Ich war für einige Tage in der chilenischen Atacama unterwegs, einer garantiert medienfreien Zone. Jetzt bin ich zum ersten mal wieder online und stelle beim Studium der Nachrichten fest, dass diese ganze Schweinegrippe-Geschichte - sagen wir es mal milde – doch mächtig aufgeblasen wurde. Mit etwas Abstand betrachtet, wirkt das wie eine gewaltige Dampfmaschine, die erst mächtig in Schwung gebracht wurde und jetzt leise pfeifend ausläuft. Bis die nächste Sau durchs Dorf getrieben wird. Nennen wir das mal den Schweinezyklus.
Mir kam dabei ein Gedanke: Wäre ich nicht nur ein paar Tage, sondern zwei Wochen außerhalb der medialen Reichweite gewesen, hätte ich von dieser ganzen Geschichte so gut wie nichts mitbekommen. Die Schweinegrippe wäre ohne mich gekommen und auch wieder gegangen. Es ist doch erstaunlich, wie sich die ganze Welt immer mal wieder um wenig bis gar nichts drehen kann. Sie torkelt gewissermaßen von einem Hype zum anderen. Was mich zu folgender Überlegung führt: Könnte man nicht auch bei uns zuhause medienfreie Zonen einführen, in denen der Mensch diese ganze Heißluftmaschinerie einfach mal aussitzen kann? Das wäre dann gewissermaßen die Renaissance des Klosters.
