Am 19. November sickerte ein Dokument in die Öffentlichkeit, das den Krieg in der Ukraine beenden soll – ein Text, der weder einem klassischen Friedensvertrag noch einem verhandlungsreifen Entwurf ähnelt, sondern einer Mischung aus Wunschliste, halbfertiger Architektur und innenpolitischem Signal an das amerikanische Publikum. Und doch entfaltet er Wirkung. Erstmals seit Beginn des russischen Angriffs wird nicht mehr primär über die Unterstützung der Ukraine verhandelt, sondern über ihre Zukunft – jedoch weitgehend ohne ihre Beteiligung.
Die Herkunft dieses Papiers ist selbst ein politisches Mosaik. Washington bestätigte zunächst seine Authentizität, dann erklärten Senatoren, Marco Rubio habe ihnen mitgeteilt, der Entwurf stamme aus Moskau. Unabhängige Beobachter verwiesen auf Passagen, die wie aus dem Russischen übersetzt wirken. Das Weiße Haus dementierte, Rubio relativierte, der Text sei vielmehr „ein amerikanischer Ausgangspunkt“. Zugleich wurde bekannt, dass Trumps Sondergesandter Steven Witkoff in engem Austausch mit russischen Unterhändlern wie Kirill Dmitriew stand und offenbar russische und ukrainische Positionen in einer eigenen Vorlage zusammengeführt hatte. Aus Moskau wiederum heißt es lediglich, das Papier bilde „eine Grundlage“ – ohne jede Festlegung.
Eine zusätzliche Dynamik erhielt dieses ohnehin diffuse Bild durch Recherchen der Nachrichtenagentur Bloomberg. Sie veröffentlichte die Mitschnitte zweier Telefonate, in denen Witkoff mit Kremlberater Juri Uschakow sowie – in einem separaten innerrussischen Gespräch – mit Dmitriew über die Vorbereitung eines mutmaßlichen Friedensplans sprach. Besonders brisant ist Dmitriews Vorschlag, ein „inoffizielles Dokument“ gezielt als angeblichen US-Entwurf durchsickern zu lassen. Selbst wenn Washington es nicht vollständig übernehme, würden genügend Moskauer Positionen einfließen, um Russland strukturelle Vorteile zu sichern.
Diese Passagen nähren den Verdacht, dass der in Umlauf gekommene Plan nicht allein auf amerikanische Überlegungen zurückgeht, sondern auf gezielte russische Impulse – und dass einzelne Akteure in Moskau frühzeitig versuchten, den amerikanischen Prozess strategisch zu beeinflussen. In der Summe verstärkt der Bloomberg-Bericht den Eindruck eines Dokuments, dessen politische DNA weniger klar westlich als vielmehr hybrid und damit in ihrer Stoßrichtung doppeldeutig ist.
USA benötigen den Eindruck rascher Fortschritte
Sollten sich eine russische Urheberschaft sowie eine durch Witkoff erfolgte Beratung bestätigen, wäre das ein politischer Skandal von erheblicher Tragweite. Er würde belegen, dass ein vermeintlich amerikanischer Friedensvorschlag in zentralen Passagen von russischen Interessen durchdrungen ist – und dass der gesamte Prozess womöglich nicht Ausdruck westlicher Strategie, sondern Ergebnis gezielter Einflussnahme des Kremls ist. Ein solcher Befund würde die Glaubwürdigkeit des US-Vermittlungsansatzes erschüttern.
In diese Unschärfe stoßen widersprüchliche Botschaften aus Washington und Kiew. Ein hochrangiger US-Beamter erklärte, die Ukraine habe dem „Friedensdeal zugestimmt“, es gehe nur noch um technische Fragen. Der ukrainische Sicherheitsratschef Rustem Umerow hingegen spricht lediglich von einem „gemeinsamen Verständnis über Kernpunkte“, deren genaue Ausgestaltung noch offen sei. Kiew formuliert Vorsicht, Washington Zustimmung – nicht zufällig, denn für die ukrainische Führung wäre eine offene Bestätigung politischer Selbstmord, während die USA dringend den Eindruck rascher Fortschritte benötigen.
Dass der Text selbst ständig seine Gestalt verändert, verschärft die Lage zusätzlich. Der Entwurf begann als 28-Punkte-Plan; europäische Diplomaten legten eine eigene 24-Punkte-Fassung vor; Berlin, Paris und London erarbeiteten eine überarbeitete 28-Punkte-Version; in Genf ist plötzlich von einer 19-Punkte-Variante die Rede, auf die sich Washington und Kiew angeblich geeinigt haben.
Trump nennt das Dokument „nicht mein finales Angebot“, Rubio spricht von einem Konzept, das sich „jeden Tag“ ändere, und das Weiße Haus meldet „Fortschritte“ bei gleichzeitigen „delikaten Details“, die weiterer Gespräche bedürfen. Der Friedensprozess wird so selbst zum Schauplatz politischer Inszenierung – und das Fundament, auf dem die Ukraine über ihre Zukunft entscheiden soll, bleibt instabil.
Parallel verfestigte sich der Eindruck eines Verfahrens, das weniger an moderne multilaterale Diplomatie erinnert als an die Shuttle-Politik früherer Jahrzehnte. In Genf saßen amerikanische, ukrainische und europäische Vertreter zwar im selben Gebäude, sprachen aber selten miteinander; die meisten Gespräche fanden in wechselnden Konstellationen in getrennten Räumen statt.
Kein Format brachte alle Akteure gleichzeitig an einen Tisch
In Abu Dhabi verhandelte der amerikanische Armeeminister Dan Driscoll stundenlang mit russischen Unterhändlern, während eine ukrainische Delegation in derselben Stadt lediglich mit dem US-Team kommunizierte – jedoch ohne direkten Austausch mit Moskau. Kein Format brachte alle Akteure gleichzeitig an einen Tisch; stattdessen entstanden parallele Stränge, deren Ergebnisse mühsam übereinandergelegt werden müssen.
Ein Blick zurück zeigt, wie weit der Weg seit dem Istanbuler Kommuniqué vom April 2022 reicht. Damals wurden territoriale Streitpunkte nicht entschieden, sondern vertagt: Die von Russland besetzten Gebiete waren von möglichen Sicherheitsgarantien ausgenommen, aber nicht als russisch anerkannt. Heute liegt ein Plan vor, der die Krim, Luhansk und Donezk de facto als russisch behandelt, den Rückzug ukrainischer Truppen aus den letzten von Kiew kontrollierten Teilen des Donbass vorsieht, die Frontlinien in Cherson und Saporischschja einfriert und eine demilitarisierte Zone schafft, die international als russisches Territorium gelten soll.
Ein US-Beamter formulierte offen, Russland werde die vollständige Einnahme der Region Donezk „ohnehin“ erreichen – ob vertraglich oder militärisch. Der Vorschlag geht also nicht nur von der aktuellen Lage aus, sondern legitimiert sie.
Noch gravierender ist die zweite Verschiebung: Die Sicherheitsgarantien, für die Ukraine existenziell, sind vager geworden. Während in Istanbul zumindest umrissen war, was im Ernstfall geschehen könnte, bleibt der neue US-Plan bei auslegungsfähigen Formeln. Die rhetorischen Anleihen an Artikel 5 der NATO kontrastieren mit Zusagen, deren Gültigkeit an unklare Bedingungen geknüpft ist und die genau dann erlöschen sollen, wenn die Ukraine gegen Verletzungen des Status quo vorgeht. Eine Garantie, die im Moment des Angriffs zur Disposition steht, verdient ihren Namen nicht,
Ein Dokument, das sich in Teilen selbst negiert
Zugleich enthält das Papier Passagen, die aus russischer Sicht kaum akzeptabel sind – von der weitgehenden Liquidierung eingefrorener russischer Vermögen durch die USA bis zu einem Investitionsvehikel, das Restmittel in gemeinsame Projekte zwingt. Aus Moskauer Perspektive ist das keine Reintegration, sondern ein ökonomischer Machtverlust.
So entsteht ein Dokument, das sich in Teilen selbst negiert: Die Passagen, die die Ukraine stärken könnten, bleiben vage; jene, die Russland schwächen würden, sind so unrealistisch, dass sie kaum verhandelbar erscheinen. Zugleich betont Außenminister Sergej Lawrow, Moskau werde nur über einen Plan sprechen, der „Geist und Buchstabe“ der Verständigungen wahrt, die Trump und Putin in Alaska und Anchorage erreicht hätten. Für Russland ist der Text kein neutraler Vorschlag, sondern ein Prüfstein dafür, ob Washington das bilaterale Grundgerüst akzeptiert, das der Kreml als Voraussetzung betrachtet – und das nicht durch ukrainische oder europäische Forderungen überformt werden darf.
Europa versucht in dieser Lage, einen eigenen Korrekturpfad zu finden. Paris, Berlin und London legten eine überarbeitete Fassung der 28 Punkte vor, die an zentralen Stellen weniger pro-russisch ausfällt: Die Obergrenze für die ukrainischen Streitkräfte wird angehoben oder gestrichen, das faktische NATO-Veto entschärft und die Nutzung eingefrorener russischer Gelder von direkter amerikanischer Kontrolle abgekoppelt.
Parallel kursiert ein älterer europäischer Entwurf, der an Istanbul anknüpft und Territorialfragen erst nach einem Waffenstillstand verhandeln will. Europa versucht sichtbar gegenzusteuern – und verbleibt doch in der Rolle eines Reparaturbetriebs zwischen Washington und Moskau. Eine Gruppe europäischer Staaten formuliert diplomatisch, der US-Plan könne „eine Grundlage“ darstellen, müsse jedoch „wesentlich weiterentwickelt“ werden.
Besitzt Europa noch Einfluss?
Das Grundproblem liegt tiefer: Jede dieser Fassungen wird von den beteiligten Akteuren in eine völlig andere Richtung gelesen. Für Russland ist der Plan ein Werkzeug zur Legitimierung des Erreichten und ein Hebel zur Rückkehr in die wirtschaftliche Normalität, möglichst mit G8-Sitz und langfristigen Kooperationsabkommen. Für Washington dient er als Beleg dafür, dass der Präsident „Deals“ zustande bringt, die den Krieg aus dem innenpolitischen Fokus nehmen und zugleich das Versprechen enthalten, amerikanische Leistungen würden künftig „kompensiert“.
Für europäische Regierungen ist er ein Stresstest dafür, ob die Sicherheitsarchitektur des Kontinents noch Einfluss besitzt. Und für die Ukraine ist er zugleich existenzielle Bedrohung und politischer Zwangsrahmen: Kiew kann ihn nicht offen ablehnen, ohne Washington vor den Kopf zu stoßen, und ihn nicht akzeptieren, ohne die eigene Staatsräson zu verletzen.
Selenskyj hat dieses Dilemma ungewöhnlich offen benannt. Die Ukraine, so sagt er, stehe vor der Wahl, ihre Würde zu verlieren – oder das Risiko einzugehen, den wichtigsten Partner zu verprellen. Das ist keine rhetorische Zuspitzung, sondern Ausdruck eines strukturellen Widerspruchs. Die Verfassung schreibt vor, dass jede Veränderung des Staatsgebiets per Referendum bestätigt werden muss; Umfragen zeigen seit Jahren, dass die Bevölkerung Territorialabtretungen kategorisch ablehnt. Ein Präsident, der einem Dokument zustimmt, das den Verlust ganzer Regionen antizipiert, würde seine eigene Legitimation untergraben.
Gleichzeitig hängt das Land in nahezu allen sicherheits- und wirtschaftspolitischen Bereichen von Washington ab: Waffen, Munition, Geheimdienstinformationen, Budgethilfen, Finanzgarantien. In der Sprache der Machtpolitik heißt das: Die Ukraine verhandelt nicht frei, sondern betreibt Schadensbegrenzung. Wenn amerikanische Offizielle öffentlich suggerieren, Kiew habe dem „Kern des Plans“ bereits zugestimmt, erhöht das den Druck – weil es den politischen Preis eines späteren „Nein“ künstlich nach oben treibt.
Auch in den USA ist der Plan umstritten
Erschwerend kommt die innere Lage hinzu: vier Jahre Krieg, massive Verluste, eine erschöpfte Wirtschaft, eine Gesellschaft am Rand ihrer Mobilisierungsfähigkeit und Korruptionsaffären im sicherheitsrelevanten Bereich. All das schwächt Kiews Position. Dass Washington ursprünglich sogar Neuwahlen binnen hundert Tagen vorsah, wirkt vor diesem Hintergrund weniger wie ein formaler Vorschlag als wie ein Misstrauensvotum gegenüber einer Führung, deren Soldaten an der Front stehen, während in westlichen Hauptstädten über Formulierungen gefeilscht wird.
Die in Aussicht gestellte Reise Selenskyjs in die USA – möglicherweise sogar nach Mar-a-Lago – wird damit selbst zum politischen Hebel: Kiew demonstriert Bereitschaft, „die letzten Schritte zu gehen“; Washington entscheidet, ob und wann ein solches Treffen stattfindet – und behält damit die Kontrolle über Symbolik und Timing.
Auch in den USA ist der Plan umstritten. Senatoren kritisieren ihn als zu russlandfreundlich, ein erfahrener Berater des Präsidenten trat im Zuge des Prozesses zurück, und widersprüchliche Stellungnahmen verschiedener Regierungsvertreter lassen erkennen, dass der Text nicht vollständig abgestimmt war, bevor er öffentlich wurde.
Dass Trump ihn wahlweise als „großartigen Deal“ und als flexibel verschiebbares „Angebot“ beschreibt, während die von ihm gesetzte Thanksgiving-Deadline inzwischen verstrichen ist, verleiht dem Ganzen eine innenpolitische Volatilität, die es für Verbündete schwer macht, die Haltbarkeit amerikanischer Zusagen einzuschätzen. Es zeigt sich ein Prozess mit hohem innenpolitischem Ertrag, aber begrenzter außenpolitischer Verbindlichkeit.
Auf russischer Seite hingegen dominiert Zuversicht. Fast vier Jahre Krieg, mehr als eine Million Verwundete und Tote, eine Wirtschaft unter Dauerstress – und doch vermittelt der Kreml das Bild, militärisch wie politisch am längeren Hebel zu sitzen. In einem Interview vom 25. November erklärte Außenminister Lawrow, rund um den Trump-Plan geschehe „zu viel Unklares“: Mal signalisiere Selenskyj Bereitschaft zur Diskussion, dann verkündeten seine Vertreter, Verhandlungen über diesen Ansatz seien ausgeschlossen.
Der Plan ist Ausdruck eines wachsenden Ungleichgewichts
Russland sei zwar grundsätzlich zu diplomatischen Gesprächen bereit, doch könne eine Einigung ausschließlich auf jener Grundlage erfolgen, die Moskau als „Ursachen“ des Konflikts definiert – dem NATO-Kurs gegenüber der Ukraine und dem politischen Kurs Kiews seit 2014. Damit nutzt Lawrow den Friedensplan weniger als Ansatz zur Konfliktlösung, sondern vor allem zur erneuten Darlegung der russischen Kernnarrative über Schuld, Vorgeschichte und angebliche Bedrohung durch den Westen. In Moskau wird der amerikanische Vorschlag nicht als letzte Chance wahrgenommen, sondern als einer von mehreren Wegen zu einem Ergebnis, das der Kreml ohnehin für unausweichlich hält: eine entwaffnete, neutralisierte und territorial reduzierte Ukraine.
Genau darin liegt der Kern dieser Phase. Die Gespräche in Genf, Abu Dhabi und anderswo sind kein Ausdruck eines stabilen politischen Konsenses, sondern eines wachsenden Ungleichgewichts. Die Ukraine ist militärisch erschöpft und soll zugleich ihre Verteidigungsfähigkeit begrenzen. Die USA formulieren Sicherheitsgarantien, lassen aber offen, wie weit diese im Ernstfall reichen. Europa erkennt seine Abhängigkeit von amerikanischen Entscheidungen, findet jedoch keine eigene Sprache, die politisches Gewicht entfalten würde. Und Russland nutzt die Unklarheiten auf der Gegenseite, um seine militärische Strategie ungestört fortzuführen.
Unter diesen Bedingungen erscheint die Diagnose jener Analysten, die den ursprünglichen Entwurf seziert haben, ernüchternd und treffend: Bis Thanksgiving wird es kein Abkommen geben – vermutlich auch nicht bis Weihnachten. Stattdessen entsteht ein Prozess, in dem Texte entworfen, überarbeitet, verworfen und neu formatiert werden, während sich die Realität an der Front täglich verschiebt. Die Ukraine soll zustimmen, ohne wirklich eingewilligt zu haben; Russland soll einbezogen werden, ohne seine strategischen Ziele aufzugeben; Europa soll mittragen, was es nicht definiert hat; und die USA sollen garantieren, was sie innenpolitisch nur begrenzt absichern können.
Man kann dieses Ringen diplomatische Mühe nennen, vielleicht auch einen notwendigen Versuch, einen unerträglichen Krieg irgendwann zu beenden. Doch ein Frieden, der auf einem so zersplitterten Fundament errichtet wird, bleibt fragil. Ein Plan, den jede Seite anders versteht, ist kein Vertrag, sondern ein vertagter Konflikt. Solange die Ukraine zwischen Würde und Überleben wählen muss, Russland keinen Grund sieht, seine Kriegsziele zu revidieren, Europa nur korrigiert statt gestaltet und die USA selbst nicht sicher sind, wie weit sie gehen wollen, bleibt die Chance auf eine Einigung minimal.
Der Krieg wird nicht enden, weil ein Papier es vorsieht. Er endet erst, wenn sich Machtverhältnisse so verschieben, dass eine Lösung entsteht, die mehr ist als ein Ergebnis über den Kopf der Ukraine hinweg. Bis dahin bleibt dieser Plan in all seinen Versionen vor allem eines: ein Spiegel der Schwäche der internationalen Ordnung. Und ein weiterer Hinweis darauf, dass die schwerste Last dieses Krieges bei denen liegt, die am wenigsten Einfluss auf seine Beendigung haben.
Beitragsbild: Alek Tretiak
Der Krieg wird enden, wenn die Machtverhältnisse sich verschieben. Na, dann schieben Sie Mal.
Wer Politik auf Moral, anstatt auf individueller Macht aufbauen will, der wird Kriege verlieren. Was konnte Deutschland 1919 in Versailles fordern? Nichts, weil es keine Macht mehr hatte, eine Bevölkerung in Hunger, eine Industrie ohne Rohstoffe.
Unterschied zur Ukraine? Und wo steht der Westen? Seltene Erden? Eine Bevölkerung die zunehmend von den Regierungen enttäuscht ist?
Klar dass Russland ein Versailles 2 anstrebt und bekommen wird.
Denke, dass der Plan zur Beendigung des Konfliktes wie Vorherige nicht umgesetzt werden wird, weil die Widerstände in Kiew zu gross sind. Nichtsdestotrotz scheint eine von Washington ausgehende Destabilisierungskampagne die ungeheure Korruption betreffend die Zahl der Verbündeten des Präsidenten auszudünnen um ihn zu schwächen und Ergebnisse zu erzwingen. Gut möglich, dass eine Situation entsteht, die Selensky in die Flucht Richtung USA/Israel treibt. Könnte aber auch sein, dass die Fascho-Fraktion aus Geheimdienst und Militär (die ideologisch motivierte Azov-Fraktion stellt den militärisch wertvollsten Teil der ukrainischen Streitkräfte) nochmal wie in 2014 mit Hilfe von Aussen putscht um den Konflikt am Leben zu halten.
(a) Der Westen hat es jetzt mit Gegnern zu tun, nämlich Russland und dem Islam, für die das Töten und Tötenlassen von Menschen ein völlig akzeptables Mittel ist. Der Westen mit seinen Tötungshemmungen und anderen humanitären Idealen ist da hoffnungslos unterlegen. (b) Die Offenheit des Westens ermöglicht es, seine Gegnern voll in die Zange zu nehmen: Auf dem Schlachtfeld einerseits und durch auf die westliche Bevölkerung gerichtete Propaganda. Auch hier ist der Westen hoffnungslos unterlegen. (c) Wenn der Westen nicht bereit ist, die bewusste Brutalität seiner Gegener erst einmal ernst zu nehmen und jedenfalls teilweise zu übernehmen, ist er verloren. Besonders die Europäer müssen ihre verlogene Haltung (Waschlappen, die behaupten, man müsse sie in diesen Fragen ernst nehmen) aufgeben.
„Meister, wir wissen, dass du wahrhaftig bist und lehrst den Weg Putins recht und fragst nach niemand; denn du achtest nicht die Würde des Menschen.Da sprach er zu ihnen: So gebt dem Starken, was des Starken ist, und mir, was meines ist! Als sie das hörten, wunderten sie sich, ließen von ihm ab und gingen kopfschüttelnd davon“(Buch Donald, neu aufgetauchtes 5. Evangelium). Wie Buch Hiob, nur ohne Happy End…
Die „Erlaubnis“ einer Ukrainischen Armee von 600.000 oder mehr Soldaten ist von zwei Seiten zu sehen:
Für den Westen bedeutet sie ein Verteidigungspotential!
Für Russland bedeutet sie ein Angriffspotential!
Hier kann es kaum Kompromisse geben, das wird wohl auf dem Schlachtfeld entschieden werden. Und ganz unabhängig davon:
Wer soll denn diese 600.000 in der Ukraine finanzieren? Herr Merz, übernehmen Sie!
Der Krieg könnte längst vorbei sein, wenn der „Westen“ und dabei vor allem Europa die Ukraine von vorneherein mit allem versorgt hätte was sie braucht um die russische Soldateska zurückzuschlagen. Stattdessen zögerte und zauderte man aus Angst vor unrealistischen russischen Drohungen, die sich nach und nach allesamt als „leer“ erwiesen. Putin glaubt noch immer, den Krieg gewinnen zu können, er schafft es immer noch, mit weiteren leeren Drohungen die westliche Unterstützung der Ukraine auf ein „zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel“ Niveau zu begrenzen, während er selbst Hemmungslos alle in- und ausländischen Ressourcen nutzt. Granaten, Raketen in gigantischen Mengen aus Nordkorea, Elektronik aus China, Söldner aus sämtlichen „Shithole“ Ländern der Welt, ohne diese Unterstützung stände kein einziger russischer Soldat mehr auf ukrainischem Boden. Shame on you, Europe!
Die Nato-Provokateure und rechts-nationalistischen Verursacher des Euro-Maidan 2014 und ihre Hofschreiber jaulen den Opferlammgesang obwohl sie die Mitverursacher des inneren Konflikts der Ukraine, sprich Donbas-Krieg, sind, der dann in den Einmarsch der Russen mündete. Eine erbärmliche Geisteshaltung, jemanden in die Falle zu locken und nicht den Fallensteller zur Verantwortung ziehen zu wollen.