Henryk M. Broder / 05.02.2014 / 23:45 / 5 / Seite ausdrucken

Der Kostümjude und sein Shabbes-Goj

Gerhard Schröder musste noch am Tor zum Bundeskanzleramt rütteln und rufen: “Ich will da rein!” Es geht aber auch viel einfacher. Falls Sie unbedingt mal ins Bundeskanzleramt möchten, gehen Sie zum nächsten Kostümverleih, leihen Sie sich einen schwarzen Kaftan und den dazugehörigen Hut und erklären Sie sich zum Vertreter der “jüdischen Geistlichkeit”. Dann geht das Tor auf und Sie werden von einer Referentin empfangen, die zu blöd, zu faul oder beides auf einmal ist, um auch nur Ihren Namen zu googeln. Echt, so einfach wird man nicht mal ModeratorIn bei der “kulturzeit”. Hinterher sind alle peinlich berührt, wie so etwas passieren konnte, verweigern aber die Auskunft darüber, wer die oberschlaue Referentin ist, worüber bei dem Treffen geredet und auf wessen Empfehlung es arrangiert wurde. Lesen Sie dazu die Geschichte von Matthias Kamann aus der Welt.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass ein Vertreter der Naturei Karta, einer Sekte am psychopathologischen Rand des Judentums, es bis in eine Bundesbehörde geschafft hat. Am 27. Jänner 2010 (Holocaust-Gedenktag!) gaben die “toratreuen Juden” eine Pressekonferenz im Bundespresseamt. Auch damals war keinem aufgefallen, dass es sich um eine Handvoll Bekloppte handelte, die sich als Juden verkleidet hatten, allen voran der Pfälzer Lausbub Cabelman, an den sich viele aus seiner alten Heimat noch gut erinnern können, wo er es gerne krachen ließ, bevor er beschloss Jude zu werden und nach Antwerpen zu ziehen, um dort eine parasitäre Existenz als Kettenhund des “toratreuen doitschen” Judentums zu führen. Der Mann mit dem keck in den Nacken geschobenen Hütchen jiddelt gerne (”... hat er sich geschaffen einen Staat”) und macht aus seinem Konvertiten-Herzen keine Mördergrube. Er sagt: “Wir kritisieren den Staat Israel nicht, wir lehnen ihn grundsätzlich ab.”

Was er sonst noch zu sagen hat, wobei er sich der Hilfe eines “Shabbes-Goj” bedient, weil der Holocaust-Gedenktag 2013 auf einen Samstag fiel, können Sie hier sehen. Viel lustiger als die Augsburger Puppenkiste und garantiert nicht koscher.

Siehe auch:
http://rotefahne.eu/2014/02/antisemitismus-neues-deutschland-zensiert-artikel-ueber-rabbiner/
http://www.jpost.com/National-News/Haredi-from-anti-Zionist-Naturei-Karta-sect-charged-with-trying-to-spy-for-Iran-321751

Offizielle Erklärung des CvD im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung:
“Rabbi Yisroel David Weiss wurde am 29. Januar auf Referentenebene im Bundeskanzleramt zu einem Gespräch empfangen. Dies wurde als Begegnung mit einem Mitglied der jüdischen Geistlichkeit gesehen. Der Referentin war die Verbindung des Rabbis zu einer extremen Organisation bedauerlicherweise nicht bekannt, sonst hätte das Treffen nicht stattgefunden.” Quelle: „Ein Regierungssprecher“ (wie üblich bitte ohne Namensnennung).

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Martina Maier / 08.02.2014

@ Herrn Weber, Herr Weber, Sie sind genauso unwissend und sollten auch mal Google dazu benutzen, sich zu informieren. Rabbi Ysroel Dovid Weiss ist/war des öfteren im iranischen Fernsehen zu sehen. Googlen Sie mal den Namen in Youtube mit der Verbindung Iran. Oder geben sie Neturei Karta und Iran ein oder Holocaust Konferenz. Damals haben sich im Iran die Neturei Karta Juden, der Vertraute vom Irren, führende europäische Neo-Nazis (Horst Mahler hat man nicht Ausreisen lassen, weil man ihn den Pass abgenommen hat) in Teheran getroffen, um den Holocaust und deren Unwahrheit zu diskutieren. Für alle ist der Holocaust eine Lüge und eine Erfindung der Zionisten. Hier trifft rechtsextremes und vernichtendes Gedankengut zusammen. Die Neturei Karta Juden lehnen einen Staat Israel ab, weil das Judentum laut deren Auffassung leiden muss und in der Diaspora leben muss. Nur “religiöse” Juden sind “gute und richtige Juden”. Nur der Messias alleine ist im Stande den Juden Israel wieder zu übergeben. Da hier die Religion in den Vordergrund drängt und das Existenzrecht Israels getreten wird, sind sie äußerst beliebt, bei ihren muslimischen Nachbarn. Das geht soweit, dass die “angeblich” nicht hebräisch sprechen, weil dies eine heilige Sprache ist und die man nicht im Alltag verwendet. Ich zweifel jedoch dran, dass sie das überhaupt können. Viele orthodoxe und selbst ultra-orthodoxe Juden anderen jüdischer Gemeinschaften lehnen diese Juden ab. Sie sind eine extreme Gefahr für Israel. Übrigens geben sie sich als Juden aus, die es stark kritisieren, dass Männer mit Männern z.B. Sex machen etc. etc. etc. etc. Und Hörstel ist ein absoluter Antisemit, der auf seiner Facebookseite antisemitisches und verschwörungsheoretisches Gesocks anzieht, wie das Licht die Motten. Oder wie würden Sie jemanden bezeichnen, der das Existenzrecht Israels abstreitet? Als Israel-Liebhaber, der 3x im Jahr hinfährt und Netanjahu und die Zionisten besucht und sich mit Ihnen sich zum Kaffekränzchen trifft? Meine Frage, was man denn nun mit den Zionisten machen soll und wie für ihn die Lösung diese Problems aussieht, hat er bis heute nicht beantwortet. Er legt in seiner Antwort nur Wert darauf ein 1/16 Jude zu sein und die Ahnen seiner Frau ja Wiederstandskämpfer waren. Und erwartet doch tatsächlich eine Entschuldigung (Natürlich durch die Blume). Ich glaube es hakt bei dem. Andere Kritiker, die weiter bohren werden gesperrt. Er legt also die Nürnberger Rassengesetze als Grundlage um sich zu verteidigen, anstatt zu argumentieren, um gleichzeitig darauf hinzuweisen, dass er jüdischer Abstammung ist. Diese Leute sind pures antisemitisches Machwerk. Ekelhafter geht es gar nicht mehr. Wenn man wirklich richtig recherchiert. Sich die Videos und Aussagen ansieht, dann kommt selbst der Dümmste drauf, dass hier “angebliche” Juden mit agieren, die nicht mal hebräisch reden können. Ich habe auch, obwohl ich mich viel damit befasse, etwas gebraucht. Allerdings bin ich auch nicht Referentin. Mir wäre das nicht passiert.

Dr. Wolfgang Hintze / 06.02.2014

Leser Markus Weber schreibt am 06.02.14 an Broder gewandt u.a.: “Und ob Christoph Hörstel ein Israel-Gegner ist, wage ich zu bezweifeln. Ich kann es allerdings auch nicht so gut beurteilen wie Sie. Für mich ist er nur ein brillanter Journalist mit Rückgrat ...” Vielleicht helfen bei der Orientierung ein paar Zitate Christoph Hörstels, die er auf dem Qudstag in Berlin 2011 unter begeisterten Allahuakbar-Rufen der Zuhörer und Landkarten, die vom Mittelmeer bis Jordanien einheitlich grün gefärbt sind, verkündete (siehe Youtube) “Es liegt mir nicht an einer Vernichtung des Zionismus, sondern es liegt mir an der Überwindung des Zionismus; Deutschland sorgt in unverantwortlicher Weise für die Aufrüstung der Mörder in Tel-Aviv; Der Beschluss der Vereinten Nationen zur Teilung Palästinas war rechtswidrig, er atmet den Geist des Kolonialismus; von den Muslimen in den USA hört man nichts ...” Mindestens die letzte Bemerkung würde ich angesichts von 9/11 nicht für “brillanten Journalismus” halten.

Martin Lahnstein / 06.02.2014

Sind nicht jüdisch-theologische Bedenken gegen einen Staat Israel ernst zu nehmen? Der gewöhnliche Antisemitismus ist Unbildung und Ressentiment. Daß dieser “Kostümjude” sich mit Antisemiten (getarnten und ungetarnten) gemein macht -  das macht ihn für Israel zum Staatsfeind. Eine jüdisch-theologische Auseinandersetzung mit ihm wäre interessant. Die findet sicher auch statt. Etwas für Unbescholtene, Unverdächtige, etwas für Schriftgelehrte.

Markus Weber / 06.02.2014

Sehr geehrter Herr Broder, es fällt mir dennoch schwer, Rabbi Ysroel Dovid Weiss richtig einzuordnen. Könnte man vergleichsweise sagen, jemand im Kanzleramt wollte sich mal zur Haltung des christlichen Klerus informieren und hat den Fehler begangen, Hans Küng einzuladen? Klar, hätten er oder sie sich vorher am Internet schlau gemacht, hätten sie gewusst, dass der Papst oder Frau Kässmann representativer für die gesamte Christenheit sind - wiewohl auch nicht im Alleinbesitz des Weisheit. Und mit Benjamin Netanyahu hat das Kanzleramt doch bereits gesprochen. “Et altra pars audiatur”, wie es heisst. Und ob Christoph Hörstel ein Israel-Gegner ist, wage ich zu bezweifeln. Ich kann es allerdings auch nicht so gut beurteilen wie Sie. Für mich ist er nur ein brillanter Journalist mit Rückgrat, der falsch, kontraproduktiv und regelwidrig nennt, wovon er zu wissen glaubt oder sich erschlossen hat, dass es falsch, kontraproduktiv oder regelwidrig ist. Er ist damit befasst, die Kriegstreiberei und die Verlogenheit des Westens aufzudecken. Eigentlich doch eine ehrenvolle Sache. Nicht?

Frank Heinze / 06.02.2014

Das sind die Typen, die Geschlechtertrennung in öffentlichen Verkehrsmitteln fordern, Mädchen auf dem Schulweg anspucken, Frauen verschleiern und Yad Vashem beschmieren. Ausserdem leben sie prächtig von den Steuergeldern der arbeitenden Israelis. Die Brüder dieser Ultra-Orthodoxen unter Oberrabbiner Metzger waren im Bundestag, um Werbung für die Legalisierung der Genitalverstümmelung bei männlichen Kindern zu machen. Hat auch funktioniert.

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