Dirk Maxeiner / 13.02.2022 / 06:20 / Foto: Pixabay / 44 / Seite ausdrucken

Der Sonntagsfahrer: Ein Konvoi kommt selten allein

Genau vor zwei Jahren überkam mich eine meiner berüchtigten Visionen, die erfahrungsgemäß kurze Zeit später eintreffen. So schrieb ich am 9.2.2020 den schönen Sonntagsfahrer: „Als die Autos das Streiken lernten". Zitat daraus:   

„Die Autos verließen in der Nacht heimlich, still und leise ihre Parkplätze und Garagen, fast so, als habe Alfred Hitchcock oder John Carpenter die Regie geführt. Unaufhaltsam wälzen sich die Schlangen in die Hauptstadt und nehmen sie in ihren Würgegriff"

Es ist wirklich erstaunlich, wie sprachgewandt und belesen unsere Automobile mittlerweile sind. Nahezu alle verstehen Deutsch und lesen Achgut.com, vermutlich hockt ein Deepl-Übersetzer unterm Fahrersitz, der sich wegen beschissener Arbeitsbedingungen an Google rächen will. Jedenfalls muss der Deepl den Herrchen der Autos, respektive ihren Fahrern, was von meiner Idee geflüstert haben, und zwar auf Englisch und Französisch. So wurde mein kleiner Denkanstoß in Kanada verstanden, wo sich die 30-Tonner aus dem ganzen Land in Richtung Ottawa in Bewegung setzten, um Premierminister Justin Trudeau zu erschrecken, der sich prompt heimlich absetzte. Die Sache lief voll nach meinem Drehbuch, das eigentlich für Berlin geschrieben wurde:

„Regine Günther, die grüne Berliner Umweltsenatorin, wird als hilflose Person mit einem Tretroller auf der Avus aufgegriffen. Robert Habeck hat sich mit einem Lastenfahrrad auf die Nordseeinsel Wangerooge durchgeschlagen".

Nun gut, Berlin (arm und perplexi) ist wie immer Schlusslicht, jetzt ist erst einmal Paris (und wohl auch Brüssel und Den Haag) dran. „Ein ,Konvoi der Freiheit' will Paris lahmlegen", schrieb am Freitag die alte Tante FAZ von „Omas gegen rechts". Scheinbar lesen auch Renaults und Citroens Achgut.com: Bienvenue à nos amis français! Die französischen Impfpass-Gegner organisieren sich laut des Berichtes über Facebook-Gruppen, „denen sich annähernd 200.000 Leute angeschlossen haben sollen". Ziel sei es, eine „Masse von Fahrzeugen zu bilden, die von der Polizei nicht eingedämmt werden kann".

Mort au prisonnier!

Emmanuel Macron Bonaparte setzt vorsorglich 7.000 Polizisten in Bereitschaft, ließ den fahrenden Aufruhr verbieten und droht drastische Strafen von 4.500 Euro und zwei Jahren Haft an. Der Spiegel berichtet, die Polizei wolle „schweres Gerät" bereithalten, sie bringt Bagger, Kräne und Wasserwerfer gegen den „Convoi de la Liberté" in Stellung, „um gegebenenfalls von Demonstranten errichtete Straßensperren rasch zu räumen". Vielleicht werden ja auch noch Schrottpressen und Schredder für die rückstandsfreie Entsorgung der Fahrzeuge bereitgestellt, ich schlage als publikumswirksame Standorte den Place de Bastille, den Place de la Concorde und den Place de l'Opéra vor. Ferner könnte Innenminister Maximilien de Robespierre, pardon, Gérald Darmanin, am Zebrastreifen in der Rue de la Croix Faubin 16, wo einst das Prison de la Roquette residierte, eine Guillotine wieder aufbauen, die dort über 40 Jahre lang stand. Bei großem Andrang sollten weitere Exponate aus dem Musée D'Orsay herangeschafft werden. Mort au prisonnier!

Vorbild für die Sternfahrt aus verschiedenen Landesteilen nach Paris sind die kanadischen Trucker mit ihrem Freedom Convoy. Die parken gerade auch den Grenzübergang zwischen Ontario und Detroit zu und sollen ihn räumen, sonst droht der Justin mit einem Jahr Bastille. Mal sehen, wie das mit der Abschreckung klappt. Ansonsten treffen sich Justin Trudeau und Emmanuel Macron vielleicht bald im Exil auf halbem Wege zwischen Ottawa und Paris, um gemeinsam zu schmollen. Bei Kilometer 2.822,5 wird eine Heulboje mitten im Nordatlantik vertäut, an der sich die Staatenlenker festhalten können. Falls ein Leser auf einer Kreuzfahrt vorbeikommt, möge er eine Flasche Champagner von Deck abseilen. Zarte und mitfühlende Gemüter können auch eine Mitfahrt bis St.Helena anbieten.

Da der Demonstrant der Staatsmacht immer einen Schritt voraus sein muss, rate ich, für die Eroberung weiterer Hauptstädte nicht nur auf Landfahrzeuge zu setzen. Berlin rüstet ja gerade auf und baut den größten Regierungsbunker der westlichen Welt. Das Bundeskanzleramt, bereits jetzt mit 25.347 Quadratmetern Nutzfläche größte Regierungszentrale des Westens – rund achtmal größer als das Weiße Haus, zehnmal größer als Downing Street No.10, dreimal größer als der Élysée-Palast – wird um 100 Prozent vergrößert. Auf der gegenüberliegenden Spreeseite entsteht ein gewaltiger Neubau. In den Wintergärten lassen sich für den Fall der Belagerung Tomaten und Hanf züchten, der Hubschrauberlandeplatz gestattet eilige Abreisen. Statt den geplanten 485 Millionen Euro weist das Preisschild jetzt schon über 600 Millionen aus. Wahrscheinlich weil seit dem Kohleausstieg Rigips so teuer geworden ist, möglicherweise aber auch durch dringend notwendige Verteidigungsmaßnahmen wie Wassergräben und Vorrichtungen, um vom Dache Pech und Schwefel auf die unverschämten Häupter der Untertanen zu kippen. Wer mehr über die „Verteidigungs- und Angriffsstrategien bei der Erstürmung von Burganlagen" erfahren will, kann sich in diesem halbamtlichen Dokument kundig machen.

Der Aufstand der Autos spricht sich natürlich auch unter anderen Fahrzeugen herum, etwa jenen, die durch die Luft sausen oder über Wasser kreuzen.

Ein echtes Schnäppchen ist beispielsweise dieser kleine Hochdecker für nur 11.800 Euro, dessen Pilot Flugblätter und revolutionäre Botschaften abwerfen kann, ohne dass Facebook oder YouTube ihm den Sprit abstellen. Voll bepackt kann der Delivery Heroe sogar 75 Ausgaben von „Karl Marx – Das Kapital" (768 Seiten, 1.000 Gramm) bei Olaf Scholz durchs Dach ausliefern.

Nicht schlecht gefällt mir auch dieses hochseetüchtige Motorschiff, das von der bundeseigenen Vebeg günstig versteigert wird. Mit ihm lässt sich problemlos die Seeherrschaft über den Spreebogen sicherstellen. Notfalls könnte man mit der Marvin auch Steingarts ThePioneerOne kapern und in ein Lazarettschiff für vor Schreck kollabierte Bundestagsabgeordnete umgestalten.

Als Vorhut zu Lande empfehle ich die Produkte der Firma Liebherr, beispielsweise diese 22 Tonnen schwere Planierraupe, im gebrauchten Zustand. Für schlappe 60.000 Euro wie geschaffen für den kostenbewussten Revolutionär, der unkompliziert Parkraum in der Hauptstadt schaffen will. Das Gerät steht in Polen, von wo Berlin gut über die A 12 erreichbar ist.

Als gewaltfreies Gegenmittel zum Wasserwerfer empfehle ich diesen Claas Mähdrescher vom Typ Dominator für 9.500 Euro. Damit kann der Quermäher Cem Özdemirs Hanfplantage häckseln, um die Einsatzkräfte anschließend mit Cannabis-Schrot zu benebeln.

 

Von Dirk Maxeiner ist in der Achgut-Edition erschienen: „Hilfe, mein Hund überholt mich rechts. Bekenntnisse eines Sonntagsfahrers.“ Ideal für Schwarze, Weiße, Rote, Grüne, Gelbe, Blaue, sämtliche Geschlechtsidentitäten sowie Hundebesitzer und Katzenliebhaber, als Zündkerze für jeden Anlass(er). Portofrei zu beziehen hier.

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Gerhard Döring / 13.02.2022

Endlich wird mir klar warum die Abgeordneten im Bundestag auch nach Corona weit auseinander sitzen. Ihre gepackten Koffer stehen dazwischen.Die brauchen sie für eine schnelle Flucht,falls die große Lügen-Transformation auffliegt. Bis auf die Mitglieder der AFD,denn die sitzen im Abseits und es lässt sich überschauen das sie kein Reisegepäck dabei haben. Gut Flucht will Eile haben!

Albert von der Schwale / 13.02.2022

Wie wäre es mit einem Aufmarsch von MWKs rund um den Spreebogen zum Beispiel am heutigen Mittag mit Strahlung auf das Paul-Löbe-Haus ausgerichtet?

D.G. Schmidt / 13.02.2022

Gegen schweren Betrug braucht es schweres Gerät. Frei nach der alten Sozi-Weise: “Alle Marionetten halten still, wenn unser starker Arm es will”.

Hjalmar Kreutzer / 13.02.2022

Keine LKW, „wir reiten auf Kamelen durch Berlin“ (Andreas Rebers) und siehe obige Abbildung. Je mehr das halbe Hähnchen im Elyseepalast tobt und droht und sich aufplustert, desto hartnäckiger müssen die Konvois auftreten. Wenn die Regierung eskaliert, geht es bald nicht mehr nur um die Aufhebung der Corona-Restriktionen, sondern um den Rücktritt der Regierung. Da geht jemandem gewaltig der Glutaeus auf Bodenfrost. Im Streiken und Blockieren haben die Franzosen Erfahrung. Ein Mini-Konvoi an Traktoren, LKW und PKW und eine fußläufige Demo, ein „Sternmarsch“ war am Freitag auch in unserer kleinen Kreisstadt zu bewundern.

T. Schneegaß / 13.02.2022

@Wolf Holstein: Wie ist die gegenwärtige Lage? Die Massenproteste, inzwischen weltweit, führen ganz klar dazu, dass die Terror"maßnahmen” aufgrund der frei erfundenen PLANdemie nahezu im Stundentakt fallen. Ich behaupte, dass diese Angebote von Brot und Spielen durch die Verbrecher ohne diese Proteste nicht mal im Ansatz gemacht würden. So gesehen, ist Ihre Einschätzung der Nutzlosigkeit von Bürgerprotest nicht ganz richtig. Gleichzeitig laufen diese Verbrecher Gefahr, dass nach einem weltweiten “Freedom-Day” schnell die Frage nach Strafverfolgung aufgrund dieser unglaublichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in den letzten zwei Jahren zum beherrschenden Thema werden könnte. Was hilft, diese Gefahr zu bannen? Ein neues Thema, welches die Menschen so beschäftigt, dass sie ihre “Rache”-Gedanken ganz schnell vergessen, bzw. in eine für Schwab und Konsorten gewünschte Richtung lenken. Die “Klimafrage” ist dafür zu abstrakt und träge. Das “schnelle” Thema ist gefunden: am kommenden Mitwoch überfällt Putin die Ukraine und könnte damit einen Weltkrieg auslösen. Dagegen ist natürlich eine PLANdemie eine Volksbelustigungsbewegung. Dumm wäre jetzt nur, die Russen spielen nicht mit. Was dann??? Aber malen wir jetzt nicht schwarz und hoffen für den WEF auf Putin.

Andreas Rochow / 13.02.2022

Es könnte weit schlimmer kommen! Die angedeuteten Visionen sind in Tausenden von Carambolage-Filmen bereits amüsant abgedreht. Steigerungen sind kaum noch vorstellbar, weil die “bösen” Opfer dort keines Blickes gewürdigt werden. (Arni Schwarzenegger: “Die Herren haben den Zug genommen.”) Hier kommt wahre Vielfalt (menschlicher Visionen) zum Ausdruck. Die Bonapartes dieser “zusammenwachsenden” globalistischen Welt müssen erkennen, dass “die Völker” - darf man noch sagen! - nicht bereit sind, die Wohlstands- und Freiheitseinschränkungen zu dulden, die ihnen ALTERNATIVLOS aufgetischt werden. Niemand hat sie bestellt! Insbesondere deshalb, weil es sich dabei nicht etwa um Kollateralschäden des politischen Umbaus, der “Großen Transformation” der Angela Merkel handelt, sondern um das eigentliche Globalisierungsziel! Gleichheit heißt bei dem Lobbyoligarchen Klaus Schwab heute: Alle werden gleich arm, gleich unfrei und gleich glücklich sein. Die Blaupause China lässt grüßen! Bei uns Perfektionisten sind vorsorglich Verkehrs- und Energie-“Wende” schon integriert. Unter einem von Schwab eingesetzten Kanzler Robert H. wird auch noch die Pflicht zum Unisex-Lastenfahrrad kommen. Da die weltführenden globalistischen Superoligarchen sich frech kommunistischer “Visionen” bedienen, haben sie obszöner Weise die Linken NOCH auf ihrer Seite. Deren Ideologieberblendung hat sie unfähig gemacht zu erkennen, was ihnen blüht! Staatsparanoia absorbiert sie mit dem Kampf gegen einen herberigefühlten Feind, der Rächtz heißt. Das wird anstrengend aber nicht lustig.

Walter Weimar / 13.02.2022

“Das Bundeskanzleramt, bereits jetzt mit 25.347 Quadratmetern Nutzfläche größte Regierungszentrale des Westens”, das ist nur der erste Schritt, Berlin heißt das Germania, es wurde ein alter Plan gefunden, mit frischem Grün versehen.

Frances Johnson / 13.02.2022

St. Helena? Zu nah. Vorschlag: “Île aux Cochons, or Pig Island, is an uninhabited island in the subantarctic Crozet Archipelago. With an area of 67 km2 (26 sq mi) it is the third largest island of the group. Administratively, it is part of the French Southern and Antarctic Lands.” Wikipedia, Ile aux Cochons. Ile aux Cochons wäre endlich bewohnt. Landessprache: Französisch. Schön kalt.

Uwe Dippel / 13.02.2022

Vielen Dank für den Stellvertreterkrieg. Wieso und welchen? Nun, gestern frug eine Brigitte Bardot im Kommentarbereich der WELT “und nu?” zu einem Artikel über die mittlerweile sattsam bekannte staatliche Vorschriftsmeierei. Es gab einige Antworten, freigeschaltet zumindest die minimalistischen Vorschläge. Soll heissen der harmlosen Art. Das Staatsgefährdenste war “spazieren gehen”. Mir war das zu harmlos, und ich verfasste ein Traktat mit einer Kurzanleitung für um die Siegessäule herum, inklusive der Immobilie des Bundespräsidenten. Sehr parallel zu diesem Sonntagsfahrer. Wie zu vermuten gewesen, ohne Publikationsgenehmigung durch die zuständige Moderation. Wahrscheinlich als “hate speech” eingeordnet. Sei es drum, und deshalb herzlichen Dank an die Achse am Tage danach statt mit meiner kleinen Kommentarschubkarre das Sujet mit einer (gebrauchten?) Planierraupe auf den Tisch der Mächtigen, bzw. der Ohnmächtigen geschoben zu haben.

Sabine Heinrich / 13.02.2022

@Wolf Holstein: Warum so negativ, Herr Holstein? Mit einigem mögen Sie recht haben - nämlich z.B., dass der Normalbürger seine Ruhe haben will und daher sogar immer wieder die Leute/Parteien wählt, die ihm Schaden zufügen. Dass Sie hier allerdings die friedlichen “Spaziergänger” als “nur wenig besser als die Klebekinder” bezeichnen, ist schon ziemlich…daneben. Wir sind friedlich, halten uns an die Gesetze; die “Klebe"kinder” - oft wohl längst volljährig, nötigen andere Menschen - und genießen zudem noch den Vorteil, dass sie weder von der Polizei, noch der Justiz drangsaliert werden.  Sehe ich es richtig, dass Sie über dem ganzen Geschehen hier nur den Kopf schütteln, aber nichts tun, nicht den geringsten Widerstand leisten - und sei es in Form von Spazierengehen? Es bietet sich natürlich an, nach dem Motto: “Es hat ja sowieso alles keinen Zweck!” zu handeln - und gar nichts zu tun. Das ist bequem - und so denken immer noch viele Menschen in diesem Land - vor allem in den westlichen Bundesländern, was an der VERGLEICHSWEISE geringen Beteiligung an den Spaziergängen festzustellen ist.

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