Dirk Maxeiner / 03.06.2018 / 06:29 / Foto: Tim Maxeiner / 34 / Seite ausdrucken

Der Sonntagsfahrer: Die Pferdediebe

„Trump erklärt deutsche Autos zur Gefahr“ berichten deutsche Medien und empören sich. Aber warum die Aufregung? Die gleichen Medien haben deutsche Autos doch längst ebenfalls zur Gefahr erklärt. Es herrscht völlige Einigkeit zwischen bösem Trump und gutem Deutschen. 

Viele kennen den schönen Witz, in dem ein Philosoph eine Talkrunde verlässt und zwar mit der Bemerkung: „Ich gehe jetzt pinkeln, aber aus anderen Gründen.“ So ähnlich verhält sich das auch hier: Trump bezeichnet deutsche Autos als nationales Sicherheitsrisiko, weil ihr unfair billiger Import amerikanische Arbeitsplätze gefährde und somit auch die nationale Sicherheit tangiere. Die deutsche Regierung, Grüne, Umweltverbände und weite Teile der Medien, bezeichnen deutsche Autos hingegen als ein nationales Gesundheitsrisiko, weil der deutsche Michel nach Vorbeifahrt eines Mercedes oder Volkswagens von Abgasen bekifft tot umfallen könnte, was letztendlich ebenfalls die nationale Sicherheit gefährdet. Also Leute, da passt kein Blatt Papier zwischen euch!

So rum oder so rum, am Ende zählt, was hinten herauskommt, wusste schon der olle Kohl und meinte nicht den Auspuff. Deutsche Autos stehen jedenfalls für Deutsche auf der Liste der aussterbenden Arten. In der vergangenen Woche hat Porsche den Anfang gemacht und den Verkauf seiner Mobile in Deutschland bis auf weiteres faktisch eingestellt. Andere werden zumindest teilweise folgen. Grund: Aufgrund der neuen Prüfzyklen für die Abgasbestimmungen sind die Grenzwerte für viele Modelle derzeit offenbar nicht einzuhalten.

Aus Freude am kaputt machen!

Die Situation ist ein wenig unübersichtlich. Fakt ist: In Amerika werden Porsches möglicherweise teurer, aber weiterhin verkauft. In Deutschland gibt es sie erst mal gar nicht mehr. Daraus resultiert die Frage: Warum regen sich alle über Trump auf anstatt über sich selbst? Liebe Amerikaner, macht euch keine Sorgen. Ihr braucht unsere Autoindustrie gar nicht zu ruinieren. Das schaffen wir selbst. Aus Freude am kaputt machen! Und Sie, lieber Donald Trump, sie sollten den Abgang der Daimlers und BMWs mit einer Spende an die Grünen und die Deutsche Umwelthilfe (Nichts ist unmöglich, Toyoooota!) beschleunigen. Das ist viel wirksamer als Strafzölle. Fragen Sie mal die Leute vom CIA, die werden Ihnen bestätigen: Die Atombombe ist nix gegen eine verkappte Grüne, die bei der Konkurrenz an der Regierung sitzt. Echt jetzt.

Es ist deshalb auch nicht ganz klar, wer nun bescheuerter ist: Eine Autoindustrie, die diese Kamarilla seit Jahren hofiert, mit Spenden mästet und hätschelt – und sich in den Staub wirft wie Daimler-Zetsche vor der chinesischen Diktatur. Sie haben Ihnen, ganz wie Lenin es vorhergesagt hat, den Strick verkauft, an dem sie nun aufgehängt werden. Man wusste, dass die Abgaswerte nur ideologisch begründbar sind, als Leitplanken einer Autobahn namens Utopia, zu deutsch Verkehrswende. Anstatt das laut zu sagen, hat man sich grün lackiert und glaubte, die Sache in trauter Runde im Hinterzimmer wieder abräumen zu können. Im Falle der Amerikaner entschied man sich statt für indirekten für direkten Beschiss, denn in den Hinterzimmern saßen schon andere.

Was kann ein gewöhnlicher Porsche-Kunde nun tun, um persönliche Rache zu nehmen? Um sowohl Porsche als auch unsere grüne Berliner Friedhofsverwaltung maximal abzustrafen, kommt nur eines in Frage: Buy American! Neiiiiiin! Kein Tesla! Diese Blase platzt gerade.

Suchen Sie statt dessen den General-Motors-Händler ihres Vertrauens auf und fragen nach einem Chevrolet Camaro mit rund 450 PS oder Dodge Challenger SRT Hellcat mit 717 PS. Das sind die absolut unanständigsten Motoren, die man derzeit in Deutschland kaufen kann, nicht grün, sondern so schwarz wie ein Nummernkonto auf Curaçao. Der letztere hat sogar einen Kompressor, wie weiland Bernd Rosemeyer, als er auf der Autobahn zwischen Darmstadt und Frankfurt zur letzten Fahrt angetreten ist. Damit ist man seinen Führerschein mindestens so schnell los wie mit einem Porsche 911, die Dinger kosten aber nur etwa die Hälfte (50.000 beziehungsweise 80.000 Euro). Für danach genügt dann eine Playstation mit dem Brummbrumm-Simulationsspiel „Project Cars 2“ oder „Dirt 4“ (das ist kein Porno, ich schwör).

Ab 2030 Playstation als verbindliche Motorisierung

Ab 2030 wird die Playstation dann die verbindliche Motorisierung für alle Bundesbürger, Benziner und Diesel sind dann verboten, Tesla und die Seinigen Pleite. Und jetzt, liebe Leute, hofft bloß nicht auf irgendwelche selbstfahrenden Mercedes-Drohnen, da stehen die neuen Datenschutz-Regeln im Wege wie die Betonblöcke am Weihnachtsmarkt. Das selbstfahrende Auto müsste nämlich von jedem Verkehrsteilnehmer, den es erfassen will, zuvor eine schriftliche Einverständniserklärung einholen. Für die Fahrzeit zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule brauchen wir dann einen Jahresurlaub. Und weil man dann keine Autos mehr besteuern kann, wird man eben Playstations besteuern.

Das alles sind blendende Aussichten für die amerikanische und die chinesische Automobilindustrie. Letztere wird sich in absehbarer Zeit auf der Resterampe in Wolfsburg, München, Ingolstadt und Stuttgart bedienen. Die Chinesen kennen die deutsche Autoimmun-Krankheit übrigens schon aus längst vergangenen Jahrhunderten. Denn sie haben auch schon mal große Schiffe verboten, allerdings hießen die nicht Audi A8, Mercedes S-Klasse oder Porsche Cayenne. Im 15. Jahrhundert waren die Chinesen eine große Seemacht und sammelten in der halben Welt Reichtümer. Dann schlug ein paar Jahrhunderte später während eines Unwetters ein Blitz in den Palast des Kaisers Zhu Di ein und ließ ihn in Flammen aufgehen.

Der Kaiser begann an seinem “Mandat des Himmels” zu zweifeln. Mandarine, die Gegner der Expansion waren, triumphierten. Schließlich wurde der Bau von großen Schiffen verboten, sogar deren Pläne verbrannt, Logbücher und wissenschaftliche Aufzeichnungen der großen Forschungsreise vernichtet. Ein Jahrhundert später waren die Entdeckungsreisen vergessen, die Kunst des Baues großer Schiffe für China verloren, der Überseehandel zusammengebrochen.

Kein Wunder, das Selbstmord aus Angst vorm Tod in China nicht mehr so gefragt ist. Aber auch in Europa sieht es so aus, als ob nur die Deutschen fest entschlossen sind, sich einsam vom Dach zu stürzen. So geriet gerade der Mercedes VITO wegen vermuteter Abgasmanipulationen in die Schlagzeilen. Dessen 1,6 Liter Diesel-Motor stammt von Renault-Nissan, das Einspritzsystem vom US-Zulieferer Delphi. Zum finsteren Gesellen wird dieser Motor auf wundersame Weise erst, wenn er bei Kehl am Rhein die französisch-deutsche Grenze überquert. Das gleiche Phänomen ließ sich übrigens schon beim Waldsterben beobachten: Das hörte an der Grenze zum Elsass schlagartig auf.

Foto: Tim Maxeiner

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Hans-Peter Dollhopf / 03.06.2018

“Das gleiche Phänomen ließ sich übrigens schon beim Waldsterben beobachten: Das hörte an der Grenze zum Elsass schlagartig auf.” Wenn doch sogar die Geschlechter Mann und Frau nur gesellschaftliches Konstrukt sein sollen, um wie viel mehr ist es dann erst die Ideologie der Grünen?

Alexander Brandenburg / 03.06.2018

Seit langem frage ich mich, warum die Autoindustrie in Gänze die grün-bunte Merkel-Politik mit ihrem vernunftwidrigen Höhepunkt der islamischen Massen-Invasion unterstützt. Natürlich neigen die Autobauer dazu, jede herrschende Politik als Lobbyisten zu fördern und gutzuheißen. Auch gibt es bei international tätigen Unternehmen eine Tendenz zum globalen Denken und zum Wunsch nach einem grenzenlosen Markt. Darüber hinaus müssen die großen mitbestimmenden und einflussreichen Aktionäre aus der muslimischen Welt beachtet werden. Ferner sind auch die Manager immer stärker auf kurzfristiges Denken und schnelle Erfolge ausgerichtet, wenn sie nicht ersetzt werden sollen. Außerdem leben die Führungsetagen weitgehend in einer hedonistisch-grün geprägten, von den Mühen des Alltags weit entfernten Welt mit den dort typisch philanthropischen und humanitären Neigungen. Können aber alle diese Argumente diese grenzenlose, unkritische, hundeähnliche Subordination der Auto-Elite unter das Diktat der grün-bunten Vernunftwidrigkeit einer den Nationalstaat hassenden Kanzlerin erklären? Nein. Die Gründe dafür, dass die Autoindustrie ihrer eigenen Zerstörung und der Derangierung der kulturellen und humanen Grundlagen unserer industriellen Hochleistungsgesellschaft zusieht, liegen tiefer. Sie betreffen die Qualität der Manager, die wie überall nach den Kriterien der Anpassungsbereitschaft , der Willfährigkeit und des Opportunismus ausgewählt werden. Wo gibt es dort Mut zum Denken und Courage? Das desaströse Verhalten einer ganzen Branche, die ihre eigenen Existenzgrundlagen nicht verteidigt, steht zur Diskussion.

Gottfried Meier / 03.06.2018

Deutschland,  das Land wo die Verückten immer mehr werden. Viele Dumme wählen Verrückte, die uns zusammen mit einer grünideologisierten Presse regieren und manipulieren. Jeden Tag “Neues aus der Anstalt”.

Franz Altmann / 03.06.2018

Lieber Herr Maxeiner, ich habe Ihre vorzügliche Empfehlung bereits vor längerer Zeit proaktiv in die Tat umgesetzt und muss Sie aus diesem Grund in einem kleinen technischen Detail korrigieren: 450 PS hat der “normale” V8-Camaro, während der mit einem kompressoraufgeladene ZL1 es immerhin auf 660 PS bringt. Und dank 6.2 Litern Hubraum (mit B, nicht mit P) und der Eigenschaften des verwendeten Roots-Kompressors ist die Leistung auch über einen großen Drehzahlbereich verfügbar und nicht erst kurz vor der Redline. Ich muss nur noch herausfinden, was das merkwürdige blaue Flackern bedeutet, das bei Vollgas regelmäßig nach ein paar Minuten im Rückspiegel sichtbar wird…

Dieter Scheidt / 03.06.2018

Wer legt eigentlich die Grenzwerte fest? Und gibt es dazu jeweils eine Begründung, die man nachlesen kann?

W. Heise / 03.06.2018

Die Menschheit hat die braune und rote Gefahr besiegt. Als Bedrohung bleibt die grüne Gefahr, sagte sinngemäß Edward Teller in einem Interview nach der Auflösung der Sowjetunion. Fand ich damals etwas absurd, aber er hat Recht behalten. Und wieder geht es von D aus.

HaJo Wolf / 03.06.2018

Merkel (politisch) und die Grünen (ökologisch und ökonomisch) fügen Deutschland weitaus mehr irreparable Schäden zu als es die Wahnsinnige ge NS-Diktatur (inkl. der völkerrechtlich verbewcherischen Flächenbombardierung Durch die Alliierten) geschafft hat. Was dabei ganz besonders ärgert ist die Tatsache, dass die grünen Bessermenschen nur eine kleine Minderheit des Volkes repräsentieren. Und wie nennt man es, wenn eine Minderheit entscheidet, was die Mehrheit zu tun hat? Richtig, das nennt man Diktatur. Ob wir die linksgrüne Merkeldiktatur mit friedlichen und demokratischen Mitteln beenden können? Ich fürchte, nein.

beat schaller / 03.06.2018

Lieber Herr Maxeiner, heute haben Sie Sich wirklich selber übertroffen. Das ist nun wirklich soooooo geil geschrieben, und da haben Sie Finessen eingebaut, die gibt es eigentlich gar nicht. Einfach herrlich! (nein nicht fraulich) echt nur herrlich. Gosses Kompliment und herzlichen Dank! b.schaller

Barbara Ethel / 03.06.2018

Mein Gott, es darf doch nicht wahr sein. Gibt es noch einen Funken von common sense in ‘Schland?? Die Grünen in Kombination mit den Sozen (CDU/CDU sind auch nur noch ein schlechter Witz seit Kohl und Merkel) haben ein freies, hart arbeitendes, erfolgreiches Land in den Boden geritten. Und die geistig minderbemittelte Schafsherde wählt die Wòlfe immer wieder zurück an die Fleischtöpfe. Es ist einfach nicht zu fassen. Wahnsinn. Man stelle sich vor was Strauß dazu zu sagen hätte..

Stefan Lanz / 03.06.2018

Guten Morgen Herr Maxeiner! Was, wie, wo? Ich lese Ihren Artikel später fertig, ich fahr jetzt zusammen mit meiner Frau mit unserem Nissan 370Z, Roadster, 3.7 V6, weg und machen uns, trotz höherer Benzinpreise, einen schönen Tag. Wenn ich wieder zurückkomme, dann lese ich weiter… Ganz unten ist mir noch die Zahl 1.6 ins Auge gestochen, bin ja gespannt, für was die Zahl steht… Verbrauch? Bleibe gespannt! Einen schönen Sonntag Ihnen und bis später bei der Achse!

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