Werden Fische durch die Klimaerwärmung nun größer oder kleiner?
Fast jeden Sommer tauchen aus den Untiefen unserer Gewässer Tiere auf, die zuweilen wochenlang durch die Medien vagabundieren. Das liegt einerseits daran, dass mit fortscheitendem Sommer das Nachrichtenaufkommen immer dünner wird, um schließlich im „Sommerloch“ fast ganz zu versiegen. Andererseits wagen sich nach Abkühlung suchende Menschen in Regionen vor, in denen sie nach Auffassung wassergebundener Geschöpfe nichts zu suchen haben.
Dann kommt es zuweilen zu unliebsamen Begegnungen der Dritten Art. 2009 war es eine beißlustige Schnappschildkröte, die sich so angriffslustig zeigte, dass sie von Beamten der Duisburger Polizei sistiert werden musste. Schildkröte greift Menschen an: Polizei-Einsatz!, sechs Jahre zuvor „Kuno, der Killerwels“, der ebenfalls in Nordrhein-Westfalen sein Unwesen trieb und einen Rauhaardackel verschluckt haben soll. Haie gibt es in unseren Breiten glücklicherweise nicht, sie versetzen aber regelmäßig „Badende“ an Australiens Küsten in Angst und Schrecken.
Der jüngste Fall einer inländischen Attacke: Nordrhein-Westfalen – Wels beißt Badegäste und wird erschossen | tagesschau.de ereignete sich am Brombachsee, einem Teil der von Menschenhand geschaffenen fränkischen Seenplatte südlich von Nürnberg. Dort verletzte am vergangenen Wochenende ein dem Vernehmen nach zwei Meter langer Wels fünf Badegäste. Gekocht im Wurzelsud macht sich ein Waller nicht nur harmlos, sondern auch sehr schmackhaft aus. Doch wenn er einem in seinem ursprünglichen Element begegnet und es sich noch dazu um ein Muttertier handelt, das sein Nest bewacht, kann er schmerzhaft zupacken.
Zweifel an der Welterklärungsthese
Die Deutsche Presse-Agentur war natürlich auf den Fall aufmerksam geworden und hatte mustergültig recherchiert. Beim Wels handele es sich um einen im Süßwasser lebenden Fisch, einen gefräßigen Räuber, der „fast alles frisst, was er bewältigen kann“. Üblicherweise ernähre er sich unter anderem von Fröschen und Krebsen, verschmähe aber „bei geeigneter Größe“ auch Enten und Tauben nicht. In den vergangenen Jahren sei immer wieder über enorme Exemplare berichtet worden. Grund sei – Tusch! – die Erderwärmung, die sich positiv auf das Wachstum wärmeliebender Fischarten wie der Welse auswirke. „Denn wärmeres Wasser beschleunigt den Stoffwechsel und die Nahrungsaufnahme.“
Diese namenslosen „Experten“ zugeschrieben Aussage widerspricht indes der Alltagserfahrung, wonach bei steigenden Temperaturen der Drang zu körperlicher Betätigung und Nahrungsaufnahme zunehmend erlahmt. Wenn das Thermometer mehr als 30 Grad anzeigt, ist an den Verzehr von ganzen Enten oder Tauben nicht mehr zu denken, von einem Rauhaardackel ganz zu schweigen. Das ist auch der Grund dafür, warum die Spanier den halben Tag bewegungslos herumdösen, was sich „Siesta“ nennt, und erst um Mitternacht zur Nahrungsaufnahme schreiten.
Insofern könnte man an der Welterklärungsthese „Klimawandel“ gewisse Zweifel hegen, jedenfalls was die Größe von Welsen respektive Wallern anbelangt. In der Tat scheint es nämlich genau andersherum zu sein: Eine Erwärmung des sie umgebenden Wassers lässt Fisch nicht schneller, sondern langsamer wachsen, wie laut „Stern“ ein gewisser Timothy Clark, außerordentlicher Professor für Ökophysiologie der Tiere an der Deakin Universität in Australien, herausgefunden haben will. „Der Stoffwechsel der Fische nimmt zwar mit der Erwärmung des Wassers zu, aber wir haben festgestellt, dass die Kiemen ausreichend wachsen, um mit dem erhöhten Sauerstoffbedarf Schritt zu halten, wenn die Fische größer werden“.
Dem australischen Wissenschaftler und seinem Team zufolge müsse das verringerte Wachstum also einen anderen Grund haben. Fische wachsen ihren Beobachtungen zufolge in wärmerem Wasser schneller und erreichen in früherem Alter und bei geringerer Körpergröße die Geschlechtsreife. „Es ist möglich, dass die Fische, sobald sie mit der Fortpflanzung beginnen, ihre Energie eher in die Fortpflanzung als in weiteres Wachstum stecken“, so der Forscher. Offenbar hat sich der Waller im Brombachsee aber nicht an diese These gehalten, weil er sich mit seinen stattlichen zwei Metern Körpergröße trotzdem fürsorglich um seinen Nachwuchs kümmerte.
Schwer zu entscheiden, wer nun recht hat: Mister Clark oder dpa. Auf jeden Fall lesen wir, dass der übergriffige Wels „entnommen“ worden sei, ein Euphemismus für Abschießen oder Totschlagen, der auch gerne bei Bären, Wölfen und Bibern Verwendung findet, die sich anders verhalten, als Menschen es gerne hätten. Leider neigen allzu große Fisch dazu, auf dem Teller einen etwas muffigen Geschmack zu offenbaren. Ansonsten macht ein gedünsteter Waller eine sehr gute Figur – kulinarisch, wenn man ihn beispielsweise mit einer Beurre blanc serviert. Schnappschildkröten sind für den menschlichen Verzehr eher ungeeignet.
Georg Etscheit schreibt auch für www.aufgegessen.info, den von ihm mit gegründeten gastrosophischen Blog für freien Genuss.
Beitragsbild: Pixabay

Da war der Wels aber unvorsichtig und hätte nur untertauchen müssen. Kugeln verlieren im Wasser sehr schnell ihre Schlagkraft und sind dann meist harmlos. Hollywoodfilme, in denen Menschen unter Wasser von Kugeln getötet werden (z.B. Saving Private Ryan) sind demnach Schwachsinn.
Ich habe im Sommer 1986 am Stadtrand von Wladimir „картошки чернобыльные“ angeboten bekommen. Der Anbieter zeigte mit den Händen etwas so groß, wie ein Medizinball und dabei grinste er schräg. Mit Deutschen war man damals sehr offen, weil die sich vor Atom fürchten, das wusste man sogar östlich von Moskau. Ich habe dankend abgelehnt. Da wurde das Grinsen noch breiter.
Und morgen kippt das Mittelmeer um.
Geht der auch ins Hallenbad?
Immer schön alles abknallen (sofern wehrlos) und dann stolz in die Kamera grinsen. Seine Brut gegen die Partyszene zu verteidigen, was erlauben Wels. Der kriegt kurzerhand eins übergebrannt, aber nicht stilvoll mit der PPK wie 007 es tat, Sam L. Da haben die Ninja Hero Turtles schwerere Artillerie einstecken. In dem Fall wünsche ich den PETA-Aktivisten Glück auf.
@T. Schmidt-Eichhorn: Genau. Psytrance verbieten…
Der natürlich mebschengemachte Klimawandel ist dir Ursache jedweden Ungemachs! Egal ob Hitze, Kälte, Trockenheit, Dauerregen, Erdbeben oder Vulkanausbrüche. Alles liegt letztlich am CO2.
Warum nicht also nicht auch Zwerg- und Riesenwuchs bei Fischen?
Das wäre doch nur logischer „Doublethink“ wie in „1984“!
Befremdlich finde ich als Zuagraster Ausländer nur, dass der Brombachsee in NRW sein soll.