Dirk Maxeiner / 24.05.2020 / 06:20 / Foto: Pixabay / 79 / Seite ausdrucken

Der Sonntagsfahrer: Das schmutzige Geheimnis

Kleine Ausflüge erhalten die Freundschaft, besonders am Sonntag. Aber auch sonst. Das dachte sich auch der Brite Neil M. Ferguson, auch "Professor Lockdown" genannt, und britischer Regierungsberater in Sachen Corona-Eindämmung. Der Mann beunruhigte die Welt mit stark übertiebenen Coronaopfer-Hochrechnungen, aber das sei ihm verziehen. Irren ist menschlich und Wissenschaftler sind auch nur Menschen. 

Fergurson beispielsweise hat eine Freundin, die verheiratet ist, aber nicht mit ihm. Folglich besuchte seine Herzensdame ihn während des Ausgehverbotes gleich mehrmals, wobei die beiden den Mindestabstand auf unter Null reduzierten, so heißt es. Als es rauskam kreischten Anstandstanten und Pandemiker im Chor: „Ein Fall für die Polizei!"  Der gute Ferguson musste sogar seine Funktion als Regierungsberater niederlegen.

Der Sachverhalt ist zunächst einmal very, very british. Es ist fast, als habe Shakespeare ein spätes Werk geschrieben. Denn der Vorfall offenbart die ganze Tragödie des Menschseins im Jahre 1 n.cor. (1 nach Corona). Es geht um den tragischen Konflikt  zwischen "Jedes Leben zählt" und dem Leben an sich. Zum letzteren gehört ein Schäferstündchen einfach dazu. Jedes Schäferstündchen zählt nämlich auch. Ohne Schnackseln kein Leben, es sei denn, man macht künstliche Befruchtung zur Vorschrift. Seuchentechnisch wäre das der einzig mögliche Kompromiss zwischen Hygiene und Fortpflanzung. Womit wir bei des Pudels Kern und damit bei der Frage wären: Wofür soll das Leben gut sein, wenn man es nicht leben darf? 

In der Zeitrechnung nach Corona stellt sich mein bisheriges Leben jedenfalls als einziges Desaster dar. Es besteht im Grunde aus einer konsequenten Aneinanderreihung von Verstößen gegen die Seuchenhygiene. Leben heißt nun mal: Raus ins Grüne, rein in die Kneipe, Freunde treffen, feiern, singen, sich ab und zu prügeln, ins Kino gehen, Reisen, Sonne tanken, Sport treiben, Partnersuche in jeder Lebenslage, die Oma im Pflegeheim umarmen. 

Mal angenommen, zu Zeiten meiner Geburt sei ein Dauer-Shutdown erlassen worden: Dann hätte ich aus dem Kreißsaal gleich in die Grabkammer des Tutanchamun marschieren können. Stattdessen hielt ich es immer mit dem schwäbischen Motto: "Nichts ist umsonst außer dem Tod – und der kostet das Leben." Das riskiert man sozusagen täglich, die meisten haben es aber vergessen. Wenn es keinen Tod mehr gibt, dann gibt’s auch kein Leben mehr. Sorry für die schlechte Nachricht am Sonntag, die gute lautet: Der gemeine Mensch weiß gar nicht, wie oft er dem Sensenmann schon von der Schippe gesprungen ist. Ich auch nicht, aber ich hab da so ein paar Vermutungen.

So erinnere ich mich an einen Aufenthalt im indischen Pune. Vor ein paar Jahren hatten wir von Achgut.com dort eine Wohnung gemietet, um ein paar Wochen vom indischen Subkontinent zu berichten. Einer von uns war immer krank. Zum Glück immer ein anderer und nicht alle auf einmal. Die Betroffenen meinten stets, sterben zu müssen, aber das schien nur so. Eines Morgens beobachtete ich den jungen Koch, den der Vermieter uns mitvermietet hatte. Er tippte mit dem Finger auf den Fußboden und betrachtete dann nachdenklich das daran haftende kleine, schwarze Kügelchen. Es war Rattenkot. Ratten klettern durch Abflussrohre, als dokumentierte Bestleistung gilt der 13. Stock. Der junge Mann versicherte mir, dass diese Mitbewohner schon länger anwesend, aber harmlos seien, schüttelte das Kügelchen ab und ging seelenruhig in die Küche, um für uns den Morgen-Tee zu bereiten. Ein Händewaschen war nicht zu vernehmen. Das war der Tag, an dem ich begann, mein Immunsystem zu lieben.

Durch Ratten übertragene Krankheiten haben mehr Menschen dahingerafft als Kriege und Revolutionen. Pest, Fleckfieber, Bandwürmer, Tollwut und Tuberkulose, Leptospirose, Salmonellen, Hepatitis E, der Mensch hat die freie Auswahl zwischen 120 von den Nagern übertragenen verschiedenen Krankheiten. Wie konnte ich Indien bloß überleben? Wie konnte ich Billig-Absteigen in Saigon, Shanghai, Peking, Bangkok, Bombay, Mexiko überleben? Wie konnte ich jene komplett verdorbene Leberwurst überleben, die meine Mutter im Kühlschrank für den Dackel reserviert hatte, was mir aber nach einer feuchtfröhlichen Nacht egal war? Und wie konnte ich den Dackel überleben, der sich so gerne in Schafscheiße wälzte? Und mir anschließend auf den Schoß hüpfte, um mich an seinem Glück teilhaben zu lassen? Wie konnte ich den Sangria-Eimer in Mallorca überleben, den ein halbes Dutzend Jungmänner gleichzeitig runterkippten? Wie konnte ich Masern, Mumps und Grippe überleben? Und das Ganze ohne Robert-Koch-Institut und Jens Spahn?

Die Antwort: Das hat mein Immunsystem für mich erledigt. Das ist sowas wie das Luftabwehrsystem der Bundeswehr, übt aber jeden Tag. So werden bereits im Mundraum bestimmte Erreger durch den Speichel und die Schleimhäute abgefangen, als seien sie Saskia Esken und hätten sich für den Elternbeirat von Achgut.com beworben. Gelingt dem Unhold dennoch ein weiteres Vordringen, stellen sich spezialisierte Abwehrzellen entgegen und bekämpfen ihn.

Das unspezifische Abwehrsystem besteht aus einer Vielzahl von äußerlichen Barrieren, die einen natürlichen Schutzwall gegenüber Erregern und Fremdstoffen bilden: Haut, Schleimhäute, Flüssigkeit der Augen, Urin, Magensäure, Speichel. Diese sind der Grund, warum viele Eindringlinge nie ihr eigentliches Ziel zu Gesicht bekommen. Die Haut verfügt beispielsweise über einen leicht sauren pH-Wert, der einige Erreger abwehren kann. Die Magensäure setzt noch einen drauf und beinhaltet eine starke Säure, die ohne geeigneten Schutz auch unsere Zellen und Organe und eine gedruckte Ausgabe des Spiegel auflösen würde. Die Tränenflüssigkeit und der Speichel enthalten das Enzym Lysozym, welches die Zellwand vieler schädlicher Mikroorganismen zerstören kann. 

Besonders sympathisch sind mir die sogenannten Fresszellen

Aber nicht nur die äußeren Barrieren sind Teil der unspezifischen Abwehr, sondern auch bestimmte Signalstoffe und Zellen (weiße Blutkörperchen). Besonders sympathisch sind mir beispielsweise die sogenannten Fresszellen, die ihre Widersacher im wahrsten Sinne des Wortes auffressen. Diese werden in unserem Knochenmark gebildet und spazieren durch den Körper, bis sie auf einen fremden Eindringling treffen. Man spricht beim unspezifischen Abwehrsystem auch von dem angeborenen Immunsystem. Dieses System ist zwar nach der Geburt noch nicht vollständig ausgebildet, dennoch kann es schon das Baby vor manch gefährlichem Erreger schützen. Deshalb kann es getrost ohne Quarantäne ins Leben treten.

Wenn die Bundeswehr, pardon, die unspezifische Abwehr überfordert ist und die Erreger nicht neutralisieren kann, kommt die spezifische Abwehr zum Zug, die US-Marines unseres Immunsystems. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um einen Abwehrmechanismus, der spezifisch gegen „bekannte“ Erreger wirkt. In etwa so, als würde Henryk Broder gegen Jakob Augstein in Stellung gebracht.

Dies geschieht dadurch, dass die Zellen dieses Abwehrsystems schon einmal Kontakt mit diesen Eindringlingen hatten und sich deshalb an sie „erinnern“ können. Dadurch ist das spezifische Immunsystem in der Lage, bei einem erneuten Angriff des gleichen Erregers schnell und effektiv zu handeln. Diese Fähigkeit entwickelt sich allerdings erst im Laufe des Erwachsenwerdens und ist daher bei Kindern und Schneeflöckchen noch unzureichend ausgebildet, bei Broder jedoch in höchster Perfektion vorhanden. 

Ein wichtiges Mittel des spezifischen Abwehrsystems sind übrigens die Antikörper. Diese dienen zur Kommunikation zwischen den Abwehrzellen und zur Bekämpfung der Erreger. Die spezifische Abwehr ist auch der Grund, warum wir an manchen Infektionskrankheiten nur einmal im Leben erkranken. Danach sind wir gegen diese Erreger „immun“, so ähnlich wie ein Teil der Ostdeutschen gegen Honeckers Erben.

Das Immunsystem ist eine individuelle Waffe und insofern den Sozialisten ein Dorn im Auge. Die mögen es nicht, wenn jeder abwehren kann, wann, wo und was er will. Deshalb möchten sie das Immunsystem am liebsten durch den Staat ersetzen. Wozu ein Immunsystem, wenn man alle einsperren kann? Bislang ist es allerdings nicht einmal den Nord-Koreanern gelungen, das Corona-Virus draußen zu halten, obwohl sie in puncto Grenzschließung weltweit führend sind. Und auch ehemalige DDR-Bürger fragen sich: Wie hat es die Grippe seinerzeit bloß von Leipzig nach München und umgekehrt geschafft, obwohl sich alle so brav an die Reisebeschränkungen gehalten haben?

Anschließend verdrückten sie eine Bratwurst 

Am vergangenen Vatertag habe ich mich deshalb richtig über das Leben gefreut. In einer Kneipe nahe meiner Wohnstatt – ich erzähle jetzt nicht, welche – traf sich eher der proletarische Anteil der Bevölkerung. Schon am frühen Nachmittag war die Stimmung ausgelassen, und die Abstandsregeln wurden hier und da unterschritten. Die Leute prosteten und lachten, Hunde trollten und sabberten umher, die kleinen Kinder zogen sie am Schwanz und fuhren mit ihren Spielzeugautos unter den Tischen umher. Anschließend verdrückten sie eine Bratwurst in der Hand. Der Mensch ist unter dem Strich ein intelligentes Wesen, und die Ausflügler taten das, was die Evolution dem Homo sapiens mitgegeben hat: Sie trainierten ihr Immunsystem – in der Zeitrechnung nach Corona gibt es allerdings eine staatliche Order, dieses zu unterlassen. So etwas nennt man einen Zielkonflikt.

Nun gibt es Leute, die eine panische Angst haben, mit derlei Krankmachern in Berührung zu kommen. Das waren bisher aber eher Ausnahmen. Man denke nur an den legendären Howard Hughes. Der Milliardär hatte sich in den letzten Jahren seines Lebens im obersten Stockwerk des Desert-Inn-Hotel in Las Vegas eingebunkert. Rolläden runter, gepinkelt wurde in desinfizierte Gläser, statt Schuhen trug er Kleenex-Boxen. Seine Mitmenschen, die nur noch durch einen Türspalt mit ihm kommunizierten, tippten sich amüsiert an die Stirn. Ein Verrückter. Ein Irrer. Ein Untoter. 1976 starb er trotz aller Vorsichtsmaßnahmen an einem Herzinfarkt, mit 71 eher etwas früher als Andere. Er hatte die ganze Zeit vor dem Falschen Angst. Der Lockdown im Desert-Inn hat ihm nix geholfen. Ein bisschen warme Sonne und eine verheiratete Freundin hätten ihm bestimmt gut getan.

Aber das ist lange her. Inzwischen soll der Mensch von Amts wegen zum Untoten gemacht werden, und kaum jemand tippt sich an die Stirn. Liebe Pandemiker, Ihr könnt euch auf den Kopf stellen, mit den Ohren wackeln und den Planeten in eine desinfizierte Gummizelle verwandeln, aber es wird nix bringen: Die kleinen Viecher und Plagen sind noch immer da. Ein einziges Kopfkissen enthält 350.000 Bakterienkolonien. Mikroben, Bakterien, Viren und Pilze fühlen sich einfach überall wohl, ihr neuestes Biotop ist die Atemschutzmaske. 

Weder so eine Art Dauer-Lockdown im Bereitschaftsmodus noch ein Impfstoff hilft dem Menschen aus der Patsche, denn nach Corona kommt irgendwann das nächste gemeine Virus um die Ecke. Sollen wir da wieder in die Gummizelle und mit schlotternden Knien als Untote durch das Leben geistern? Mit  Angst vor den eigenen Händen?

Zu den Umständen des Lebens zählt mitunter die Einsicht in das Unvermeidliche: Entweder dein Immunsystem hilft dir oder niemand hilft dir. Also hilf am besten deinem Immunsystem. Oder, wie der amerikanische Comedian und Fernsehmoderator Bill Maher es ausdrückt: „Ihr könnt nicht das Universum desinfizieren“. Das sollte man aber nicht zu laut rumerzählen, sonst bringt man Angela Merkel auf das Motto für ihre nächste Amtszeit. "Das gute Leben. Für ein keimfreies Klima. CDU".

Selbstverständlich muss man diejenigen, deren Immunsystem eine Abwehr nicht bewältigen kann, schützen und darf sie nicht fahrlässig gefährden. Niemand will seine Oma oder seinen Opa umbringen. Aber selbst die Menschen in der Risikogruppe sollte man fragen, ob und wie sie geschützt werden wollen und wie nicht.

Das ist ja eine Entscheidung, die nicht nur alte Menschen treffen müssen, sondern auch junge. Dinge wie Zigaretten, Alkohol, unsteter Lebenswandel sowie die Teilnahme an Autorennen verkürzen das Leben, machen aber Spaß. Wahrscheinlich würde man diese Dinge mittlerweile allesamt am liebsten verbieten. Wo kommen wir hin, wenn das Individuum sich selbst um seine Lebenserwartung kümmert?

Der Ex-Formel 1-Weltmeister Niki Lauda, der im Alter von 70 Jahren verstarb, setzte sich nach seinem furchtbaren Unfall im Jahre 1976 wieder ins Formel-1-Cockpit und wurde erneut Weltmeister. Das war sein Leben. Von den 775 Piloten, die je bei einem Grand Prix am Start standen, sind 79 im Rennauto zu Tode gekommen, also jeder zehnte. Doch auch für die Vorsichtigen und Zaghaften wird das Leben nie ohne Risiko sein. Es kommt immer wieder mal vor, dass jemand im Safaripark vom Tiger gefressen wird. Oder in Indien das falsche Glas Wasser trinkt. 

Nüchtern betrachtet, unterscheidet sich die Lebensgefahr durch das Corona-Virus nicht besonders von der durch andere auf dem Planeten verbreitete Krankheiten. Oder anderen allgemeinen Lebensrisiken. Warum wird es nicht als solches wahrgenommen? Wie hat es das Virus geschafft, unser gesamtes Leben derart zu dominieren? Das ist mir vollkommen schleierhaft.

 

Von Dirk Maxeiner ist in der Achgut-Edition erschienen: „Hilfe, mein Hund überholt mich rechts. Bekenntnisse eines Sonntagsfahrers.“ Ideal für Schwarze, Weiße, Rote, Grüne, Gelbe, Blaue, sämtliche Geschlechtsidentitäten sowie Hundebesitzer und Katzenliebhaber, als Zündkerze für jeden Anlass(er). Portofrei zu beziehen hier.

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Leserpost

netiquette:

Thomas Gildemeister / 24.05.2020

@Caroline Berthold Beim Lesen Ihres Kommentars beschlich mich das Gefühl, daß Sie den Artikel einfach nicht verstanden haben.

Jürgen Probst / 24.05.2020

Das alte Männer immer den Helden spielen müssen. Lächerlich.

Matthias Olschowy / 24.05.2020

Perfekt!!!

Rainer Berg / 24.05.2020

Toller Artikel, danke dafür. Leider werden es in Deutschland immer weniger Leute, die ihn auch verstehen würden, denn das Bedürfnis selbständigen Denkens nimmt immer mehr ab.

jörg spaltenberger / 24.05.2020

Guten Morgen Herr Maxeiner, tja wie konnten wir das alles überleben? Das habe ich mich auch schon immer gefragt. Sie haben das ganz richtig erkannt,durch unser Immunsystem! Als Kinder sind wir bei Wind und Wetter draußen gewesen manchmal durchnässt vom Regen und durchgefroren zurück ins Haus gekommen und waren doch nicht krank. Im Sommer spielen wir in Matsch und Dreck, ganz ohne Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor fünfzig. Das gab zwar regelmäßig zu Beginn der warmen Jahreszeit einen veritablen Sonnenbrand, der aber wieder verging. Oft waren wir dermaßen dreckig, das wir von der Haustür direkt ins Bad geschickt wurden. Meine Mutter sagte immer:“Dreck gibt Speck” was keiner von uns verstand. Fünfzig Jahre später und um viele Erfahrungen reicher, weiß ich heute, das uns dieses Leben draussen gerettet und gesund gehalten hat. Das ungesunde Leben das wir heute führen,hat uns Krankheiten beschert, die es früher in dem Ausmaß nicht gab. Insbesondere die seit den siebziger Jahren propagierte Angst vor der bösen Sonne,die zu allen möglichen Krebs-Formen führen soll,hat dazu geführt das wir Vitamin D 3 ,welches sich durch Sonnenstrahlung in unserer Haut bildet,nicht bzw.in unzureichender Menge bilden,da selbst kleine Kinder sofort mit LSF fünfzig zugekleistert werden. Dadurch wird unser Immunsystem immer schwächer und kann sich zb. gegen Bakterien und Viren nicht mehr verteidigen. Wer jetzt behaupten möchte,das dies nicht erwiesen sei, möge sich einfach ein paar der elftausend wissenschaftlichen Arbeiten zu Vitamin D anschauen, Oder ein paar Arbeiten von Uwe Gröber ,Prof.Dr.Jörg Spitz, oder Dr Van Helden , oder deren YouTube Videos. Mich hat die ganze Zeit über gewundert,das diese Experten nicht zu Wort kommen dürfen. Wenn es richtig ist,das achtzig Prozent der Bundesbürger mit einem unzureichendem Vitamin D Spiegel herumlaufen und dadurch ein offenes Scheunentor für Krankheitserreger darstellen,dann führt der Weg dies zu ändern zurück zur Natur.

Krug-Fischer, Bernhard / 24.05.2020

Lieber Herr Maxeiner, Sie schreiben „Nüchtern betrachtet, unterscheidet sich die Lebensgefahr durch das Corona-Virus nicht besonders von der durch andere auf dem Planeten verbreitete Krankheiten. Oder anderen allgemeinen Lebensrisiken.“ Da bin ich ganz bei Ihnen. Auch bin ich bei Ihnen, dass ein gesundes Immunsystem sehr wichtig ist, um so einen Virus zu bekämpfen. Und der Körper kann das. Im Zuge der Krise habe ich gelesen, dass der Körper wesentlich mehr Bakterien und Viren hat als Körperzellen. Aber es wird so viel Angst und Panik geschürt, dass die Menschen irrational handeln. Es gibt jetzt vermehrt Videos zu finden, wo Ärzte an die Öffentlichkeit gehen und ihre Meinung sagen. Eine Ärztin beschreibt, dass es ihre Hauptaufgabe im Moment ist, den Patienten die Angst zu nehmen. Ein anderer Arzt hat in seiner Praxis nicht einen einzigen Corona-Patienten. Dann beschreibt er die Lage, wie es 2017/18 in der Praxis zugegangen ist. Damals gab es nach Angaben des RKI ca. 25.000 Todesfälle. Wieso gab es damals keinen Lockdown? Ganz einfach: da gab es noch nicht die ausgeprägte Finanzkrise wie jetzt, wo ein Virus herhalten muss, um die Maßnahmen zu begründen, um den Chrash hinauszuzögern. Huch, das ist jetzt meine Verschwörungstheorie. Eine andere Verschwörungstheorie habe ich gestern gelesen. Der Lockdown musste kommen, um die Abhängigkeit von China zu verschleiern. China hat bekanntlich alles dicht gemacht, so dass die Lieferketten unterbrochen wurden. Viele deutschen Fabriken, speziell in der Automobilindustrie, hätten somit eh schließen müssen, weil keine Bauteile zur Verarbeitung mehr gekommen wären.  Auf alle Fälle bin ich auf den Herbst gespannt, wenn ab November die nächste Influenza-Welle kommt. Und auch da sind Coronaviren beteiligt. Bestimmt auch das SARS-CoV-2 und das SARS-CoV-3, dessen Gefährlichkeit noch nicht bekannt ist. Wird dann wieder alles dicht gemacht?? Fällt dann Weihnachten und Silvester aus??

Dr. M. Ludwig / 24.05.2020

Lieber Hr. Maxeiner, Ich kann Ihnen nur beipflichten. Wir Menschen, Ausschluss Eremiten, sind Herdenwesen. In den Ballungszentren mehr, im ländlichen Bereich etwas weniger, aber dennoch permanent kontakt-bildend, - haltend. Wer glaubt, mit einem Abstandsgebot virale Aktivität unterdrücken, resp. unterbinden zu können, der müsste die Menscheit in Ganz-Körper- Kondome mit externem Luftversorgungssystem stecken. Unser grundsätzliches Problem sind nicht die Viren, sondern unsere ungebremste Reproduktionsgeschwindigkeit, sprich Bevölkerungsexplosion. Aber selbst diese erklärt nicht, warum es auf dem Kontinent Afrika zu keinem Massensterben zumindest der älteren Bevoelkerungsanteile durch Covid kommt. Wir müssten doch von unseren aufmerksamen Medien schon längst über Massensterben in den dortigen Großstädten gehört haben. Haben wir? Ich freu mich über den unaufgeregten Pragmatismus der schwedischen Kollegen und bin gespannt auf deren “Outcome” im Vergleich zu unserem. Bleiben Sie gesund und auf Tuchfuehlung. MfG

Stefan Riedel / 24.05.2020

“...Nüchtern betrachtet, unterscheidet sich die Lebensgefahr durch das Corona-Virus nicht besonders von der durch andere auf dem Planeten verbreitete Krankheiten. Oder anderen allgemeinen Lebensrisiken. Warum wird es nicht als solches wahrgenommen? Wie hat es das Virus geschafft, unser gesamtes Leben derart zu dominieren? Das ist mir vollkommen schleierhaft….”. Trump ist an allem (inklusive Viren ) schuld! Das Virus wird umbenannt Wuhan-Trump. ( oder vielleicht doch Ferguson Schnacksler?).

Caroline Berthold / 24.05.2020

Lieber Herr Maxeiner, grundsätzlich stimme ich mit Ihnen überein: Das Leben will gelebt sein. Ansonsten gefällt mir der Tenor des Artikels nicht. Sie fallen dem Bias of survivor anheim: Sie konnten den indischen Koch überleben, weil Sie überhaupt bis dahin überlebt haben. Das liegt unter anderem an einer gut ausgebildeten, leiblichen (ein Hoch auf Semmelweis) Mutter, die ihnen alle damals verfügbaren Impfungen zuteil werden lies und die damals unimpfbaren Krankheiten als Herausforderung annahm, aber nie auf den Gedanken gekommen wäre, zur Masernparty einzuladen. Außerdem leben Sie in Zeiten, in der man es sich leisten kann verdorbenes Fleisch an den Hund zu verfüttern, statt sich die Frage zu stellen, woran sterbe ich zuerst: am Hunger oder Botulin? Ja, und ein Danke an den Schäfer, der da seine Schafe milzbrand- und leberegelfrei weidet. Ein Hoch auf den Klemptner ihrer Lieblingskneipe, der dafür sorgt, dass viele gefährliche Bakterien nicht auf dem Fußboden landen und von spielenden Kindern aufgenommen werden. Wo wir am Jubeln sind: haben Sie schon der Straßenreinigung, den Kanalarbeitern und den Gebäudereinigern gedankt? Sie alle sorgen dafür, dass unser Organismus einer erträglichen Anzahl von Angriffen ausgesetzt ist und keinen Zweifrontenkrieg führen muss . Um in Ihrem Bild zu bleiben: unser Imunsystem ist die Flugabwehr der Bundeswehr, unsere Infrastruktur die amerikanische Rückendeckung. Würden Sie sich im Ernstfall wirklich auf die Bundeswehr verlassen wollen?  

Justin Theim / 24.05.2020

Sehr geehrter Herr Maxeiner, ausgezeichnet! Genauso ist es. Darf ich mir erlauben, die letzte Frage Ihres Artikels zu beantworten? Meine Antwort lautet: weil unsere gewissenlosen machtgeilen Politiker (aber auch die anderer Länder) sehr schnell erkannt haben, dass sie Corona für ihre eigenen Zwecke instrumentalisieren können. In Deutschland speziell für: - Weitere Unsichtbarmachung der Opposition - Kriminalisierung von Regierungskritikern - Schleifung unserer freiheitlich-demokratischen Grundrechte - Verhinderung oder wenigstens Marginalisierung von Anti-Regierungs-Demonstrationen - Durchsetzung von bürgerschädlichen bis bürgerfeindlichen Gesetzen und Verordnungen - Vorantreiben der Ent-Souveränisierung Deutschlands durch Abgabe weiterer Hoheitsrechte an die EU Die Liste könnte noch etwas länger werden, aber ich denke, es reicht auch so schon.

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