Gastautor / 29.11.2019 / 16:00 / Foto: Eastman Johnson / 5 / Seite ausdrucken

Der Rassismus der Guten und der Rassismus der Bösen

Von William L. Anderson.

Mit ihrem „Projekt 1619“ wirbelte die New York Times mächtig viel Staub auf. Es wird darin behauptet, dass die Gründung der USA keineswegs die Errungenschaft des amerikanischen Unabhängigkeitskriegs, sondern schlicht die Folge von Rassismus und Sklaverei sei. Diese These kann leicht missverstanden werden, nämlich dahingehend, dass die politischen Gründungsväter zwar keine Antirassisten waren, aber ihre Ideale (die ja letztlich doch zum Ende von Sklaverei und Rassismus führten) durchaus zur Schaffung einer Nation beitrugen. Während der Bürgerrechtsbewegung bezog sich ja selbst Martin Luther King Jr. auf Gründungsdokumente wie die Unabhängigkeitserklärung und die Freiheitsurkunde, wenn er die Amerikaner aufrief, den Idealen der Nation treu zu bleiben.

Aber so meint es die New York Times nicht. Die Zeitung bedient sich der Ansichten von Akademikern, die sich zur Neuen Kapitalismusgeschichte bekennen und behaupten, dass Rassismus, Brutalität und Sklaverei die Basis der Gründung der Nation seien. Sie wollen damit die Gründungsväter zwar nicht direkt zu Rassisten abstempeln, beharren aber darauf, dass die rechtliche, soziale und ökonomische Grundlage der Rassismus war. Das Fundament des Kapitalismus in den USA, so suggerieren die NYT und die Neue Kapitalismusgeschichte, war also die Sklaverei, und alles, was mit Kapitalismus zu tun hat, entstammt ausschließlich der Sklaverei. Ohne Sklavenhaltung gäbe es die USA, so wie wir sie kennen, nicht.

Und was ist mit den Ursprüngen der doppelten Buchhaltung und moderner Buchhaltungsmethoden in Italien des späten Mittelalters? Aber nein, all dies wurde in der Plantagenwirtschaft entwickelt, um die Sklavenhaltung zu institutionalisieren. Auch das moderne Personalmanagement entstand nicht gegen Ende des 19. Jahrhunderts, um die Produktivität zu erhöhen und die Arbeiterfürsorge zu verbessern. Nein, auch das soll in den Plantagen der Südstaaten entstanden sein; ohne die Sklavenhaltung hätte es kein Personalmanagement gegeben.

Subkultur von Gewalt und Mord

Ökonomen und Historiker, wie etwa Phil Magness, Robert Murphy und andere, widerlegten seither die Darstellung der New York Times überzeugend. Das hält die US-Progressiven nicht davon zurück, die These über die Sklaverei als Fundament des amerikanischen Kapitalismus blind zu akzeptieren. „Sojourners", zum Beispiel, erklärte, dass die einzig denkbare Ursache eines Widerspruchs gegen die Thesen der New York Times nirgendwo sonst als im Rassismus derjenigen zu finden sei, die diese Thesen nicht akzeptieren wollen. Daraus folgt, dass sogar Leute, die aus moralischen Gründen gegen die Sklaverei sind, aber die Thesen der NYT in Frage stellen, tun es, weil sie Rassisten sind und Angst vor der „Black Power“ haben.

Da ich meine eigenen Argumente gegen die NYT-Thesen hier bereits veröffentlichte, schlage ich diesmal etwas anderes vor: Verfolgen wir doch einmal die Argumentationslinie der New York Times, aber ändern wir die Zeit und die Umstände. Ich stelle die Frage: Was wäre, wenn Rassismus bei der Erschaffung des modernen Amerika tatsächlich Pate gestanden hätte, und wie wäre es, wenn die New York Times eine Hauptrolle bei der Förderung des strukturellen Rassismus spielen würde? Genau dies möchte ich zeigen. Außerdem setze ich voraus, dass 1896 das Gründungsjahr eines Amerikas ist, das heute noch existiert, mitsamt der Jim-Crow-Gesetzgebung zur Rassentrennung und der alptraumhaften urbanen Subkultur von Gewalt und Mord.

Um meine Argumente richtig zu interpretieren, sollte man verstehen, was wir „Progressive Ära“ nennen und welche intellektuellen und sozialen Umwälzungen sie mit sich gebracht hat. Thomas Leonard (Princeton University) schreibt:

„Die amerikanische Wirtschaft veränderte sich grundlegend während der Progressiven Ära. In den 3–4 Jahrzehnten nach 1890 entwickelte sich die amerikanische Ökonomie zu einer strategischen Disziplin, betrieben durch akademisch gebildete Wissenschaftler, deren Tätigkeit zu einer wachsenden staatlichen Beeinflussung der Wirtschaft führte. Um die Zeit des 1. Weltkriegs rief der Staat eine verfassungsrechtlich verankerte persönliche Einkommenssteuer, die US-Notenbank und das Kartellrecht ins Leben, er beschränkte die Einwanderung und begann mit der Regulierung der Lebensmittel- und Arzneimittelsicherheit. Die Reformfreudigkeit auf der Ebene der einzelnen Staaten war noch stärker: Sie regulierten die Arbeitsbedingungen, verboten die Kinderarbeit, etablierten die Mütterfürsorge, limitierten die maximale Arbeitszeit und führten einen Mindestlohn ein.“

Die dunkle Seite der Reformer

Historiker (die für gewöhnlich zum progressiven Lager gehören) würden all diese Veränderungen positiv beurteilen, weil sie der Meinung sind, dass die Amerikaner, insbesondere amerikanische Arbeiter, eine miserable Existenz führten, bevor die progressiven Kräfte die gesamte soziale und ökonomische Landschaft umgestaltet haben. Diese Historiker tendieren allerdings dazu, die dunklere Seite der sogenannten Reformer unerwähnt zu lassen, nämlich ihre Überzeugung, die Menschheit in eine Art Superrasse verwandeln zu können, indem sie mit Hilfe ihrer wissenschaftlichen Methoden Menschen mit „minderwertiger“ Rassenzugehörigkeit aus dem Arbeitsleben verdrängen. In Leonards Worten:

„Weniger bekannt ist die Tatsache, dass die gesamte Arbeits- und Migrationsreform, das Hauptkennzeichen der Progressiven Ära, von einer groben eugenischen Einteilung von Menschen in würdige vs. unwürdige Klassen geprägt ist (Leonard 2003). Reformwillige Ökonomen der Progressiven Ära verteidigten diese Art der restriktiven Arbeits- und Migrationsgesetzgebung damit, dass die Arbeitswelt von ungeeigneten Kräften, „Parasiten“, „Erwerbsunfähigen“, „Niedriglohnkräften“, vom „Bodensatz“ befreit werden sollte. Entfernt man die Ungeeigneten, werden die Geeigneten und Überragenden umso mehr gewürdigt.“

Leonard schreibt weiter:

„... Wirtschaftsexperten, die zur Emigration Stellung bezogen, betonten nicht die Quantität, sondern zunehmend die Qualität der Emigranten. „Könnten wir die Frage der Rasse und der Eugenik außer Acht lassen“, sagte Irving Fisher (1921, 226f.) in seiner Rede an die Eugenics Research Association, „dann würde ich als Ökonom zu der Ansicht neigen, dass eine unbegrenzte Emigration ... für das Land als Ganzes wirtschaftlich vorteilhaft ist ...“ Aber, warnte Fisher, „das Grundproblem der Emigration ist ... ein Problem der Rasse und der Eugenik“, nämlich dass die angelsächsische Rasse als Bevölkerungsbasis von rassisch untergeordneten „Minderwertigen, Delinquenten und ihren abhängigen Angehörigen“ in den Hintergrund gedrängt werden könnte.“

Forciertes Durchsetzen der Rassentrennung

Berufshistoriker neigen dazu, die Ära der rassistischen Jim-Crow-Gesetzgebung gegen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts als eine logische Fortsetzung der Rassenunruhen in den Südstaaten nach dem Ende des Bürgerkriegs und der Sklavenhaltung einzuordnen. Aber in den Geschichtsbüchern steht es anders. South Carolina, zum Beispiel, der Staat, der einen der schlimmsten Rassenhetzer aller Zeiten, Ben Tillman, hervorbrachte, wurde viele Jahre lang von Wade Hampton, einem bezüglich Rassismus äußerst moderaten General der Konföderierten regiert. Rassendiskriminierung und Rassenstreitigkeiten gab es zwar nach dem Bürgerkrieg im Süden (und eigentlich auch überall sonst), aber die Rassentrennung wurde erst später durch die Jim-Crow-Gesetze umfassend institutionalisiert. Beispielsweise bezog 1989 ein Leitartikel der in Charleston (South Carolina) erscheinenden Zeitung News and Courier wie folgt Stellung gegen ein geplantes Gesetz zur Einführung einer Rassentrennung in der Eisenbahn:

„Wir sind ganz gut zurechtgekommen für ein gutes Drittel des Jahrhunderts, inklusive umfassender Aufbauarbeiten ... wir werden es [das geplante Gesetz] wahrscheinlich auch in Zukunft nicht vermissen. Eine so extreme Maßnahme sollte nicht ohne zusätzliche und dringende Gründe durchgeführt oder forciert werden.“

Ähnlich ging es weiter im Leitartikel: So ein Gesetz würde etwa „Jim Crow Speisewagen“ oder „Jim Crow Bibel zum Küssen für Farbige im Zeugenstand“ verlangen. Mit anderen Worten, das führende Blatt in South Carolina hielt das geplante Gesetz für lächerlich. Dennoch gab es binnen kurzer Zeit Jim Crow Speisewagen, Jim Crow Schlafwagen, Jim Crow Bibel und eine Menge weiterer Maßnahmen zum forcierten Durchsetzen der Rassentrennung bis in die 60er Jahre.

Die Schaffung und Durchsetzung von Jim-Crow-Gesetzen wurde nach der Präsidentschaft von Grover Cleveland vor allem durch die Demokraten vorangetrieben. Präsident Cleveland war in Sachen Rassentrennung ein Moderater, jemand, der an die Rechte und Pflichten des Individuums und an den freien Markt sowie an „hartes“ Geld glaubte. Er war der letzte demokratische Präsident, der so dachte, denn die Ablehnung der Ideale der Gründerväter durch die Demokraten begann noch vor dem Ende seiner Amtszeit. Die Partei umarmte bereits 1896 die Idee des Progressivismus und kürte William Jennings Bryan, den Befürworter der freien Münzprägung, der auf dem Nominierungsparteitag der Demokraten das Prinzip der goldbasierten Währung über Bord warf, zum Präsidentschaftskandidaten.

Bryans Wahlkampfziele wurden Amerikas Zukunft

Bryans Wahlkampf war der radikalste, den die USA bis zu jenem Zeitpunkt erlebten. Er sprach sich für progressive „Reformen“, wirtschaftliche Regulierungsmaßnahmen und eine monetäre Inflation aus. Hätte er lang genug gelebt, würde er Roosevelts New Deal genauso begrüßt haben, wie er jede progressive Gesetzesinitiative der Progressiven im frühen 20. Jahrhundert begrüßte. Die politischen Erben von Tillman und anderer Südstaaten-Demokraten, deren gesetzgeberische Tätigkeit immer um das Konzept der „Rasse“ kreiste, wurden zu den standhaftesten Unterstützern des New Deal.

Obwohl Bryan die Wahl 1896 verlor, seine Wahlkampfziele wurden Amerikas Zukunft. Die USA heute sind sicherlich viel mehr durch den Progressivismus der Demokraten im Jahr 1896 geprägt als durch die Plantagenwirtschaft, die der Bürgerkrieg bereits drei Jahrzehnte zuvor zerstörte.

Im Jahr 1896 waren die USA eine konstitutionelle Republik, trotz des sich langsam einschleichenden Zentralismus als Folge des Nordstaaten-Sieges. Dank der Führung durch Progressive waren die USA zwanzig Jahre später auf dem Weg zu einer progressiven Demokratie. Der umfassende Wahlsieg der Demokraten im Jahr 1912 führte dann zu dem, was Thomas DiLorenzo die Revolution von 1913 nannte. In jenem Jahr haben die Demokraten die Einkommenssteuer, das Zentralbank-System und die Direktwahl der US-Senatoren eingeführt, nebst einer Vielzahl von Gesetzen zur Stärkung der Rassentrennung. Was 1896 angefangen hat, trug 1912, bei der Wahl von Woodrow Wilson zum Präsidenten, bereits reiche Früchte.

Das Herzstück des Progressivismus waren die Jim-Crow-Gesetze zur Rassentrennung, mitsamt des sie rechtfertigenden Ideals der Rassenreinheit. Aber dies ist etwas, das nur wenige Progressive heute zur Kenntnis zu nehmen bereit sind. Leonard schreibt, dass die Eugenik für das progressive Denken bestimmend war. Es ist schwer vorstellbar, dass die Progressiven Maßnahmen einführten, die ihren eigenen Glaubenssätzen bezüglich Rasse widersprochen hätten – so gerne uns moderne Progressive genau dies einreden wollen. Progressive behaupten zum Beispiel, dass der Widerstand gegen die Lohnuntergrenze von rassistischer Denkweise zeugt. Dazu schreibt Leonard:

„Die Unfähigen vom Arbeitsmarkt entfernen“

Progressive Ökonomen (und ihre neoklassischen Kritiker) glaubten, dass ein verbindlicher Mindestlohn zum Verlust von Arbeit führen wird. Sie waren allerdings auch überzeugt, dass der Mindestlohn die erwerbstätige Bevölkerung (durchaus im Sinne der Eugenik) bereinigen wird, indem ein eigentlich erwerbsunfähiger Anteil nicht mehr dazu gehören wird. Sydney und Beatrice Webb sagen es geradeheraus: „Die Arbeitslosigkeit gewisser Anteile der Bevölkerung [der ‚Arbeitsunfähigen‘] ist kein Zeichen einer sozialen Krankheit, vielmehr zeugt sie von sozialer Gesundheit.“ „Unter allen denkbaren Maßnahmen bezüglich dieser unglücklichen Parasiten“, schreibt Sydney Webb in der Zeitschrift Journal of Political Economy, „ist die destruktivste von allen die Duldung ihrer unbeschränkten Konkurrenz als Bezieher von Arbeitslohn.“ Im Sinne der Eugenik sollte sich der Mindestlohn doppelt auswirken. Einerseits können dadurch prospektive Emigranten abgehalten werden (Henderson, 1900) und andererseits drängt er Erwerbsunfähige vom Arbeitsmarkt, so dass die auf solche Weise ausgesiebten Personen getrennt in ländlichen Gemeinschaften untergebracht oder sterilisiert werden könnten.“

Weiter schreibt er:

Für Progressive war eine gesetzlich gesicherte Lohnuntergrenze attraktiv, weil sie die Unfähigen von den Fähigen trennt, wobei Unfähige ihre Arbeit verlieren und Fähige die ihre behalten würden. Genau aus diesem Grund war Royal Meeker, ein Ökonom aus Princeton und Arbeitsminister unter Woodrow Wilson, gegen die Subventionierung der Löhne armer Arbeiter. Er zog eine definitive Lohnuntergrenze vor, weil sie die schlechtesten Arbeitskräfte arbeitslos machen und sie vom Arbeitsmarkt fernhalten würde. „Es ist viel besser, die Lohnuntergrenze durchzusetzen, auch dann, wenn das diese Unglückseligen ihrer Arbeit beraubt“, argumentierte Meeker (1919, S, 554). „Lieber soll der Staat die Ineffizienten zur Gänze unterstützen und ihre Vermehrung unterbinden, als Inkompetenz und Unwirtschaftlichkeit zu subventionieren und dadurch zur Vermehrung solcher Personen beizutragen.“ Ein weiterer Progressiver, der Wirtschaftswissenschaftler A. B. Wolfe (1917, S. 278), der 1943 Präsident der American Economic Association wurde, schlug in die gleiche Kerbe und sah es als vorteilhaft an, die Unfähigen, „die der Gesellschaft zur Last fallen“, vom Arbeitsmarkt zu entfernen.“

Der Progressivismus hat ein neues Amerika erschaffen

Vor 100 Jahren wollten die Progressiven durch einen entsprechenden Maßnahmenkatalog dafür sorgen, dass Menschen, die sie für minderwertig hielten, zum Beispiel Schwarze und Osteuropäer, in wirtschaftliche Randbereiche (oder über sie hinaus) gedrängt werden. Die rassistisch gefärbte Rhetorik ist längst verschwunden, aber die Maßnahmen sind geblieben und schaden denjenigen Menschen, die die Progressiven vorgeben, durch eben diese Maßnahmen schützen zu wollen.

Sei es die verbindliche Lohnuntergrenze, das System der Berufszulassungen oder die Maßnahmen zur Unterbindung der Gig Economy: Solche von den Progressiven favorisierten Maßnahmen zielen alle auf die Verdrängung und Marginalisierung der Minderheiten ab. Die Progressiven wollten die Beschäftigung der Schwarzen durch Fürsorge der vom Arbeitsmarkt Verdrängten ersetzen.

Der Progressivismus bekam einen riesigen Auftrieb, als 1896 Grover Clevelands klassischer Liberalismus von den Demokraten abgelehnt und durch eine Ideologie ersetzt wurde, die geradewegs in Richtung Sozialismus führte. Von der Forcierung der Jim-Crow-Gesetzgebung bis hin zur Etablierung einer Regulierungsmaschinerie zugunsten politisch richtig vernetzter Weißen und zum Nachteil der Schwarzen: Der Progressivismus hat ein neues Amerika erschaffen.

Wenn Leute auf Propaganda reinfallen

Dank unablässiger Kampagnen von Progressiven, die sowohl in den Medien als auch auf allen Ausbildungsebenen bestens eingebettet sind, glauben Amerikaner (und insbesondere schwarze Amerikaner) inzwischen, dass freie Marktwirtschaft und Kapitalismus die Wurzel allen Übels sind. Dank der New York Times haben sie nun auch erfahren, dass die Sklavenhaltung das Fundament des Kapitalismus war und die Erlösung der Schwarzen ausschließlich durch die Politik der Progressiven ab 1896 herbeigeführt wurde.

Es entbehrt nicht einer gewissen Tragik, wenn Leuten erfolgreich eingeredet wird, dass für sie nachteilige Maßnahmen ein besseres Leben ermöglichen werden. Und es ist doppelt tragisch, wenn Leute auf Propaganda reinfallen, die sie überzeugt, für ihre Lebensführung positive Maßnahmen abzulehnen.

Die Landung der ersten Sklaven aus Afrika im Jahr 1619 war ein tragischer Anfang, der Auftakt zur amerikanischen Sklavenhaltung. Aber tragischer als jener Anfang ist das Jahr 1896, als Menschen mit Regierungsverantwortung eine bis heute lebendige politische Richtung einschlugen, die mit Hilfe sozio-ökonomischer Maßnahmen und Gesetzen zu einem institutionalisierten Rassismus und zur Unterdrückung der Leistungsbereitschaft von Minderheiten führte.

 

William L. Anderson ist Fellow des Mises Institute und Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Frostburg State University. Er erwarb seinen MA in Wirtschaftswissenschaften an der Clemson University und seinen PhD in Wirtschaftswissenschaften an der Auburn University, wo er als Mises Research Fellow tätig war. Dieser Artikel erschien im englischen Original am 30.9.2019 auf der Plattform der Mises Institute.

Übersetzung ins Deutsche: Anna Fuhrmann.

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Leserpost

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Hans-Peter Dollhopf / 29.11.2019

Der transatlantische Sklavenhandel wurde zu Beginn der Neuzeit von dem nach sieben Jahrhunderten Unterwerfung der “Religion des Friedens” befreiten Spanien aufgrund einer entsprechenden Expertise des “Apostel der Indianer” Bartolome de Las Casas begonnen. Dessen Vater war bereits Gefährte des Kolumbus bei der Entdeckung der Westindischen Inseln gewesen und er selbst nahm dann ab 1502 über ein Jahrzehnt lang als Soldat der Conquista an der Inbesitznahme teil, wobei die Indigenen in einem alles bis dato überschreitendem Ausmaß dem Genozid anheimfielen. Die Sklavenware selbst wurde vor Ort an der Küste Westafrikas von lokalen Händlern eingekauft und sofort und vollkommen CO2Frei durch Windkraft in die Karibik exportiert, Cargolifter quasi. Unverschämt auffällig am aktuellen deutschen Wikipedia-Eintrag zu “Sklavenhandel” darum ist, dass Spanien im Abschnitt “3.2 Beteiligte Länder” gar nicht erst auftaucht.!? Weiß Gott, wer da als Admin wieder politisch-identitär aushilft. Präzise zusammengefasst findet man die Fakten im WON-Artikel von Alan Posener: “Großmacht und Gewissen”, 23. August 2007. how sweet the sound

Thomas Taterka / 29.11.2019

Liest sich so, als sei Nordamerika vor der Ankunft der Holländer, der Briten, Franzosen ,Spanier und Russen völlig unbewohnt gewesen. Hab’ ich wohl mit Gespenstern geraucht , gegessen, gelacht ( Oh ja, die haben viel Humor, trotz der ganzen Scheiße, die auf sie niedergeregnet ist und es ist unverzeihlich, daß ausgerechnet die Marx Brothers sie in ” Go West ” so dumm gezeichnet haben. Das EINZIGE Vergehen der drei Brüder. ) Die USA begannen AUCH ! mit Völkermord, Landraub, Vertreibung. Später kamen die Tomahawk - Raketen und Navajo - Codes ,die die Japaner nicht knacken konnten. Heute kauft man sich Schmuck und schöne Decken. Nach dem Mord kommt die Folklore - Schickeria. Wie bei den Juden die Liebe zum Klezmer. Die Enkel der Täter lieben die Powwows und den Klezmer. Und den Gesang der Schwarzen in der Kirche am ” Klimasonntag”. So Grün, so edel !

Udo Kemmerling / 29.11.2019

1000 Jahre lang haben Araber schwarze Sklaven gehalten und mitnichten eine aufstrebende Gesellschaft darauf aufgebaut. Muß in den 13 Kolonien also noch ein anderer Mechanismus als Rassismus gewirkt haben. Aber typisch Zeitgeistschrott, wenn es nichts mit Klima oder Rassismus zu tun hat, wird es nicht geschrieben. Die europäischen Sklavenhändler waren auch mitnichten Rassisten, sie haben lediglich die Situation weidlich ausgenutzt, dass schwarze Stämme an den Küsten Westafrikas gewillt waren, ihre gleichfarbigen Artgenossen (wie würde die Geschichte das bewerten, wenn die grün oder gar weiß gewesen wären?) im Landesinneren einzufangen und zu verkaufen. Wie nennt der Zeitgeist denn diese Form von Menschenverachtung und beispielloser Charakterschwäche? Rassismus? Kann ich nicht mehr hören, so wenig wie Klima, oder sonstwelches kulturmarxistisches Gefasel !!!!

Gudrun Meyer / 29.11.2019

In Europa hat es diese Art von Progressivismus nicht gegeben, wenngleich verwandte Ideen vielleicht unter Kolonialbeamten und -unternehmern kursierten. Dennoch trampelt unsere veröffentlichte Meinung derjenigen der politkorrekten Amerikaner nach, ohne jemals zu begreifen, dass es noch bis um 1980 in D kaum Schwarze gab und die wenigen zum großen Teil afrikanische Studenten und Akademiker waren. Ein SPIEGEL-Journo brachte die stumpfe Übernahme der amerikanischen Geschichte 2017 auf den Punkt: “Ein Neger ist eine Ware, die man auf dem Markt kauft”. Auf welchem Markt wann und wo, sind Fragen, die sich dieser Geschichtskoryphäe nicht stellen. Dass die Sklaverei im neuzeitlich-städtischen Europa nur illegal an gesellschaftlichen Rändern stattfand (Zuhälterei, Kinderhandel, praktisch immer mit weißen Mädchen und weißen Kleinkindern) und keine gesellschaftliche Institution war, ist erstaunlich wenig bekannt. Und dass es in D keine Reste amerikanischer Regelungen geben kann, ist in den erleuchteten Kreisen der politischen Klasse, der Journaille und ihrer Hofjuristen unbegreiflich.

Sabine Lotus / 29.11.2019

Tja, das hätten die Amerikaner vielleicht mal so erledigen sollen wie die Arabischen Sklavenhändler: Ihre Ware einfach kastrieren. Keine Nachkommen, kein Gelaber. Jaja, ich pack ja schon 5 Mark in die Populistensprüchekasse.

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