Ich brauchte diesmal länger als sonst, um mich von einer Merkel-Rede so weit zu erholen, dass ich wieder klar denken konnte. Sie war nicht auf einem Parteitag der uckermärkischen CDU oder einem Kongress veganer Homöopathen und Geistheiler aufgetreten, nein, es war eine amerikanische Elite-Universität, wie in allen Berichten mehrfach betont wurde. Eine Elite-Universität, die ihr auch noch einen Ehren-Doktor verlieh. Das ist die vorletzte Stufe auf dem Wege zur Selig- bzw. Heiligensprechung.
Ganz besonders angetan war Claus Kleber vom heute-journal, der seine Moderation mit einem "Hammer-Video" der Harvard-University anfing. Besonders gut fand er, dass die Kanzlerin es geschafft hatte, "Trump auf die Hörner zu nehmen, ohne seinen Namen auch nur einmal zu nennen". Ja, das war schon eine Leistung, die nur von dem Statement eines zufällig den Weg des ZDF-Teams kreuzenden Studierenden aus dem Tal der Ahnungslosen übertroffen wurde, Angela Merkel sei keine Populistin, sondern eine Wissenschaftlerin, die "faktenbasiert" redet und handelt, und das mache sie "interessant für die Amerikaner, weil, das kennen sie nicht".
Ausgenommen die Angehörigen der Elite-Universität Harvard, vor denen die Kanzlerin eine Rede hielt, die so faktenbasiert war wie ein Vortrag von Erich von Däniken über „50 Jahre Erinnerungen an die Zukunft" im Kultur- und Kongresszentrum von Bad Langensalza. Je banaler die Sätze waren, umso lauter und länger die Standing Ovations. Der Kernsatz übertraf alles: "Dazu gehört, dass wir Lügen nicht Wahrheiten nennen und Wahrheiten nicht Lügen!"
Einen solchen Satz auszusprechen, ohne dabei zu erröten oder sich zu verhaspeln, ist in der Tat eine Leistung, die honoriert werden muss. Wenn schon nicht mit dem Walter-Ulbricht-Orden, dann wenigstens mit einem Dr. h.c. der Harvard-Universität.
PS. Was mich noch mehr überraschte, war, dass die Aktion von den FFF-Kids nicht thematisiert wurde. Immerhin war die Kanzlerin mit ihrer Entourage in einer riesigen Maschine einfach mal nach Boston und zurück geflogen (12.000 Kilometer), um dort eine Urkunde entgegenzunehmen, die auch mit DHL hätte befördert werden können. Aber was tut man nicht alles für einen Hauch von Wahrheit!
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Lieber Herr Broder, Harvard ist schon ein seltsamer Laden. Im Rahmen von Public Health haben die schon sehr lange jede Wissenschaftlichkeit ignoriert und zunächst pure Industrieinteressen in Form von Korrelationsstudien durchgeboxt. Mit der Framinghamstudie fing es an. Es ist kein Wunder, dass Karl Lauterbach seine gesamte "wissenschaftliche" Karriere auf einem dort erlangten "doctor of science" aufgebaut hat. Eine Arbeit, die laut Prof. Wolffsohn nicht einmal als Seminararbeit durchgehen sollte (kann gerne bei mir angefordert werden). Als ich mich bei Harvard über den fehlenden wissenschaftlichen Inhalt beschwerte, sprach man bzgl. der Lauterbacharbeit von einem "normativen Essay". Also man weiß dort sehr genau, welchen Mist man durchwinkt. Kurz darauf bekam Lauterbach in fragwürdiger Weise seinen Lehrstuhl in Köln (die notwendigen Publikationen hatte er gar dazu nicht, man bezog sich nur auf diese Harvardarbeit). In Köln setzte er dann sofort das um, was er in Harvard gelernt hatte: fördern von fragwürdigen Pharmaprodukten (z.B. Lipobay, Sibutramin). Später kam dann die grüne Religionswelle und nun macht Harvard eben auch Lobbyarbeit dafür. Harvard ist für mich schon lange kein Inbegriff mehr für gute Wissenschaft, insofern ist Merkel´s Ehrendoktor nur folgerichtig. Herzlich Gunter Frank
Keiner von uns Menschen, mit Ausnahme eines einzigen, ist ein Heiliger. Aber wer bekommt schon eine solche mit dem Doktorhut und einem rot-schwarzen Talar auf dem Silbertablett garnierte Möglichkeit serviert, sich selber heiligzusprechen? Uns Angela, die Engelsgleiche! Seit der Baschel-Ehrenwort-Pressekonferenz , dem Brutalst-möglichen-Aufklärer Roland Koch sowie den jüdischen Vermächtnissen und den unbekannten Spendern Kohls ist diese Wahrheitsinszenierung das Verlogenste, an das ich mich erinnern kann.
Der Wahnsinn hat einen Namen: Angela Merkel!!!