Das Leben in einer offenen Anstalt macht mir ehrlich gesagt immer mehr Spaß. Man erlebt unterhaltende Sternstunden am laufenden Band, auch da, wo man eigentlich nicht damit rechnet. Mitte der Woche ging mein Herz auf, als Donald Trump und Friedrich Merz zusammen im Weißen Haus saßen. Also sprach Donald aus seinem güldenen Sessel: „Wir haben einen Mann zu meiner Rechten, der meiner Meinung nach in Bezug auf Energie und Einwanderung so ziemlich das Gegenteil von ihr [Angela Merkel] ist. Und ich finde, er macht seine Sache sehr gut“. Das konnte sich fast mit meinem alten Lateinlehrer messen, der aus der Rückgabe der Klassenarbeit stets eine ironische Performance machte: „Maxeiner konnte sich von ungenügend auf mangelhaft steigern, er macht seine Sache sehr gut“. Ich habe dabei übrigens genauso dreingeblickt wie Merz im Weißen Haus, sprich wie eine Maus, vor deren Loch der Kater sitzt.
Ebenfalls in lebhafter Erinnerung ist mir die Pressekonferenz des bekannten russischen Entertainers Sergei Wiktorowitsch Lawrow. Nach dem ersten Besuch von Annalena Baerbock in Russland sagte der Außenminister Russlands gar nix, sondern blickte nur in die Runde. Obwohl die letzten Stummfilme 1935 gedreht wurden, war dies einer der größten Augenblicke dieses Genres. Buster Keaton hätte Sergei Wiktorowitsch nicht toppen können: Wortlos stand im Raum riesengroß die Frage: „Warum schicken die Deutschen uns diese Nuss, und was haben diese Komiker sonst noch vor?“
Satire darf halt alles, und so überkam mich Anfang Februar ein weiterer echter Glücksmoment. Im Posteingang lag ein Schreiben von Jan Böhmermann, respektive seiner hochmögenden Anwaltskanzlei in Hamburg, die ich in mein Poesiealbum einkleben werde. Der Hauptdarsteller der Sendung „ZDF Magazin Royal“, respektive die Gagschreiber in seiner Kanzlei, ließen mich wissen:
„Ich habe mich an Sie zu wenden im Hinblick auf Ihren am 26.01.2026 auf www.achgut.com unter der Überschrift ‚Blick in die Röhre: Die Rache des SWR‘ veröffentlichten Gastbeitrag“. Moniert wurde dann der zweite Teil des folgenden Satzes, der eine Äußerung eines Abgeordneten vor dem Ausschuss für Wissenschaft, Hochschule, Medien, Kultur und Tourismus im Sächsischen Landtag wiedergab: „Und dass er [Böhmermann] wohl ein linkes Weltbild pflege, weil er Mitglied in der SPD ist.“
Dies muss die empfindsame Dichterseele des Jan Böhmermann schwer in Mitleidenschaft gezogen haben, denn er ließ ausrichten: „Diese Darstellung ist jedoch unwahr. Mein Mandant ist nicht Mitglied der SPD, sondern er war lediglich im Jahr 2019 einmal für wenige Wochen SPD-Mitglied, auch dies allerdings lediglich im Rahmen seiner erkennbar satirischen Bewerbung um das Amt des Parteivorsitzenden.“ Kurzum: Durch den Bericht seien die Persönlichkeitsrechte von Jan Böhmermann schlimm, schlimm verletzt worden.
„Lars Klingbeil freut sich schon darauf, mit Böhmermann Plakate zu kleben“.
Das ist ein bisschen gemein gegenüber dem sozialdemokratischen Clubmagazin Vorwärts, das ihn seinerzeit warmherzig in den Kreis der Genossen aufnahm: „Satiriker Jan Böhmermann ist SPD-Mitglied. Der Kreisverband Anhalt-Bitterfeld beseitige am Dienstagabend die letzte Hürde für den Parteieintritt. Generalsekretär Lars Klingbeil freut sich schon darauf, mit Böhmermann Plakate zu kleben“.
Nun will die Achse einem hoffnungsvollen Talent im öffentlich-rechtlichen Satirebetrieb nicht die Karriere wegen einer SPD-Tageszulassung versauen, insbesondere weil der Mann sich so vorbildlich für die Persönlichkeitsrechte anderer einsetzt und der stets Gesicht und Charakter zugleich zeigt. Er hält es erkennbar mit dem amerikanischen Komiker und Mitglied (nicht ausgetreten) der Marx Brothers, Groucho Marx: „Das Geheimnis des Erfolgs ist Ehrlichkeit und Fairness. Wenn du das vortäuschen kannst, dann hast du es geschafft“. Dementsprechend entfernten wir den Hinweis auf die SPD aufgrund der nicht mehr vorhandenen Parteimitgliedschaft, und setzten sogleich eine Korrektur für die empfindsame Satiriker-Seele unter den Text, den Sie hier (ohne den inkriminierten Halbsatz) lesen können. Das geschah schon aus grundsätzlicher Mildtätigkeit gegenüber den Fehlbaren und Gefallenen: Man sollte nicht das Vorstrafen-Register von Menschen ausbreiten, die dadurch an ihrer Rehabilitierung gehindert werden.
Böhmermann hatte in Unkenntnis unserer grundsätzlichen Barmherzigkeit, seinem Schreiben Beweismittel vom Umfang eines mittleren Telefonbuches hinzugefügt, man könnte fast glauben, juristische Mitteilungen würden in Hamburg nach Zeilenhonorar berechnet. Die Feststellung „Jan Böhmermann ist nicht SPD-Mitglied“ blähte sich jedenfalls auf wie die Sonne vor dem nahen Ende, was ich als durchaus gelungenes satirisches Manöver deuten würde.
Schreie in der Nacht
Leider hat das alarmierte Landgericht Frankfurt am Main dies nicht so recht begriffen und teilte mir letzte Woche mit, dass mir Kerker bei Wasser und Brot bis zu 250.000 Jahren droht – pardon, schon wieder falsch! – ein Ordnungsgeld bis 250.000 Euro, ersatzweise bis zu sechs Monate Ordnungshaft, falls die Achse den Satz über Böhmermanns SPD-Mitgliedschaft wiederholen oder verbreiten sollte. Seitdem rufe ich nachts, vom Alb und vom Fieber geplagt – Sabine ist mein Zeuge –, „Jan Böhmermann ist nicht in der SPD!“, oft mehrmals hintereinander und mit anschwellender Intensität.
Aber man muss den Casus positiv sehen: Der Chef von ZDF Magazin Royal erhielt dank unserer tätigen Mithilfe womöglich als erster Bundesbürger den Status eines gerichtlich approbierten Nicht-SPD-Mitgliedes, ich vermute, dies wird angesichts des Wirkens dieser Partei bald Nachahmer finden. Sollte eine Person, die auf Achgut.com erwähnt oder beschrieben wird, Wert auf die Feststellung legen, „Ich bin nicht SPD-Mitglied“, stellen wir gerne eine kostenlose Unbedenklichkeits-Bescheinigung aus. Gerne auch Medienschaffenden in den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, die einen Reputationsschaden durch eine vermutete SPD-Mitgliedschaft zu fürchten haben. Nicht in der SPD sein, entwickelt sich womöglich zu einem neuen identitätsstiftenden Merkmal des gelebten Widerstandes, in der deutschen Arbeiterklasse hat sich dieser Wandel ja bereits vollzogen. Ich bin übrigens auch nicht Mitglied der SPD und war sogar niemals Mitglied der SPD, was mir einen leichten Vorsprung verschafft. Ich war lediglich Mitglied der Stern-Redaktion, des Deutschen Journalisten-Verbandes und des ADAC, schreite mit meiner Resozialisierung aber ebenfalls gut voran.
Besonders beschäftigt mich natürlich die Frage, warum ausgerechnet ein Komiker so großen Wert darauf legt, nicht mehr in der SPD zu sein, denn die ist doch auf seinem Felde ein astreiner Talentschuppen. Nach dem Edinburgh Festival Fringe, dem Melbourne International Commedy Festival und „Just for Laughs“ in Montreal gilt der letzte Parteitag der SPD in Berlin als bislang erfolgreichstes Satiretreffen auf deutschem Boden. Das einprägsame Motto lautete: „Veränderung beginnt mit uns“. Um den „Unique selling point“ der SPD herauszuarbeiten, sollte der nächsten Parteitag mit der erfolgreichen Lachmesse in Leipzig fusionieren, und Jan Böhmermann könnte das Publikum mit dem Sketch „Jan Böhmermann ist nicht in der SPD!“ aufmuntern.
Möglicherweise empfindet Böhmermann aber seine Bewerbung um den SPD-Parteivorsitz im Jahre 2019 als eine gewisse Schmach, weil die starke Konkurrenz einfach nicht zu schlagen war. Denn die SPD hat auch ohne Böhmermann rund 350.000 Mitglieder, die aus rein satirischen Gründen dabei sind. Die Führungsspitze sowieso: Die seinerzeit abgetretene Andrea Nahles hatte die Latte mit einer Gesanges-Einlage im Bundestag bereits ziemlich hochgelegt: „Da da di da da, da da da da, da da da da… ich mache mir die Welt, widdewidde wie sie mir gefällt“. Statt Jan Böhmermann wurden dann die unübertreffliche Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans gewählt. Letzterer brillierte mit dem Stück „Die schwarze Null ist ein Fetisch“. Und die rote Null ist nicht in der SPD.

Demnächst zahlt man zu Recht schon ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro für die falsche Tatsachenbehauptung, es gäbe überhaupt eine Partei mit dem Namen SPD.
Böhmermann sollte aufschreiben, wo alles er nicht Mitglied ist. Da hätten wir dann ein paar Jahre Ruhe.
Ich will auch nicht in der SPD sein. Geht das auch ohne Anwalt und Gericht und Gutachten?
Etwa 82 Prozent der Baden-Württemberger haben bewiesen, dass sie dümmer als Schnittbrot sind…
Sie, lieber Herr Maxeiner, geben uns jeden Sonntag- zumindest eine kurze Zeit- unser Lachen zurück, das wir in der Woche durch unsere „großartige“ Politik verloren haben.
Mein schönster BW-Wahltagmoment: Generalissimo Tim Klötenschorf singt, stramm auf taff frisiert wie immer, sich die eingefahrenen 5,4% SPD-Prozente schön.
PS: Liegt diese unheilbare Schwindsucht vielleicht daran, dass immer Nieten vom Schlage eines Böhmermann in die SPD eingetreten und die eigentlichen SPD-Klienten immer mehr ausgetreten politisch inhaltlich wurde? Diese Sekten-SPD hat noch nicht mal mehr die Kraft ubd deb Verstand sich solche Fragen zu stellen. .
Böhmermann ist ein armseliges, hoch gefährliches, stänkernder Propaganda Würstchen des rotgrünen Staatsfunks. Das er jetzt seinen SPD Auftraggeber leugnet, denn die Staatsfunk Medien sind vorwiegend in SPD Grüner Hand, wird ihm letzt endlich als Propaganda Clown der ÖR Anstalt in das Abseits befördern. Warum ist es ihm so wichtig, nicht mit der SPD in Verbindung gebracht zu werden, schaut er sich etwa nach neuen Staatsfunk Sponsoren um? Dieser Kerl ist ein Weichei, hat er etwa die Muslime in der SPD verärgert mit seinem Freund Hirschhausen der gesponserten queeren Multi Kulti Projekt in Bürlin? Jeder Bürger muss sich öfters beleidigen lassen und der flippt aus, wegen der SPD? Den Menschen, die diesen Mediendarsteller nicht ertragen können, interessiert es nicht die Bohne, welcher Partei er gerade die Füße küsst. Er hätte zudem als Angestellter des Staatsfunk Fernsehen die Möglichkeit als Brützler um seine Brutzel Kunst zu zeigen die Sache ohne Bemühung von Anwälten richtig zu stellen.