Gastautor / 14.10.2019 / 14:00 / Foto: Pixabay / 22 / Seite ausdrucken

Der Mangel des Ökoglaubens

Von Nico Hoppe.

„Das Klimagebet war insofern ein voller Erfolg, als es gut besucht war und alle sehr motiviert zur Demo gegangen sind. Weniger erfreulich ist, dass leider die Beschlüsse des Klimapakets lange nicht ausreichen, um die Klimaziele zu erreichen. Deshalb werden wir weiter beten, demonstrieren und an unserem eigenen Bewusstsein und Verhalten arbeiten müssen.“

Diese Zeilen schrieb die Evangelische Kirche Kassel im Vorfeld des weltweiten Klimastreiks in hochmotiviertem Streber-Deutsch. Sucht man im Internet nach den Stichworten „Klimagebet“ oder „Kirche für Klima“ lässt sich feststellen, dass dutzende Kirchen im ganzen Land ähnliche Aufrufe veröffentlichten. Doch nicht nur institutionalisierte Religion ist mit der Klimabewegung eng verbunden: Sowohl in der hysterischen Artikulation ihrer Ziele als auch im rabiaten Umgang mit ihren Gegnern sagte man „Fridays for Future“ des Öfteren nach, an eine religiöse Gemeinschaft zu erinnern. Dass der Ökoglaube jedoch hinter den Ansprüchen institutionalisierter Religion in Form von Heilsversprechen und transzendenten Hoffnungen zurückblieb, fiel trotz der eklatant tristen Vorstellungen einer ökologisch korrekten Welt, in der jeder seine materiellen Interessen zur vorgeblichen Rettung der Erde zurückstellen muss, nicht auf.

Gemeinhin wird Religion als ein „meist von einer größeren Gemeinschaft angenommener bestimmter, durch Lehre und Satzungen festgelegter Glaube und sein Bekenntnis“ definiert. Folgt man dieser knappen Bestimmung, ist die Rede von einer Klimareligion natürlich vermessen: Es fehlt an einer festen Lehre und einem allgemeingültigen Bekenntnis. Besser fassen lässt sich der Ökoglaube deswegen im Sinne eines Religionsverständnisses, welches esoterisch-diffuse Glaubensvorstellungen mit einschließt. Abgesehen von dieser Einschränkung steht der Klimaglaube dem Verhalten rigoroser Sekten in nichts nach: Zu recht war vielmals die Rede von den Klimaprotesten als einer Ökoreligion, deren streng gläubige Anhängerschaft, welche sich einer Gruppe von Häretikern gegenüber sieht, die dem religiösen Taumel fernbleiben und dafür an den Pranger gestellt werden, an asketische Sekten erinnere.

Vom strafenden Gott zur rachsüchtigen Natur

Der wahre Kern dieser Beschreibungen lässt sich nicht wegleugnen: Wo sich heute ökologische Gruppen auf Wissenschaft als neuen Gott berufen, nützt kein Argument mehr. Demokratie, Grundrechte und Individualität müssen notfalls geopfert werden, um die bevorstehende Apokalypse abzuwenden. Die Ketzer, die das nicht einsehen wollen, werden mit dem Verdikt des Klimaleugners belegt, als wäre begründeter Zweifel und vernünftige Kritik ein Indiz für die Leugnung des Klimawandels. Sogenannte Klimasünder werden sozial geächtet, im Extremfall von einem geifernden Mob bedrängt und ausgelacht. Wer jedoch eifrig mitmacht bei der Massenekstase, darf sich auch seines Platzes bei skurrilen Waldorfschul-ähnlichen Ritualen sicher sein.

Ansonsten wird gepredigt, dass alle kürzer zu treten haben, weil die Natur nicht vergibt: Was früher ein strafender Gott war, ist heute die rachsüchtige Natur, welcher ein Wert auch außerhalb ihrer Nutzung für den Menschen zugeschrieben wird. Diese religiöse Aufladung der Natur erinnert nicht von ungefähr an den Pantheismus, also die Auffassung, dass Gott letztlich identisch mit der Natur sei. Wie auch der heutige Ökoglaube als Ersatzreligion in einer säkularisierten Welt auftritt, stellte auch der aufklärerisch geprägte Pantheismus eine Abschwächung des direkten Gottesglaubens dar, ohne deswegen dem Atheismus nahe zu kommen.

Der Pantheismus war also zumindest teilweise säkularisierter Glaube, während der heutige Ökoglaube ebenso ein ansonsten zentrales Element der Religion fallen lässt: das Heilsversprechen.

Tristesse statt Transzendenz

Den Menschen Hoffnung zu geben, die Aussicht auf eine bessere Zukunft zu verkünden, spätestens nach dem Tod Heil zu versprechen: Diese Funktionen etablierter Religionen waren es, die selbst Religionskritiker dazu veranlassten, das positive Potenzial von Religion anzuerkennen. Bereits Karl Marx schrieb, dass Religion „in einem der Ausdruck des wirklichen Elends und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend“ sei. Eben die Heilsversprechen, die Utopien, die Religionen als „Protestation gegen das wirkliche Elend“ bieten, seien nicht zu verdammen, sondern allenfalls ihrer Nichteinlösbarkeit zu überführen. Doch der sich in den Klimademonstrationen manifestierende Ökoglaube entsagt sich dieser der Religion sonst inhärenten hoffnungsvollen Gelöbnisse. Der Glaube an Fortschritt beispielsweise liegt der Klimabewegung so fern wie nur möglich. Stattdessen wird so getan, als gäbe es nur die Entscheidung zwischen Untergang und sofortigen, radikalen Maßnahmen, um den als Klimakatastrophe bezeichneten Klimawandel möglichst schnell abzuwenden.

Doch jene Maßnahmen versprechen eben keine strahlende Zukunft, sondern vielmehr den Weg zurück in ein vorindustrielles Zeitalter, inklusive gesenktem Lebensstandard und umfassender Einschränkung persönlicher Freiheiten. Für den populären Ökoglauben mag diese karge Dystopie die wahre Utopie sein, weil so die zum religiösen Dogma erhobene Apokalypse unterbunden werden kann. Für alle anderen, die sich nicht an der Nestwärme der Sektengemeinschaft berauschen können – oder wollen –, bedeutet der Ökoglaube dagegen vor allem Trostlosigkeit und Puritanismus.

Die zu Anfang zitierte Evangelische Kirche Kassel sprach deswegen auch unfreiwillig die Wahrheit über den Ökoglauben aus: Am „eigenen Bewusstsein und Verhalten“ müsse gearbeitet werden, nicht etwa daran, den Klimawandel zwar aufzuhalten, dabei aber an zivilisatorischen Errungenschaften festzuhalten. Entgegen der Selbstbezeichnung der Klimademonstrationen als Proteste „for Future“ dreht sich in Wirklichkeit alles um eine Veränderung der Mentalität: weg vom konsumierenden, parasitären Menschen zum ausgewogenen, mit der Natur in Einklang lebenden Erdling. Die Ökoreligion entledigt sich des Heilsversprechens der Religionen zugunsten eines spirituellen Harmonieglaubens.

Notwendige Opfergaben

Nicht von ungefähr erinnern diese Ziele an schon lang postulierte Thesen: Bereits 1976 erschien mit „Haben oder Sein“ das bis heute wohl bekannteste Werk des Sozialpsychologen und Philosophen Erich Fromm. Darin stellte er der seiner Ansicht nach herrschenden Existenzweise des Habens, die vor allem auf Konsum und Ausrichtung des Lebens nach materiellen Interessen beruhe, die scheinbar sozialere und auf Dauer glücklicher machende Existenzweise des Seins entgegen.

Unter dem Eindruck von „Fridays for Future“ als einer Protestbewegung mit religiösen Ausprägungen, die sich gleichzeitig jedoch vom transzendenten Kern der Religion lossagt, drängt sich jedoch die Frage auf, ob der von Fromm erhoffte gesellschaftliche Wandel zur Existenzweise des Seins nicht längst stattgefunden hat: einerseits im Denken vieler Menschen, die esoterische Ganzheitlichkeit sowie Naturverbundenheit höher schätzen als Luxus für möglichst viele Menschen, andererseits im Handeln einer Gesellschaft, die ihre meist ökologisch korrekt verputzten Idealvorstellungen längst abseits von Besitz und Reichtum findet.

Auch Fromm verabschiedete sich von einer grundlegenden Utopie, so wie sich die Klimaproteste heute von der Idee des Fortschritts verabschieden, die eine Zukunft ja überhaupt erst als lebenswert ausweisen würde. Der Mentalitäts-Wechsel, den sowohl Fromm mit seinen „Existenzweisen“ als auch „Fridays for Future“ mit ihren Konsum-Appellen an das Individuum anstreben, steht so für die totale Anpassung gegenüber den Zumutungen, die die ökologischen Ziele des Ökoglaubens bedeuten würden. Verzicht und Senkung des Lebensstandards sind dann keine Verluste mehr, sondern notwendige Opfergaben an die allmächtige Natur – man ist schließlich ein guter Gläubiger.

Nico Hoppe ist freier Journalist und Autor und schrieb bisher unter anderem für die NZZ, die Jungle World und den Standard.

Foto: Pixabay

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Karsten Dörre / 14.10.2019

Beim Ökoglauben gibt es nur Sieg oder Untergang. Sieg bedeutet die Geburt eines neuen Menschentypus, der Naturgesetze nach seiner Phantasie formt. Untergang bedeutet Nicht-Geburt des neuen Menschentypus und Anpassungsfähigkeit. Mir ist solch Weltuntergang sehr sympathisch.

H.Roth / 14.10.2019

Natürlich ist es keine Religion. Ich halte den Begriff “Klimareligion” auch eher für einen Spottbegriff der Kritiker und Skeptiker, um die Lächerlichkeit dieser Ideologie zu betonen. Nun ist es aber eine Tatsache, dass eine Ideologie umso erfolgreicher Verbreitung findet, je mehr religiöse Aspekte sie integriert. Religion ist die Sehnsucht des Menschen, nach Frieden mit Gott, und sein Bemühen, Gott (oder Götter) gnädig zu stimmen, sei es durch Opfer, Rituale, Regeln und Gesetze befolgen. Dem aufgeklärten Menschen ist die Bedeutung der Ewigkeit abhanden gekommen. Während der Christ früher, sich nur als Pilger auf dem Weg zur himmlischen Heimat verstand, versteht sich der moderne Mensch als Zufallsprodukt der Evolution, und was er hier und jetzt, bis zum Tod, haben und sein kann, bedeutet ihm ALLES.  So irrt er, benebelt von Selbstanbetung, mal hierhin, mal dorthin, immer auf der Suche nach Seligkeit und dem Paradies auf Erden. Dieses zu erschaffen, liegt, so die Klimaideologen, in der Macht des Menschen. Im Grunde geht es aber nur, wie bei jeder anderen größenwahnsinnigen Ideologie, darum, die Welt unter die eigene Kontrolle zu bringen, und selbst die Regeln zu bestimmen. Dass hier die Kirchen im Gleichschritt mitmarschieren und für den Ökologismus beten, erinnert stark an deren Irrungen während des Dritten Reiches. Die profanen Ziele des NS standen im Vordergrund und es war wohl auch kein Problem, zusammen mit Odinsanbetern, Thorgläubigen und Nitzschejüngern am selben Strang zu ziehen. Woraus ich schließe: die eigene Seligkeit war Privatsache, die Umgestaltung der Welt, gemäß einer absurden (und dem Christentum widersprechenden) Ideologie, war die Hauptsache. Ein böser Mensch und Betrüger ist, wer andere (geistig) verführt, heißt es im Neuen Testament. Und weiter:  ebenso auch jene, die sich (geistig) verführen LASSEN.

Werner Arning / 14.10.2019

Das Sein dem Haben vorzuziehen, bedeutet Mut zu zeigen. Bedeutet die Endlichkeit des Lebens anzuerkennen. Bedeutet diese Endlichkeit nicht durch Ansammlung von Besitz negieren zu versuchen. Bedeutet werden zu wollen. Anstatt haben zu wollen. Ein bis zum Tod anhaltendes Werden. Bedeutet alle Möglichkeiten, die einem persönlich geboten werden, im Sinne dieses Werdens zu nutzen. Bedeutet jeden Tag anzunehmen. Zuzulassen. Die Augen vor dem Wirklichen nicht zu verschließen. Sich kennenzulernen. Das was dahinter ist, verstehen zu wollen. Seine Angst anzunehmen. Nachsicht zu üben. Demütig zu bleiben. Zu sein, bedeutet Abenteuer. Allerdings eines mit dem höchstem Maße an Vernunft. Mit brutalster Anerkennung der Wirklichkeit.

Michael Sachs / 14.10.2019

Ja Herr Hoppe Sie sprechen da ein heißes Thema an, diese neue Klimareligion kommt ja nicht zufällig vorbei, jetzt nach dem viele nicht mehr an Christus glauben steht plötzlich ein neuer Glaube vor der Tür der sich als Ersatzreligion anbietet, man muß sehen, daß das kein Zufall ist, denn hinter der Klimareligion steht der Kommunismus u. der hat ja fast überall versucht den Glauben an Gott auszulöschen, da der Kommunismus als alleiniger Gott anerkannt werden will. Daran kann man sehen das fast jede Ideologie versucht, meistens mit brutaler Gewalt, sich als Religion den Menschen aufzuoktroyieren, zum Glück häufig ohne Erfolg. Auch Wissenschaft kann ein Irrglaube sein, wenn durch korrupte Wissenschaftler die richtige Wissenschaft ausgelöscht wird. Die fehlenden Heilsversprechen sind für mich kein Grund nicht an diese Greta Klimareligion zu glauben, sondern die Verbindung zu der Wissenschaft bestimmter Klimatologen die reiner Irrglaube ist, es ist leider sehr schwierig zu unterscheiden zwischen richtigen u. falschen Wissenschaftlern das ist aber unsere Hauptaufgabe. Es gibt ja noch eine andere Religion die starken Einfluß auf die Klimareligion hat u. das ist der Monetarismus sein Name ist Neoliberalismus, vermutlich die schlimmste Religion überhaupt u. durch nichts auszurotten da sie korrumpiert durch gewaltige Schmiermittel. Religionen waren u. sind immer noch die größten Verhinderer von Fortschritt. Warum gibt es im Islam u. auch im Buddhismus noch Sklavenarbeit, warum benutzen unsere Kapitalisten diese Sklavenarbeiter, natürlich um reich zu werden, warum steht die Relgion auch die christliche nicht gegen diese Sklavenarbeit auf, weil sie genauso Nutznieser dieser Sklavenarbeit sind u. sich ihre monatliches Salär von den Kapitalisten auszahlen lassen. Man muß doch sehen, nur weil wir irgendwie glauben kann der Islam mit uns machen was er will, der Glaube bringt uns so weit dass wir wehrlos sind, da der Glaube doch alles darf auch der Islamische.  

von Kullmann / 14.10.2019

Das Heilsversprechen der rückwärtsgewandten Kirchen passt doch mit der Zukunftsangst der Ökos zusammen. Hast du Angst vor dem Weltuntergang, gehe zu deinem Heil in die Kirche und mache zudem einen auf Öko. Willst du nur Öko, mache Revolution mit Hilfe der Kirchen. Die Regierung und die Presse unterstützen gerne zum Seelenheil, auch zum Nutzen der eigenen Kasse. Ökos stinken nicht. Nur bis zum Himmel.

Rupert Reiger / 14.10.2019

Es ist wie immer alles viel banaler: Der gescheiterte Sozialismus benutzt das Klima, um Zugriff auf die Wirtschaft und das Geld zu bekommen. Sie wollen Macht und Geld, das sie neiden und das sie mangels eigener Talente und Tatkraft nie bekommen könnten. So wollen sie die „unsichtbare Hand“ des Adam Smith, die Millionen innovativer Egoismen einer reichen Marktwirtschaft durch ihre eigene Technokratie und durch sich selbst ersetzen. Sie begreifen nicht, dass man die Millionen innovativer Egoismen nicht durch ein paar Dutzend Politbüroköpfe ersetzen kann ... oder sie begreifen es, bestrafen aber Reichtum und Wohlstand, nehmen den Abstieg einer Wirtschaft zum eigenen Machtgewinn in Kauf. Ein Grund mehr, warum das asiatische Jahrhundert beginnt.

Eugen Richter / 14.10.2019

Fortschrittsglaube? Ja, in Genesis 1 bereits deutlich erkennbar. Machet euch die Erde Untertan, seid fruchtbar und mehret euch. Das krasse Gegenteil der Ökohüpfer.

H. Störk / 14.10.2019

Weltuntergangssekten gab es schon öfter. Der wesentliche Unterschied zu “etablierten Religionen” war immer der, daß sie das biblische, lebensbejahende “seid fruchtbar und mehret euch” ersetzten durch ein lust- und lebensfeindliches “bleibt keusch und kinderlos”. Weshalb solchen Sekten spätestens nach 2 Generationen der Nachwuchs ausging. Was wiederum verhinderte, daß sie zu “etablierten Religionen” aufsteigen konnten. Wird bei der jetzigen Untergangssekte nicht anders sein - irgendwann werden nicht mehr die Landeskirchen mit der Papstkirche um Gläubige konkurrieren, sondern Freikirchen mit Moscheegemeinden.

A. Ostrovsky / 14.10.2019

Ich kann der Argumentation des Beitrages nicht folgen. Man darf diese Ideologie nicht nur von außen sehen. Man muß wenigstens einmal versuchen, ihren inneren Gedankengängen zu folgen. Wer sich da charakterlich nicht genügend gefestigt sieht und Angst hat, gleich mit dem Hüpfen anzufangen, der soll es natürlich lieber lassen. Aber das Heilsverptechen auf eine gesunde lebenswerte Welt, in der Wolf und Schaf nebeneinander Gras fressen, ist doch der Kern der Öko-Religion. Und das Böse, heißt nicht Beelzebub oder Luzifer, sondern CO2. Und Greta ist deshalb heilig, weil sie das CO2 sehen kann. Das ist doch eine völlig konsistente, abgerundete Theorie! Und Fortschritt ist eben, wenn die Welt nicht untergeht und wenn der Wolf das Schaf umarmt und niemand mehr einer Fliege etwas zuleide tut. Fortschritt ist doch die “Herausbildung des neuen Menschen”, der vegan lebt und das Klima schützt. Der dankbar von Gott Natur das entgegen nimmt, was Sonne und Mond gedeihen lassen, die bekanntlich keine Rechnung stellen. Das ist doch nicht Steinzeit, das ist Paradies! Nur eins haben die Gläubigen nicht begriffen: Das funktioniert mit 100.000 Menschen, wenn man nicht drauf besteht, dass der Wolf mitspielt. Das funktioniert nicht mit 10 bis 12 Milliarden. Die Erde hat nicht genug Wohltaten für eine Plage. Der übermäßige Ressourcenverbrauch ist eine Folge der reinen Zahl. Ob wir mit Wissenschaft und Technologie weiterhin mehr schlecht als Recht die Nahrungsgrundlagen für knapp 8 Milliarden bereitstellen können, ist ungewiss. Aber wir können nicht gleichzeitig Nahrung, Wohnung, Heizung, Mobilität, Information und Gesellschaftliche Teilhabe für 10 Milliarden bereitstellen, auf einem Level, wie es heute die obersten hundert Millionen genießen. Die Religion wird dann zur gefährlichen Utopie, wenn sie diese Begrenzung nicht verstehen will. Aber wenn ich in der Logik dieser Lehre bleibe, dann sind es ja gerade die Ungläubigen, die “Leugner”, die das nicht verstehen wollen. .....

Silvia Polak / 14.10.2019

Dieser Artikel schießt für meine Begriffe übers Ziel hinaus. Die Natur hat sehr wohl einen Wert auch außerhalb der Nutzung für den Menschen und das hat etwas mit Respekt und Demut zu tun. Die derzeitigen Klimahysteriker sind einfach nur wohlstandsverwahrloste, orientierungslose und denkfaule Menschen, ein guter Teil auch bezahlte Mitläufer. Daß die Kirchen, besonders die evangelische, derart unkritisch und emotional diese Strömung für sich nutzen wollen, zeigt deren erbärmlichen Zustand. Schade,  sachlich und ruhig geführte Diskussionen plus Kampagnen für schonenderen Umgang mit Umwelt und Ressourcen haben derzeit keine Chancen.

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