Roger Letsch / 23.02.2019 / 06:15 / Foto: Pixabay / 53 / Seite ausdrucken

Der Kulturpessimismus der Klima-Alarmisten

Greta Thunberg hat wieder zugeschlagen, diesmal bei ihrer Rede auf der Zukunftskonferenz in Brüssel. Wieder einmal zeigt sich, dass die Welt neben den Indifferenten, denen es völlig egal ist, was politisierte Teenager von sich geben, in drei Gruppen eingeteilt ist. Da sind die Bewunderer, nicht nur die gleichaltrigen Mit-Schulschwänzer, die ihre Hoffnungen auf Greta projizieren. Dann natürlich die Spötter, die das alles für einen Marketing-Gag halten und dem lauten aber oberflächlichen Aktivismus einen Vogel zeigen und dann noch die Mitfühlenden, die die Eindimensionalität von Gretas Agenda und ihre Instrumentalisierung unter dem Aspekt des Kinderschutzes beklagen. Ich selbst bin schon auf die religiöse Komponente in Greta Thunbergs Bewegung und die Selbstermächtigung eingegangen, die entfernt an Jeanne d’Arc erinnert.

Doch richtete sich deren Wirken auf die Restauration eines Herrschertums, während Greta heutige Herrschaftsstrukturen in toto abwatscht und mit ihren Forderungen nach schlagartiger vollständiger Dekarbonisierung keine restaurative, sondern in der Konsequenz eine kulturpessimistische Grundhaltung zeigt: Alles ist schlecht, alles muss enden. Die Abgründe, in die solches Denken führen kann, kamen mir schlagartig bekannt vor, als ich bei der Rede in Brüssel sah, was für einen aufmerksamen Zuhörer Greta in dem hinter ihr sitzenden Jean-Claude Juncker hatte. Es gibt wohl neben Ignoranten, Jüngern, Spöttern und Beschützern Gretas noch eine weitere Gruppe – und der wird langsam angst und bange.

Ich glaube nicht, dass Greta von Jean-Jacques Rousseau bisher mehr als nur gehört hat, so viel Historisches lässt sich in vier Schultagen gar nicht unterbringen (und heute war erst Donnerstag, und dank Brüssel-Auftritt war der auch schulfrei). Aber vieles in Gretas Bestimmtheit und dem Absolutheitsanspruch, der in all ihren Reden zum Ausdruck kommt, erinnert mich an eben jenen Wegbereiter der Aufklärung, dessen Ideen in höherer Dosierung aber auch Wegbereiter der dunklen Seiten der französischen Revolution wurden.

Während gesellschaftlichem und technischem Fortschritt zugeneigte Denker neben sich einstellenden positiven Entwicklungen auch immer Nebeneffekte und Nebenwirkungen ins Kalkül zogen, verstand Rousseau die menschliche Geschichte als einen fortwährenden Niedergang, der nur durch ein in jeder Hinsicht neues Denken und Handeln aufzuhalten sei. Handlungen, die nicht zu perfekten Ergebnissen führen, seien letztlich schlechte Handlungen. Es gelte folglich, das perfekte Staatswesen zu errichten, in dem der einzelne Mensch nicht mehr als fehlbares, individuelles, aber auch mit universellen Rechten ausgestattetes Wesen zu gelten hat, auf das sich die Politik beziehen muss, sondern in dem der Mensch nur Echoraum einer absoluten Idee ist. Zu abstrakt? Dann stellen Sie sich einfach einen Bienenstaat vor, dort wirkt die Idee Rousseaus perfekt – inklusive der Tatsache, dass die einzelne Biene keine Ahnung davon hat, wie die Idee eigentlich lautet. „Besser für die Biene”, würde der alte Meister aus Genf wohl sagen.

Praktische Maßnahmen der Gleichmacherei

Rousseau leitete daraus seine Idee vom „Allgemeinen Willen“ ab, der „volonté générale“, den er in seinem Hauptwerk „Vom Gesellschaftsvertrag oder Prinzipien des Staatsrechts“ als absolut, unfehlbar und gerecht definierte und dem sich alle freiwillig und von einer anonymen Vernunft beseelt unterordnen würden. In der Theorie klingt das vernünftig und utopisch zugleich. Geht man mit dieser Idee des Absoluten jedoch auf die Praxis los, in der man es ja nun mal nicht mit einer diffusen Anzahl indifferenter Menschen, sondern mit höchst unterschiedlichen Individuen zu tun bekommt, gleitet die schöne Idee schnell in den Totalitarismus ab.

Denn die Frage, wer im Besitz der absoluten Wahrheit ist, die zur Ausführung (um nicht von Exekution zu sprechen) gelangt, ist nicht Ergebnis eines mühsamen Erkenntnisprozesses und von Versuch und Irrtum, sondern wird ‚ex cathedra’ verkündet. Wer die Idee formuliert, hat einen Vorsprung, den er besonders wirksam durch die Verfolgung und Diskreditierung abweichender Ideen bewahren kann. Der Klimawandel und die Vorstellung, dass nur der Mensch als Verantwortlicher dafür in Frage komme und dass jede Debatte darüber zu unterbleiben habe, ist eine solche Idee.

Die politischen Erben Jean-Jacques Rousseaus, etwa Robespierre oder Saint-Just, die seine Ideen in praktische Politik verwandelten, sich im Besitz der absoluten Wahrheit wähnten und somit den „allgemeinen Willen“ formulieren und auslegen zu dürfen glaubten, gingen den Weg des Totalitarismus bis fast zum Ende, dem zum Glück noch deren eigenes Ende vorausging. Die Vorstellung, man könne die Menschen durch eine Idee in einen unschuldigen Naturzustand zurückversetzen, in dem alle Unterschiede und Ungerechtigkeiten enden würden und die Korruption einer aristokratischen Oberschicht durch die Tugend erleuchteter Männer abgelöst würde, schnitt mehr als nur Ideen und Gedanken ab. Sie trennte auch Köpfe von Hälsen, die außer zum Kopfschütteln zu keiner weitergehenden Kritik in der Lage waren oder sich für gänzlich unpolitisch und damit unbeteiligt hielten.

Der Mensch an sich sei gut, meinte Rousseau, aber er vergesse es im Laufe seines Lebens und seiner Erziehung und Anpassung an das System immer wieder. In diesen „Naturzustand des Guten“ jedoch durch praktische Maßnahmen der Gleichmacherei, Enteignung, Zwangskollektivierung und Sprachzensur tatsächlich zurückfinden zu können, diesen Wahn kann man Rousseau nicht anlasten, wohl aber denen, die – bewusst oder unbewusst – als seine Vollstrecker angetreten waren und glaubten, ihren Meister in ihrer Konsequenz noch überflügeln zu können. Je einfacher und glatter eine Idee, umso leichter lässt sie sich absolut setzen.

In der Zeit des Tugendterrors der französischen Revolution waren die Ideen glatter als der Stahl, der seinen Kritikern deren Köpfe vor die Füße legte, und auch heute geht es – wenn auch (noch) weniger blutig – um nichts weniger als das physische Ende dessen, was der glatten Idee der Klimarettung im Weg steht. Industrie: weg, Individualverkehr: weg, sichere Stromversorgung: weg. Kennzeichnend für den blinden Eifer ist zudem, dass man sich sogar der Erörterung der möglichen Folgen dieser Politik konsequent verschließt. Hätte man versucht, mit Robespierre über die Dekrete zu disputieren, die tausenden Franzosen das Leben kosteten, wäre das Wort „Verrat” mit Sicherheit schon im ersten Satz seiner Antwort ausgesprochen worden.

Selbstmord aus Angst vor dem Tod

Juncker, der sich Gretas Rede samt Politikerschelte lächelnd anhörte und auch an den Stellen artig applaudierte, an denen Politikern wie ihm ordentlich die Leviten gelesen wurden, erinnert ein wenig an die Salons in der Mitte des 18. Jahrhunderts, als der Adel den Ideen Rousseaus und seiner Adlaten begeistert applaudierte und, wie die Politiker von heute, den Schauder doppelt genoss – nämlich gleichzeitig im Publikum zu sitzen und im aufgeführten Stück erdolcht zu werden.

Denn was die Aktivistin Thunberg fordert, ist nichts weniger als das sofortige Ende einer Zivilisation, die sie – ähnlich wie die Rousseau nacheifernden Politiker des 18. Jahrhunderts – auf dem völlig falschen Weg sieht. Da ist nichts umzubauen und zu verändern, da muss abgeschaltet, verboten, umerzogen und vernichtet werden. Nicht das bei Politik und Medien so beliebte Nudging, das sanfte Schubsen oder das Verlocken mit Teilhabe an der sicheren Mehrheitsmeinung oder Vergünstigungen für Wohlverhalten ist Gretas Mittel, ihres hört angesichts der Forderung nach sofortiger 80-prozentiger Emissionsreduzierung auf den Namen „Cutting“. Erst wenn Industrie, Verkehr und Zivilisation diesen Haircut unter der Dekarbonisierung-Guillotine verpasst bekommen haben, könne die Menschheit gerettet sein. Das ist die Forderung nach Selbstmord aus Angst vor dem Tod.

Jede technische oder gesellschaftliche Errungenschaft wird, weil sie nicht perfekt ist, kritisiert und verworfen. Dass dieses Denkmuster, das uns Atomausstieg, Veganismus, Grenzwerthysterien, Impfgegner und Energiewende beschert hat, sich ausgerechnet in einem Land wie Deutschland wie Grippe verbreitet, das doch erwiesenermaßen gerade von der Perfektionierung von bestehender Technik seit Jahrzehnten lebt und profitiert, statt diese – wie anderswo auf der Welt – einfach durch komplett neue und vielleicht bessere Erfindungen zu ersetzen, erstaunt mich immer wieder aufs Neue. Jede Notwendigkeit der technischen Perfektionierung, die sich im Betrieb und nach einiger Anfangseuphorie bei der Benutzung einer beliebigen Technologie zeigt, wäre ein genuin deutsches Betätigungsfeld.

Die letzten Male, dass uns das gelang, waren die Drucktechnik, technische Anlagen wie Gasturbinen und die Automobilindustrie. Die Weiterentwicklung der Kernenergie hin zu passiv sicheren Anlagen ohne Jahrmillionen gefährlichem Abfall erfolgt in China und Russland. Statt die CO2-Abscheidung bei konventionellen Kraftwerken (falls man das tatsächlich für wichtig hält) zu verbessern, steigen wir komplett aus der Technologie aus, unsere Gaskraftwerke, die die effektivsten der Welt sind, laufen aufgrund der Energiepolitik defizitär und werden von Subventionen statt von Innovationen am Laufen gehalten, und die Automobilindustrie treiben wir auch gerade in den Ruin (Elektro-Autos) oder gleich ins Ausland.

Es mag den beteiligten Schulschwänzern nicht klar sein, aber um Deutschlands CO2-Emissionen um 80 Prozent zu senken, dürfte man hierzulande die Windräder noch nicht einmal zusammenschrauben, die sich anstelle der kohle- und kernkraftbetriebenen Dampfturbinen drehen sollen. Auch die chemische Industrie, Maschinenbau, Automobilindustrie, Bauindustrie, Handwerk und Verkehr kämen vollständig zum Erliegen und mit all dem auch die Arbeitsplätze mit der größten Wertschöpfung und dem größten Exportpotenzial.

Ganz unabhängig davon darf die Frage nach möglicherweise sogar positiven Effekten des leicht höheren CO2-Gehalts der Luft und berechtigten physikalischen Zweifeln an den Modellen des IPCC kaum noch gestellt werden, will man sich nicht der Aufforderung aussetzen, sich an einen klinischen Psychologen zu wenden. Momentan gibt es noch eine gewisse Anzahl an Politikern, die trotz aller medienwirksamen Versprechen und Ströme von Tinte unter Klimaabkommen und Absichtserklärungen davor zurückschrecken, der Menschheit gleich morgen den Stecker zu ziehen. Für die nähere Zukunft muss das aber nicht so bleiben.

Generation „Greta“ – keine Kompromisse

So unerträglich grüne Moralapostel wie zum Beispiel Katharina Schulze auch sein mögen, die Bahncard predigen, aber selbst ein Flugmeilenkonto im sechsstelligen Bereich haben und dann auch noch die Chuzpe besitzen, stolz von ihren Ausgleichszahlungen bei atmosFair zu berichten, die sie nur deshalb leisten können, weil sie vom Steuerzahler ausreichend alimentiert werden – diese Politiker stehen zumindest noch teilweise in der Realität, auch wenn sie es gar nicht gern haben, wenn das Licht der Öffentlichkeit darauf fällt. Die Generation „Greta“ jedoch könnte, sofern sie nicht noch rechtzeitig von der Realität des echten Lebens „korrumpiert“ wird, die nächste Politikerkaste stellen, und die wird keine Kompromisse mehr mit der Realität schließen und die „reine Idee“ von der zur Unschuld und ins vortechnische Zeitalter zurückzuführenden Menschheit mit Gebot und Verbot exekutieren.

Die dafür notwendige staatliche Allmacht mit umfassendem Durchgriff auf alle Aspekte des Lebens jedes Einzelnen, für den dann alles geregelt, alles festgelegt und durchgeplant ist, wird bereits errichtet. Hier schließt sich der Kreis zu Rousseau: Für dessen Idee des „allgemeinen Willens“ bedurfte es auch eines völlig bindungslosen Menschen, eines staatsunmittelbaren Wesens, der keine Herkunft, keine Kultur, keine private Sphäre und keine Familie kennt und nur einer absoluten Idee verpflichtet ist. Linke bezeichnen diesen Zustand gern als Freiheit, weil sie den Zwang darin nicht sehen wollen, der zur Verwirklichung angewendet wird.

Hat man für diejenigen, die sich dem Gleichschritt entziehen, aktuell noch ausgrenzenden Spott zur Hand, indem man sie als „Klimaleugner“ oder Schlimmeres bezeichnet, gibt es keine Garantie dafür, dass in Zukunft nicht die recht wirkungsarme Stigmatisierung einer wie weit auch immer gehenden „Exekutierung” Platz machen muss. Erste Forderungen, „Klimaleugnung“ unter Strafe zu stellen, wurden bereits erhoben.

In Soyeners Roman „Der Chirurg Napoleons“ heißt es: „Der gefährlichste Mensch ist derjenige, der nur eine einzige Idee hat. Und Robespierre hatte nur eine einzige Idee.“ Doch das ist nicht ganz vollständig. Die Welt ist schließlich voll von Erfindern, Weltverbesserern, Künstlern und Unternehmern, die genauso auf eine Idee fixiert sind. Das muss also nichts Schlechtes sein und führt beim Scheitern auch nicht immer in Katastrophen. Die Idee muss schon eine politische sein, und die wird erst gefährlich, wenn zwei weitere Bedingungen erfüllt sind. Wenn sich die Idee nämlich als etwas präsentiert, das noch nie gewagt wurde, deren Zeit aber nun gekommen sei und ihr zudem die Hebel der Macht eher nachgetragen werden, als dass sie diese erobern müsste.

Die kompromisslosen Schulschwänzer und Dekarbonisierer von heute haben nur diese eine Idee und wenn sie, vom politischen und medialen Applaus getragen, in fünf bis zehn Jahren an politische Mandate gelangen sollten, träfen sie gerade in der EU (falls die dann in ihrer aktuellen Form noch existiert) auf einen zentralisierten Superstaat mit maximaler Handlungskompetenz, der sich jeder Kontrolle durch die Mitgliedstaaten oder deren Bürger längst entzogen hat. Das wollen wir alle mal nicht hoffen, aber spätestens dann könnte Juncker das joviale Applaudieren und uns das mitleidige Lächeln und der Spott angesichts solcher halsabschneiderischen Reden wie der von Greta in Brüssel gründlich vergehen.

Zuerst erschienen auf Roger Letschs Blog Unbesorgt.

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Christian Geller / 23.02.2019

Allein die Tatsache, der Gestörten ein Forum zu bieten, hätte die sofortige Entmündigung der Verantwortlichen nach sich ziehen müssen….

Dr. Gerhard Giesemann / 23.02.2019

Rousseau, war das nicht der, der seine zahlreichen Kinderchen gleich als Neugeborene ins Waisenhaus brachte und dort ablieferte auf Nimmerwiedersehen? Zum CO2-Getue: “Es ist besser, einen Wahn ab zu legen, als immer wieder etwas Neues in die Welt zu posaunen” (Ludwig Börne, sinngemäß, um 1800). Greta ist nicht verrückt, sondern verrückt gemacht worden. Und sie hat recht: Weg mit den Menschen, die an allem schuld sind, an Industrie, am Strom, am Landschaftsverbrauch, was weiß ich was. Kein Mensch, nur Pflanz - Mensch macht CO2, Pflanz braucht es und macht daraus O2 (Sauerstoff) unter anderem - was Mensch nun wiederum braucht ... usw. Wozu sich über ein paar tausend Leute aufregen, die wegen sonstwas früher sterben? Besser: Gar nicht erst ... . Zu Schulze Katharina, der Schwachsinnigen: Heuchelei ist nicht erst seit Rousseau erfunden und sie ist eine würdige Nachfolgerin. Die Natur, das alte Luder wird’s schon richten: Verschwindet der Mensch, verschwinden alle Probleme des Planeten. Lasst uns unsere Restlaufzeiten genießen und schluß dann. Denkt Junker auch, man sieht es.

Rolf Lindner / 23.02.2019

Erst heißt es zurück zur Natur und dann kommt die Guillotine. Wortführin (nicht Wortführerin, weil die Endung -er männlich und die Endung - erin ja männlichweiblich ist, also divers) ist eine angeblich 16jährige Schülin, deren körperliche Entwicklung sich nach den Bildern zu urteilen auf dem Stand einer Zwölf- bis Dreizehnjährigen befindet. In welchem Ausmaß ihre geistige Entwicklung diesem Alter entspricht, ist aus den Bildern nicht ersichtlich, aber eine psychiatrische Erkrankung hat sie sich selbst attestiert. Ihr werden phänomenale Leistungen des Wortgedächtnisses zugeschrieben. Häufig sind mit solchen Sonderbegabungen Defizite auf anderen kognitiven Gebieten, besonders des Rechnens und damit des rationalen Denkens verbunden. Vielleicht kann man das sogar verallgemeinern. Alle Volksverführer waren im Grunde Schwätzer mit der Neigung zur Paranoia und zum Autismus. Und wenn man sich das Gewäsch in den Bundestagsdebatten anhört, hat man den Eindruck, dass der Bundestag von rechts nach links stark zunehmend voller Autisten und Paranoiker ist. Es ist nur allzu verständlich, dass alle Schwätzer diejenigen hassen, die die Dinge klar beim Namen nennen, und diffamieren diese als Populisten. Somit drückt das Wort Populismus nicht anderes als den Hass der Schwätzer auf die Menschen aus, die in der Lage sind, logisch zu denken und ihre Gedanken in klare Worte zu fassen.

D.Wolters / 23.02.2019

Mit wem wollen Sie realistisch über Klimawandel reden, wenn Presse, Talkshowmoderatoren und Politiker einstimmig von der Katastrophe singen und dabei nicht zufällig vom Holocaustleugner zum Klimaleugner einen Faden spinnen. Ich kenne keinen sogenannten „Leugner“, der nicht die Erwärmung durch CO2 anerkennt. Aber eben nur die physikalischen 0.8-1.2 Grad pro Verdoppelung des CO2 Gehaltes, welche sogar das IPCC als realistisch ansieht (aber nach oben noch mehr Spielraum lässt). Es ist die völlig unsichere „Verstärkung“, um die es eigentlich geht: gibt es zukünftig mehr kühlende Wolken in höheren Schichten oder heizende in den unteren, um ein Beispiel zu nennen - völlig unklar. Inwieweit nimmt die Abstrahlung langwelliger Strahlung in anderen Wellenlängenbereichen zu, wenn die CO2 Bande um 150nm stärker blockiert ist - nicht klar. Leicht erkennbar, dass diese Unsicherheiten angreifbar machen und daher müssen „Skeptiker“ mundtot gemacht werden, weil eine Diskussion für die Klimakirche riskant ist - denkende Zeitgenossen könnten aufwachen und die Büchse der Pandora wäre geöffnet. „Die Gletscher am Himalaya schmelzen ab und dann haben Millionen kein Trinkwasser“, ein typisches Argument. Aber der Gletscher speichert nur den Winterregen für den Sommer. Sollte das, was Hoover schon 1930 im Black Canyon mit dem Colorado River gemacht hat nicht am Himalaya möglich sein? Das sind gefährliche Argumente für die Sektenanhänger, besonders weil viele von ihnen nicht die hellsten Kerzen auf der Bildungstorte sind und daher hat man sich für das Ausgrenzen nach dem Vorbild der Inquisition entschieden. Aber auch hier liegt das Versagen eindeutig auf Seiten der Presse und der Öffentlich Rechtlichen Medien: hätten sie sich, ihrem Auftrag entsprechend, neutral verhalten und faire Debatten zugelassen, so müssten sie heute Menschen nicht persönlich angreifen, um ihr Standpunkte nicht hinterfragen zu müssen. Unschön dabei, dass beim grünen Mob Gewalt schon wieder gesellschaftsfähig ist.

Thomas Schade / 23.02.2019

Green made Greta great. Great Greta ist aber niemanden grün. Den Grünen wird vor Greta bald grausen.

Klaus Metzger / 23.02.2019

Greta Thunberg, mit ihrer Forderung nach der sofortigen Dekarbonisierung unserer Industriegesellschaft, erinnert mich an Nongqawuse, ein Xhosa Mädchen in Südafrika. 1856 hatte sie eine Erscheinung am Gxarha River. Geister erzählten ihr, wenn ihr Volk alle Rinder töten würde und die gesamte Ernte dazu vernichten, würden alle toten Xhosa aus den Gräbern auferstehen und den Weißen Mann vertreiben. Es endete tragisch. Die Xhosa folgten ihr und Zehntausende verhungerten. Und der Weiße Mann herrschte noch über hundert Jahre. Und die Moral. Folge keinen kleinen schulschwänzenden Mädchen, wenn sie zur Rettung der Welt vorschlagen, die wirtschaftliche Basis der Gesellschaft zu zerstören.

Gertraude Wenz / 23.02.2019

Die Ideen Rousseaus spuken immer noch in den Köpfen der Linken und Grünen herum, das ist wohl die eigentliche Ursache allen Übels ihres Denkens und verleitet sie zu den spinnertsten Ideen. Ich hatte grüne Freunde und spreche aus Erfahrung. Der Mensch ist eben nicht von Natur aus gut, was immer “gut” bedeuten soll. Es gibt und gab keinen unschuldigen paradiesischen Urzustand, in den wir wieder zurückflüchten sollten. Rousseau hat im 18. Jahrhundert gelebt und wusste noch nichts von der Vorgeschichte des Menschen. (Sie war noch nicht erforscht.) Einen “Wilden”, wie man damals sagte, hatte er nie gesehen, also auch nicht den “edlen Wilden”, zu dem ihm so viel eingefallen war. Heute wissen wir, dass unsere Vorfahren räuberische Jäger und brutale Krieger waren. Ihr Leben war bestimmt von Flucht, Verfolgung, Angst und Aberglauben. (Dem Sinne nach entnommen aus “Wir Neandertaler” / Wolf Schneider). Der Paradigmenwechsel, (der aber noch nicht in allen Köpfen angekommen ist- leider! ) ist die Erkenntnis von der Evolution allen Lebens. Und diese ist kein geradliniger Prozess, sondern ein Zickzackkurs. Es kann also durchaus wieder in die Steinzeit zurückgehen. Oberstes Ziel der Evolution ist das Leben und das Überleben als solches und damit einhergehend eine sichere Fortpflanzung. Überlebt haben in unserer Stammesgeschichte die Egoisten, die immer die besten Bedingungen für sich und ihren Nachwuchs schufen. Das förderte natürlich auch eine gewisse Ethik und Moral, z. B. den reziproken Altruismus und die Kooperation zwischen verschiedenen Gruppen. Diese Grundbeschaffenheit des Menschen darf man nicht außer Acht lassen. Der Mensch ist weder gut noch böse (das sind mythologische Begriffe), sondern ein von der Evolution geschaffenes Wesen. Und an dieser urmenschlichen Realität zerbrechen alle Utopien und auch der grenzdebile Fanatismus einer Greta Thunberg. Zu diesem Thema auch das hervorragende Buch: “Wunschdenken” von Thilo Sarrazin.

Fritz kolb / 23.02.2019

Daß ein geistig gestörtes, von seinen Eltern ideologisch programmiertes Kind diese überragende Publizität erreicht, zeigt den intellektuellen Abgrund, in dem sich vor allem die deutsche Medienwelt mittlerweile bewegt. Daß Herr Juncker ihr artig Beifall klatscht, erstaunt mich hingegen weniger, wer weiß, wo zu der Zeit sein Promille-Pegel stand. Ich bewundere die Politiker für Ihren Realitätssinn, die dem Klamauk in Davos fern geblieben sind. Nicht, daß ich den Kinderkram von heute nicht verstehen würde. In meiner Jugend habe ich auch protestiert, gegen Fahrpreiserhöhungen der Öffentlichen und mit Sprüchen wie „Bender ist ein Hampelmann, und der Springer zieht daran“ bin ich zusammen mit anderen empörten Kids durch die Straßen Kölns gezogen. Ohne Zusammenhänge zu kennen, ohne über Fakten informiert zu sein. Es war eher wie ein Empörungs-Happening, mit Party hinterher. Zum großen Glück sind die meisten von uns erwachsen geworden und haben gelernt, die Dinge des Lebens differenziert zu sehen. Manche allerdings haben diesen Entwicklungssprung nicht geschafft, sind heute bei den Grünen oder Eltern von Kindern wie Greta. Hirn ist halt auch nicht gerecht verteilt, einer Ideologie hinterher zu laufen ist dagegen stets billig zu haben.

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