Zu Weihnachten erfreute mich ein Freund mit einer historischen Weihnachtskarte, die ein altes Ford T-Modell zeigt. In den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts war das Modell-T mehr als nur ein Fahrzeug. Es war ein Versprechen. Heute würde man sagen: „Ein Narrrativ“. Oder auch: Ein Parteiprogramm. Allerdings war es keine Märchenerzählung sondern traf die Wirklichkeit: Zum ersten Mal konnten sich ganz normale Familien ein eigenes Auto leisten. Es brachte Menschen zu Verwandten, nach Hause zu Weihnachten, über verschneite Landstraßen und durch dunkle Winternächte – dorthin, wo die Lichter brannten und Omas Truthahn im Backofen schmorte. Eine Versprechung wurde eingelöst, was sich in ewiger Treue der Kundschaft niederschlug. Ford ist heute noch die uramerikanische Marke des weiten Landes, General Motors ist was für Stadteier.
Künstler malten das Modell-T, beladen mit Geschenken, mit einem Tannenbaum auf dem Dach oder fröhlichen Menschen in dicken Mänteln. Das Auto stand für Aufbruch und Zusammenhalt, so ähnlich wie sich eine Bewegung. die noch erfunden werden müsste, heute wünschen würde: „Wir kommen heim“, sagten diese Bilder, „egal wie weit der Weg ist.“ Das sind gleich mehrere metaphorisch tragfähige politische Slogans auf einmal. Und jeder ist besser als das absolute Schwarz, das den Menschen hierzulande politisch angeboten wird. Absolutes Schwarz (oder das schwärzeste Schwarz) bedeutet eine extreme Lichtabsorption von nahezu 100 Prozent, wodurch Objekte ihre Konturen verlieren und wie Löcher oder Schatten wirken, weil fast kein Licht reflektiert wird. Es beschreibt einen Zustand, der dem absoluten Fehlen von Licht am nächsten kommt. Eine einzige Weihnachtskerze würde schon sehr helfen: „Wir kommen heim, egal wie weit der Weg ist“, ich glaube, man könnte Wahlen damit gewinnen, überall in Europa.
Die T-Modell Weihnachtskarten erzählten leise Geschichten. Von Besuchen bei Großeltern, von Liebe trotz Distanz, von Fortschritt, der Wärme brachte statt Kälte. Das Ford Modell-T wurde zum Symbol einer Zeit, in der Technik half, Nähe zu schaffen. Ich spreche hier von körperlicher, physischer Nähe, die durch Nichts zu ersetzen ist, solange wir autonome Menschen sind. Während der Corona-Zeit war das Automobil und das Wohnmobil das letzte Refugium des Widerstands, in dem man maskenfrei Mensch sein durfte. Ein faradayischer Käfig, der gleichsam als Blitzschutz gegen die Wahnsinnigen funktionierte.
Henry Ford glaubte, dass ein Auto kein Spielzeug für Reiche sein sollte. Also ließ er alles Überflüssige weg. Das Modell-T hatte nur wenige Varianten, fast alle Teile waren gleich und austauschbar. Jeder Dorfschmied konnte es reparieren. Dann kam das Fließband. Jeder Arbeiter wurde zum Meister eines einzigen Produktions-Schrittes. Was vorher Stunden dauerte, brauchte nun Minuten. Die Kosten sanken, der Preis fiel – Jahr für Jahr. Aus einem Luxusgut wurde ein Gebrauchsgegenstand. Und so veränderte sich Amerika (und später auch Europa) – und zwar zum Positiven. Farmer konnten ihre Ernte schneller in die Stadt bringen. Arbeiter lebten nicht mehr nur dort, wo sie arbeiteten, sondern weiter draußen, im Grünen. Städte wuchsen, Vororte entstanden, Straßen wurden gebaut. Das Modell-T schenkte den Menschen Beweglichkeit – und damit Freiheit.
In keinem anderen Auto wurden mehr Kinder gezeugt und geboren als im T-Modell
Auch die Fabrikarbeiter selbst profitierten. Höhere Löhne machten es möglich, dass jene, die das Auto bauten, es sich selbst leisten konnten. Ein Arbeiter fuhr nun das Produkt seiner eigenen Hände nach Hause. Das war neu. Und revolutionär. So wurde das Ford T-Modell mehr als ein Auto. Es war ein Werkzeug des Wandels. Preiswert nicht aus Zufall, sondern aus System. Und genau darin lag seine Kraft. Und für viele, die über keine eigene Wohnung verfügten, war es auch im Stehen von verlockendem Nutzen: In keinem anderen Auto wurden mehr Kinder gezeugt und geboren als im T-Modell.
Und nun zur Gegenwart: Schon rein demografisch ist das eigene Auto wirkungsvoller als eine wie auch immer geartete staatliche Familienprämie. Es ermöglicht, die Partnersuche zu jeder Tages- und Nachtzeit spontan auszuweiten. Ich weiß, wovon ich rede, denn ich bin in der Eifel aufgewachsen. Jetzt komme mir niemand mit Uber oder einem Elektroroller: Versuchen Sie einmal, ein Kind in einer Straßenbahn oder auf einem Lasten-Fahrrad zu zeugen, geschweige denn zur Welt zu bringen. Geht sicherlich auch, man braucht aber Nerven wie ein Seiltänzer unter der Zirkuskuppel.
Aber das nur nebenbei. Das Automobil erwies sich auch politisch als probates Mittel gegen Hass und Hetze; für die europäische Verständigung und das gedeihliche Zusammenwachsen des Kontinents hat es mehr getan als jeder andere Gegenstand. Die Karawanen über den Brenner haben den europäischen Gedanken populär gemacht, nicht Ursula von der Brüsseler Hofreitschule.
Die verdorrten Herrschaften dort wollen das Auto jetzt unter fadenscheinigen Argumenten rückabwickeln. Diesen Leuten passt einfach nicht, dass Menschen zusammenkommen, wann und wo immer sie wollen. Sie stören sich daran, dass der Plebs ihnen den Blick auf den Schiefen Turm von Pisa verstellt und den Parkplatz an der Strandpromenade von Cannes streitig macht. Sie werden nervös, wenn freie Menschen freie Gedanken austauschen können – und zwar ohne die digitale Kontrolle darüber zu haben. Und deshalb wollen sie aus dem Auto so eine Art Mithörzentrale für Hessen gegen Hetze machen.
Die wunderbare europäische Idee, deren Kern Völkerverständigung und Freiheit war, ist zu einem Bevormundungs-Kartell nicht demokratisch legitimierter Apparatschiks geworden. Sie sind es, die Europa zerstören – nicht die Bevölkerung oder die politische Konkurrenz.
Sie haben den Ideologen mit ihrer Anbiederung den Strick verkauft
Nichts macht das so deutlich wie der finale Todesstoß, den man derzeit dem privaten Auto und dem Individualverkehr versetzen will. Es geht ihnen nicht darum, ob wir nun elektrisch oder nicht-elektrisch fahren, ihr Ziel ist in Wirklichkeit, dass wir gar nicht mehr Auto fahren. Wie sonst sollte man erklären, dass der Bau sparsamer Kleinwagen für den kleinen Mann zuerst torpediert wurde und nun zumindest in Deutschland nicht mehr stattfindet? Ein System, für das so etwas wie die BMW-Isetta eine atomare Bedrohung ihrer Machtposition darstellt, befindet sich zweifellos in den letzten Zügen.
Die mutwillige Zerstörung der Automobilindustrie und in der Folge des erschwinglichen Autos für jedermann wird das fein gesponnene Netz unserer zwingend mobilen Zivilisation stilllegen. Er wird sehr viele Verlierer und ganz wenige Gewinner produzieren. Das Auto ist eine Idee, und diese Idee wird zerstört – ohne dass einer der Verantwortlichen auch nur den Hauch einer neuen Idee hat. Ihre größte Inspiration ist das Wort „Konzept“. Inhalt gilt als bürgerlich, Mühe als Verrat an der Muse.
Leider hat auch die Autoindustrie ihren Teil zu dieser Entwicklung beigetragen. Sie haben den Ideologen mit ihrer willfährigen Anbiederung an die Anti-Autopolitik den Strick verkauft, an dem sie nun aufgehängt werden. Sündhaft teure, tonnenschwere und elektronisch mit Überwachungstechnik überladene Fahrzeuge, die obendrein astronomische Reparaturkosten verursachen, sind Angsttriebe einer ratlosen Branche, die den Minimalismus im Denken kultiviert hat.
Ähnlich wie die Deutsche Bank sich seinerzeit von ihrem „Massengeschäft“ trennte, meinten die Autohersteller mit sogenannten „Premiumkunden“ besser zu fahren. Die Einfaltspinsel von Mercedes glaubten sogar, die Taxifahrer vergraulen zu müssen. Auf die Idee wie einst Ford, alles Überflüssige wegzulassen und ein preiswertes, robustes, leicht zu reparierendes, zuverlässiges und dennoch liebenswertes Auto für den Normalverdiener anzubieten, ist in Deutschland schon seit vielen Jahren niemand mehr gekommen. Dabei liegen die Einzelteile dafür prinzipiell im Regal. Aber die Fähigkeit, sich in bescheidenere Verhältnissen hineinzudenken und in seinem Tun auch eine gesellschaftliche Funktion zu erkennen, ist offenbar abhandengekommen. Dass so etwas prinzipiell möglich ist, zeigt beispielsweise der große Zuspruch, den die Basic-Autos von Dacia in den vergangenen Jahren erfuhren.
Prohibitive Bau- und Klimavorschriften
Individuelle Mobilität ist ein Grundbedürfnis der meisten Menschen. Genauso übrigens wie die Sehnsucht des Menschen nach Eigentum und einem Häuschen im Grünen, die inzwischen für einen Normalverdiener nicht mehr zu realisieren ist. Auch dies scheint gewollt. Prohibitive Bau- und Klimavorschriften, um von den Heizungs-Gängelungen ganz zu schweigen, machen die von den Ideologen ungeliebten Einfamilienhäuser inzwischen für den gemeinen Gehaltsempfänger praktisch unerschwinglich.
So wie das Ford T-Modell eine Idee für die Beweglichkeit der Massen darstellte, wurde im 19. Jahrhundert übrigens auch eine Idee für die Wohnungsnot geboren, diesmal in Deutschland: Auf der Weltausstellung 1900 stand zwischen prunkvollen Pavillons und technischen Sensationen ein unscheinbares, beinahe bescheidenes Gebäude: das „Heimchen“ des Chemieriesen Höchst. Kein Palast, kein Monument – sondern ein kleines Haus. Und genau darin lag seine Bedeutung.
Entwickelt im Umfeld der Höchster Farbwerke, sollte das Heimchen zeigen, dass Hausbesitz nicht nur dem Bürgertum vorbehalten sein musste. Es war als bezahlbares, funktionales Eigenheim für Arbeiterfamilien gedacht: kompakt, solide gebaut, mit klar gegliederten Räumen, viel Licht und einem kleinen Garten zur Selbstversorgung. Alles war auf Zweckmäßigkeit ausgelegt – ohne dabei die Würde des Wohnens zu vergessen.
Enge Mietskasernen, schlechte hygienische Bedingungen und fehlende Sicherheit
Während viele Ausstellungsstücke von einer fernen Zukunft träumten, sprach das Heimchen ein sehr praktisches Problem an: die Wohnungsnot der Industriearbeiter. Enge Mietskasernen, schlechte hygienische Bedingungen und fehlende Sicherheit prägten den Alltag vieler Familien. Das Heimchen setzte dem eine Vision entgegen – ein eigenes Dach über dem Kopf, Stabilität, Verwurzelung.
Symbolisch stand dieses kleine Haus für einen sozialen Fortschrittsgedanken der Jahrhundertwende, der heute noch etwas für sich hat: Industrie sollte nicht nur produzieren, sondern dabei auch die allgemeinen Bedürfnisse und Sehnsüchte der Menschen im Auge behalten. Genau wie das T-Modell war auch das Heimchen dafür ein Modell, ein Denkanstoß. Es zeigte, dass Architektur, Wirtschaft und soziale Fürsorge zusammenspielen konnten. Es ist erstaunlich, in welchem Maße diese doch recht einfachen Gedanken in Vergessenheit geraten sind.
Die herrschenden Kreise in Europa glauben heute offenbar, eine Politik gegen die Menschen und ihre Bedürfnisse machen zu können. Alles, was ihnen einfällt, ist die Menschen auf einen Horizont niedriger Erwartungen einzustimmen – unter Hinweis auf wechselnde und nie endende Not- und Ausnahmezustände. Der urmenschliche Antrieb, das die Lebensverhältnisse morgen besser sein könnten als heute, findet andernorts statt.
Das ist das eigentliche Problem. Aber vielleicht lässt sich ja auch hierzulande eine neue politische Idee entwickeln, in der es nicht um die Menscheitsrettung geht, sondern eine Nummer kleiner um das Wohlergehen und die realen Bedürfnisse des Individuums. Eine Idee, die die Menschen verstehen, und die sie überzeugt, sich dafür anzustrengen.

Ich fahre seit über einem Jahrzehnt Dacia und habe einen Neuen bestellt, wirklich günstig sind die aber auch nicht mehr, weil sie es auch nicht mehr sein können, da die EU Vorschriften für Sinnloses eben auch für Dacia gelten.
Das beste Beispiel ist der VW Up. Der wurde nicht eingestellt, weil es keine Nachfrage gab, sondern weil die IT Sicherheit nur mit viel Aufwand zu halten gewesen wäre, wobei diese überhaupt nur relevant ist, weil XY Pflicht geworden ist.
@Ilona Grimm … jetzt raten Sie mal, woher „Unsere Stalinisten“ zu Berlin & Brüssel diese totalitäre Nummer herhaben, adaptierten? Aus Ihrer Bibel & dem da geschilderten Himmlischen Nordkorea.
Dann LEISTET DOCH ENDLICH NICHTS!
Es gab eine Frühphase des Kapitalismus, in der er einen Fortschritt schuf, Wohlstand, Verbesserung des Lebens, für jeden, der ETWAS LEISTET. Und es gibt eine Spätphase eines verfaulten GLOBALKAPITALISMUS, der an seinen eigenen Regeln erstickt. In dieser Spätphase ist jeder versklavt oder beseitigt, der ETWAS LEISTET, und die übelsten Schmarotzer bestimmen alles, bis zur Lufthoheit über den Kinderbetten! Sie quaken überall rein und hören jedes Wort, ja jeden GEDANKEN! Aber nicht, weil sie es können, sondern weil es VERRÄTER gibt, die denen die Möglichkeiten verkaufen, für Geld, das uns mit Gewalt abgepresst wird. Wie dumm müssen Menschen sein, um sich von MINDERPERFORMATOREN versklaven zu lassen?
Wann endlich analysiert mal jemand, WESSEN IDEOLOGIE ES WAR, die die hochtechnologische Wertschöpfung nach China geschafft hat! Und jetzt planen sie den Krieg gegen die Chinesen, nachdem sie VOLLSTÄNDIG ABHÄNGIG von denen sind. Wie dumm können Menschen sein, wenn sie mit Gewalt und Militär jede Kritik unterdrücken können? WER HAT ENDLICH DEN MUT, DAS zu analysieren??? Ich sage es euch nicht mehr. Ihr müsst selbst darauf kommen und euch dann einbilden, es wäre EURE Idee. Dogmatische Narren überall, mit viel zu viel Selbstbewusstsein und Überschätzung ihrer Möglichkeiten. Und wenn es dann schief geht, was jeder Normale lange schon voraussagt, dann sind die ANDEREN SCHULD, Putin, Trump, die AfD, XI, das Wetter, die vier Hauptfeinde des Sozialismus. WER sind die wirklichen ÖKO-Fuzzis? Die ÖKO-NOMEN! Und die Herren der Finanzmathematik! Die die Grundrechenarten nicht beherrschen. (Achtung Antisemitismusgefahr! Es gibt überhaupt keinen Globalismus!! Nicht vergessen!) Die ganzen irren Ideologien sind NUR DAS ERGEBNIS einer völlig kaputten Wirtschaftsideologie. Und am Ende gibt es Krieg, das letzte Mittel! Und das ist dann das Ende!
Man kann nicht refeudalisieren, ohne den Industriearbeiter abzuschaffen. Wo ist er denn, der Lump? Versteckt sich wieder! Wir brauchen euch jetzt alle nicht mehr! Vor 30 Jahren hieß es: „Ihr macht das jetzt nicht mehr, hier. Das macht jetz der Assiatte!“ Jetzt haben sie Angst vor dem Assiatte, die Narren. Wie DUMM können Menschen sein, wenn man sie immer machen lässt? Jetzt macht das der KI-Bot. Bis sie endlich vor dem Angst haben. Das Problem sind die NARREN, die immer bestimmen wollen, „wer das jetzt macht“! Schafft sie AB! Revolution, jetzt! Dann braucht es keinen Assiatten und keinen KI mehr. Uns gibt es schon lange nicht mehr, WEIL WIR NICHT MEHR MITSPIELEN! Und nun HEULT LEISE! Und lasst es euch von der KI machen!
>>Während viele Ausstellungsstücke von einer fernen Zukunft träumten, sprach das Heimchen ein sehr praktisches Problem an: die Wohnungsnot der Industriearbeiter.<< ## Da haben wir es doch! Das Problem ist der Industriearbeiter. Eure Wohnungsnot … mich an! Refeudalisierung jetzt, sagt der Lutz. Wer hat denn das Ewige Himmelreich im Saustall zerstört und den Hühnern die Flausen in den Kopf gesetzt, sie könnten fliegen? Und WER hat das Melk-Karussel verrotten lassen? Wer war das, Lutz?