Meine Beziehungen zum britischen Königshaus sind ausgesprochen intensiv, allerdings nur, wenn es um vier Räder geht. Prinzipell finde ich die Brummbrumms des britischen Königshauses angemessen. König Charles III. besitzt ein blaues Aston Martin DB6 Cabriolet, das er zu seinem 21. Geburtstag von Mutti Elisabeth geschenkt bekam, sein inzwischen titelloser und bald wohl auch mittelloser Bruder Andrew gönnte sich zeitweise einen Bentley Flying Spur, der allerdings einen etwas neureichen Eindruck erweckt, ganz im Gegensatz zum altreichen DB 6. Egal ob neu- oder altreich, die beiden Brüder verbindet etwas, das in der britischen Aristokratie zum guten Ton gehört: Sie sind nie einer ernsthaften Arbeit nachgegangen.
Leider ist mir dieses Privileg nicht vergönnt, und meine Mutti versäumte es, mir zum 21. Geburtstag einen Aston Martin zu schenken. Also sann ich auf Abhilfe, und so führte mich meine Suche nach einem anständigen Beruf in die Londoner Hythe-Road zu einem Fortbildungskurs. Dort ist die „Rolls-Royce Chauffeurs-School“ ansässig, die ungehobelte Sprosse der Arbeiterklasse zum untertänigsten Umgang mit Royalities und anderen Noblessen ausbildet. In einem alten Aktenschrank sollten sich meine Daten heute noch unter der Prüflings-Nummer 6456 finden, ich hoffe, meine hervorragende Eignung als wohlerzogener Fahrzeuglenker ist dort für die Ewigkeit konserviert mitsamt Alter, Fahrpraxis, Unfällen und Krankheiten.
„Es ist Ihre Pflicht, Gäste immer wohlgelaunt und wohlbehalten ans Ziel zu bringen“, wurde mir gleich zum Anfang eingebläut. Ein Unterfangen, das, by the way, beim Transport von Andrew Mountbatten-Windsor derzeit äußerst schwierig sein dürfte. Die Polizeibeamten, die ihn nach seiner Festnahme in einem bürgerlichen Rover rasant nachhause bugsierten, schienen die Transportregeln für adelige Geschlechter nicht wirklich verinnerlicht zu haben. Auch lieferten diese Amateure Hoheit dem Blitzlichtgewitter der degoutanten Sensationspresse aus, wobei allerdings ein gelungenes royales Bildnis entstand, das es kurzzeitig sogar in den Louvre schaffte.
Sowas wäre mir als Chauffeur nicht passiert. Ich bin auf alle widrigen Eventualitäten vorbereitet, habe von der Pike auf gelernt, wie man an einem Rolls-Royce ein Rad wechselt, ohne die Herrschaften nach draußen zu bitten und dass man während der Fahrt nicht am Rückspiegel fummeln soll, weil die Insassen sich auf dem Rücksitz des Flying Spur sonst beobachtet fühlen. Ich weiß übrigens auch, wie man vor dem Start unauffällig prüft, ob ein Paket mit Plastiksprengstoff auf dem Auspuff angebracht wurde. Es soll ja immer mehr Leute geben, die hochgeborenen Faulenzern nach dem Leben trachten. „Hilfsbereitschaft mit Würde“, heißt das pädagogische Grundziel für den Chauffeur, allerdings nicht für Andrew, der war bei dieser Lektion gerade auf Little Saint James und hisste die Fahne des britischen Königshauses.
Ein muskulöser Typ mit ärmellosem Unterhemd
Meine Abschlussprüfungsfahrt unternahm ich in einem gewichtigen Rolls-Royce Phantom VI. Vor dem Start musste ich den grünschimmernden und rund sechs Meter langen Riesen noch von königlichen Rückständen reinigen. Prince Charles hatte den Siebensitzer für ein paar Tage ausgeliehen. Hinten befanden sich zwei thronartige Plüschsessel, Fußstützen und zwei Meter Knieraum. Überdies lud eine Bar mit wohltemperiertem Sherry zum Verweilen. Vorne findet sich knapp hinter dem Lenkrad eine karge Bank aus abwaschbarem Leder. Sie lässt sich nicht verstellen – es könnte ja hinten zu eng werden. Das war mein Arbeitsplatz. An einer Ampel irgendwo in der Vorstadt hat uns dann ein muskulöser Typ mit ärmellosem Unterhemd ausgiebig als „rich bastards“ beschimpft, wobei mir schon damals dämmerte, dass der Sportsfreund möglicherweise recht hat.
Im House of Commons wurde das von den Abgeordneten letzte Woche zurückhaltender formuliert, aber nur etwas. Andrew sei „a rude, arrogant, entitled man who could not distinguish between the public interest, which he said he served, and his own private interest“. Zu deutsch: „Ein unhöflicher, arroganter, selbstherrlicher Mann, der nicht zwischen dem öffentlichen Interesse, dem er angeblich diente, und seinen eigenen privaten Interessen unterscheiden konnte.“ Nun, damit ist er nicht alleine, aber zumindest im Moment der heiße Scheiß für die britischen Medien, denen er unverhoffte Auflagen und Reichweiten verschafft. Ein bisschen fragt man sich allerdings, warum sie den Charakterzug nicht schon ein wenig früher entdeckt haben, der Mann ist 66 – Anlässe gab es ja genug.
Legendär ist sein BBC-Interview zu Epstein von 2019, das als „Car Crash“, „TV-Katastophe“ oder auch als „Nuclear explosion“ in die Annalen der Royals einging. „I have no recollection of ever meeting this lady, none whatsoever.“ („Ich erinnere mich überhaupt nicht daran, diese Dame jemals getroffen zu haben.“) Und das Ganze im Queens-English der Royals, von denen man sagt, dass sie beim Teetrinken in der dritten Person mit sich sprechen: „One finds the beverage most agreeable, thank you very much indeed.“
Für die Briten ist es allerdings gerade ein wenig disgusting, dass diese Nummern auch von ihren Steuern finanziert werden. Je nach Berechnung ist von 100 bis 300 Millionen Euro pro Jahr die Rede. Schön: Man kriegt auch was dafür: Tränengesättigte Beerdigungen, Zickenkriege auf höchstem Niveau, Geschichten von Liebe, Treue und Verrat auch ab und zu ein Autounfall bei einer Verfolgungsjagd. Und natürlich erlesene Dialoge, siehe oben. Oder auch ein abgehörtes Telefonat im Zuge von Camillagate. Charles: „Oh Gott, ich werde einfach in deiner Hose leben müssen oder sowas.“ Camilla: „Oh, in was wirst du dich verwandeln? Ein Paar Unterhosen?“ Charles: „Oder, Gott bewahre, in ein Tampax. Bei meinem Glück werde ich in die Toilette geworfen und werde mich für immer an der Wasseroberfläche im Kreis drehen, ohne je unterzugehen.“ Camilla: „Oh, Schatz...“
Gerne erinnere ich mich an einen Besuch auf Highgrove
So was kann sich kein Drehbuchautor ausdenken. Es ist deshalb höchste Zeit, das Königshaus in eine Private Company Limited by Shares (Ltd) zu verwandeln, eine Unternehmensform, die beliebt ist bei Start-ups und Familienunternehmen. Geschäftszweck: Produktion von Skandalen, Familiendramen, effektvollen Vermählungen und stimmungsvollen Beerdigungen mit Elton John. Qualitätsmerkmal: „Made in Buckingham Palace“.
„Die Windsors“ sind prädestiniert, als Reality TV-Show international vermarktet zu werden, ähnlich der Olympiade, der Fußball-Weltmeisterschaft und den Geissens. „Andreeew“ statt „Robääärt“. Die Zeit drängt, sonst kommt ihnen Donald-Trump im Weißen Haus zuvor. 100 bis 300 Millionen an Übertragungsrechten pro Jahr sind ein Klacks, das Olympische Komitee macht pro Jahr rund eine Milliarde an Medienrechten und bietet weder ein vom Staatsanwalt verfolgtes Asshole noch einen leibhaftigen König mit Hang zur Weltrettung.
Alleine die Locations sind herausragend: Dark Rider Andrew festgesetzt im Tower of London und sein heiliger Bruder Charles im Buckingham-Palace. Und dann diese wunderbaren Landgüter. Gerne erinnere mich an einem Besuch auf Highgrove, auf dem König Charles III. die Duchy Home Farm betreibt und die Welt „rooted in Harmony“ mit organischen Produkten rettet. Schon als Thronfolger beglückte Charles als Maskottchen die internationalen Klimaschutz-Industrie. In Tetbury gibt es einen romantischen Hofladen wie aus einem Dorf des 19. Jahrhunderts, dort erwarb ich eine Tafel Öko-Schokolade für den Preis von 500 Milka-Schogetten. Vom Erwerb eines der Aquarelle, die der Hausmaler, König Charles III., in seiner Freizeit verfertigt, sah ich aber ab: „One finds the painting most agreeable, thank you very much indeed.“
Übrigens: Seinen Aston Martin DB 6 ließ Charles so umrüsten, dass er mit einem Biokraftstoff aus königlichen Abfällen durchs Land saust. Der Aston-Martin laufe „mit englischem Weißwein und Käse“ ließ Charles Düsentrieb die Welt wissen. Auch dies eine grandiose Szene gehobenen Wahnsinns für das Publikum in aller Welt. In royaler Umnachtung warf Charles vor geraumer Zeit übrigens sein Mobiltelefon aus dem Fenster seines Wein- und Käsemobils. Die Bildzeitung berichtete, dass Polizisten später die Landstraße absuchen mussten, „weil auf dem Telefon Geheimnummern der königlichen Familie gespeichert waren“. Was hat den royalen Aquarellisten so erregt? War es ein Gespräch mit Camilla? Oder Streit mit einer Bio-Kartoffel vom königlichen Hof? Die Antwort erfahren Sie in der nächsten Staffel von „The Windsors“.
Beitragsbild: Montage Achgut.com, Roosewelt Pinheiro/ABr - Agência Brasil [1], CC BY 3.0 br, via Wikimedia Commons ,Efarestv - Own work, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

So einen Lehrgang hätte ich den vielen ins Land geholten Taxi fahrenden Männern auch empfohlen. Die können ja nicht mal richtig Tür auf und zu, ganz zu schweigen von anderen Höflichkeitsformen. Stattdessen fahren Sie wie Dildo Alphajet auf der Flucht vor den Paparazzis in Paris. Ganz nebenbei habe ich noch durch Ihre Schilderungen verstanden, dass englische royale Toiletten so ähnlich funktionieren wie auch amerikanische und einen Strudel erzeugen, ähnlich wie auch bei den Lofoten der Malström.
@Holger chavez : >>Ich mag es nicht, wenn jemand so tief fällt, dem noch hinterherzutreten. Auch Charles‚ intime Äußerungen gehören nicht hämisch wiederholt!<<
## Das kann man so halten, oder anders herum. Egal. Viel schlimmer ist, dass Herr Maxeiner nicht begreifen will, warum die extra den Iran angegriffen haben. Jetzt muss aber auch mal Schluss sein. Was Recht ist muss Recht bleiben. Ich lerne nur: Die Liste der internationalen Organisationen, die völlig überflüssig sind, wird immer länger. Jetzt auch noch die IAEA. Hat der Epstein wirklich nicht mit angereichertem Uran gedealt? Fast nicht zu glauben… Bringt Menschenhandel wirklich so viel mehr als Waffenhandel und Drogenhandel.
Kann uns bitte mal jemand die FINANZSTRÖME erklären?! ?!?!!
Heute habe ich im Kontrafunk einen Vortrag gehört, das britische Weltreich wäre nur errichtet worden, gegen den Sklavenhandel in Afrika. Leute! Der einzige Sinn des römischen Reiches war der Sieg der roten und der grünen Zirkuspartei über die weiße und die blaue. Das Blau-Weiß-Rot der britischen Fahne ist ein Antichronismus, zumal wenn sie überall die grüne Flagge des Propheten über den Rathäusern haben! DIE BELÜGEN EUCH!!! Nein, doch, ohh!
Jetzt verstehe ich garnichts mehr!
Kann es sein, dass es in den „ Königshäusern“ in Europa Phänomene gibt, die irgendwas mit der Monarchie und ihren Spezialitäten zu tun haben ? Von gewissen „ Spitzen“ wie denen von „ Randy Andy “ abgesehen. Ich oute mich als eher desinteressierten Antimonarchisten , erfahre aber dessen ungeachtet vom alten Herren aus Spanien, vom „fleissigen “Thronfolger aus Monaco, Schweden , vor allem nun aus Norwegen und aus GB , vielleicht auch noch von anderen mir unbekannteren „ Häusern“, von aufschlussreichen Aktivitäten des wenig ausgelasteten, aber gut alimentierten Personals. Eine Art Zeichen einer dekadenten Aristokratie , vermutlich nicht erst seit heute. Offenbar genoss zumindest Andrew dabei auch so lange wie möglich den Schutz durch Frau Mama. Und die sogen Dunkelziffer bleibt. Die durchweg und nicht überraschend völlig verkommene Elite des Wertewestens scheint gewisse Zentren aufzuweisen. Hollywood, Oligarchen und ihre politischen Handlanger und die „ Königs “ und Prinzen und Prinzessinnen. Vermutlich auch, weil die Voraussetzungen und das personelle Reservoir dort ideal sind.
>>Das Haus Windsor gehört endlich richtig vermarktet – wie Olympia und die Fußball-WM.<<
## Von dem Haus ist nicht mehr viel übrig. Nur noch langweilig-schrullige Symatieträger, die ihre Antipatie nur mit extremer Beherrschung beherrschen können. Dort verschmelzen Dichtung und Wahrheit zu einem lauwarmen Klumpen. Diese Kampangne wird ein Flop. Aber warum nicht? Wer Geld hat, kann ja entscheiden, was er damit macht. Aber bitte bettelt mich nicht an!
Die royale Inzucht heilt nicht aus durch den gelegentlichen Fremdeinsatz von Rittmeistern, Tennislehrerern oder maritimen Deckoffizieren. Selbst die Triebwagen der Bahn bleiben wirkungslos.
Ich brauche sonntags nur noch Maxeiner. Die anderen Spitzen Federn kann ich vernachlässigen.
Ich komme nicht umhin, immer wieder an Victoria und Albert von Sachsen Coburg und Gotha zu denken, die Cousin und Cousine 1. Grades waren und 1840 heirateten. Wie alle europäischen Königshäuser eng verwandt waren. Aus dynastischen Gründen. Bis heute haben das noch nicht alle begriffen, selbst wenn der Adel (teilweise) abgeschafft wurde. Bis zum 17. Juli 1917 hieß das britische Königshaus so. King George V. änderte den Namen in Windsor, um sich von den Deutschen (1. Weltkrieg) zu distanzieren. Lange Geschichte. Ich freue mich auf Maxeiners Fortsetzung.
Giftiger Zeitgeist, queere Ideologie frisst Menschenwürde und Verstand. Selbst Politiker König Bodo knüpft gern an die historische Zeit der Briten im Hause Windsor in Thüringen an, wo der Adel unter sich Heiratsverträge machte und die Briten sind eng mit dem Herzogtum Sachsen-Coburg-Gothe verbunden. Geopolitisches Machtspiel des Adels an sich. Da ging es auch nicht so sehr um Liebe, bis auf Elisabeth von Thüringen, jener ungarischen Königstochter, die zwar einen anderen aus dem Clan des Adels auf der Wartburg heiraten solle, der zu ihrem Glück kurz vorher zu Tode kam und sie den Nachfolger, die Liebe ihres Lebens heiraten durfte, der aber leider im Kreuzzug fiel, was zur Tragik ihres Lebens wurde. Heiratspolitik als politisches Macht Kalkül. Zwangsheiraten wider Liebe und Verstand, König Charles liebte zwar seine Camilla, Ehebruch bekannt und kriegte Lady Diana Spencer, o die geopolitische Macht Heirat so richtig ihre Risse bekam und die Sprößlinge, bis auf William auf Zeit geistliche Abwege gerieten. Liebe und Hass, war noch nie eine gute Verbindung.