In der deutschen Autoindustrie herrscht blanke Panik. Das Verbrenner-Verbot bringt die deutsche Schlüsselbranche und das gesamte Land in totale Abhängigkeit von China. Dabei haben alle mitgemacht, doch jetzt will es keiner gewesen sein.
In despektierlichen Kreisen geht längts das Bonmot vom "Dodoland" Deutschland um. Der Dodo, mitunter auch Dronte genannt, war ein stattlicher Vogel von etwa einem Meter Größe, der ausschließlich auf den Inseln Réunion und Mauritius im Indischen Ozean vorkam. Dort ging es ihm so gut, dass er mit der Zeit sogar das Fliegen verlernt hatte. Er hatte keine Fressfeinde und konnte sich bequem mit Nahrung versorgen. Flucht und Verteidigungsverhalten waren dem guten Vogel fremd.
Doch dann passierte etwas, womit der Dodo nicht gerechnet hatte. Seefahrer durchstreiften die Insel. Die machten dem Dodo die Nahrung streitig oder verspeisten ihn als leichte Beute gleich selbst. Ende des 17. Jahrhunderts schlug die letzte Stunde des letzten Dodo, und der Vogel starb aus.
Und wo wir gerade bei seltenen Vögeln sind: Anfang letzter Woche hielt Donald Trump vor der UN eine bemerkenswerte Rede. Trump ist so ziemlich genau das Gegenteil eines Dodo, woraus sich vielleicht ein gewisses Spannungsverhältnis zu Dodoland ergibt.
Grinsend, kopfschüttelnd und kaugummikauend
Annalena Baerbock, unser neues Stiletto auf dem Throne der UN-Generalversammlung, saß hinter ihm und hielt sich an ihrem Hämmerchen fest. Zum Glück sagte sie nix. Gottseidank war auch keine deutsche Delegation in Sicht, die grinsend, kopfschüttelnd und kaugummikauend auf der Stange saß – wie Heiko Maas und die Seinen beim letzten Mal im Jahr 2018. Inzwischen dürfte den Beteiligten das Lachen vergangen sein, denn nicht Trump, sondern die selbstzufriedene Wohlstands-Combo in ihren Kommunisonsanzügen sehen alt aus. Dodoland ist abgebrannt.
„Ich bin ziemlich gut in Vorhersagen“, lobte Donald Trump in der ihm angeborenen Bescheidenheit („incredible“, „fantastic“, „the best ever“) seine Trefferquote. Beim letzten Mal ging es um die Abhängigeit der Deutschen von russischem Gas, diesmal nahm sich der US-Präsident Europas Klimapolitik vor.
„Wenn ihr von diesem grünen Betrug nicht ablasst, dann wird euer Land scheitern“, meinte Trump. Wenn ich selbst so was meine, landet der Sonntagsfahrer sofort auf der Schwarzen Liste für Google-Anzeigen, so wie letzten Sonntag geschehen. Der Sonntagsfahrer wird für achgut.com allmählich teuer. Insolvenzverwalter nennen das ein "Droh-Risiko". Nun bin ich auch nicht der Präsident der Vereinigten Staaten, aber ohne Zweifel ebenfalls „incredible“, „fantastic“ und „the best ever“, weshalb ich den Druck auf den Spendenknopf am Ende dieses Textes empfehle. Great people hier auf der Achse, great, great people! Nobody has ever seen anything like it!
Im Gegensatz zu den bei uns in Regierungsämtern verbreiteten Azubis kann Donald Trump rudimentär Kopfrechnen und gab der UN-Vollversammlung eine kleine Nachhilfe in einfacher Mathematik:
„Europa hat seinen CO2-Fußabdruck um 37 Prozent reduziert. Denken Sie darüber nach. Herzlichen Glückwunsch, Europa! Großartige Leistung! Sie haben sich das viele Arbeitsplätze kosten lassen, viele Fabriken geschlossen, aber Sie haben den CO2-Fußabdruck um 37 Prozent reduziert. All diese Opfer und noch viel mehr wurden jedoch durch einen weltweiten Anstieg von 54 Prozent völlig zunichte gemacht, der zum Großteil aus China und anderen Ländern stammt, die rund um China florieren und mittlerweile mehr CO2 produzieren als alle anderen Industrienationen der Welt zusammen“.
Die Stromrechnungen in Europa seien mittlerweile vier- bis fünfmal so hoch wie in China und zwei- bis dreimal so hoch wie in den Vereinigten Staaten:
„Das gesamte globalistische Konzept, erfolgreiche Industrienationen dazu aufzufordern, sich selbst Schaden zuzufügen und ihre gesamten Gesellschaften radikal zu destabilisieren, muss unverzüglich abgelehnt werden, und zwar sofort“.
Federleichte Rechnungen und federleichte Hochrechungen
Am gleichen Tag lancierte ein bekannter Voodoo-Zirkel namens „Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung“ (DIW) und dessen Märchenfee Claudia Kemfert, blond wie Trump und von ähnlichem Ego, in der „taz“ eine „neue Studie“. Kunstfertig werden darin federleichte Rechnungen auf federleichte Hochrechungen zu einem Kartenhaus aufgetürmt, auf dem steht: „Unsere Studie zeigt: Klimaschutz spart Milliarden... jeder in den Klimaschutz investierte Euro hat einen Nutzen von 1,8 bis 4,8 Euro“. Trump würde sagen: "Nobody has ever seen anything like it!"
Und nun ziehen wir mal ein Kärtchen aus dem DIW-Kartenhaus. Und daruf steht: „In der EU lagen die Kosten durch klimabedingte Extremwetter von 1980 bis 2023 bei 738 Milliarden Euro – Tendenz steigend". Tatsächlich können die Kosten von Katastrophen aus vielen Gründen steigen, etwa weil mehr Menschen an problematischen Plätzen leben und die Bauten immer teurer werden, oder jemand vom Dreimeterbrett springt, obwohl kein Wasser drin ist. An einem aber kann es nicht liegen: an einer Zunahme der Wetterkatastrophen. Diese Zunahme gibt es nämlich nicht, wovon sich hier jedermann überzeugen kann. Merke: Wer bei Junk-Science dieser Art auch nur leicht an der Tapete kratzt, dem kommt mitunter die ganze Wand entgegen. "Sad" würde Donald Trump sagen und hinzufügen "Corrupt" oder auch "Hoax".
Wobei ich die Argumentation ein wenig philosophisch aufrüsten würde. Die Blindgänger tun so, als könne das Klima durch CO2-Einsparungen in einen sanften Schlummer versetzt werden. Das ist natürlich dummes Zeug. Selbst wenn die gesamte Menschheit inklusive Donald Trump morgen das Atmen einstellt, was ich nicht hoffen will, wird sich das Klima weiterhin wandeln, wie es auch bisher der Fall war. Ich sage nur: Eiszeit. Es gibt also überhaupt keinen seriösen Vergleichsmaßstab, um solche Kostenberechnungen anstellen zu können, und man ist auf eine Aussage des guten alten Niels Bohr zurückgeworfen: „Prognosen sind immer schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen“.
Wahre Wunder vollbringen
Außer natürlich wenn man Claudia Kemfert heißt. Dann kann man wahre Wunder vollbringen, den Rhein rückwärts fließen lassen und die Stromrechung abwärts: „Für Europa senkte der zusätzliche Ausbau von Wind- und Photovoltaikanlagen in den Jahren 2021 bis 2023 die Kosten der Stromversorgung um rund 100 Milliarden Euro“, so Kemfert. Die Frage ist nur: Wie bringt der Mensch diese Aussage mit der letzten Abbuchung von Vattenfall in Übereinstimmung? Und wo sind die 100 Milliarden abgeblieben? Auf meinem Konto werden aus 1,8 Euro Guthaben jedenfalls nicht 4,8 Euro, ich schwör.
Und wie passt das Wirtschaftswunder-Märchen zu Meldungen der letzten Woche? „Schwache Nachfrage bei E-Autos: VW drosselt Produktion“, meldet „Das Autohaus“. „Die Quittung für das grüne Märchen“, sieht die Bild-Zeitung. „13.000 Jobs Kahlschlag“, lautet ein SOS-Ruf von Bosch. Ford streicht 1000 Stellen in Köln, wird aus dem Rheinland gemeldet. „Stellantis stoppt Produktion in mehreren Werken“, schließt sich Stellantis (Fiat, Opel, Citroen, Peugeot) an. „Autozulieferer streicht 450 Stellen“, heißt es im Handelsblatt, „Autoschloss-Spezialist Kiekert meldet Insolvenz an“, ebendort. „Wir werden bis 2030 keine 15 Millionen Elektroautos und 6 Millionen Wärmepumpen sehen“, lässt schließlich der Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) Ingbert Liebing wissen. „Die Lage ist bedrohlich“ warnt Maschinenbau-Präsident Bertram Kawlath.
Es handelt sich übrigens in fast allen Fällen um Unternehmen oder Repräsentanten, die bislang in Treue fest das Lied von der Großen Transformation mitgesungen haben – und jetzt bleibt nicht einmal mehr Zeit zum geordneten Rückzug. Beim DIW haben sie sämtliche Zugbrücken hochgezogen, sitzen gemeinsam in der Kantine und lauschen Claudia beim Spiel auf der Klampfe.
Die Suche nach den Schuldigen fordert die ersten Bauernopfer
So ähnlich dürfte es auch in den Konzernzentralen der Autohersteller zugehen, wenn man sich nicht gerade gegenseitig rausschmeißt. „Das Porsche-Desaster wird zur Prüfung für Oliver Blume“, kündigt sich ein prekäres Arbeitsverhältnis im VW-Konzern an, bei Daimler ist man schon einen Schritt weiter und Vorstandschef Källenius baut sicherheitshalber eine Brandmauer um sein Büro. Sprich: Die Suche nach den Schuldigen fordert die ersten Bauernopfer. Demnächst werden alle versuchen, sich ohne Gesichtsverlust vom Acker zu machen. Ex-VW-Dynamo Herbert Diess züchtet bereits All-Electric-Rinder in Spanien und brennt E-Fuels-Schnaps für den kleinen Rausch zwischendurch.
Deshalb für die korrekte Geschichtsschreibung eine kurze Geschichte des Desasters: Das Muster lieferte die Große Transformation bei Solarmodulen. Denn die ist im Wesentlichen ein Umverteilungsprozess von unten nach oben, in dem gewaltige Summen veruntreut werden. Die Kommunistische Partei Chinas und ihre Staatsunternehmen haben sich darauf spezialisiert, deutsche Weltrettungs-Subventionen in großem Stil abzugreifen und die Dodos in so einer Art Wirtschafts-Jiu-Jitsu aufs Kreuz zu legen, um sie dann als Peking-Ente cross zu braten.
Deutschland war einmal Weltmarktführer bei Solarmodulen. Namen wie Q-Cells oder SolarWorld galten als Garanten für die sogenannte Energiewende. Dann kam China mit subventionierter Massenproduktion. Module wurden dumpingbillig in Europa verkauft, deutsche Hersteller starben reihenweise. 2012 die Insolvenz von Q-Cells, 2017 SolarWorld – der Rest ist Geschichte. Alles, was an diese Industrie hierzulande noch erinnert, ist ein vereinsamtes Schild „Solarvalley“ an der A9 zwischen Leipzig und Berlin und das herrschaftliche Schloss von SolarWorld Chef Frank Asbeck.
Das versprochene grüne Wirtschaftswunder fand in China statt und ist nicht grün, sondern rot. Es besteht auf chinesischer Seite darin, die Konkurrenz solange mit Staatsknete zu unterbieten, bis sie kaputt ist, und die jeweiligen Firmen beziehungsweise Länder in ihre Abhängigkeit zu bringen. Ganz ähnlich lief das bei der Windkraft.
Die Spielregeln geändert
Und jetzt geht es um die Autoindustrie, den industriellen Kern Europas. Jahrzehntelang setzten Volkswagen & Co. auf Exporte nach China – und bezahlten mit Produktions-Know-how, das die Konkurrenz groß machte. Ein Kleinod wie der Roboter-Hersteller Kuka wurde sogar komplett nach China verhökert. Werner von Siemens hat einmal gesagt: „Für augenblicklichen Gewinn verkaufe ich die Zukunft nicht“. Die deutsche Autoindustrie machte es genau umgekehrt.
Als die Chinesen dann genug wussten – die sind nämlich keine Dodos –, änderten sie die Spielregeln. Von der Einsicht geleitet, dass die Deutschen bei Verbrennungsmotoren nur schwer angreifbar sind, schwenkte das Land auf Betreiben der alles bestimmenden KP Chinas auf Elektromobilität um. Vielerorts kann man als normaler Käufer gar kein anderes Auto mehr zulassen. E-Autos können die Chinesen alleine bauen – und zwar für die Hälfte, und sie sind in dieser Technologe obendrein weiter als die Europäer. Ganz abgesehen davon, dass sie ihnen über ihr Beinahe-Monopol bei wichtigen Rohstoffen jederzeit den Saft abdrehen können.
Erfolg: Die Zulassungen der ausländischen Hersteller befinden sich am Grunde des Jangtse River und werden dort auch bleiben. Der verdient in die Wüste Gobi geschickte VW-Vorstand Herbert Diess, ein rabiater Vertreter der fulminant gescheiterten „Alles-Elektrisch“-Strategie, sagte zu seinen besten Zeiten: „Die Zukunft von Volkswagen entscheidet sich in China“. Da ist was dran, aber richtig hätte er sagen müssen: „Die Zukunft von Volkswagen entscheidet die Kommunistische Partei Chinas“.
Wie eine naive alte Oma
Den absoluten Wahnsinn lieferte dann aber die EU-Kommission, denn sie ging der chinesischen E-Auto-Finte auf den Leim wie eine naive alte Oma einem Schlangenölverkäufer an der Haustür. Europa und Deutschland erklärten die E-Mobilität zum Kern der Großen Transformation und einem klimapolitischen Zwangsläufigkeit. Motto: Schaut mal, die Chinesen können das doch auch, jetzt strengt euch mal an, schließlich müssen wir den Planeten retten. Und deshalb verbieten wir jetzt den Verbrenner.
Die Chinesen konnten ihr Glück gar nicht fassen. Den Deutschen war der europäische Markt praktisch abgeschnitten, und für die Chinesen öffnet er sich meilenweit. Wie bei Solar und Wind können die Staatsbetriebe die Konkurrenz nun ungerührt kaputtdumpen, bis diese reif zur Übernahme oder für die ewigen Jagdgründe sind. BYD baut schon eine eigene Flotte mit Autotransportern auf, um Europa mit billigen Batteriefahrzeugen zu fluten.
Selbst wenn die Chinesen europäische Fließbänder übernehmen, wie es bereits geschieht, um Zölle zu sparen, ist dies nur sehr begrenzt eine frohe Botschaft: Die Chinesen liefern lediglich Baukästen mit in China vorgefertigten Komponenten nach Europa, die hier dann von Hilfswilligen oder Robotern zusammengeschraubt werden, der Hauptteil der Wertschöpfung bleibt also in China. Stuttgart, München, Ingolstadt und Wolfsburg sehen harten Zeiten entgegen. Ich empfehle den Stadtoberhäuptern eine Studienreise nach Detroit, eine Stadt, die 2013 ihren Bankrott erklärte.
Der gleiche Fehler wie bei Solar und Wind
Der Wahnsinn noch einmal kurz zusammengefasst: China baut Überkapazitäten bei Elektroautos auf, die es mit staatlichen Subventionen billig exportiert. Das Verbrennerverbot zwingt die Dodos, auf ein Segment zu setzen, in dem chinesische Anbieter schon führend sind (Batterien, Skaleneffekte, niedrige Preise, Rohstoffe). Europa investiert teuer in eine Technologie, die im Heimatmarkt wenig Akzeptanz findet – während chinesische Anbieter mit Kampfpreisen Marktanteile erobern.
Elektroautos mögen in China in großem Stil durchsetzbar sein, in Europa, USA, Afrika oder Australien sind sie es nicht. Elektroautos sind weder technologisch überlegen noch global in allen Märkten konkurrenzfähig. Elektroautos sind nach wie vor nicht mit Verbrennern vergleichbar – insbesondere bei langen Strecken, kalten Temperaturen und hoher Last. In Flächenländern sind E-Autos aufgrund dünner Ladeinfrastruktur und langer Strecken kaum konkurrenzfähig. Dort bleiben Verbrenner dominant.
Europa droht mit dem Verbrennerverbot den gleichen Fehler wie bei Solar und Wind zu wiederholen. "Das Verbrennerverbot ist so verheerend wie der Ausstieg aus der Kernenergie", erlitt gestern auch Die Welt einen Erkenntnisschub.
Donald Trump hat diesem Spiel in den USA ein Ende gemacht. Die deutsche Manager-Kaste rümpft derweil über ihn die Nase und beschwert sich über US-Zölle, die angeblich die Mutter aller ihrer Probleme sind. Doch im Unterschied zum deutschen Vorstandstum benennt Trump die Ursachen der Misere auch der Autoindustrie sehr klar. Jeder Tag, an dem aus den Vorstandsetagen weiter die Saga vom "grundsätzlich richtigen Weg" zum Batterieauto verkündet wird, macht den Untergang der Branche wahrscheinlicher.
Dirk Maxeiner ist einer der Herausgeber von Achgut.com. Von ihm ist in der Achgut-Edition erschienen: „Hilfe, mein Hund überholt mich rechts. Bekenntnisse eines Sonntagsfahrers.“ Ideal für Schwarze, Weiße, Rote, Grüne, Gelbe, Blaue, sämtliche Geschlechtsidentitäten sowie Hundebesitzer und Katzenliebhaber, als Zündkerze für jeden Anlass(er). Zu beziehen hier.
Beitragsbild: Jacob Hoefnagel - http://julianhume.co.uk/wp-content/uploads/2010/07/History-of-the-dodo-Hume.pdf, Public Domain, via Wikimedia Commons

Meine Bewunderung gilt Herrn Maxeiner, der es immer noch unternimmt, mit rationalen Argumenten aufwarten zu wollen.. Wer jedoch könnte der Adressat sein ?
Nicht vergessen: He wants a big beautiful donation for this great beautiful piece. …. dass die Werbung dann wegbleibt ennt man auch gern shoot the messenger. Die message ist gut zu verstehen und die Schadstoffrechnung in Bezug auf China auch. Der Globus ist rund. Die BRICS lassen sich nichts mehr vom Westen sagen, und Trump hat das verstanden. In Europa regieren anscheinend Eliten mit einem Brett vorm Kopf.
Schon deprimierend, diese wie es scheint wohl tatsächlich unaufhaltsame Transformation. Zum großen Glück bin ich bald Rentner und genieße als Boomer die Gnade der frühen Geburt.
Kurz wiederholt, weils hofflungslos ist. Im Dummland war einmal ne Zweiradindustrie (Zündap, Kreidler, Herkules), ne Audio,TV und Kommunikationstechnikindustrie (Grundig, Telekunken usw.) und so wird es auch mit der Autoindustrie passieren, früher oder später !
@Alex Müller: Wenn sie schlau sind, werden sie das verbessern. Oder auch nicht, weil unser Markt bis dahin völlig bedeutungslos geworden ist. Das Beispiel aus meinem Umfeld, auf das ich mich bezog, war MG… besser bis auf weiteres einen ordentlichen Gebrauchten kaufen. Eins dürfte aber klar sein: Ein Wegwerfauto ist nicht umweltfreundlich – und Wegwerfautos bauen inzwischen leider so gut wie alle.
Seinerzeit bestand England auf der Kennzeichnung „Made in Germany“ als Unterscheidungsmerkmal zu eigenen, vermeintlich überlegenen Produkten, bis sie merkten, dass Produkte „Made in Germany“ zunehmend den eigenen überlegen waren und „Made in Germany“ zu einem Gütezeichen erster Klasse geworden war. Ebenso überheblich wischt der Deutsche schon seit vielen Jahren das chinesische Produkt mit der Bezeichnung „Chinaschrott“ beiseite ohne zu begreifen oder zu erkennen, dass China entweder schlechtere Qualtität sehr viel billiger, oder gleiche Qualität billiger, oder bessere Qualtiät zum gleichen Preis produzieren kann. Letzteres aber nur dann, wenn das Produkt überhaupt noch in Deutschland hergestellt wird. Fazit: Der Zug ist abgefahren!
@Lao Wei, „D’schland als 中国的殖民地 “ – - Im Herbst 1990 haben mein Mann und ich China bereist – von Beijing über Xi’an bis Urumqi und Turfan – und zurück nach Beijing und hatten viel Gelegenheit, Fleiß, Ehrgeiz und Unternehmergeist der Chinesen zu entdecken: Stets nach Feierabend, wenn des Tages Arbeit im Staatsbetrieb getan war, entstanden wie von Zauberhand auf jeder freien Fläche, auch mitten auf der Straße, Verkaufsstände für alle möglichen Produkte dieser Welt. Gefälscht natürlich. Damals stellte mein Mann lapidar fest: In dreißig Jahren werden die Jeans für China in Deutschland genäht. Ganz so weit sind wir noch nicht, aber auch nicht mehr weit davon entfernt. In Sachen Bildung erreicht hier schon seit Jahren kein Schüler mehr chinesisches Niveau. Und das ist ein zuverlässiger Wegweiser für die Zukunft.