Viele glauben, Rassismus gäbe es nur rechts. Doch was passiert, wenn sich selbsternannte Antirassisten durchsetzen?
Früher ging man davon aus, dass sich die Menschheit in Rassen unterteilen ließe. Der geniale Biologe Carl von Linné (1707–1778), der für die Lebewesen eine Systematik ersonnen hat, unterschied vier „Varietäten“ des Menschen (americanus, europaeus, asiaticus und afer), denen er die Hautfarben rot, weiß, gelb, und schwarz zuschrieb. Dieses Rassenkonzept wurde in der Folgezeit fortgeschrieben und ausgebaut. Unglücklicherweise wurde und wird vielfach bis heute das Bild von der Differenziertheit der Menschheit mit Werturteilen verknüpft. Daraus erwuchsen Sklaverei, Apartheid und Rassendiskriminierung, also kurz: Ungerechtigkeiten, Verbrechen und unermessliches Leid.
„Menschenrassen“ wurden in der Vergangenheit als genetisch einheitliche Gruppen angesehen. Rassen sollten sich demnach durch größere Unterschiede voneinander unterscheiden. Forscher, die die Methoden der molekularen Genetik in der Anthropologie anwenden, zeigen jedoch, dass diese Definition obsolet ist. Sie widerlegen die Ansicht, dass menschliche Populationen in getrennte Rassen wie Afrikaner, Eurasier und indigene Amerikaner klassifiziert werden könnten. Im September 2019 veröffentlichte ein Wissenschaftlergremium eine Stellungnahme, die als „Jenaer Erklärung“ das Konzept der Rasse in Bezug auf Menschen widerlegt. Danach sei der Rassebegriff zur Charakterisierung menschlicher Populationen untauglich und sollte nicht mehr verwendet werden.
Es gibt keine Menschenrassen aber Rassismus
Ungeachtet der Aussage der Wissenschaftler persistieren Vorstellungen von der Existenz von Menschenrassen. Diese machen sich weiterhin fest an den schon von Carl von Linné bezeichneten Merkmalen: Haut-, Haar- und Augenfarbe, Kraushaar, Augenzuschnitt und ähnliches. Es ist ja auch nicht zu leugnen, dass solche Merkmale geeignet sind, etwas über die geografische Herkunft auszusagen. Daraus speist sich Rassismus. Den gibt es in einer bösen und einer gutgemeinten Form. Aber auch „gut gemeint“ ist oft das Gegenteil von gut. Böser Rassismus ist ganz sicher, wenn Alexander Gauland postuliert, dass die meisten Deutschen Jérôme Boateng zwar als Fußballer gut fänden, sie ihn aber als Nachbarn wohl eher nicht haben wollten. Das bestreiten übrigens die Nachbarn des Fußballstars vehement. Sie beschreiben ihn als netten und umgänglichen Menschen.
Böse ist auch, dass im Ergebnis einer Umfrage zutage kam, dass sich 21 Prozent der Befragten weniger Farbige in der Fußball-Nationalmannschaft wünschen. Da ist dem Bundestrainer Julian Nagelsmann zuzustimmen, der sagt, dass wir solche „Scheißumfragen“ nicht brauchen.
Nicht lange auf sich warten ließ dann ein gut gemeinter Post der Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt auf X (vormals Twitter). Der lautete so: „Diese Mannschaft ist wirklich großartig. Stellt euch kurz vor, da wären nur weiße deutsche Spieler.” Der prominente israelisch-deutsche Publizist Ahmad Mansour schreibt dazu: „Wer bei der deutschen Nationalmannschaft die Hautfarbe der Spieler thematisiert, betreibt Rassismus, unabhängig von der Motivation dahinter.“ Als ein Sturm der Entrüstung losbrach, hat Katrin Göring-Eckardt ihren Post wieder gelöscht. Hätte sie ihre Meinung vertreten, nämlich dass sie eine hohe Einwanderung von Afrikanern begrüßt und dass es richtig sei, dass sich das auch in der Nationalmannschaft widerspiegelt, hätte sie wenigstens Charakter bewiesen. So aber haben wir nur ein weiteres Beispiel von Populismus.
Mitleidsrassismus
Vielleicht ist der gut gemeinte Rassismus noch gefährlicher als der böse gemeinte. Bei Letzterem kann man den menschenfeindlichen Charakter entlarven und ihn so bekämpfen. Der gut gemeinte Rassismus setzt auf Mitleid: „Was kann denn dieser Mohr dafür, dass er so weiß nicht ist wie ihr?“ heißt es in dem früher verbreiteten, jetzt aber zu Recht von Kindern ferngehaltenen Bilderbuch „Der Struwwelpeter“. Der Autor Heinrich Hoffmann hielt es für selbstverständlich, dass es ein bedauernswerter Zustand sei, wenn man nicht weiß ist.
Das war gestern. Ein zeitgemäßer Mitleidsrassismus zeigt sich in dem Drang, wertfreie Begriffe mit einer negativen Bedeutung zu belegen und deren Ausmerzung zu fordern. Ein Beispiel ist der Aufruf, Mohrenapotheken, wovon es in Deutschland viele gibt, umbenennen zu wollen. Aus Mitleid mit den dunkelhäutigen Menschen. „People of Color“ (PoC) wie man heute sagt, würden sich durch Apotheken mit diesem Namen diskreditiert fühlen. Aber PoC brauchen in dieser Hinsicht kein Mitleid!
Apotheker waren auch in der Vergangenheit gebildete Leute, die die Namen für ihre Apotheken sehr überlegt gewählt haben. Die Anfänge der modernen Heilkunde sind seinerzeit von Mauretanien nach Europa gekommen. „Moderne kam aus Afrika!” Apotheker, die eine „Mohrenapotheke“ führen, würdigen diese Tatsache, und es liegt ihnen fern, den Begriff „Mohr“ als Schimpfwort zu verwenden. Glaubt jemand im Ernst, dass intelligente Geschäftsleute für ihr Unternehmen einen Negativbegriff zur Namensgebung verwenden würden? Bleibt zu hoffen, dass sie nicht vor dem mentalen Prekariat einknicken, das wegen seiner Bildungsferne die Erinnerung an den großen Beitrag der Afrikaner zur europäischen Wissenschaft durch Schleifung der Erinnerungskultur tilgen will.
Kulturelle Aneignung ist praktiziertes Doppeldenk
Rassismus zu praktizieren, gilt zu Recht als ein schlimmer Vorwurf. Dieser wird gemeinhin der rechten Szene zugeschrieben, was auch oft zutrifft. Die links ausgerichtete Gesellschaft spricht sich gegen Rassismus aus und negiert die Existenz menschlicher Rassen. Dennoch hat sie in echter Doppeldenkmanier eine neue Form des Rassismus erfunden, die sich ebenso wie der traditionelle Rassismus an jenen äußeren Eigenschaften von Menschen festmacht, die man als „Rassenmerkmale“ betrachtet: Hautfarbe, Kraushaar usw. Aber auch die Kulturgüter der unterschiedlichen Ethnien stehen im Fokus.
Als die Musikerin Ronja Maltzahn bei einer Fridays for Future-Veranstaltung in Hannover auftreten wollte, hat die Ortsgruppe der sogenannten Klimaschutzbewegung den Auftritt kurzerhand abgesagt. Es sei für die „Aktivist*innen“ nicht vertretbar, eine weiße Person mit Dreadlocks auf der Bühne zu haben, hieß es. Dreadlocks bei weißen Menschen seien eine Form der „Kulturellen Aneignung“. Dabei haben die Künstler lediglich die Botschaft „black is beautiful“ der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung verinnerlicht und gelebt.
Erfunden haben die jugendlichen Weltverbesserer diese Sicht allerdings nicht selbst. Zuvor wurde in Bern ein Konzert abgebrochen, weil auf der Bühne fünf weiße Musiker Reggae spielten, zwei von ihnen trugen Dreadlocks. Diejenigen, die erfolgreich auf Abbruch der Veranstaltung drängten, argumentierten, beim Reggae handele es sich um die Musik jamaikanischer Indigener, und wenn sich Weiße daran bedienten, sei dies „Kulturelle Aneignung“. Und das mit den Dreadlocks kommt noch hinzu. Als hätte es die „Jenaer Erklärung“ nicht gegeben, lebt hier wieder der hautfarbenbezogene Blick auf die Menschen auf, mit einer Rassenwahrnehmung, wie sie im vergangenen Jahrhundert üblich war.
Aber auch die Schweizer sind nicht die Schöpfer solcher absurden Ideen, sondern die Doktrin der Illegitimität von „Kultureller Aneignung“ ist im angloamerikanischen Raum weit verbreitet. Zu Ende gedacht würde das bedeuten, dass europäische Gospelchöre, Jazzformationen und Bluesinterpreten sich die Kultur der Afroamerikaner unrechtmäßig aneignen und sie ihr Musizieren einstellen sollten und dass sie nur noch Bach, Mozart, Händel usw. spielen und singen dürften.
Und wenn es ein anderes Genre sein soll, dann bitte Helene Fischer, Ute Freudenberg und Roland Kaiser usw. Aber auch Dunkelhäutige, Asiaten und indigene Amerikaner hätten nach dieser Philosophie kein Recht, Werke europäischer Komponisten zu musizieren. Dabei ist doch gerade dies ein großer Gewinn für die Kunst und Völkerverständigung. Beispiele aus der Kulturgeschichte zeigen, dass die gegenseitige Wertschätzung und die Verschmelzung der Kulturen ein hohes kreatives Potenzial haben und Menschen zueinander bringt.
Zigeuner, Sinti und Roma
Ich benutze das Wort „Zigeuner“. Dieses gilt als politisch inkorrekt und wird in „politisch korrekten“ Texten durch die Begriffe „Sinti und Roma“ ersetzt. Aber diese Namen für alle Stämme der genannten Bevölkerungsgruppe zu benutzen, ist so falsch, als würde man alle Deutschen als Preußen bezeichnen. Da würden sich nicht nur die Sachsen und Bayern aufregen. Es gibt unter den Zigeunern noch andere Stämme und die wollen nicht falsch bezeichnet werden. Die taz, die für streng gehandhabte politische Korrektheit bekannt ist, druckte am 15.4.2015 einen Artikel von dem ungarischen Zigeuner Tibor Rasz, mit dem Titel „Ich, Zigeuner“. Daraus zitiere ich: „Wenn jemand mich fragt: … warum nennst du dich Zigeuner? Dann antworte ich: Weil ich ein Zigeuner bin… In Ungarn bin ich mit vielen Akademikern befreundet, die darauf bestehen, ‚Cigány’ genannt zu werden. Auch sie wissen mit den Begriffen ‚Sinti’ und ‚Roma’ nichts anzufangen.“
In meinem Artikel sind die Worte Zigeuner, Sinti und Roma gleichermaßen mit großer Wertschätzung verbunden. So ist der Bezug zu den hier angeführten Kompositionen großer Musiker gegeben. An diesen Beispielen zeigt sich der Segen, der sich aus „Kultureller Aneignung“ für die Menschheit ergibt. Der Sintimusiker Django Reinhardt hat die Musikstile seines eigenen Volkes mit denen der europäischen Klassik und der Afroamerikaner zu einem neuen Genre vereinigt und damit hervorragende Kunst geschaffen. Er hat somit mehr gegen Rassendiskriminierung getan als alle Demonstranten auf den Straßen und Teilnehmer an Stuhlkreisen auf Kirchentagen und anderen Veranstaltungen zusammen.
Es gibt viele Künstler, die durch „Kulturelle Aneignung“ Großartiges zum Wohle der Menschheit hervorgebracht haben. Ich denke an Johannes Brahms und Antonín Dvořák, die Anleihen bei der Musik einer regelmäßig diskriminierten Minderheit vorgenommen haben. Mit ihren „Zigeunerliedern“ und „Zigeunermelodien“ haben sie gezeigt, dass diese Völker eine musikalische Hochkultur pflegen, die der übrigen europäischen Musikkultur ebenbürtig ist. Durch die erfolgte „Kulturelle Aneignung“ haben die großen europäischen Komponisten diesen Schatz gehoben und in den musikalischen Kosmos des Bildungsbürgertums integriert. Er erfährt nun weltweit die Bewunderung, die er verdient.
Das haben die Komponisten auch verbal zum Ausdruck gebracht. Antonín Dvořák sagte das so: „Wir sind stolz darauf, einen Mozart hervorgebracht zu haben. Aber die Zigeuner sind ein ganzes Volk von Mozarts.“ „Kulturelle Aneignung“ ist keinesfalls ein Wegnehmen, sondern ein Zeichen von Wertschätzung!
Neoapartheid der linken Political-Correctness-Bewegung
Die afro-amerikanische Lyrikerin Amanda Gorman avancierte mit ihrem Gedicht „The Hill We Climb“, welches sie selbst bei der Amtseinführung von Joe Biden vorgetragen hat, über Nacht zum Superstar. In vielen Ländern gab es das Bestreben, dieses und andere Gedichte der Afroamerikanerin in die jeweiligen Sprachen zu übersetzen, nämlich z.B. ins Niederländische, ins Spanische und ins Deutsche.
In Spanien wurde der Auftrag zunächst an den hochangesehenen Katalanen Victor Obiols vergeben. Aber der wurde davon wieder entbunden, einzig aus dem Grund, weil er weiß und nicht schwarz ist. Und auch die mit Literaturpreisen überhäufte junge Niederländerin Marieke Lucas Rijneveld konnte sich zunächst über den Auftrag freuen, gab ihn dann aber genervt zurück, weil sie die Anfeindungen, dass sie sich anmaßt, als weiße Person das Werk einer Schwarzen zu übersetzen, nicht mehr ertragen wollte. In Deutschland hatte der Verlag Hoffmann und Campe in vorauseilendem Political-Correctness-Aktivismus von vornherein ein Dreierteam mit der Übersetzung beauftragt, in dem, unabhängig von ihrer poetischen Qualifikation, eine schwarzhäutige Journalistin, Hadija Haruna-Oelker, und die kopftuchtragende Muslimin und Feministin Kübra Gümüşay das Sagen hatten.
Noch vor wenigen Jahren haben wir Künstlerpersönlichkeiten geehrt, die Kulturen verschiedener Völker zusammengeführt haben. Das geschah dadurch, dass sie sich die Kulturschätze der anderen zu eigen gemacht und damit gewürdigt haben. Ich denke an Johann Gottfried Herder mit seinem Werk „Stimmen der Völker in Liedern“, an George Gershwin, der die Musik der Afroamerikaner auf die Opernbühne gebracht hat, an die schon genannten Komponisten Brahms und Dvořák und an die zahlreichen Jazz- und Rockmusiker. Seit in den letzten 20 Jahren ein Linksruck die Welt durcheinanderbringt, wird das alles diffamiert und ein Neo-Apartheidsystem, orientiert an der Hautfarbe der Menschen, neu etabliert. Nelson Mandela und Martin Luther King, die zu Recht auch von den Linken als Helden des Kampfes für Menschenrechte gefeiert wurden, würden sich im Grabe umdrehen.
Inzwischen wählen die Menschen, angewidert von der irrationalen Wokeness zum großen Teil rechts. Aber das ist auch nicht gut. Ich hoffe, dass das Pendel möglichst bald in der Mitte zur Ruhe kommt, wo ultralinke und ultrarechte Ideologien keinen Platz haben und der ganze Nonsens vom Kampf gegen „Kulturelle Aneignung“, die Kulturapartheid sowie die Überlegenheitsfantasien von Rassen, die es ja gar nicht gibt, keinen Platz mehr haben.
Prof. Dr. Reinhard Szibor ist Diplombiologe und Mitglied des Forums Grüne Vernunft.
Nach der Lektüre des Artikels gingen mir zwei Gedanken durch den Kopf:
1. Wenn „kulturelle Aneignung“ so ein böser Vorgang ist, dann doch bitte dafür sorgen, dass alle Erfindungen von „weißen“ Frauen und Männern nur noch von „Weißen“ benutzt werden dürfen. Allein schon bei Kalaschnikows, Mobiltelefonen und Kraftfahrzeugen wäre ich gerne Mäuschen, wenn die selbsternannten „Durchsetzer“ ihrem inneren Auftrag folgen wollten.
2. Bei der Erwähnung der Mitgliedschaft des Autors durchzuckte mich sofort der Gedanke an eine Karnevalistische Vereinigung …
Wenn Dreadlocks bei weißen kulturelle Aneignung sind, dann ist es doch sicher auch die Glatthaarperücke bei schwarzen Damen oder das blond gefärbte Haar asiatischer Männer? Wenn hier jeder nur so aussehen darf, wie Gott seine Vorfahren schuf, dann ist das doch wohl die höchste Form des Rassismus.
die übelsten Rassisten sind die grün-rot-woken
(Wieso) gibt es noch Ethnologie ? Gehe ich recht in der Annahme, dass z.B. die hochgewachsenen, langbeinigen, schlanken Ostafrikaner etwas mit den Anpassungsprozessen an eine Umwelt zu tun hatten, die zum Überleben ausdauerndes Laufen benötigten ? Die Hautfarben etwas mit der Sonneneinstrahlung in den jeweiligen Regionen auf der Erde ? Physiologie ? Allesamt Anpassungsprozesse an jeweilige geografische / biologische /topologische etc. Gegebenheiten ? Von „Abstammungs- und Schicksalsgemeinschaften“ in sehr langen Zeiträumen als Siedlungsgebiete erarbeitet , kultiviert ? – Multikulti ist ja auf die inzwischen vorhandene Mobilität angewiesen – was , wenn diese nicht mehr unbegrenzt möglich wäre ?
Ich kann durchaus so einiges teilen in diesem Artikel. Aber die Bürger wählen nicht rechts, sondern das was man gemeinhin Vernunft nennt. Schluß mit dem Woke-Wahn und dieser rassistischen Renaissance einer polit-medialen Minderheit.
Die Amis, die vielfach sich mit ihrer Herkunft stärker identifizieren als wir Deutschen, nehmen ständig bezug auf die Herkunft als asian, latino, afro-american etc, und haben offenbar keine Probleme mit der Einteilung in „races“. Weiße, also Nachfahren der Mittel- und Nordeuropäer werden als Kaukasier bezeichnet, wobei ich diesen Begriff reichlich abartig finde. Aber egal wie, sie nehmen eine solche Einteilung vor, ob man dies nun als Rasse oder sonstwas bezeichnen will, wobei, wenn dies keine Einteilung nach Rassen ist, was dann?
Ein deutsches Volk, jenseits der Sprache, existiert nicht. Es sind die, die hier leben, und das muss täglich neu ausgehandelt werden. Wem das zu kompliziert ist, der kann doch rüber machen. Oder hieß es nüber? Das ist m.E. in der Kurzfassung die Gesamt-Wirkung der einzigen Kanzlerin, die es in der Weltgeschichte jemals gegeben hat. Wir wissen nichts von einem Matriarchat, das nicht glanzlos im Dunkel der Vergangenheit untergegangen ist. ABER Kleopatra VII.? Sie regierte nicht allein in Ägypten. Und ihre Gipsbüsten sehen aus wie die eines Jünglings. Die berauschende Schönheit ist Hollywood. Ist aber egal. Es wäre ja noch schöner, wenn in einem Matriarchat die Männer, die drei Schritte hinter der Frau gehen, auch noch Gefallen an ihrer Herrin finden. Ein Matriarchat wird doch nicht für die Männer errichtet, sondern gegen die Männer. Ja und dann der Name: Cleo Patr A. Klingelts jetzt? Sie hätte ja Cleo Matr A heißen müssen. Im Grunde ist es mir egal. Sie starb im Chaos und das bleibt. Ägypten war beendet. Jahrtausende Mühen und Opfer der alten Ägypter … alles nur noch Wüstensand. Niemand kann uns erklären, wie die die Pyramiden gebaut haben sollen. Nur eins ist sicher: Cleopatra war es nicht. Und sie konnte es nicht und sie wusste es nicht. Wikipedia schreibt unter der Überschrift „Propagandaschlacht und Vorbereitung zum finalen Krieg“ (was verblüffend nach heute klingt), dass der Kampf 33 v.C. zwischen Octavian und Antonius war und Cleopatra nur durch überwältigende Dekadenz und Sinnlosigkeit aufgefallen ist, aber NICHT herrschte. Und drei Jahre später war Ägypten Geschichte. Und die Römer und die Griechen, die waren doch alle queer. Wer da Männlein und wer Weiblein war, wie soll man das heute noch heraus finden. Die wussten es vielleicht selbst nicht. Aber die Parallelen sind verblüffend.