
Wenn ich “fromme” jüdische Freunde hätte, die ich leider nicht habe, ich hätte genug Themen mit ihnen zu besprechen. Zum Beispiel würde ich sie fragen, wie sie die “Gottesknechtslieder” beim Propheten Jesaja interpretieren, und wir würden uns sicher nicht einigen. Ein mit gegenseitigem Respekt geführtes Gespräch würde die Freundschaft sicher nicht beschädigen. Doch jetzt nochmal zur neutestamentlichen Schriftstelle: “Die Juden fordern Zeichen, und die Hellenen suchen Weisheit, wir aber verkünden einen gekreuzigten Christus” (Messias) “den Juden ein Ärgernis und den Heiden eine Torheit, den Berufenen aber, Juden wie Hellenen, Christus als Gottes Kraft und Gottes Weisheit” 1 Kor 1, 22,23. Dieses neutestamentliche Schriftwort bringt nicht nur den Kern des tiefen religiösen Konflikts zwischen Juden- und Christentum zum Ausdruck, sondern auch die völlige “Unangepasstheit” des christlichen Glaubens an die damaligen, im Grunde auch heute noch, gängigen Denkgewohnheiten. Aus heutiger Sicht war es außerdem naiv, dass die ersten Christen, alles Juden, zunächst glaubten, sie dürften weiter am Synagogengottesdienst teilnehmen. Sie sind rausgeflogen, es passte auch nicht mehr. Und die nächsten drei Jahrhunderte waren immer wieder von harten Verfolgungen gekennzeichnet, wenn sie nicht von den römischen Kaisern angeordnet waren, war der römische Mob gern zu Pogromen bereit. Gegen “die Feinde der Menschheit” war jedes Mittel recht. Ich denke, es wird Zeit, dass sich gläubige Christen ihre frühe Geschichte wieder vor Augen halten, nicht nur die Kreuze werden im Westen abgehängt werden… Frohe Weihnachten allerseits!
Es gibt keinen Zwang im Glauben. Das bedeutet für mich Religionsfreiheit. Im Notfall kann ich immer den Gläubigen vorschwindeln. Das Problem dabei ist nur: Der Kluge Islamist* weis das auch und tötet im Zweifel alle. Gott wird die Seinen schon erkennen, wußten schon die Kreuzritter. * Da könnte jetzt natürlich auch eine beliebige andere Gruppe benannt werden. +++ Ich wünsche allen ein frohes Fest. Auch dann wenn Sie in der Psychiatrie gelandet sind. Den Satz: “Ich hatte schon lange nicht mehr ein so schönes Weihnachten” habe ich dort öfter gehört. Mit den Patienten den Baum schmücken. Jeder hat am 24. nach dem Abendessen ein Geschenk bekommen (idR eine 250ml Kaffeetasse mit Süßigkeiten) und keiner hatte wirklich Grund auf den anderen herumzuhacken da die Angehörigen ja nicht da waren. Sie glauben mir nicht? Ich habe ca 20 Jahre als Krankenpfleger gearbeitet. Den größten Teil davon in den Akutpsychiatrie. Warum sollte ich lügen? Glauben Sie mir ! Was sie mir auch glauben sollten: Nachtdienst an Sylvester in einer Unfallchirurgie in Berlin ist wirklich blöder. Ich würde Urlaub machen.
In diesem Zusammenhang den Koran zu erwähnen ist, als erwähnte man neben Einstein und Heisenberg auch Erich von Däniken.
“Die Entscheidung, dass Religionsfreiheit keine Freiheit vor Zudringlichkeiten aller Religionen ist, ist eine weise Entscheidung.” Nein, sie ist eine Katastrophe. Denn nun ist der religiösen Belästigung und dem ideologischen Psychoterror durch Meere von Kopftüchern rechtlich Tür und Tor geöffnet. Ich unterstelle hiermit, dass genau diese Folge des Urteils beabsichtigt war und der wahre Grund für die scheinbare Toleranz gegenüber dem Kreuz ist. Mich stört das Kreuz nicht. Aber lieber lasse ich Kreuze abhängen, als mich mit Kopftüchern belästigen lassen zu müssen.
@finn waidjuk “Ich assoziiere mit dem Kreuz nur Gewalt, Mord und Krieg.” Der Wesenskern des Christentums ist ja, dass Christus das Kreuz (“der Welt”, Mord, Gewalt) überwunden hat - respektive ihn Menschen drei Tage nach seinem Kreuzestod, als lebend erfahren haben. Das Bild des Auferstandenen Herrn (wie in der Ur-Kirche üblich, wenn ich nicht irre) als Symbol wäre mir persönlich daher auch sympathischer. Ihre vorgen. Assoziationen seien Ihnen daher zwar unbenommen, aber was assoziieren Sie dann mit der Krippe, wenn man fragen darf? Danke MfG.
Nur durch eine Klare Trennung von Staat und Kirche kann der aggressiven Religionsausübung der Neubürger Einhalt geboten werden. Das heißt: Kreuze raus, aber eben auch keine Kopftücher etc. in Schulen oder anderen staatlichen Einrichtungen.
Vor einiger Zeit kam im Fernsehen ein Film über Argentinien. Darin war eine Sequenz über einen in der Pampa erschossenen Gaucho, dem posthum wunderbare Kräfte zugeschrieben werden. Viele Menschen pilgern zu dessen Grab, um Rat und Heilung zu erlangen, und etliche berichten, genau das erlangt zu haben. Man glaubt es nicht, aber der menschliche Geist ist unergründlich. Joshua ben Mirjam wollte Vieles sein, nur kein Religionsstifter. Der Mann, an dessen Krippe drei Priester des Zoroaster standen, er wollte das Judentum reformieren und von der römischen Herrschaft befreien. Spätestens am Kreuz wurde ihm klar, dass seine Mission gescheitert war. Seine Follower verließen ihn, angsterfüllt. Doch wie bei dem Gaucho lebte sein Mythos weiter. Der Glaube findet immer den erhofften Erlöser, wer immer er sei. Und wo ein Bedarf ist, gibt es Lieferanten, wie beim Rauschgift. Die Vorstellung, dass Gott seinen Sohn grausam töten lässt, um eine Schuld zu tilgen, die in der Frühzeit der Menschen entstanden sein soll, ist bestenfalls seltsam und bezeugt ein wunderliches Gottesbild.
Man kann natürlich zum abendländischen christlich jüdische Erbe kritisch eingestellt sein, und sicher hat sich die Kirche sich in vielen Zeiten nicht mit Ruhm bekleckert. Aber das man fast 2000 Jahre Kulturgeschichte in 20 Jahren ersatzlos abräumen will, geht mir sowas auf den Zeiger. Schöne Weihnachten den Autoren und Lesern
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