Harmlose und lustige Stockcar-Rennen auf dem Acker vorm Dorf sind Gegenstand der neuesten Verbotsfantasien grüner Anstandstanten. Das kleine Karambolage-Vergnügen für kleine Leute zieht tausende Zuschauer an, soll jetzt aber entsorgt werden.
Angesichts der Schwere der im nachfolgenden geschilderten Straftat ringe ich mit dem Atem und möchte mich zunächst vorsichtig dem Tatort nähern. Es handelt sich um einen Acker mit den Koordinaten „48°14’02.8″N 9°47’58.7 E“ zwischen Untersulmetingen (2.156 Einwohner) und Schaiblishausen (227 Einwohner). Wer die Landstraße 275 am hellichten Tag passiert, ahnt nichts von der gefährlichen Zusammenrottung zu allem entschlossener Landbewohner, die sich hier am Wochenende des 20./21. Juli zu einem Gruppenverbrechen verabredeten. Gemäß dem schwäbischen Schweigegelübde „Da sagsch am beschta nix, na kommsch en nix nei“ stecken offensichtlich weite Teile der autochtonen Bevölkerung unter einer Decke.
Damit nicht genug: Die Verschwörung reicht bis hinein in höchste Kreise, die Täter erfreuten sich sogar der Protektion des Magistrats der großen Kreisstadt Laupheim, welche die Missetat in ihrem Veranstaltungskalender unter der Rubrik „Kultur & Freizeit“ als „Stockcarrennen“ mit folgenden Worten bewarb: „Bald starten wieder die Motoren! Am 20./21.07.2024 geht es in die 3. Auflage für das Mega-Event in Sulmetingen mit über 100 Teilnehmern und mehr als 3.000 erwarteten Zuschauern. Die Motorsportabteilung des SV Sulmetingen trägt die Veranstaltung in Kooperation mit dem Deutschen Motorsport Verband aus und lädt an diesem Wochenende alle Motorsportbegeisterte, Interessierte und Familien zu einem actionreichen Spektakel ein“. Die Zahl der Anwesenden übertraf dann die der Deligierten des letzten grünen Parteitages um etwa das dreifache, eine gewisse Kränkung für die Partei, die in Baden Württemberg den Ministerpräsidenten stellt.
Die Veranstalter haben es ganz offensichtlich darauf abgesehen, die Akzeptanz von gefährlichen Verbrennungsmotoren in die Mitte der Gesellschaft hineinzutragen und – beispielsweise durch ein Rennen für „Rasentraktoren“ – auch junge, noch leicht beeinflussbare Menschen zu dieser Art von klimaschädlichem Verhalten zu drängen. Die Gefährlichkeit dieser Gruppierung stand also von Anfang an klar im ländlichen Raum wie Heinrich XIII. Prinz Reuß auf den Zinnen von Schloss Waidmannsheil.
Heranwachsende ab 14 Jahren mit nicht-elektrischen Kraftfahrzeugen
Erschütternd ist dabei, dass sogar die Regionalpresse in Form von schwaebische.de Beihilfe zum schändlichen Tun leistete. „Rasante Rennen und röhrende Motoren – Hier heizen bald die Stockcars“, lautete die Überschrift eines zynischen Pamphlets, in dem gleich zu Anfang toxische männliche Stereotype verherrlicht werden: „Wieder mal stehen die beiden Tage ganz im Zeichen des Geruchs von Benzin, Staubwirbel und sicherlich hier und da kaputtem Blech“. Diese unschuldige Begeisterung spricht für einen arglosen und von der linken Redaktionskamarilla ahnungslosen Volontär, zu deren Bewährungsproben seit gefühlt 50 Jahren ein Stockcar-Rennen auf dem Lande zählt – ich weiß, wovon ich rede.
Ebenso kritiklos wurde von diesem Unschuldslamm der Missbrauch von Jugendlichen in Form eines „Jugendlaufs für junge Motorsportfreunde unter 18 Jahren“ verherrlicht, Gerüchten zufolge werden beim „Juniorcup“ Heranwachsende ab 14 Jahren zum Führen von nicht-elektrischen Kraftfahrzeugen genötigt. Hinzu kommt das in Umlaufbringen von alkoholhaltigen Getränken und nicht veganer und vor tierischem Fett strotzender Nahrung, das die „Schwäbische“ ebenfalls verharmlost: „Gäste gönnen sich bei den heißen Temperaturen kühle Getränke und Pommes“.
Der perfide Trick der Menschheitsfeinde besteht wie immer darin, naive Gemüter von der Harmlosigkeit ihres Tuns zu überzeugen. Populistische Volksnähe trieft aus jeder Pore des Motorsport-Ku-Klux-Clans und appelliert an niedrigste Instinkte. Dies lässt sich bereits am Eintrag im Internet-Lexikon „Wikipedia“ ablesen, dem offiziellen Verlautbarungsorgan der Reichsschrifttumskammer 2.0 bis 5.0: „Der Begriff Stock-Car bezeichnet eine etwa in den 1970er-Jahren im deutschsprachigen Raum Europas entstandene Art von Autorennen, bei der Drängeln und Kollisionen erlaubt und ausdrücklich erwünscht sind und in der Regel ältere Gebrauchtwagen eingesetzt werden“. Hier liegt also exakt die Beschreibung des neudeutschen Straßenverkehrs in verkehrsberuhigten Zonen der Reichshauptstadt vor, besonders wenn die Müllabfuhr mal wieder den Bezirk blockiert oder der chinesische Präsident Xi Jinping auf Staatsbesuch ist.
So unverwundbar wie Siegfried ohne Lindenblatt
Zur Anwerbung künftiger Sympathisanten und V-Leute für derartige demokratiefeindliche Aktivitäten setzen die Veranstalter die Zutrittsschwelle bewusst herab, indem sie Personen bis 12 Jahren keinen Eintritt abverlangen, für Erwachsene eben mal 8 Euro – und im Übrigen auch für die Teilnehmenden Barrierefreiheit schaffen. Bei den sogenannten "Taxi-Läufen" dürfen sie sogar auf dem Beifahrersitz mitbolzen.
Beim Rennfahrzeug handelt es sich in der Regel um eine abgehalfterte Gebrauchtwagen-Möhre, die von allem Tand befreit wird und lediglich noch aus Motor, Antrieb und Rohkarosse besteht, also der Grundidee des Automobils sehr nahekommt. Aus Sicherheitsgründen wird noch ein Tigerkäfig eingebaut, der das Ding so unverwundbar macht wie Siegfried ohne Lindenblatt. So ein Protestmobil kann schon für 500 Euro zum Klimavernichter aufgepimpt werden. Das Startgeld beträgt 35 Euro pro Wochenende, unter 18 ist die Teilnahme an den Laupheimer-Streetdays subversiv kostenfrei.
Und nun zu den Details: Stockcar bezeichnet hierzulande eine Art von Autorennen, bei der Drängeln und Kollisionen erlaubt und erwünscht sind. Es geht darum, in einer bestimmten Fahrzeit möglichst viele Punkte zu sammeln, indem man seine Gegner dreht oder zum Überschlag bringt. Es handelt sich also um ein Geschicklichkeitsrennen, bei dem ältere Gebrauchtwagen eingesetzt werden, die noch fahrbereit sind, es aber nicht mehr durch den TÜV geschafft haben.
Überschläge werden höher bewertet
Ähnlich wie in der Politik werden bei Stockcar-Rennen üblicherweise Punkte für verschiedene Leistungen vergeben, nicht nur für die erreichte Platzierung. Typischerweise werden Punkte für gefahrene Runden, Dreher, Überschläge und sogar für bestimmte Manöver wie das Rammen eines Gegners vergeben:
- Gefahrene Runden: Für jede gefahrene Runde gibt es Punkte, oft 5 Punkte pro Runde.
- Dreher: Ein Dreher (ohne Überschlag) kann mit zusätzlichen Punkten belohnt werden, beispielsweise 10 Punkte.
- Überschläge werden oft höher bewertet, etwa 30 Punkte, so ähnlich wie ein doppelter Rittberger im Eiskunstlauf.
- Rammen: Das Rammen von Gegnern kann ebenfalls Punkte einbringen, aber auch zu Punktabzügen führen, wenn es sich um verbotene Angriffe (z.B. auf die Fahrertür) handelt.
Die Herausforderung entspricht somit exakt der, in einem parteipolitischen Umfeld dieses Landes zu überleben – ist also durchaus geeignet, das Verständnis für unsere Demokratie zu befördern. Wobei es sich in der realen Politik in der Regel um Angriffe auf die Fahrertür handelt, also auf dem Acker als No-Go gilt.
Um es zusammenzufassen: Die Schilderung der Tatumstände lässt keinerlei Zweifel darüber aufkommen, dass diese Veranstaltung dazu geeignet ist, die Gesellschaft zu spalten und unsere Demokratie zu gefährden. Das hat nun Folgen. Wie die „Schwäbische“ in einem zweiten Beitrag berichtete, zeigte ein couragierter Bürger der Region Haltung und erstattete Anzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft in Ravensburg.
Verstoß gegen Paragraf 326 Strafgesetzbuch
In einer E-Mail an die Staatsanwaltschaft Ravensburg, erhebt der ebenso naturbewegte wie automobil unmusikalische Verfasser schwere Vorwürfe gegen Veranstalter und Teilnehmer – und indirekt auch gegen die Behörden. Wobei die juristisch ausgefeilte Diktion so klingt, als sei sie dem einschlägigen NGO-Millieu entsprungen.
„Noch immer bestreitet das Landratsamt Biberach die Abfalleigenschaft von Altfahrzeugen“, schreibt er an die Staatsanwaltschaft. In dem Schreiben verweist er auf eine angeblich fehlende umweltrechtliche Erlaubnis, sieht einen Verstoß gegen Paragraf 326 Strafgesetzbuch – unerlaubter Umgang mit Abfällen – und richtet seine Anzeige gegen mehrere Beteiligte: „Dies betrifft sowohl die Teilnehmer des Rennens mit ihren Altfahrzeugen, mit ihrem jeweiligen eigenen Tatentschluss und ihrer eigenen Tathandlung, wie auch die verantwortlichen Veranstalter der Motorsportgruppe des SV Sulmetingen.“ Auch der Landwirt, der seine Fläche für das Rennen zur Verfügung stellte, wird benannt. Dieser habe mit der Bereitstellung der „zur Lebens- oder Futtermittelerzeugung dienenden Flächen für den unerlaubten Umgang mit gefährlichen Abfällen“ einen „erheblichen Tatbeitrag“ geleistet.
Merke: Ein fußballfeldgroßer Acker fürs Volksvergnügen ist eine Gefahr für Mensch und Natur, 400 Millionen Quadratmeter landwirtschaftlicher Fläche, die in Deutschland von Solarstromfeldern verstellt sind, eine vorbildliche Maßnahme zur Rettung des Planeten.
Exil im mauretanischen Teil der Sahara
Eine gewisse Hoffnung für den gesunden Menschenverstand erlaubt die durchaus robuste Zurückweisung der Vorwürfe durch die örtlichen Behörden, denn der Veranstalter hat sämtliche Sicherheits- und Umwelt-Auflagen vorbildlich in die Tat umgesetzt, weder das Amt für Bauen und Naturschutz noch das Wasserwirtschaftsamt hatten Beanstandungen, alle Nachweise zur Sicherheit und Ordnung seien rechtzeitig und vollständig vorgelegt worden.
"Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt", heißt es in Friedrich Schillers Drama "Wilhelm Tell". Und so nimmt die Sache jetzt wohl ihren Lauf, das nächste Rennen wird garantiert unter verschärfter Beobachtung stehen, so es denn überhaupt stattfindet.
Das Stockcar-Millieu in Deutschland muss sich angesichts der juristisch bewanderten Spaßbremsen warm anziehen oder ein Exil im mauretanischen Teil der Sahara suchen. Ganz neue Möglichkeiten für Volkserzieher bietet jetzt obendrein der „Vorschlag für eine Verordnung des europäischen Parlamentes und des Rates über Anforderungen an die kreislauforientierte Konstruktion von Fahrzeugen und über die Entsorgung von Altfahrzeugen, zur Änderung der Verordnungen (EU) 2018/858 und (EU) 2019/1020 und zur Aufhebung der Richtlinien 2000/53/EG und 2005/64/EG“.
Ein Altauto ist nach der darin enthaltenen Definition Schrott, der zwangsweise abzugeben ist (siehe Artikel 26 und 37 der Verordnung und die Kriterien für „nicht mehr reparierbare Altfahrzeuge“). Dafür reicht es zum Beispiel, wenn die Türen nicht befestigt sind, wenn es „mehrere Risse in der Grundierung“ (gemeint ist vermutlich die Bodengruppe) aufweist oder wenn der TÜV länger als zwei Jahre abgelaufen ist. Als unrettbar gilt es auch, „wenn eine Reparatur den Austausch des Motors erfordert, des Getriebes, der Karosserie oder des Fahrgestells, was zum Verlust der ursprünglichen Identität des Fahrzeugs führt“.
Womit das Wesen eines "Stockcars" perfekt beschrieben ist, schließlich handelt sich um einen abgehalfterten Gebrauchtwagen, der ohne TÜV für ein paar hundert Euro vor der Schrottpresse gerettet wird. Und das Reglement schreibt vor, alle Scheiben, Stoffe und Plastikteile sowie den Tank zu entfernen. Der Kühler, die Batterie und ein kleiner Treibstofftank werden in den Innenraum des Fahrzeuges verlegt und ein Überrollkäfig eingebaut. Von der ursprünglichen Identität bleibt da nix übrig, das unrettbare Altauto ist ja gerade der Witz an der Sache. Und der soll jetzt zwangsweise verschrottet werden.
Goodby Stockcars. Als nächstes kommen dann noch die Bratwurst und die Pommes dran.
Illustration (Bild oben) nach "Big Daddy" Ross
Dirk Maxeiner ist einer der Herausgeber von Achgut.com. Von ihm ist in der Achgut-Edition erschienen: „Hilfe, mein Hund überholt mich rechts. Bekenntnisse eines Sonntagsfahrers.“ Ideal für Schwarze, Weiße, Rote, Grüne, Gelbe, Blaue, sämtliche Geschlechtsidentitäten sowie Hundebesitzer und Katzenliebhaber, als Zündkerze für jeden Anlass(er). Zu beziehen hier.

Die Fahrzeuge sind ein fahrendes Kunstwerk und stehen dem Abfallkreislauf nicht mehr zur Verfügung.
Demnächst wird den Landwirten die Landwirtschaft verboten. 400 Millionen Quadratmeter landwirtschaftlicher Fläche werden mit Pestiziden und Ewigkeitschemie besprüht. „PFAS: Dänemark verbietet 23 Pestizide. Zehn weitere Chemikalien, die zur Bildung von Trifluoracetat (TFA) beitragen, werden noch geprüft.“ Ist das ein widerliches Land geworden mit geistigen Gartenzwerge in den Amtsstuben.
Nee, man muss einfach mal cool bleiben und nachdenken. Als ein Beamter der Wasserschutzpolizei mit einem Stöckchen eine WKII-Bombe freilegte, fragte ich lediglich: „Haben sie das schonmal gemacht?“. Antwort: „Nein, aber dabei zugeschaut.“ Flugs holte ich meinen Gartenstuhl und setze mich rauchend mit einem Bier daneben. Sowas will man ja nicht verpassen… nee, war so. Aber egal, ich empfehle: Egal was passieren wird, cool bleiben. Angst behindert Denken!
p.s.: Zudem hat LIDL Werkzeuge und Wühltische und vor allem: Schinken-Käse-Croissants… leggor…
So, hier. Heute einen E-Scooter bestellt, damit ich zukünftig wieder bei LIDL und ALDI statt dem überteuerten REWE (am Rasenplatz) einkaufen kann. Dasselbe Brot (Viral und Fit) kostet bei ALDI 1,19 Euro statt 1,99 Euro bei REWE. Eisbergsalat 59 Cent bei LIDL statt 1,19 Euro. In 2-3 Monaten habe ich die Kosten komplett wieder raus. 30-50 Cent pro Aufladung wird mein Vermieter verkraften können ;-) Nee REWE, lange genug abgezockt von euch!
Leider bin ich erst gestern spät nachts aus dem Urlaub aus Holland zurückgekehrt – 985 km in 10,5 Stunden, mit meinem geliebten komfortablen großen Verbrenner (Ford). Daher konnte ich heute leider nicht zum Stockcarrennen hier, im Raum Dresden, kommen. Aber diese Veranstaltung ist ein schönes und stets gut besuchtes großartiges traditionelles Ereignis. Mal schauen – vielleicht fahre ich nächstes Jahr bei gutem Wetter mit meinem 8-Zylinder Oldtimer hin und schaue zu.
Wir sind wehrlos! Man wird uns auf die Knie zwingen!