
@Harald Hotz: “...Wenn der links-grüne Ökofaschismus neue Märkte und größere Gewinne verspricht als die bisherige liberale Demokratie, dann wird in ihn investiert werden.” Und damit sind Macht und Geld nach wie vor die dominierenden Religions- Pfeiler und Ideologie bleibt divers! MfG
Egon Friedell über Rousseau: “Das Grundmotiv seiner ganzen Schriftstellerei ist, Aufsehen zu erregen, um jeden Preis, und alles, was reiner, reicher und gesünder ist, mit allen Mitteln ins Unrecht zu setzen. Dabei ist er zweifellos geistig nicht normal, sondern von drei bis vier fixen Ideen hin- und hergeschleudert, die er aber im Rausch seiner begeisterten Dialektik zu den glänzendsten Truggeweben auszuspinnen vermag. Die verbissene Humorlosigkeit, die allen Geisteskranken eigentümlich ist, verbindet sich in ihm mit dem dumpfen und schwerfälligen Ernst des Plebejers, der alles eindeutig, alles buchstäblich, alles kompakt nimmt, weil er immer nur unter fordernden und bockbeinigen Realitäten gelebt hat ...”
Für die Leute, die glauben heute der ELITE anzugehören: Morgen kann es schon vorbei sein mit der Elite. Da sind dann andere Fähigkeiten gefragt. Im Mittelalter war es die Kampfeskunst und die Diplomatie, die bei der Elite gefragt war, um dem Volk ein gute Leben zu ermöglichen. Das gute Leben des Volkes war Voraussetzung, dass es auch dem Adel gut ging. - Heute ist das nicht anders. Eliten, die durch Gewalt, Denunziation, Verleumdung und Zwang glauben zu herrschen, die werden ebenso alles verlieren. So eine Handlungsweise hat keine Beständigkeit und das ist gut in der Geschichte und auch in der Natur zu sehen. (Natur: Die Population der Jäger wächst, die jagen zu viel, dann gehen die Gejagten aus, also sterben viele Jäger an Hunger und Mangelernährung. - Philosophien beschreiben meiner Meinung nach einen idealtypischen Zustand, der nur Teile der Realität abbildet. Wenn die Habgierigen (egal mit welcher Philospie) den Arbeiten zu viel wegnehmen, bzw. keine Gegenleistung bringen, werden die anderen auf Minimalflamme arbeiten (=Dienst nach Vorschrift). So kann man aber keine erfolgreiche Gesellschaft aufbauen.
Das Dorf erzieht das Kind!, habe ich von einem Kollegen (KrPfl) von der Elfenbeinküste gelernt. Wenn man soziale Strukturen zerstört, man könnte mit den Folgen des ersten Weltkriegs in Europa anfangen, entwickeln sich von selbst neue oder man versucht Gesellschaften zu bauen. Letzteres geht nur unter Zwang, was mehrfach großartig gescheitert ist. Meine Empfehlung wäre, aus soziale Strukturen erst gar nicht Kleinholz zu machen. Rousseau meinte : Der Mensch wurde frei geboren, aber überall liegt er in Ketten. Klingt hübsch, ist aber Unsinn. Menschen werden abhängig geboren und bleiben es sehr lange. Die Frage ist, ermutigt man sie ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen oder macht man aus ihnen eher abhängige Persönlichkeiten. Letztere sind natürlich leichter führbar. Das wäre nicht so schlimm wenn die Führungspersönlichkeiten klug wären. Ich bin gerne Untertan, das gebe ich zu, sehe mich ggf noch als Spießbürger, der sein direktes Umfeld verteidigt (deswegen der Spieß). Was mich ganz gewaltig stört ist die Tatsache das ich es nicht mit vertrauenswürdigen Führungseliten zu tun habe sondern gefühlt eher mit Idioten. ggf macht das zunächst aber nichts weil unsere jetzigen stabilisierenden sozialen Strukturen noch einigermaßen gut funktionieren. Die Frage ist nur, wie lange noch. In anderen Regionen interessiert man sich weniger für den Staat sondern für die eigene Gruppe. Es entwickeln sich Clanstrukturen. Man will sie bei uns gar nicht haben obwohl sie schon lange da sind. Es sind aber nicht familiäre Verbindungen. Sie nennen sich politische Parteien - Ich soll mir eine andere Herde suchen, meinte mein Hausarzt als ich in einer Krise war. Das ist ein guter Rat gewesen. Sehr erfolgreich ist mein Clan zur Zeit leider nicht, hält sich aber wacker. Er will auch nicht unbedingt weniger Staat (der Besteht aus dem Staatsgebiet und dem Staatsvolk, was die fdp noch nie verstanden hat) sondern stabile, funktionierende Strukturen. Über Details kann man streiten.
Theoretische Konzepte verändern in der Praxis nichts. Links = Gebt uns Euer ganzes Zeug. Rechts = Haut ab, oder wir werden sauer. Dahinter findet sich der Kontext zu Menschenbildern, die Forderung nach dem Opfer oder deren Ablehnung, Gesülze über Freiheit, Grundrechte usw. Nur die Linke stellt konkrete Forderungen (Steuern, Erben, Verhalten, Verbote). Die angebliche Rechte tut das nicht, weil sie die linken Konzepte selbst vertritt und von ihnen bisher profitierte. Es gibt in gesamten Meinungsspektrum von Verantwortungsträgern in Politik, Verbänden, Wirtschaft nicht eine Stimme, die einen Kurswechsel mit konkreten Vorschlägen verbindet, die auf die Revision der Bestände abzielen. Die Rechts/Links- Debatte bleibt eine Pseudo-Debatte, so wie die Grundrechtsdebatte, die Freiheitsdebatte oder ähnlich inhaltsloses Zeug.
Der Souverän hat doch seine eigene Bevormundung gewählt. Dass er für seine Verdummung auch noch mit GEZ-Gebühren zur Kasse gebeten wird, ist auch nicht neu. Im Mittelalter hat jeder seinen Kirchenzehnt abgegeben (da hat die GEZ noch Potential nach oben). Statt CO2-Abgaben zahlte man damals für Ablassbriefe. Damals wie heute hat man es aus einer eingebildeten moralischen Überlegenheitsposition nur “zum Wohle der Menschheit”,gemacht, um dem unmittelbar bevorstehenden Weltuntergang aufzuhalten. Unter dem ging nichts. Gesellschaften, in denen das Volk verdummt wurde, haben sich in der Geschichte stets länger gehalten als die kurzen Episoden, in denen freies Denken die Oberhand hatte. Am meisten Sorge macht mir aber der Wahn, dass heute wieder einige unserer “Meinungsvorgeber” die Position vertreten, dass nur Deutschland den einzig richtigen Weg in die Zukunft erkannt hat. Der Ansatz, dass am deutschen Wesen die Welt genesen soll, ist bisher noch nie gut ausgegangen. Und die Farbe (ob braun, rot oder grün) der am Anfang meist von den meisten bejubelten Diktatur ist im historischen Rückblick nicht immer das Entscheidende.
Ich lese von den “öffentlich rechtlichen” Anstalten, die dem Proporz verpflichtet sind und nimmer nicht einen Putsch veranstalten würden, nein nein nein, jetzt immer solche Schlagzeilen: “Die Luft wird dünner für Laschet!”, “Laschets letzte Tage”, “Wird Woche nicht überstehen”, “Ralph Brinkhaus schließt Fraktionsvorsitz für Armin Laschet aus”, Selbst “wohlwollende” Interviews beschwören das Ende: “Am Ende des Tages: Armin Laschet - ZDF”. Ich sag mal so, es gehört immer ein gewisses politisches Klima dazu. Ohne die Machtübernahme Hitlers wären die Fackelzüge der SA und die Gesänge “Wir werden weiter marschiiiieren…” auch schwer vorstellbar. Wer hat denn eigentlich in Deutschland die Macht übernommen? Ist das schon amtlich, oder wissen das nur alle schon?
@Mertens: sehr gut. Ihr Kommentar ist eine sehr gute Ergänzung zu obigen Philosophievortrag. “Die Wissenschaft kennt nur Argumente und Gegenargumente”. Hier ist grundsätzlich Freiheit im Denken und in der Äußerung die Voraussetzung. Jedes Argument ist wichtig und sinnvoll, auch wenn es widerlegt wird. - Ins Politische übertragen wäre das die Grundlage für eine wirkliche Demokratie: Jede Meinung wird erst einmal akzeptiert als Meinungsäußerung. Diese wird anschließend begründet und abschließend wird mehrheitlich darüber abgestimmt, ob diese Meinung verwirklicht werden kann. Unbegründbare Meinungen werden sofort verworfen. Damit sind alle “Haltungen” sofort erledigt und man kann diese als “kleine Kinderbenehmen = ich will das aber so” ad Acta legen. Leider sind die die Haltung einfordern nie aus diesem Kindergartenalter hinaus gekommen, weil sie etwas für die Gemeinschaft essentielles nicht gelernt haben: Alles hat die Grenze da, wo man für sich selbst die Grenze zieht, was ein anderer mit einem nicht tun darf: Was du nicht willst, dass man dir tut, das füge keinem anderen zu!
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