Wolfgang Röhl / 09.07.2013 / 09:50 / 6 / Seite ausdrucken

Der Klimabär steppt. Jetzt buchen!

Sie haben Kinder bzw. kennen welche, die dringend aufgeklärt werden müssen? Aufgeklärt über den Klimawandel, natürlich? Dann überlassen Sie den Job bitte nicht allein öffentlich-rechtlichen KIKA-Redakteuren oder Kita-Erzieherinnen mit grünem Parteibuch. Die können nicht jedes Kinderhirn betrichtern. Rufen Sie jetzt Kerstin Landwehr an! Die Kerstin „wurde 1972 geboren, hat Germanistik studiert und ihr Volontariat in einem Buchverlag gemacht“, teilt der „Draksal-Fachverlag aus Leipzig mit. Was manche Frauen halt so machen, wenn gerade keine Stelle als Lufthansa-Pilotin, Systemanalytikerin oder Maschinenbauingenieurin frei ist. Was mit Büchern eben: „Sich Geschichten auszudenken ist das, was sie am liebsten tut.“

Beim Geschichten ausdenken eröffnete sich für Kerstin genug Fachwissen, um fortan als „Klimabotschafterin“ (Draksal) unseren Jüngsten kindgerecht verklickern zu können, „was Treibhauseffekt und Nachhaltigkeit eigentlich bedeuten“. Und weil der Klimawandel zum Germanistikstudium gehört wie der Fisch aufs Fahrrad, kann Kerstin den Kindern die Zusammenhänge wunderbarerweise „ganz einfach“ zu erklären:

„Eisbär Fritz ist in Not und Schuld ist der Klimawandel. Er treibt auf einer schmelzenden Scholle vor Grönland. Der Wal Peter Pott und die Möwe Lasse machen sich sofort auf den Weg, um ihn zu retten. Werden sie rechtzeitig da sein?“

Das allerdings ist die Frage! Denn auf dem Weg zur schmelzenden Scholle lauern ihnen bestimmt Anton Atomkraft und Otto Ölmulti auf, zwei skrupellose Riesenkraken. In deren Sold steht Karl Klimaleugner, die fiese Gerüchteratte. Sie behauptet frech, dem armen Fritz ginge gar nicht so schlecht. (Zugegeben, um das Ganze noch kindgerechter aufzupeppen, habe ich mir den letzten Handlungsstrang ausgedacht. Kerstin darf ihn gerne kostenfrei übernehmen!)

Apropos Kosten, liebe Eltern: Für nur 400 Euro plus Spesen kommt die Kerstin zusammen mit Eisbär Fritz (ihr Sidekick im sympathischen Knuddelbärenkostüm) in die Buchhandlung Ihres Vertrauens zu „einer spannenden Abenteuerlesung“. Die Expertin erklärt dort „kindgerecht den Klimawandel und dessen Auswirkungen auf unsere Erde“. Sie macht also praktisch dasselbe, bloß lustiger, was auch der Hans Joachim und der Stefan vom „Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung“ machen. Ihre nunmehr aufgeklärten Kinder, liebe Leser, können anschließend zwecks Vertiefung des Wissens um die Klimakatastrophe Kerstins spannendes Buch „Alarm im Polarmeer“ erwerben (nur 17,95 Euro).

Kerstins engagiertes Wirken zeigt ganz nebenbei: Storys vom Klimawandel schaffen Arbeitsplätze. Sogar für Germanisten, die es ansonsten selten weit bringen.
http://www.expertenwissen-fuer-alle.de/fileadmin/user_upload/verlag/images/Eisbaer-Fritz-Veranstaltung_Alarm-im-Polarmmer.pdf

(Dank für den Hinweis an Bernhard D.)

 

 


 

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Leserpost

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Christian Coulin / 10.07.2013

Sehr geehrter Herr Röhl, zu Ihrem Kriterium Fachwissen: Ihr achgut-Mitautor und Klimawandelexperte Benny Peiser (http://lifeboat.com/ex/bios.benny.j.peiser), studierte Politikwissenschaft, Anglistik und Sportwissenschaft an der Universität Frankfurt und wurde 1993 von derselben promoviert mit einer Untersuchung der historischen, archäologischen und naturgeschichtlichen Probleme der griechischen Achsenzeit am Beispiel der antiken Olympischen Spiele. Bis zum Juli 2010 lehrte er an der Fakultät für Sport- und Trainingswissenschaften der Liverpool John Moores University. Das steht in http://de.wikipedia.org/wiki/Benny_Peiser. In der Annahme, daß wikipedia stimmt: Gehören Anglistik, Politikwissenschaft und Sportwissenschaft nicht auch “wie der Fisch aufs Fahrrad”? Mit vorzüglicher Hochachtung Christian Coulin

Karsten Dahlmanns / 09.07.2013

Erfrischend wäre es, die Dame darauf aufmerksam zu machen, daß ihre doppelplusübergutmenschliche Geschichte nicht hinreichend durchgegendert ist. Fritz der Eisbär, Peter der Pottwal, Lasse der Möwerich - alles Kerle. Wie unreflektiert…    

Kai Pfeiffer / 09.07.2013

Das erinnert doch ganz fatal an die frühere Atomtechnik-Expertin Gudrun Pausewang, die auch gaaaanz doll den Erklärbär machen konnte, was neulich im Kernkraftwerk so alles passiert ist, ähm, passieren konnte gewesen sein oder so. Irgendwie überhaupt nicht verwunderlich, dass die übelsten Kinder-Verführer immer aus der Ecke ökologischer Dogmen stammen, oder? Wie schrieb der gute Immanuel Kant so schön “Habe den Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen”. Das schließt m.E. die Indoktrination von Kinder aus.

Gerhard Sponsel Lemvig / 09.07.2013

Das ich nicht lache! Von wegen den letzten Handlungsstrang selber ausgedacht! Eins zu eins aus dem Wahlprogramm der Blockparteien vom Berliner Reichstag abgeschrieben. Gerhard Sponsel

Hans Meier / 09.07.2013

Die zusätzlichen zig Milliarden an deutschen Stromkosten sind völliger Blödsinn, weil sie insgesamt einen wirtschaftlichen Gesamtschaden für Land und Leute verursachen. Dieses weltweit einzigartig selten dumme Vorgehen wird aber von den Medien wegen den Werbeeinnahmen, den Pseudo-Wissenschaftlern wegen der Fördergelder und den Gierhälsen die an dem unwirtschaftlichen Öko-Unfug Rendite machen wollen, dreist als klug beschworen, obwohl alle Unternehmen und Anleger dieser Branche natürlich nur Geld vernichten. In green-modischer Öko-Starrsinnigkeit zu glauben, mit zusätzlichen und teuren Anlagen die nur je nach Wetterlage funktionieren, für die außerdem noch neue Netze benötigt werden, könne man bei allem Mehraufwand einen Erfolg erzielen, bleibt frei von jeder Logik, eine Spielwiese für üble Scharlatane, die für die paar Silberlinge einer Rendite, den gesunden Menschenverstand, die Nachbarn und die Perspektive für ihr Land verkaufen.

Jürgen Seeholzer / 09.07.2013

Bei einem solchen Netzwerk an grün-roten Anhänger, Erziehern, Lehrern, Schriftstellern etc. braucht die BRD weder eine Stasi noch eine politische, staatliche Volkserziehung wie in der DDR. Das erledigen schon die etlichen, verblendeten Privatleute freiwillig!

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