Dirk Maxeiner / 25.11.2018 / 06:29 / 13 / Seite ausdrucken

Der Sonntagsfahrer: Hase, Du bleibst hier!

Die wahren Vorgänge um Chemnitz geraten durch neues Video-Material in ein völlig anderes Licht. Nach tausenden Stunden Video-Analyse ist es dem Rechercheverbund von Achgut.com, der Zeitschrift Wild Und Hund und den D-Max-Gebrauchtwagenprofis gelungen, neue Bildaufzeichnungen entsprechend auszuwerten. Die erste Sequenz wurde auf einer Grünfläche im Raum Chemnitz aufgenommen und zeigt, wie ein Reichsbürger mit einem Mähdrescher eine Großfamilie attackiert, die in Panik flieht. Eine andere Einstellung der Vorgänge verfügt über eine Tonspur und man kann deutlich die Worte „oh mein Gott“ hören. Das ergänzt die bereits bekannte Aufnahme der Situation, in denen eine weibliche Stimme ruft „Hase, Du bleibst hier!“

Eine weitere Sequenz beweist, dass diese Hetzjagd kein Einzelfall ist, sondern offenbar zum rassistischen Alltagsgeschehen in Sachsen gehört. Verbreitet wurden die Videos über Organisationen mit Namen wie Antifa-Wildsau und Antifa-Alsterwasser. Erschütternd sind auch Bilder, in denen Ordnungskräfte, die zu Hilfe eilen wollen, von zwei Skinheads angegriffen werden. Die Streifenwagen werden dabei völlig demoliert. Im Verlauf der Szene beteiligen sich weitere Sympathisanten an der Gewalt-Orgie. Der Polizei bleibt nichts weiter übrig, als den geordneten Rückzug vor dem wutschnaubenden Pöbel anzutreten. 

Die Kollegen vom Rechercheverbund haben das Material mit forensischer Energie ausgewertet und werden es dem Verfassungsschutz und Regierungssprecher Seibert übermitteln, damit die Bundesregierung der Welt rechtzeitig ihre Bestürzung mitteilen kann. Zu denken gibt in diesem Zusammenhang auch eine Entwicklung, die von den sächsischen Standesämtern bemerkt wird und auf eine latent wachsende Ausländerfeindlichkeit hinweist. Die bislang führenden Vornamen „Jessica“ und „Kevin“ werden inzwischen von „Hase“ und „Igel“ auf der Beliebtheitsskala abgelöst.

Betroffenheit löst auch der Umstand aus, daß der Satz "Hase, Du bleibst hier"  inzwischen in der Bevölkerung allgemeine Heiterkeit auslöst und eine größere Zustimmung erfährt als das Motto der Kanzlerin "Wir schaffen das!". Beide Formulierungen sind für den "Satz des Jahres" nominiert. 2001 lautete dieser Satz  übrigens "Und das ist auch gut so", 2018 könnte es glatt heißen "Hase, Du bleibst hier". Die Formulierung  erinnert auch ein wenig an Bayern-Trainer Giovanni Trappatonis legendäres "Flasche leer" und "habe fertig" und sagt allgemein, dass man verstanden hat, wie der Hase läuft (nämlich anders, als die Kanzlerin es gerne möchte).

Die Hunde der Nachbarn ließen sich entschuldigen

Ok, ich hör jetzt damit auf und bin wieder brav – wie es sich für ein seriöses Medium wie Achgut.com gehört. In den vergangenen Wochen war ich tatsächlich stundenlang auf Youtube unterwegs, weil ich ein tierisches Darsteller-Talent suchte. Und zwar einen Hund. Einen der unerschrocken ist. Er sollte ein Video-Testimonial für mein Buch „Hilfe, mein Hund überholt mich rechts“ abgeben. Die Hunde der Nachbarn und Freunde ließen sich alle entschuldigen, weil ihre Besitzer befürchteten, ihr Vierbeiner könnte politisch instrumentalisiert werden. Dabei haben sie das Buch noch gar nicht gelesen. Aber sie erwarteten das Schlimmste. Schließlich bin ich dann im Netz auf eine bolivianische Promenadenmischung gestoßen, die absolut eiserne Nerven hat, wie dieses Video zeigt. Der Vierbeiner überholt zwar nichts rechts, wird dafür aber überholt – und liefert dabei einen Jahrhundert-Stunt. Leider hat der Hund keine Anschrift hinterlassen, ich hätte ihn sofort engagiert und außerdem gerne nach seinem Schutzengel gefragt. 

Ich habe mich schließlich an einen Profi Stunt-Dog in Los Angeles gewandt. Hollywood und so, sie wissen schon. Und damit Film ab für Rockette, the King of Los Angeles! Oder noch genauer: "Rockette el perro Morton" – so lautet der komplette Künstlername, nach Rockette Morton (eigentlich Mark Boston), dem Bassisten von Captain Beefheart. El perro steht für spanisch Hund. 

Wie, Sie meinen, Hunde können nicht sprechen? Und schon gar nicht lesen? Natürlich können sie sprechen und lesen – nur anders. Sie können sogar vorwärts und rückwärts lesen. Zum Beispiel Spuren. „Unterwegs zu sein und zu schnüffeln, ist für Hunde, wie wenn wir Menschen Zeitung lesen“, schwört dieser kluge Ratgeber. Selbst Emotionen kann ein Hund riechen. Wladimir Putins schwarzer Labrador Koney wurde beispielsweise mit Angela Merkel nicht so richtig warm. Ich aber auch nicht. 

Zumal sich Herr und Hund oft recht ähnlich sind. Hunde können ihren Hörsinn ebenso wie ihren Geruchssinn selektiv einsetzen. Sie hören nur das, was für sie wichtig ist, alles andere können sie verdrängen (und seelenruhig weiterpennen). Sabine sagt, dass ich das auch kann.

Im Gegensatz zum Menschen empfinden Hunde aber keine moralischen Gefühle wie Scham, Ekel oder Selbsterkenntnis. Einer erfolgreichen politischen Karriere steht also nichts im Wege. Das gesamte Handeln eines Hundes ist im Übrigen kein Resultat einer rationalen Überlegung, sondern hat eine emotionale Grundlage. Das haben Hunde wiederum mit dem grünen Parteiprogramm gemeinsam.

Grün wählen würden sie aber wohl eher nicht. Rockette muss man mit einem Veggie-Day gar nicht erst kommen. Vor längerer Zeit war noch die Ansicht verbreitet, dass Hunde nur Schwarz und Weiß sehen könnten. Das hat man inzwischen teilweise korrigiert. Sie können offenbar Gelb und Blau erkennen. Rot und Grün können sie hingegen nicht sehen. Die Glücklichen.

Von Dirk Maxeiner ist soeben in der Achgut-Edition erschienen: „Hilfe, mein Hund überholt mich rechts. Bekenntnisse eines Sonntagsfahrers.“ Ein ideales Geschenk für Schwarze, Weiße, Rote, Grüne, Gelbe, Blaue, sämtliche Geschlechtsidentitäten sowie Hundebesitzer und Katzenliebhaber, gleichsam als Zündkerze für das Fest der Ruhe und Besinnlichkeit. Portofrei zu beziehen hier.

Foto: Pixabay

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Leserpost (13)
Hans-Peter Klein / 25.11.2018

Kaum gehts mal nicht um “Klima” und die ach so böse “Energiewende”, schon kann ich dem Herrn Maxeiner zustimmen. Weiter so, MfG HPK

Andrea Bauer / 25.11.2018

Lieber Autor, einfach genial geschrieben. Allererste Sahne. Und auf das Thema muss man auch erst mal kommen. Das neueste Buch von Ihnen habe ich eben auf meine Einkaufsliste geschrieben. Ist so gut wie gekauft. DANKE

Werner Arning / 25.11.2018

Ach, und herrlich das Video. Besonders gefiel mir der Hund beim Autofahren. Und wie er da so vor sich hin seufzt : „Der Maxeiner ...“.

Werner Arning / 25.11.2018

„Hase, du bleibst hier!“ ist herrlich. Der Spruch steht sinnbildlich für das Verhältnis zwischen Mann und Frau in unserem Land. Der Spruch ist gut gemeint. Er wirkt bestimmend. Er versinnbildlicht das Verhältnis zwischen bestimmenden, aber den Vorteil der Familie bzw der Partnerschaft im Auge habenden Frau und dem gutmütigen, aber etwas zu emotionalen Mann. Der Spruch fasst das gesamte Verhältnis zwischen Frauen und Männern bei uns zusammen.

HaJo Wolf / 25.11.2018

Ich habe meinem Hund den Artikel vorgelesen. Er hätte es auch selbst lesen können, wenn er seine Brille nicht wieder im Garten verbuddelt hätte und vergessen hätte, wo. Er leidet ein wenig an Altersvergesslichkeit - außer, was Zeit und Ort seiner Mahlzeiten angeht, pünktlich zur Futterzeit steht er zunächst auffordernd und dann, wenn Herr oder Frau nicht entsprechend schnell das Futter bereiten, auch mal mürrisch dreinblickend vor seinem Futterplatz. Heute nicht, denn ich habe ihm, wie schon gesagt, den Artikel vorgelesen. Und das Video des Rallye-Hundes gezeigt. Mein Vierbeiner schlug die Pfoten vor die Augen, als der Wagen auf den Hund zuraste. Er war trotz meiner Versicherung, dass dem Rallye-Hund nichts passiert, nicht dazu zu bewegen, sich das Filmchen anzusehen. Als ich ihm dann noch vorlas, dass Hunde sicher niemals rot oder grün wählen würde, weil sie es gar nicht sehen könnten, legte er den Kopf schief, verzog die Lefzen zu einem Grinsen und ich schwöre, ich habe gehört, wie er etwas von “...von wegen dummer Hund… dem Menschen auch politisch überlegen…” nuschelte Als ich dann beiläufig erwähnte, dass das nur auf seine fehlenden Rotrezeptoren und keineswegs auf überlegene politisch eIntelligenz zurückzuführen sei, drehte er beleidigt ab und rollte sich auf seinem Hundekissen zusammen. Zwischen geknurrten Lauten der Missbilligung konnte ich noch so was wie “...Ignorant!... wenn ich die Futterdose alleine aufmachen könnte…” Nun sitze ich nachdenklich vor mich hin und sinniere, ob nicht doch (m)ein Hund besser zur Führung eines Landes geeignet ist als die Volksbelügner…

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