Das Stück, das diese Woche zum Niedergang von Volkswagen aufgeführt wurde, ist hier seit vielen Jahren Thema. Da erhebt sich die Frage: Wo waren die ganze Zeit eigentlich die journalistischen Kollegen? In Taka-Tuka-Land?
Volkswagen drohen Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen. Aufmacher in der Tagesschau, Brennpunkt danach. Gewerkschaft auf den Barrikaden, Betriebsversammlung in Wolfsburg. Olaf Scholz „führt Gespräche mit VW“. Die deutschen Medien kriegen sich gar nicht ein, ob der schlechten Nachrichten. Selten habe ich mir die Augen so gerieben wie in dieser Woche. Warum sind die so überrascht? Wo waren die Journalisten-Kollegen und strammen Kommentatoren in den letzten Jahren? In Taka-Tuka-Land? An der Copacabana? Auf der Raumstation ISS?
Nein, sie waren auf einem Betriebsausflug in ein Paralleluniversum mit dem Namen „Wunschdenken“. Bei der Einreise bekommt man dort eine Augenbinde und ein Liederbuch mit fröhlichen Gesängen zur großen Energie-Transformation und der revolutionären E-Auto-Wende, verfasst von der deutschen Regierung und der EU-Kommission: "Im Frühtau zu Berge wir ziehen, fallera / Es grünen die Wälder und Höhen, fallera / Wir wandern ohne Sorgen, Singend in den Morgen / Wir sind hinausgegangen, Den Sonnenschein zu fangen, / Kommt mit und versucht es doch selbst einmal". Von der Tagesschau bis zu Auto Motor und Sport, vom Spiegel bis zur ADAC Motorwelt, von den Gewerkschaften bis zum Verband der Automobilindustrie – alle sangen begeistert mit. Und jetzt sind sie heiser, singen aber fröhlich weiter.
Wie im Sozialismus üblich, war die Idee großartig – und lediglich in der Umsetzung suboptimal. Exemplarisch dafür soll hier eine Einschätzung der VW-Betriebsrat-Chefin Daniela Cavallo dienen, die sie auf einer hastig einberufenen Betriebsversammlung artikulierte: "Aus meiner Sicht gab es Strategiefehler", so Cavallo, denn Einstiegsmodelle würden in der Elektromobilität fehlen. "Das ist Managementverantwortung, dass die nicht rechtzeitig auf den Weg gebracht wurden." Wobei das mit dem Strategiefehler stimmt: Frau Cavallo samt IG-Metall hätten sich besser gegen das politische Elektroauto-Diktat gewehrt: Das wäre Gewerkschaftsverantwortung gewesen.
Cavallo & Friends taten aber genau das Gegenteil. Die IG-Metal in NRW beispielsweise feiert die Zwangselektrifizierung als "den neuen Wir-Antrieb". Der neue Wir-Antrieb kommt in der Reihe der technischen Wunder noch vor dem Perpetuum-Mobile. In der Geschichte ausgedachter, nicht existierender Geräte setzt er neue Maßstäbe, weil er nicht nur einem thermodynamischen Hauptsatz widerspricht, sondern auch sämtlichen Nebensätzen inklusive der Kommasetzung. Was will man auch anderes von einem Verein erwarten, dessen Kernkompetenz im Ruf nach "Gendergerechtigkeit" und "Zeichen setzen" besteht. Jedenfalls glaubt man bei der IG-Metall allen ernstes: "Der Produktionsschwerpunkt E-Fahrzeuge ist... eine große Chance zur Transformation des Industriestandortes von 'Alt-'Industrien hin zu einem Standort mit Zukunftstechnologien und guter Arbeit."
Die meisten der meinungsstarken Presse-Kollegen vermeiden weiterhin Nachfragen und Recherchen zur Sinnhaftigkeit solch gedanklicher Massenkarambolagen. Zweifel am E-Auto-Himmelreich könnten ihre transformativen Meinungsbeiträge ja kaputt machen oder gar der Karriere schaden.
Man muss sich die Arbeitsweise der deutschen Presse daher in etwa so vorstellen, wie das Paul Watzlawick („Anleitung zum Unglücklichsein“) in einem Gleichnis beschrieben hat: Unter einer Straßenlaterne steht ein Betrunkener und sucht und sucht. Ein Polizist kommt daher, fragt ihn, was er verloren habe, und der Mann antwortet: “Meinen Schlüssel.“ Nun suchen beide. Schließlich will der Polizist wissen, ob der Mann sicher ist, den Schlüssel gerade hier verloren zu haben, und jener antwortet: “Nein, nicht hier, sondern dort hinten – aber dort ist es viel zu finster.”
„Der Markt ist schlicht nicht mehr da“ – ja wo isser denn?
Auf Achgut.com pflegen wir zwischendurch mal die Taschenlampe anzumachen, und so wissen Achseleser seit rund vier Jahren, en gros et en détail, wohin der VW-Hase läuft, nämlich gegen die Wand – und warum er das tut. Am Ende des heutigen Sonntagsfahrers findet sich eine sehr anschauliche Chronik des VW-Desasters, bestehend aus 18 Sonntagfahrer-Kolumnen, beginnend 2020 (!) mit despektierlichen Beiträgen wie "Die Crashtest-Dummies" und "VW bald volkseigen". So geht es weiter bis 2024 und der Kolumne vom Juli "Der Letzte macht das Streichholz an". Die Dokumentation soll lediglich zeigen, dass wirklich jeder, der seine fünf Sinne noch beisammen hat, wissen konnte, was kommt, wenn er es denn hätte wissen wollen.
Ein bisschen davon tröpfelt jetzt nach einer Schrecksekunde von mehreren Jahren auch in unsere großen Medien, die konnten das natürlich nicht ahnen, wegen der berufsüblichen Augenbinde, wie übrigens die Verantwortlichen von Volkswagen auch nicht. Die kamen gerade mit einer besonders drolligen Ausrede daher. "Der Markt ist schlicht nicht mehr da", soll VW-Finanzchef Arno Antlitz die Pläne laut Auszügen aus dem Redemanuskript gerechtfertigt haben. Nach dem bereits legendären "Nun sind sie halt da" dürfte jetzt der Spruch "nun sind sie halt weg" Aufnahme ins deutsche Poesialbum finden: "Es fehlen uns die Verkäufe von rund 500.000 Autos, die Verkäufe für rund zwei Werke. Und das hat nichts mit unseren Produkten zu tun oder schlechter Leistung des Vertriebs", sagte der Mann dann noch. Der Vorstand hat stets alles richtig gemacht und ist lediglich Opfer eines aus dem Andromeda-Nebel aufgetauchten schwarzen Loches. Versicherungstechnisch rangiert es unter der Rubrik "Elementarschaden".
Ich bin jetzt mal gespannt, ob einer der journalistischen Bänkelsänger die schlichte Frage stellt: Warum fehlen denn Verkäufe von 500.000 Autos? Oder auch ganz banal: Warum ist der Markt denn nicht mehr da? Ich vermute mal, sie stochern lieber weiter im Dunkeln, als die Taschenlampe anzumachen. Denn im grellen Schein könnten Erklärungen wie diese auftauchen:
- Weil die Politik seit mindestens 15 Jahren wirklich alles tut, um den Bürgern die Lust am Auto zu vergällen.
- Weil aufgrund prohibitiver Vorschriften in Deutschland kein Kleinwagen mehr wirtschaftlich produziert werden kann – und die meisten Modelle eingestellt wurden.
- Weil selbst ein Discount-Auto wie der Dacia sich in den letzten Jahren im Preis fast verdoppelt hat.
- Weil der Verband der Automobilindustrie ein Verbot von Diesel und Benzin fordert.
- Weil der Strom, der für eine elektrische Vollmotorisierung des Landes erforderlich wäre, gar nicht verfügbar ist.
- Weil beliebte Benzin- und Diesel-Autos verboten werden und unbeliebte elektrische Autos vorgeschrieben werden.
- Weil mit EU-Überwachungselektronik vollgestopfte Vehikel nichts anderes als Staatstrojaner sind, die Dir keine Freiheit geben, sondern sie abschaffen wollen.
- Weil Menschen mit ihrer Familie in den Urlaub fahren wollen und nicht mit einer 200 bis 700 Kilo schweren Batterie, über deren geringe Reichweite sie obendrein beschissen werden.
- Weil Mercedes soeben nach einem Großbrand in Südkorea dabei erwischt worden ist, in seinen hochnoblen E-Dreitonnern nicht die versprochenen Qualitäts-Akkus eingebaut zu haben, sondern brandgefährliche chinesische Billigbatterien verklappte.
- Weil Ex-VW-Chef und Greta Thunberg-Bewunderer Herbert Diess, der das E-Auto-Desaster bei Volkswagen unter starkem Medienbeifall konsequent vorbereitete, sein Rausschmiss mit über 10 Millionen Euro vergoldet wurde und der jetzt von seiner Hacienda in Spanien als Rinderbaron selbstzufriedene Grüße schickt.
- Weil der Otto-Normalkunde seine lange treu gekaufte Automarke immer öfter als Feind und Verräter empfindet und sich nicht gerne offenkundig verarschen lässt.
Kein „Strukturwandel“, sondern Planwirtschaft
Eher eine Nebelkerze als ein Weg zur Erkenntnis sind auch die Schlüsse aus einer Umfrage zur Stimmung der Autoindustrie durch das Münchner Ifo-Institut. Die Welt zitiert das Institut so: „(…) Jetzt steige der Druck, weil insbesondere die Nachfrage nach Elektroautos schwächele. Weder die Binnen- noch die Exportnachfrage liefen derzeit gut... Der Übergang zur E-Mobilität ist hart, es wird noch eine lange Durststrecke werden für die deutsche Autobranche... Der Strukturwandel... müsse aber zugelassen werden. (…)“
Was hier fehlt, ist allerdings der Hinweis, dass der Strukturwandel nicht wie ein Naturereignis über uns kam, sondern schlicht politisch-ideologisch verordnet wurde. Es handelt sich also nicht um das, was man klassischerweise als "Strukturwandel" bezeichnet und das "zugelassen" werden sollte, sondern um das, was man klassischerweise "staatliche Planwirtschaft" nennt, und das per ordre de mufti zu befolgen ist. Siehe oben "Wunschdenken". Die EU-Automobilpolitik ist für Deutschland das größte Armuts-Beschaffungsprogramm seit Kriegsende und gleichzeitig ein Konjunkturbeschaffungsprogramm für Chinas Autoindustrie, die den hierzulande grassierenden Wahnsinn gekonnt ausnutzt, um den Deutschen beim Selbstmord zu helfen, sprich: sie von ihrem eigenen Markt zu dumpen (wie zuvor schon bei Windrädern und Solarzellen).
Und warum sagt das bei VW nicht mal einer? Die Antwort gibt eine Analyse aus dem Flossbach von Storch Institut: Volkswagen strich in den vergangenen acht Jahren 6,4 Milliarden Euro an Subventionen ein und liegt dabei auf Platz 2 der Subventionsempfänger (hinter E.ON): "Das Unternehmen erhielt unter anderem umfangreiche Steuervergünstigungen und Förderung für Forschung im Bereich der Antriebs- und Digitaltechnik". Will sagen: Die physikalischen Limitierungen der E-Autowende wurden durch Geldverbrennung vorübergehend außer Kraft gesetzt. Und damit das so bleibt und keiner dumme Fragen stellt, kam Robert Habeck Mitte der Woche mit einer neuen Schubkarre voller Kohle um die Ecke: "Ampel ermöglicht neue Steuer-Vergünstigungen für Elektroautos".
Der unbedingte Durchhaltewille verbindet Stalingrad mit Wolfsburg wie die A9 Berlin mit München. Und die E-Auto-Käufe entwickeln sich im Gleichklang mit dem Wahlergebnis der Ampel-Parteien in Sachsen und Thüringen. Noch doller als bei VW trieben sie es übrigens beim Energieversorger RWE. Da entsprach der Gewinn der vergangenen acht Jahre ziemlich exakt der Summe der Subventionen. Ein wenig zugespitzt heißt das, der Energiewende-Vorzeige-Laden lebt seit 8 Jahren als so eine Art Hartz 4-Konzern komplett vom Staat. Nachdem Olaf Scholz VW ebenfalls zur Chefsache erkärt hat, bekommt auch seine Parole "You never walk alone" eine völlig neue Bedeutung. Und die lautet: Wir werden demnächst alle gemeinsam zu Fuß gehen.
Für unsere Rubrik „Achgut zum Hören“ wurde dieser Text professionell eingelesen. Lassen Sie sich den Artikel hier vorlesen.
Und hier zur Dokumentation, wie eingangs erwähnt, die Sonntagsfahrer-Chronik eines angekündigten Desasters:
19.01.2020: Der Sonntagsfahrer: Die Crashtest-Dummies
14.06.2020: Der Sonntagsfahrer: VW bald volkseigen
07.11.2021: Der Sonntagsfahrer: Uschi fliegt, Diess fliegt, Wieler boostert
17.10.2021: Der Sonntagsfahrer – VWs zu Treibhäusern!
24.07.2022: Der Sonntagsfahrer: Diess ohne Lenkrad
02.07.2023: Der Sonntagsfahrer: Volkswagen schwimmt
16.07.2023: Der Sonntagsfahrer: Das Dachstübchen brennt
30.07.2023: Der Sonntagsfahrer: Die wahren Verbrenner
01.10.2023: Der Sonntagsfahrer: E-Auto-Pleite in der Ampel-Galaxis
08.10.2023: Der Sonntagsfahrer: Die Stunde der Geisterfahrenden
12.11.2023: Der Sonntagsfahrer: Ende Gelände für die E-Wende
10.12.2023: Der Sonntagsfahrer: In den Grabkammern der E-Auto-Wende
31.12.2023: Der Sonntagsfahrer: Wie sich VW zum E-Affen macht
10.03.2024: Der Sonntagsfahrer: Das Verbrenner-Aus-Aus
07.04.2024: Der Sonntagsfahrer: Betteln um die Pleite
19.05.2024:Der Sonntagsfahrer: Strom aus dem Speicher, Hirn vom ...
30.06.2024: Der Sonntagsfahrer: VW am Point of no Return
28.07.2024: Der Sonntagsfahrer: Der Letzte macht das Streichholz an
Dirk Maxeiner ist einer der Herausgeber von Achgut.com. Von ihm ist in der Achgut-Edition erschienen: „Hilfe, mein Hund überholt mich rechts. Bekenntnisse eines Sonntagsfahrers.“ Ideal für Schwarze, Weiße, Rote, Grüne, Gelbe, Blaue, sämtliche Geschlechtsidentitäten sowie Hundebesitzer und Katzenliebhaber, als Zündkerze für jeden Anlass(er). Zu beziehen hier.

@Rolf Mainz: Ich weiß nicht ob es noch aktuell ist. Früher bekamen diese Auto Journalisten erhebliche Rabatte beim Autokauf. Natürlich keine Kausalität nur Korrelation. Genauso die kostspieligen Anzeigen der Autokonzerne neben freundlichen Berichten in den Medien. …oder Dienstwagen für Regierungsmitglieder …oder… „Ach, Luise, lass… Das ist ein zu weites Feld“ Aber gut bestellt.
@Klaus Keller
Freuen Sie sich nicht zu früh wg Ihres Mitsubishi aus den Niederlanden, die haben schon Überlegungen, wie sie die alte, guten „ Kärren“ aus dem Verkehr ziehen können nach dem Motto: „ Euch werden wir’s schon zeigen!“
„Wie im Sozialismus üblich, war die Idee großartig“ – Genau, das. Ich frage mich schon länger, wo eigentlich der signifikante Unterscheid zwischen einem volkseigenen Kombinat und einem Konzern mit Aufsichtsrat und Geschäftsführung besteht, dem zwar nachgesagt wird, er sei privatwirtschaftlich organisiert, der aber vom Eigentum her einem nicht näher bekannten Wesen namens „Aktionärsstruktur“ gehört. Wer in der DDR hinter „Staat“ steckt, konnte man sich noch gut zusammenreimen, eventuell war das Gesicht des Kombinatsdirektors oder des zuständigen Sekretärs für Wirtschaft sogar bekannt. Die Gesichter der Aufsichtsräte und Vorstände kennt man heute eher nicht und man muss schon gut recherchieren, will man die Großaktionäre oder die Staatsbeteiligung heraus finden. Mir ist jedenfalls nicht hundertprozentig klar, welches die qualitativen Vorteile der heutigen Strukturen sein sollen. Aber ich ließe mich da jederzeit belehren. Vielleicht ist ja diese Erkenntnis auch die treibende Kraft hinter der Wagenknecht-Bewegung? Hier gab es früher z.B. privat betriebene Tankstellen. Die wurden nach der Wende im Stil nachwendischen Wirtschaftens von der tatkräftigen optimistischen Gründergeneration übernommen und umgestaltet, ich nehme an, mit günstig angepriesenen Krediten. Ein Jahrzehnt später kamen die teilweise staatlichen Konzerne aus dem Staat A, um die aus nicht öffentlich gemachten Gründen auf der Kippe stehende Tankstation zu übernehmen. Und nach einer erneuten längeren Schamfrist kam dann der vollständig dem Staat B gehörende Konzern, um seinerseits sich in der Kunst des westlich kapitalistischen Wirtschaftens auszuprobieren. Nun ist alles paletti. Man frage sich bloß nicht, warum? Eine Reise ohne Ziel und Wiederkehr.
Würde man eine „Ich habe mitgemacht“-Zitatesammlung zu ALLEN Themen zusammenstellen, die uns nun mit Ansage den Hals umdrehen, es käme ein achtzehnbändiger Brockhaus dabei heraus (und das Personal, das darin auftauchen würde, wäre auch zu allen Themen deckungsgleich). Aber so läuft es halt in einer Geselschaft, in der anständige Menschen mit Sachkunde kaltgestellt, vertrieben und vernichtet werden. Die sagen nicht einmal mehr „told you so“, die sagen gar nichts mehr.
Das mag im Detail alles richtig sein, was Herr Maxeiner hier beschreibt. Aber er vergisst eine Dimension: das Geld. Jetzige Mitarbeiter des Volkswagen-Konzerns verdienen sich dumm und dämlich; und auch Betriebsbedingte Kündigungen können sie nicht schrecken. Weil sie dann weit mehr als 200.000 € Abfindung bekommen können, fast egal, wie lange sie schon dabei sind – manche kriegen vielleicht sogar Millionen; und mit jenem Geld werden sie dann ihr Leben lang prassen können, und ihren Kindern auch was vererben. Sie bauen dann über den ehemaligen Werken schicke Eventhügel und Freizeitanlagen, oder was auch immer verrücktes. Der Punkt ist nämlich: diejenigen, die heute an den Hebeln der Großindustrie sitzen, schwimmen im Geld und es ist ihnen völlig egal, ob diese Industrie irgendwann zu Grunde geht. Sie haben ausgesorgt und ihre Kinder vermutlich auch .
@Rudi Hoffmann: Sie haben den Handelskonzern „ Coop“ vergessen!
Das mit dem Strategiefehler stimmt sicher. Nur nicht im Bereich der „Einstiegsfahrzeuge“, also den kleinen, auch für Otto Normalverbraucher finanziell stemmbaren Autos. Als ehemaliger langjähriger Automobiler (28,5 Jahre) beim größeren der beiden bayerischen Hersteller darf ich feststellen, daß w i r k l i c h d u r c h d a c h t e n e u e K o n z e p t e immer zuerst im teuersten Segment angeboten werden. Der Grund ist ganz einfach: das neue „bahnbrechende“ Produkt ist naturgemäß sehr teuer, da es nicht hoch- sondern höchstinnovativ ist und die Entwicklung auf die vergleichsweise kleine Jahresproduktion dieses Segments verteilt wird, und, weil die Klientel dieses Segmentes betucht genug und genug Technik und innovationsaffin ist, um dieses Produkt dann zu kaufen. Mit den jährlichen Einsparungen im Produktionsbereich und dem Wachsen der Produktionszahlen „plätschert“ diese Innovation dann über die Jahre in die mittelpreisigen in die kleinpreisigen Segmente. Im E-Autobereich stammt die „Strategie“ von Experten wie „die Sonne schickt keine Rechnung Franz Al“t, oder „wir schaffen das Merkel“. Die westliche Industrie hat bei den ganzen Wenden den Kardinalfehler begangen diese technisch zerebralen Flatulenzen von der Pike auf strategisch auf technische Machbarkeit (dazu gehören dann Verfügbarkeiten von Kobolden, Recycling von Windradblättern etc.), und finanzielle Umsetzbarkeit zu prüfen. Dabei wäre dann schnell herausgekommen, daß z.B. das Recycling des Produktes Windradflügel nie geplant war. Damit wäre sofort klar gewesen, daß alle vergleichenden Kostenrechnungen a priori Makulatur waren. Alle Wenden werden diesen Weg gehen, da sie nicht auf technisch-kaufmännischer Machbarkeit, sondern auf gutmenschlichen Wunschdenken aufbauen und in einer globalen Welt, in der jedes Produkt seinen Marktpreis hat, nach Einstellung der Subventionen leise weinend eingehen werden.