Der Plastiktüten-Kreuzzug

Von Thomas Heinlein.

Das Bundesumweltministerium bleibt seinen Traditionen treu – und führt ein weiteres Trauerspiel auf. Anstatt sich um Maßnahmen des Umweltschutzes zu bemühen, folgt man der durch die Medien gestalteten öffentlichen Meinung und verkauft selbst die unsinnigsten Aktivitäten vor der desinformierten Wählerschaft als Erfolg. 

Dieses Vorgehen ist nicht unbekannt, in den Ergebnissen allerdings verheerend. Es ist ein allgemeiner Trend zu ökologisch und ökonomisch schlechteren Lösungen erkennbar, bloß um einer konstruierten Meinung zu folgen. Der Kampf gegen den Klimawandel lässt grüßen. So weit, so schlecht – aber worum geht es denn nun konkret? Es geht um das Verbot von Plastiktüten. Allerdings nur vordergründig. Tatsächlich geht es um einen Kreuzzug gegen Kunststoffe – und das Plastiktütenverbot ist ein weiterer Bestandteil der Mobilmachung.

Auf Initiative von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hat das Bundeskabinett ein Verbot von Plastiktüten auf den Weg gebracht. Nach der Kabinettsentscheidung vom 6. November wurde das parlamentarische Verfahren eingeleitet. Das Verbot soll sechs Monate nach der Verkündung des Gesetzes in Kraft treten.

Frau Schulze hat sich unter anderem folgendermaßen ausgelassen: „Plastiktüten sind der Inbegriff der Ressourcenverschwendung: Sie werden aus Rohöl hergestellt und oft nur wenige Minuten genutzt. Häufig landen sie in der Umwelt, wo sie über viele Jahrzehnte verbleiben und jede Menge Schäden anrichten.“

Woher kommt der Sinneswandel?

Die derzeitige Positionierung ist verblüffend, wenn man sich die Veröffentlichung des Umweltbundesamtes aus dem Jahr 2013 mit dem Titel „Plastiktüten“ vor Augen führt.

„…Plastiktüten werden häufig als Symbol einer Wegwerfgesellschaft betrachtet…Die Hersteller tragen damit die Verantwortung für die Entsorgung… Dieser Pflicht kommen sie nach, indem sie die Tüten bei einem dualen System lizensieren und damit die Kosten für deren Entsorgung tragen.

In Deutschland werden die Plastiktüten teilweise mehrfach verwendet, z.B. indem sie zum nächsten Einkauf wieder mitgenommen werden. Am Ende ihrer Lebensdauer finden sie zudem häufig noch als Müllbeutel Verwendung.

…Deutschland verfügt über ein hoch entwickeltes Abfallwirtschaftssystem… Die Tüten, die als Abfall entsorgt werden, werden stofflich oder energetisch verwertet…

D.h. die Tüten, die ordnungsgemäß entsorgt werden, können nicht mehr in die (Meeres-) Umwelt gelangen…

…Auf dem deutschen Festland gibt es nur geringe Probleme mit „gelittertem“ Müll, und das Problem ist bezogen auf Plastiktüten noch einmal geringer (geringer Mengenanteil am gelitterten Müll)….“

Die beiden Zitate könnten gegensätzlicher nicht sein. Abgesehen davon haben sich die Sammel- und Verwertungssituation sowie der Ressourceneinsatz seit dem Jahr 2013 nicht verschlechtert, sondern verbessert. Woher kommt also dieser Sinneswandel?

Es ist offensichtlich, dass die Plastiktüte in dem  allgemeinen Kampf gegen Kunststoff als Symbol herhalten muss. Sie wird von vermeintlichen Umweltschützern in ihrem Kampf gegen alles, was nach Plastik aussieht, wie eine Standarte vor sich hergetragen. Das Verbot von Plastiktüten ist allerdings nicht dazu gedacht, die Umwelt zu schützen. Es ist ein Wegbereiter, die breite Öffentlichkeit in ihrer Meinung gegen Kunststoffe in Stellung zu bringen und wird im Ergebnis dazu dienen, der Bevölkerung durch die Erhebung von neuen Steuern und Abgaben das Geld aus der Tasche zu ziehen. 

Das Perverse hieran wird wieder sein, dass sich der Bürger über den Aderlass freuen wird, da ihm – von langer Hand vorbereitet – vorgegaukelt wird, die Welt zu retten. Wem dies bekannt vorkommt, erinnert sich vielleicht an das Meisterwerk der Klimaapokalypse. 

Die EU-Plastiksteuer

Die Absicht, sich freimütig am Geld des Bürgers zu bedienen, wird offensichtlich, wenn einem der „Vorschlag“ der „EU-Plastiksteuer“ geläufig ist.

Bereits im Mai 2018 schlug die Europäische Kommission im Rahmen der Verhandlungen über den Mehrjährigen Finanzrahmen 2021.2027 vor, das Eigenmittelsystem der EU zu stärken. Unter anderem soll eine jährliche Abgabe der Mitgliedstaaten in Höhe von 800 Euro pro Tonne nicht-recycelter Kunststoffabfälle eingeführt werden. Bei einem Treffen der Kommission am 9. Oktober wurde der Vorschlag einer „Plastik Steuer“ formal bekräftigt; eine Umsetzung gilt als sehr wahrscheinlich. 

Noch einmal zur Verdeutlichung: Das Eigenmittelsystem erlaubt es der EU, zusätzliche Abgaben zu erheben, um die eigene Organisation finanziell zu stärken. Insofern dürfte ausgeschlossen sein, dass dieser Vorschlag nicht umgesetzt wird. Selbst wenn die Bundesregierung nur diesen Betrag über die Industrie auf den Endverbraucher – also die Bürger – umlegen würde, käme hierdurch ein nettes Sümmchen zusammen. Dafür muss kurz die zugrundeliegende Systematik erläutert werden. 

Die EU erhebt eine Abgabe, die Bundesregierung setzt dies national um (die Illusion, dass es ausschließlich bei der Weitergabe dieser Abgabe bleibt und man sich nicht noch einen extra Schluck aus der Pulle genehmigt, hat hoffentlich niemand mehr). Zunächst einmal wird hierfür die Industrie zur Kasse gebeten. Wenn es schon sein muss, macht dies in der Tat Sinn, da es unter anderem die Unternehmen sind, die durch Innovationen positiv zur Erhöhung der Recyclingquote beitragen können (was sie bereits tun).

Nachdem die Politik und die Presse insgesamt so gut vorgearbeitet haben und Kunststoffe ohnehin am ökologischen Pranger stehen, treffen die Maßnahmen auf eine allgemeine Akzeptanz. Leider denkt keiner so weit, dass die Unternehmen die Mehrkosten nicht schlucken, sondern versuchen werden, diese an die Kunden weiterzugeben. Sofern die Unternehmen keine langfristigen Verträge geschlossen haben, werden sie die Preise erhöhen. Das setzt sich über alle Wertschöpfungsstufen fort, bis die Preissteigerungen beim Endkunden angekommen sind. 

Unternehmensinsolvenzen, Privatinsolvenzen und Jobverlust

Allerdings können derartige Zusatzkosten aufgrund von Verträgen und extremer Wettbewerbssituation nicht immer – insbesondere nicht kurzfristig – weitergegeben werden. Für Unternehmen, die durch Krise, hohen Wettbewerbsdruck etc. ohnehin ums Überleben kämpfen, bedeutet dies den Todesstoß. Unternehmensinsolvenzen, Privatinsolvenzen und Jobverlust sind die Folge – aber das ist ein Preis, den linksgrüne Politiker für das Auffrischen der Staatsfinanzen, kombiniert mit der Weltenrettung und positiver Selbstdarstellung, gerne zu zahlen bereit sind.

Wenn am Ende die Abgabe national umgesetzt, die Kosten erfolgreich auf den Verbraucher abgewälzt, ein paar Existenzen ruiniert und das Geld einer unbestritten sinnvollen Verwendung durch die EU zugeführt wurde, bleibt nun was für den deutschen Staatshaushalt übrig? Richtig – die Mehrwertsteuer.

Das ist auch der Grund, wieso alles, was den Strompreis erhöht, im Bundesfinanzministerium mit so viel Begeisterung aufgenommen wird. Hier wirkt nämlich die gleiche Systematik.

Der Preis für CO2-Zertifikate erhöht den direkten Strompreis. Auf diesen wird dann – neben Netznutzungsentgelt und Kosten des Messstellenbetriebs – eine ganze Latte von wohlklingenden Umlagen aufgeschlagen (EEG-Umlage, KWKG-Umlage, Offshore-Netzumlage, Umlage nach § 19 der Strom-Netzentgeltverordnung, Umlage für abschaltbare Lasten). Hinzu gerechnet wird die fixe Stromsteuer von 2,05 Cent je Kilowattstunde. Und auf die Summe des Ganzen kommen dann die 19% Mehrwertsteuer. Insofern ist eine CO2-Abgabe oder eine Erhöhung der Umlagen eine reine Freude für jeden Finanzminister – die anderen Ministerien haben den Schwarzen Peter (darf man das noch sagen?), er die Kohle.

Wie hoch wäre denn nun das nette Sümmchen durch die EU-Plastik-Steuer? Die Abgabe, die Deutschland an die EU abzuführen hätte, beliefe sich auf über zweieinhalb Milliarden Euro. Die bei vollständiger Umlage auf den Endverbraucher (ohne zusätzlichen besagten Schluck aus der Pulle) kommen über die 19 Prozent Mehrwertsteuer etwa 500 Millionen Euro zusammen. Für den Bürger versteckt sich der Gesamtbetrag dann in dem netten Wörtchen „Inflation“. 

Torpedieren der freiwilligen Selbstverpflichtung

Aber zurück zur Weltenrettung durch ein deutsches Plastiktütenverbot. Es dürfte mittlerweile jedem klar sein, dass es nicht um Plastiktüten geht. Es geht auch niemandem um den Schutz der Umwelt. Es geht ausschließlich um eine heimliche Verbesserung der Staatsfinanzen und Symbolpolitik, die von vollkommener Plan- und Ahnungslosigkeit ablenken sollen.

Nachdem die Halbzeitbilanz von der Bundesregierung zwar euphorisch gefeiert und, mit dem Rentenkompromiss gekrönt, als Erfolg verkauft wird, ist der Politikbetroffene eher ernüchtert. Da muss noch etwas her, was die Halbzeitbilanz aufhübscht: das Plastiktütenverbot – ein echter Kracher. Insbesondere wenn man sich deren Anteil von immerhin deutlich unter einem Prozent am Plastikverpackungs-Aufkommen vor Augen führt. 

Dass man sich im Bundesumweltamt mit reiner Symbolpolitik aufhält, ist zwar bedauerlich, allerdings ist das Torpedieren des zwischen der Politik und der Wirtschaft in der Vergangenheit hervorragend funktionierenden Prinzips der freiwilligen Selbstverpflichtung perspektivisch noch bedenklicher.

So wurde zwischen dem Bundesumweltministerium und dem Handelsverband vereinbart, dass die Branche im Rahmen der freiwilligen Selbstverpflichtung die Ziele der EU – weniger als 40 Tüten pro Person bis 2025 – umsetzt. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt in Deutschland aktuell bei nur noch rund 20 Tüten pro Jahr, gegenüber 45 im Jahr 2016. Der Handel hat schnell und konsequent reagiert und die Vereinbarung fünf Jahre vor der Zeit um 50 Prozent unterschritten. Honoriert wird dieses Engagement mit der Einführung des Plastiktütenverbots im Jahr 2020, garniert mit einer Strafe von bis zu 100.000 Eurto bei Zuwiderhandlung.

Das Instrument der freiwilligen Selbstverpflichtungen hat gegenwärtig und historisch hervorragend funktioniert und würde sicher auch in Zukunft gut funktionieren. Sofern alle Beteiligten darauf vertrauen könnten. Dieses Vertrauen hat die Regierung in geradezu sträflicher Weise vernichtet und eindrucksvoll bewiesen, dass sie eben kein verlässlicher Partner ist und zugunsten von ökopopulistischen Scheinerfolgen einseitig Vereinbarungen kippt.

Wo kommen wir denn als Gesellschaft hin, wenn übererfüllte Vereinbarungen zwischen Regierung und Regierten mit Sanktionen und Verboten bestraft werden? Wenn ich zum Beispiel mit meinen Kindern vereinbare, dass sie um 20:00 Uhr zu Hause sein müssen, und sie bereits um 19:30 Uhr wieder da sind, sollte ich mir gut überlegen, ob ich ihnen Hausarrest erteile, weil sie nicht schon um 19:00 Uhr zu Hause waren. Bei einem solchen Vorgehen wäre "blöder Trottel" wahrscheinlich noch der netteste Ausdruck, den ich mir anhören dürfte – zu recht. 

Den Nutzen von Kunststoffprodukten vollständig ausgeblendet

Es ist unbestritten, dass die Vermüllung der Weltmeere und das hemmungslose Entsorgen von Kunststoffabfällen weltweit die großen Probleme unserer Zeit sind. In der sinnentleerten Debatte wird allerdings gerne der Anteil Deutschlands an der weltweiten Umweltverschmutzung durch Kunststoffe vergessen. Und es wird der Nutzen von Kunststoffprodukten fast vollständig ausgeblendet.

Nicht dass an dieser Stelle ein Missverständnis entsteht: Ich bin ein großer Freund einer intakten Umwelt. Den Zustand der Weltmeere finde ich erschütternd, ich verhalte mich – nach meinen Maßstäben – umweltbewusst und spende für Tiere. Und ich hatte bereits als Jugendlicher Kunststoffe aus dem Wald gesammelt, als grüne Politiker noch mit Pflastersteinen nach Polizisten geworfen haben.

Aber bei aller Liebe zu einer funktionierenden Umwelt ist dennoch eine differenzierte Herangehensweise hilfreich. Es gibt so viele sinnvolle Möglichkeiten, die Umwelt zu schützen. Plastiktüten zu verbieten, gehört leider nicht dazu. Die Ökobilanzen von stattdessen verwendeten Tragetaschen, wie zum Beispiel Papiertüten oder auch Baumwollbeuteln, sind bekanntermaßen schlechter. Entgegen einem etablierten grünen Weltbild wachsen diese nämlich eben nicht fertig an Bäumen, sondern müssen unter Einsatz von Rohmaterialien, Energie, Chemikalien, Dünger, Pestiziden, Anbauflächen, Produktionskapazitäten, Personal und dergleichen hergestellt werden. 

Da aber andere Tüten oder Beutel vermeintlich so umweltfreundlich sind, verzichtet man vorsichtshalber vollständig auf die statistische Erfassung, so dass deren Ressourceneinsatz gegenüber dem der Plastiktüten nicht einmal ermittelbar ist. Nachdem heutzutage überall Diskriminierung gewittert wird, drängt sich einem dieser Gedanke (in diesem Fall berechtigt) geradezu auf.

Wie eingangs bereits erwähnt, werden Plastiktüten meist mehrfach verwendet. Ihr Lebensende verbringen sie üblicherweise als Mülltüte. Über die hervorragend funktionierenden Sammelsysteme landen sie eben nicht in der Umwelt (außer durch die Umweltterroristen, die Abfall in die Landschaft werfen – aber dieses Problem ist nicht die Schuld von Kunststoff und sollte auf Ebene des Bürgers gelöst werden) und werden entweder recycelt oder thermisch verwertet. „Thermisch verwertet“ bedeutet verbrannt – was allerdings nicht so schädlich ist, wie die meinungsbildende Presse verlautbaren lässt.

Von Symbolpolitik verabschieden. Der Umwelt zuliebe 

Leute, die dies wiederholt nicht verstehen möchten, sollten sich als Gedankenstütze das Zauberwort „Ersatzbrennstoff“ auf den Handrücken tätowieren. Damit ist alles gesagt – nämlich, dass Kunststoff in einer Müllverbrennungsanlage wegen seines hohen Brennwerts Primärenergie (Gas oder Öl) ersetzt.

Es gibt so viele positive Initiativen von Verbänden, den Rohstofferzeugern, der Industrie, dem Handel und den Recyclingunternehmen, die darauf abzielen, Ressourcen zu sparen, die Recyclingfähigkeit zu verbessern, die Umwelt zu säubern und die Einträge in die Umwelt zu reduzieren. Hierauf soll in einem späteren Beitrag eingegangen werden. Diese Aktivitäten zu unterstützen, wäre echter Umweltschutz, passt allerdings nicht zum liebgewonnenen Plastik-Bashing.

Aus der täglichen Praxis sind viele Fälle bekannt in denen eine ökologisch schlechtere Lösung verwendet wird, bloß um nach außen vermeintlich grüner zu wirken. Insofern würde eine entemotionalisierte, vorurteilsfreie Berichterstattung und Diskussion der Umwelt wirklich helfen. Also, Umweltministerin Schulze, haben Sie den Mut sich von Symbolpolitik zu verabschieden. Der Umwelt zuliebe. 

Gehen Sie in ergebnisoffene Gespräche mit Wirtschaftsvertretern und lassen Sie sich von deren Ideen inspirieren. Auch wenn sich die Maßnahmen nicht unmittelbar positiv auf die Wählergunst auswirken, so dienen sie dem Umweltschutz – und das sollte doch Ihre vornehmliche Aufgabe als Umweltministerin sein. Versuchen Sie, zerstörtes Vertrauen wieder zurückzugewinnen, treffen Sie sinnvolle Vereinbarungen und halten Sie sich daran. Die Umwelt wird es Ihnen danken.

 

Thomas Heinlein, Jahrgang 1973, ist von Beruf Kaufmann. Er lebt in Brühl und ist seit vielen Jahren in der kunststoffverarbeitenden Industrie tätig.

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netiquette:

Wilfried Cremer / 26.11.2019

Die geheime Zielvorgabe des Verbots von Plastiktüten ist, Rassistenwitze über Türkenkoffer zu verunmöglichen oder scheelen Blicken die Objekte zu entziehen.

Gabriele Kremmel / 26.11.2019

Monetär kommt ein weiterer Aspekt zum Tragen: Hohe Beträge von bislang kostenlos abgegebenen Plastiktaschen können nicht mehr als Werbungskosten abgesetzt werden. Das ganze Unterfangen ist eine Giga-Farce. Beim Metzgereieinkauf wird das sehr lustig, wenn blutiger Fleischsaft durchsuppt und überall seine wohlriechenden Spuren hinterlässt. Ich habe es heuer schon erlebt, dass mir in einer Metzgerei der gesamte Einkauf ohne Tüte auf die Theke gestapelt wurde und die Tüte erst auf Aufforderung (widerwillig) ausgehändigt wurde. Stoff- oder Jutetaschen müssen nach offizieller Lesart (die ich für zu niedrig halte) 25 bis 32 mal wiederverwendet werden, um auf die Ökobilanz einer einfachen Plastiktüte zu kommen. Und ich wette, da ist noch gar nicht alles an Resourcen miteingerechnet, angefangen vom Wasser-, Maschinen- und Pestizideinsatz für Roh-Baumwolle, Weiterverarbeitung, Produktion, Veredelung, etc. bis hin zum Transport, der noch viele weitere Male ins Gewicht fällt, etwa wenn der Taschenlieferant beim Großhändler und wenn der Händler beim Taschenlieferanten bestellt. Jedesmal müssen Transportvolumen und -gewicht berücksichtigt werden, die bei BW-Taschen um ein Zigvielfaches höher sind als bei Plastiktüten. Dazu kommt, Plastiktüten gibt es in allen passenden Größen und Stärken, auch sehr kleine und sehr dünne. Dazu kommt der ökologische Aufwand für Druck, denn kaum eine BW-Tasche, die man im Handel erhält ist unbedruckt. Und: Für 32 Verwendungen muss die BW-Tasche öfter gewaschen werden. Bei einem Buchhändler erhalte ich für keinen noch so kleinen Einkauf, z.B. zweier Kinderbüchlein weder eine passende (kleine) Plastik-, noch eine Papiertüte, sondern werde aufgefordert, eine vollkommen überdimensionierte Umhängestofftasche mit Werbeaufdruck für 1,- Euro zu kaufen. Die Tasche ist groß, dick und schwer und wird sicher nie mehr wiederverwendet, denn sie ist auch noch häßlich und dabei viel zu riesig, um in die Handtasche gesteckt zu werden.

Gottfried Meier / 26.11.2019

Meine Joghurtbecher mit Aludeckel sind ich auch nur einige Minuten in Gebrauch und meine Ferrero-Küsschen, eingewickelt in Papier-Alu und eingepackt in eine stabile Kunststoffschachtel verbrauchen mehr Ressourcen als eine Plastiktüte. Das Gleiche gilt für die 100 gr-Packung Salami im festen “Plastikgewand”.  Wer einmal mit offenen Augen durch einen Supermarkt wandert, wird feststellen, dass die Plastiktüte mit Sicherheit nicht das größte Problem ist. In Spanien, wo ich im September Urlaub machte, ist das im Übrigen noch ausgeprägter. Dass wir unnötig generell zu viel Müll erzeugen , steht außer Frage. Mit so fragwürdigen Verboten, wird man aber gar nichts erreichen. Der blinde ideologisch fundierte Aktionismus dieser Svenja Schulz (die alleine wäre ein Grund die SPD nicht zu wählen) ist eine Beleidigung für jeden intelligenten Menschen.

Franck Royale / 26.11.2019

Das mit der rationalen Politik ist unter Merkel irgendwie abhanden gekommen. Den goldenen Löffel kriegt wer am lautesten schreit. Die im Stillen Gutes tun, die jeden Tag fleißig für den Honig sorgen, in den man die immer zahlreicher und immer größer werdenden goldenen Löffel eintunken kann, die verhungern.

Klaus Plöger / 26.11.2019

BERLIN Umweltministerium. Die Priester der Apokalypse predigen hier den Untergang der Welt. Doch: Halleluja, sie werden euch retten. Dazu brauchen sie nur euren Glauben und euer Geld.

Frank Mora / 26.11.2019

Unverzichtbar sind Plastiktüten im Supermarkt. Die total versifften und verkeimten Einkaufswagen kontaminieren (im wirklichen und nicht im eingebildeten Sinne) die eingekauften Lebensmittel mit zahlreichen krankmachenden Keimen. Lösung: tägliches Kärchern mit heißer Seifenlauge durch die Marktbetreiber. Mit Energieeinsatz für Heißwasser und Druckgeräte, Personal- oder Dienstleisterkosten und last but not least erheblichen tensidhaltigen Abwassermengen, für die die Supermarktparkplätze aufgebuddelt werden müssen, damit die Brühe nicht in die Regenwasserkanalisation läuft. Ansonsten: Eingeschweißtes Obst und Gemüse mit erheblichem Abfall, weil man 1 kg Pfirsiche oder Äpfel kaufen muß, obwohl man nur zwei essen möchte und vor Verderb essen kann. Da erhebt sich wieder die Essenwegwerfanprangererfraktion, die mit der Plastiktütenverhinderungsfraktion weitgehend identisch ist. Deutschlands Müllproblem ist der ausufernde Pappeanfall durch den Onlinehandel. Da haben wir als “Vorreiter” gogar die US-Amerikaner weit hinter uns gelassen. Stattdessen echauffieren wir uns über jedes Feuer in irgendeinem Wald rund um den Globus. Schuld an der Urwaldvernichtung sind aber nicht die “Fleischmultis”, sondern die deutschen Prime-Junkies mit ihrem Zellstoffhunger, der die Weltmärkte für Holz leerfegt. Zur Entsorgung 2 Meldungen der Greta-Dividende aus Sachsen. Die Stadt(werke) Chemnitz verfeuern zukünftig keine Braunkohle mehr für die Heizung. Großer Beifall! Die Müllentsorgung, die als Beimischung zur Kohle bisher zur Energieerzeugung für Strom und Fernwärme in der Stadt erfolgte, verteuert sich von 35 auf 65 Euro pro Tonne. Zu zahlen vom Bürger. Die Stadt(werke) Leipzig beziehen den Großteil ihrer Fernwärme aus dem nahegelegenen Braunkohlekraftwerk Lippendorf. Der Vertrag wurde gekündigt und Leipzig baut ein neues Gasbeheiztes Kraftwerk mitten in der Stadt. Großer Beifall! Die Kosten für Fernwärme werden 2020 drastisch steigen. Wo die Stadtwerke nicht das Monopol haben (Gas), nicht.

B. Rilling / 26.11.2019

Ich finde diese neue Mode der “Verbieterei” einfach unerträglich! Und dieser vorauseilende gehorsam der Supermarktketten ist widerlich. REWE hat damit angefangen, Lidl und Co. sind auch schon fleißig dabei. Ich empfinde das als Kundengängelung und kaufe da, wo diese Tüten noch zu haben sind. Und dabei habe ich immer eine Tüte in der Handtasche, einen Korb im Auto und zum Wochenendeinkauf nutze ich seit Jahren eine große haltbare Tasche! Ich kaufe Plastiktüten also eh ganz selten. Doch es geht mir um das Prinzip! Ich musste mich 21 Jahre in der DDR gängeln lassen und ich trage seit dem mein gutes Geld dahin, wo ich als Kunde König bin und nicht der Laden Kaiser und ich der Diener. Dass sich hier immer mehr Menschen ohne zu murren am Gängelband durch die Manege führen lassen und dafür noch gerne zahlen, das erstaunt mich immer wieder! Und dass die EU immer untragbarer wird, dass ist ja auch kein Geheimnis mehr. Ich bin mal gespannt, wie lange das noch so weiter läuft, bis die Leute aufwachen und begreifen, was für eine Macht sie eigentlich haben und diese dann nutzen. Die meisten Politiker, ob im Bundestag oder im EU-Parlament bemühen sich ja nicht mal mehr eine gute Politik zum Wohle derer, die sie bezahlen zu machen. Sie verfolgen ganz andere Ziele und meinen den ollen Wahlbürger sich schon hinerziehen zu können. Und grade in Deutschland scheint das bisher ganz gut zu funktionieren. Aber aus Erfahrung weiß ich, dass irgendwann mal das Fass überläuft. Was dann geschieht? Keine Ahnung! Ob wir nochmal so viel Glück haben werden, wie 1989? Ich fürchte nicht! Sprechen wir uns in einem Jahr wieder, wenn wesentlich mehr Firmen pleite und wesentlich mehr Menschen hier arbeitslos ein werden und vielleicht dann endlich fest steht, ob der Brexit vollzogen wird und wer die Mrd.-Ausfälle dann bezahlt! (Ich habe da schon so eine Ahnung) Dann werden die Mieten noch höher, die Energiekosten wieder gestiegen sein. Ich kaufe bis dahin noch ein paar Plastiktüten! Aus Protest!

M. Schraag / 26.11.2019

Lieber Herr Heinlein, jetzt musste ich doch etwas schmunzeln. Sie appellieren doch nicht etwa an einen Verstand bei Frau Schulze? Und an den der Wähler zu appellieren hat eh keinen Sinn, denn Frau Schulze ist nun mal da.

Gerald Schwetlik / 26.11.2019

Kann diesem Artikel nur voll und ganz zustimmen. Das Vermüllen der Weltmeere ist übrigens nicht ein Problem der Tüte. Die ist komplett unschuldig. Es sind die menschlichen Säue, die alles unter sich lassen und da müssen die Deutschen sich zwar auch an die Nase fassen, aber die meisten anderen Gesellschaften 1000% mehr. Zudem fehlt dieser dusseligen Umwelt Tante jegliches Wissen über die Herstellung der Alternativen. Was glauben die denn, wie und womit die beschichteten Papiertüten hergestellt werden???? Mit Altpapier aus nachwachsenden holistischen Bäumchen, ganz CO2 neutral flötet die dumme Nuss wahrscheinlich als Antwort. Nee Frau Schulze! Die Beschichtungen bestehen aus Erdöl basierenden wasserlöslichen Dispersionen, in denen ein ganzer Chemiebaukasten enthalten ist. Eine dünne Plastiktüte enthält da wesentlich weniger Rohstoffe. Dazu kommt die wasserintensive Herstellung von Papier und die noch wasserintensivere Aufarbeitung von Altpapier. Politiker sind einfach zu dumm und das plakative wird mit diesem ganzen hoch emotionalem 24/7 Planeten Gerette immer wichtiger. Dabei bleiben die wirklichen Probleme schön im Giftschrank.

Sabine Schön / 26.11.2019

In manchen Supermärkten verlangt man für eine Papiertüte, die im Nu kaputt geht, 15 Cent!! Eine Unverschämtheit. Schlechte Stofftüten sind völlig überteuert. Diese EU exportiert seinen Müll, ein Verbrechen sondergleichen, welches ich nicht bereit bin zu akzeptieren. Darüber sollten wir reden.  Andere Länder werden unsere Plastik-, Kunststoffindustrie sehr gerne bei sich aufnehmen. Unsere grünen, perversen, verkommenen Neu-Alt-Kommunisten verteuern und verbieten alles, was ihnen in die Finger kommt, verkaufen unseren aller Müll und stecken sich das Geld nur in die eigene Tasche. Ein weiteres Verbrechen.

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