbar. Möchten Sie stattdessen Budget-Haft mit Gemeinschaftsbad buchen?“ Wer frühzeitig straffällig wird, erhält Frühbucherrabatt und garantierte Einzelunterbringung.
Während ich das so schreibe, komme ich gerade ins Grübeln und überlege, ob ich mich nicht doch freiwillig verhaften lassen sollte. Am besten bei meiner nächsten Bahnfahrt. Dann wäre zumindest garantiert, dass ich sitzen darf.

Das ist ein interessantes Problem, das in der Tat kreative Lösungen braucht. Die Vorschläge des Autors sind zu begrüßen, aber es gibt m.M.n. auch fortschrittlichere Varianten. In Kuba könnte man z.B. nicht nur Hotels für 20-30 Euro in Anspruch nehmen, sondern auch viel billigere Übernächtungsplätze, in denen unsere Kriminellen durch engsten Kontakt mit kubanischen Intellektuellen sich kulturell bereichert hätten. Eine andere Idee wäre ein Transport in die entgegengesetzte Richtung, z.B. in den Iran. Die Flugkosten sowie die Kosten pro Tag wären wahrscheinlich zwar höher als in Kuba; da aber die Zahl der Tage, für die wir zahlen sollten, deutlich niedriger wäre, entstünden unterm Strich substantielle Ersparungen.
Oh welch‚ herrliche bitterböse Ironie – Gelungen!
maciste grüßt euch. stalin als problemlöser neu bewerten… ich bin rechts. battle on.
Für Ärzte, die ein paar Maskenatteste ausgefüllt haben, scheint es Platz zu geben.
Ein Camp in Somalia bauen und alle dorthin verfrachten und gut ist.
@ Richard Loewe großer Fehler von uns Beiden! – Ergänzung zu unserer Aussage, der Frieden sei rechts --- gemeint sein kann nur ein Frieden im mitteleuropäischen Sinn !!!
Wollte ich jetzt definieren wen oder was ich bei „mitteleuropäisch“ ausschließe„ würde ich mir selber schaden. Beste Grüße
An den Senat von Berlin
– Petitionsausschuss –
Niederkirchnerstraße 5
10111 Berlin
Nachrichtlich per Durchschlag an:
Das Bezirksamt Mitte von Berlin
Karl-Marx-Allee 3
110178 Berlin
DATUM: 26. Juli 2026
BETREFF: Petition zur demografischen und infrastrukturellen Neuordnung des Ortsteils Berlin-Mitte durch ein 4-Ebenen-Schichtmodell
Sehr geehrte Damen und Herren,hiermit reiche ich fristgerecht eine Bedidion zur temporären Aufnahme und logistischen Reorganisation der Gesamtbevölkerung der Republik Kuba (ca. 10,89 Millionen Menschen) im Berliner Ortsteil Mitte ein.
Um den drohenden infrastrukturellen Kollaps durch eine extreme Bevölkerungsdichte zu verhindern, beantrage ich die Umsetzung eines mathematisch optimierten 4-Ebenen-Raum-Zeit-Konzepts.
1. Bauliche Umsetzung (Das 4-Ebenen-Raumzeit-Modell)
Der bestehende Wohnraum wird durch die Errichtung flächendeckender, zusammenhängender Megastrukturen über die gesamte Fläche des Ortsteils (10,69 km²) auf mindestens vier vertikale Ebenen erweitert. Dadurch wird die nutzbare Gesamtfläche vervierfacht.
Jedem Bürger wird somit dauerhaft ein physischer Individualraum von knapp 4 Quadratmetern garantiert.
2. Logistisches Zeitmanagement (Die Rollende Woche)
Zur Entlastung des öffentlichen Raums und der Straßeninfrastruktur wird ein striktes, zeitlich rotierendes Crowd-Management eingeführt:
• 4-Schicht-System: Die Bevölkerung wird anhand ihrer Wohnebene in vier feste Gruppen eingeteilt.
• 6-Stunden-Fenster: Nur jeweils eine Ebene erhält pro Tag ein Zeitfenster von exakt 6 Stunden für den Aufenthalt im Freien und zur Erledigung von Besorgungen. Die restlichen 18 Stunden verbleiben die Bürger auf ihrer Ebene.
• Gerechtigkeits-Rotation: Um eine dauerhafte Benachteiligung durch reine Nachtschichten zu verhindern, verschieben sich die Ausgehzeiten täglich turnusgemäß um jeweils eine Schicht (Rollende Woche).
Mit freundlichen Grüßen,
[A. Ostrovsky]