Über Geert Wilders könnten Journalisten höchst unterschiedliche Ansichten haben, diese vielleicht sogar in ein und demselben Stück artikulieren. Praktischer natürlich, die festgezurrte Meinung deutscher Leitmedienhammel über den niederländischen „Populisten“ einfach nachzubeten, eventuell noch etwas auszuschmücken. Los geht´s beim lustigen Zeilenschinden unter der Schlagzeile „Triumph für den Islamhasser“:
„Den Propheten Mohammed beschimpft er als einen Mörder. Den Islam nennt er eine faschistische Ideologie. Und den Koran stellt der holländische Populist Geert Wilder auf eine Stufe mit Hitlers ´Mein Kampf´“. So beginnt ein Thomas Burmeister, Mitarbeiter der Deutschen Presseagentur, sein Bashing des Chefs der „ebenso islamfeindlichen wie populistischen Partei (PVV).“ Chapeau, Kollege! Schon im ersten Absatz zweimal „Populist“ untergebracht! Doppelt hält besser.
Burmeister macht kein Hehl daraus, dass ihm der Freispruch des „47-Jährigen mit der blondgetönten Löwentolle“ vom Vorwurf, Hass gegen Muslime zu schüren, gar nicht gefällt. „Der Bewunderer von Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin“ könne dank „Rückenstärkung durch die Justiz“ “nun noch lauter denn je ein Verbot des Korans sowie der Burka und ähnlicher islamischer Symbole verlangen“. Und der „selbst ernannte Verteidiger der christlich-jüdischen Kultur“ werde fortan „noch mehr gegen die `Islamisierung Europas´ wettern und fordern, dass die Einwanderung von Menschen aus islamischen Ländern gestoppt wird.“
Wilders´ Freispruch läge auf der neuen Regierungslinie in Sachen Ausländerintegration. Diese verpflichte Migranten, „sich selbst ohne staatliche Hilfe in die Gesellschaft zu integrieren. Gipfel der Gemeinheit: wer die „Integrationsprüfung nicht schafft, verliert die Aufenthaltsgenehmigung.“
Im Klartext würde der Artikel ungefähr so lauten: ein politisch wie menschlich ekelhafter blonder Tönling (schwul?) ist mit Hilfe einer fragwürdigen holländischen Justiz skandalöserweise nicht nur nicht in den Knast eingefahren, sondern feiert auch noch einen Triumph, spielt sich als Europaretter auf. Und zwar als selbst ernannter, nicht als ein von der EU offiziell beauftragter Europaretter! Ein Blender, der noch dazu Thilo Sarrazin bewundert! Einen Mann, der für seine Äußerungen zur Integration von Migranten zwar nicht mal von seiner eigenen Partei geschasst wurde, der aber für dpa-Schreiber offenbar den Gottseibeiuns darstellt. Als giftige Frucht von Wilders´ Hetze warten Not & Elend auf ausgegrenzte Migranten, die sich das Integrieren ins grüne Tomatenzüchterparadies finanziell einfach nicht erlauben können. Die müssen nun wohl bald ihre wenigen Habseligkeiten packen und zurück in ihre armseligen Herkunftsländer Länder fahren.
Schluchz.
Mich stört an dem Artikel nicht der selbst ernannte Qualitätsjournalist, der ihn gebacken hat. Der Mann beliefert Medien mit Gemischtwaren, zum Beispiel mit einer Schnurre über einen angeblichen islamischen Sexshop in Amsterdam, in dem es halal Gleitcreme gibt. Auch er muss ja von irgendwas leben. Wenn er damit nur die üblichen Gesinnungsgeschütze munitionierte, wär´s mir wurscht. Da aber die alte Tante dpa hoch polemisches Dummtüch wie das über Wilders an diverse Redaktionen verschickte, landete es sogar im Mantelteil meiner Heimatzeitung. Und von der erwarte ich wahrhaftig Interessanteres als einen ideologischen Aufguss von „SZ“, „FR“, „taz“ oder WDR.
Die dpa war mal dafür bekannt, dass sie das angelsächsische Prinzip hoch hielt, Nachricht und Meinung streng zu trennen. Der Agentur geht es mittlerweile nicht mehr sehr gut, aus unterschiedlichen Gründen. Ob sie versucht, abgängige Kunden zurück zu gewinnen, indem sie ihnen Nachricht und Meinung als Gesamtpaket verkauft? Sozusagen zwei zum Preis von einem? Ähnlich dem Pfanni-Kartoffelpüree „Das Komplette“, wo die Milch schon mit drin ist?
Bin gespannt, ob´s klappt.