Der Zentralrat der Juden erinnerte die Linken nun wieder einmal an ihren ungelösten Nahost-Konflikt. Präsident Dieter Graumann warf ihr “blindwütigen Israel-Hass” vor. Zunächst setzten Abwehrreflexe ein: “Leichtfertig und inflationär” werde der Vorwurf erhoben, klagt der Thüringer Linksfraktionschef Bodo Ramelow und besteht auf differenzierter Betrachtung. “Ein ungeklärtes Verhältnis zu Israel ist noch kein Antisemitismus.” Auch wenn die radikalislamische Hamas-Bewegung Israel vernichten wolle, müsse man zumindest mit ihren Vertretern sprechen dürfen. http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-06/linkspartei-antisemitismus-israel
Höger sagte, sie habe sich wegen der Erfahrungen aus dem Vorjahr schon vor einem halben Jahr gegen eine erneute Teilnahme entschieden. “Ich brauche so ein Erlebnis wie damals kein zweites Mal.” Trotzdem unterstütze sie das Projekt Gaza-Flotille. “Ich fände es auch gut, wenn Linke-Mitglieder mitfahren würden.” Zuvor hatte bereits Groth erklärt, dass sie aus terminlichen Gründen auf eine Mitreise verzichten werde. http://www.n-tv.de/politik/Gaza-Flotille-faehrt-ohne-Linke-article3636631.html
Der aggressive Ton des Linksparteichefs alarmiert nun die stellvertretenden Bundestagspräsidenten Katrin Göring- Eckardt (Grüne) und Wolfgang Thierse (SPD). „Der Angriff von Klaus Ernst auf den Zentralrat der Juden ist unerträglich“, sagte Göring-Eckardt dem Tagesspiegel. Es sei das gute Recht des Zentralrats, sich öffentlich in politische Debatten einzumischen. „Der Befehlston, mit dem Herr Ernst den Zentralrat der Juden aus der Politik verjagen will, ist in der Demokratie vollkommen unangemessen.“ Auch Thierse empfindet „die Reaktion von Herrn Ernst auf die mahnende Kritik des Vorsitzenden des Zentralrats als unangemessen aggressiv“. Es stelle sich der Verdacht ein: „Da fühlt sich jemand ertappt.“ http://www.tagesspiegel.de/politik/kritik-an-ernsts-angriff-auf-zentralrat/4310478.html
Es gibt keine Antisemiten mehr in Deutschland, es gibt nur noch Israelkritiker. Das Fehlen der Antisemiten lässt sich damit erklären, dass der Antisemitismus sich in Deutschland keines besonders guten Rufs erfreut und seine Anhänger leicht in den Verdacht geraten lässt, Rassisten zu sein. Demgegenüber erfreut sich das Lager der Israelkritiker seit Jahren erheblichen Zulaufs. Wer sich zu ihm bekennt, der gilt als heller Kopf und große Leuchte, insbesondere wenn er sein Engagement mit „antirassistischen Motiven“ begründet. http://www.fr-online.de/politik/meinung/kostuemierte-antisemiten/-/1472602/8583648/-/
Und es hat sie immer gegeben, die merkwürdigen Verbrüderungen zwischen antisemitischen Kräften und führenden Politikern der Linkspartei. Dazu gehört das überschwängliche Lob, dass die Bundesvorsitzende Gesine Lötzsch im vergangenen Jahr den Teilnehmern der Gaza-Flotille zollte. Dazu zählt auch der profilierte Außenpolitiker Wolfgang Gehrke, der schon 2006 Hamas-Repräsentanten zu einer Veranstaltung nach Deutschland einladen wollte. Oder die hessische Bundestagsabgeordnete Christine Buchholz, Repräsentantin der Trotzkisten, die sich 2006 in einem Interview auf die Seite der antisemitischen Hisbollah stellte.
http://www.sn-online.de/Nachrichten/Politik/Deutschland-Weltweit/Die-Linke-im-Konflikt-mit-Israel
Zum Jargon eines sekundären Antisemitismus zählte Haury ferner Nazi-Vergleiche oder sprachliche Analogien, etwa wenn Norman Paech, bis 2009 Bundestagsabgeordneter der Fraktion der Linkspartei, vom Vernichtungskrieg gegen die Bevölkerung im Libanon spreche oder die Abgeordnete Inge Höger, wie Paech Teilnehmerin der umstrittenen Gaza-Flottille, dabei die Deportation von Friedensaktivisten erlebt haben will. Es sei alter Wein in bunt lackierten Schläuchen, fasste Thomas Haury die Ergebnisse seiner Untersuchung zusammen. http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/politik/antisemitismus-links-juden-israel-ddr-amadeu-antonio-stiftung/348800.php