Anabel Schunke / 13.05.2019 / 06:05 / Foto: peronimo / 115 / Seite ausdrucken

Der Kevin, der Kapitalismus – und die Gerechtigkeit

Kevin Kühnert hat etwas geschafft, was seinen Parteikollegen schon lange nicht mehr gelungen ist. Tagelang wurde in Deutschland über nichts anderes so leidenschaftlich diskutiert wie über Kühnerts postpubertäre Sozialismus-Fantasien. Dass die Dutschke-für-Arme-Thesen in den deutschen Medien tatsächlich ernsthaft und intensiv diskutiert wurden, verrät weniger über die ohnehin bekannten linksradikalen Abgründe der Jusos als über das intellektuelle Niveau eines Großteils der deutschen Journalisten.

Dass dem Einen oder Anderen angesichts von Kevins DDR-Träumen ordentlich einer abging, wird vor allem bei der ZEIT deutlich. Ingesamt fünf ZEIT-Autoren arbeiten sich in den ersten vier Tagen in vier Kommentaren am Thema ab. Gegenstimmen sucht man vergebens. Selbst für die ZEIT ein beachtlicher Wert auf der nach oben offenen Skala für einseitige Berichterstattung der sogenannten Qualitätsmedien. „Endlich wieder Utopien“ heißt es da etwa von Katharina Schuler, die die Diskussion über Gegenmodelle zum Kapitalismus für eine völlig neue Idee hält. Auch die Autoren Jurik Casper Iser und Marcus Gatzke wittern die Chance für eine Grundsatz-Diskussion über die Auswüchse des Kapitalismus. Und Mely Kiyak träumt gleich von einem großen Deutschlandgespräch über die Frage, wie wir künftig leben wollen.

Sie alle eint die Behauptung, dass eine Debatte über „alternative Wirtschaftsformen“ eine per se progressive, die Gesellschaft voranbringende Idee sei. Wo man sich sonst über tatsächliche Redetabus in Deutschland ausschweigt oder sogar weitere aufbauen will, sehnt man nun den vermeintlichen Tabubruch herbei – was angesichts der Tatsache, dass es kaum einen gratismutigeren, pseudo-intellektuelleren Debatten-Move als die Kapitalismuskritik in Deutschland gibt, besonders lächerlich erscheint.

Welche Wirtschaftsformen man außer dem Sozialismus dabei noch meint, darüber schweigen sich die Autoren ohnehin aus. Und überhaupt wirkt das ganze nebulöse Gequatsche über „andere Wirtschaftsformen“, weil der Sozialismus bis jetzt (leider) irgendwie nicht so richtig funktioniert hat, wie ein halbherziges Feigenblatt linker Journalisten, denen bewusst ist, dass die Zeit für ein offensives Sozialismus-Plädoyer noch nicht reif ist. 

Und dennoch: Vielleicht hat Mely Kiyak gar nicht so unrecht. Also, wenn wir die Frage, wie wir künftig leben wollen, nicht unbedingt auf die venezolanischen Träume Kühnerts und vieler deutscher Journalisten beziehen, sondern einmal ganz grundsätzlich in den Raum stellen. 

Ein Gespräch, das längst überfällig ist

Denn ja, ich finde auch, dass ein Gespräch darüber, wie wir hier künftig miteinander leben wollen und wie gerecht es in diesem Land noch zugeht, längst überfällig ist. Eigentlich hätte man genau dieses Gespräch schon viel früher führen sollen. Beispielsweise, als man realisierte, dass die türkischen Gastarbeiter größtenteils nicht mehr gehen werden. Oder als in den 1980er und 1990er Jahren die Einwanderung der sogenannten libanesischen Clans über das schon damals dysfunktionale Asylsystem erfolgte. Allerspätestens hätte man ein solches Gespräch aber 2015 führen müssen, als Angela Merkel mit ihrer unkontrollierten „Grenzöffnung“ beschloss, dieses Land für immer und ewig bis zur Unkenntlichkeit zu verändern. Als die Kölner Silvesternacht uns erschütterte oder immer dann, wenn ein junger Asylbewerber zu Protokoll gibt, dass sein Mordopfer doch „nur ein Mädchen“ oder „nur eine Frau“ war. Wenn Obdachlose angezündet oder ins Koma getreten werden, ja, dann sollten wir uns auch abseits von „alternativen Wirtschaftsformen“ einmal fragen, wie wir hier künftig miteinander leben wollen. 

Unmut, der nicht geäußert werden darf, weil er angeblich nicht politisch korrekt ist, verschwindet nicht. Er potenziert sich und sucht sich andere Ventile. Das Entstehen alternativer Medien und Diskussionsplattformen sowie der Aufstieg einer nach dem Ausstieg Luckes schon fast totgesagten AfD war, entgegen der Meinung vieler linker Apokalyptiker, kein Zeichen für das bevorstehende Vierte Reich, sondern dafür, dass unsere Demokratie trotz aller politisch korrekten Widrigkeiten immer noch recht gut funktioniert. Immerhin ist auch die Wahl der AfD immer noch ein demokratisches Mittel, seinen Unmut gegenüber der aktuellen Regierung und bestehenden Parteien kundzutun. Die Alternative bestünde darin, sich direkt mit dem politischen Gegner auf der Straße zu prügeln. 

Dennoch reden wir immer noch nicht so offen über die Ursachen dieses Unmutes, wie wir es müssten. Lieber ergießt man sich in Nonsens-Debatten über das Oxymoron des „demokratischen Sozialismus“. Dabei hat Kühnert nicht unrecht, wenn er eine mangelnde Gerechtigkeit in Deutschland beklagt. 

„426 Flüchtlinge in Köln erhalten private Wohnung“ ist beispielsweise eine Meldung, die sich hervorragend für eine Diskussion über Gerechtigkeit eignet, wenn man bedenkt, dass der Steuerzahler gerade in Köln gerne einmal mit hundert anderen Interessenten um eine Wohnung konkurriert. Bezahlbarer Wohnraum ist etwas, worüber wir dringend im Zuge einer Gerechtigkeits-Debatte diskutieren sollten. Aber bitte ohne sozialistische Fantasien über Enteignungen. 

Wir sollten darüber reden, dass der Zuzug von zwei Millionen weiteren Menschen die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt zwar nicht allein verursacht, aber auch nicht besser gemacht hat. Darüber, wie ungleich die Chancen für bezahlbaren Wohnraum zwischen Alimentierten und Arbeitnehmern sind, wenn beispielsweise die Stadt Freiburg auf ihrer offiziellen Homepage für Vermietungen an Flüchtlinge wirbt, da man damit „Gutes tun und Mietausfälle verhindern“ würde. Auch für durch die Mieter entstandene Schäden stünde die Stadt, respektive der Steuerzahler, gerade. Wow. Da kann der normale Arbeitnehmer einpacken. Genau wie bei der Frage, wie er angesichts der Mietpreisexplosion in vielen Städten überhaupt noch seine Miete zahlen soll. Denn während der Staat, dank üppiger Steuereinahmen, einfach beschließt, das Wohngeld für Hartz4-Empfänger anzuheben, gestalten sich die Verhandlungen mit dem Arbeitgeber über ein höheres Gehalt für die Miete beim Arbeitnehmer bisweilen schwieriger. 

Nicht in einer Notlage stecken, sondern keinen Bock haben

Ebenso verhält es sich bei jenen, die die Schulbücher für ihre Kinder selbst zahlen müssen und auch nicht die Möglichkeit haben, sich mit Prozesskostenhilfe durch alle Instanzen zu klagen. Wer für sein Einkommen selbst aufkommt, ist in diesem Staat schon lange der Dumme

Ja, wenn wir über Gerechtigkeit reden, sollten wir darüber sprechen, dass die heutige deutsche Gesellschaft weder etwas mit dem herbeihalluzinierten Kapitalismus Kühnerts und emsiger Journalisten zu tun hat noch mit der Sozialen Marktwirtschaft nach Ludwig Erhard. Dass wir hier längst nicht mehr über die richtige und wichtige Absicherung von Alten, Kranken, Kurzzeit-Arbeitslosen und die Versorgung von Obdachlosen mit dem Nötigsten sprechen, sondern von einem System, das in immer stärkerem Maße vor allem jene Alimentierten bevorteilt, die eben nicht in einer Notlage stecken, sondern schlichtweg keinen Bock haben. Ein System, das die wirklich Schwachen ohne Lobby vergessen und die Mittelschicht zur Melkkuh degradiert hat. Eine Melkkuh, die seit Jahren nicht die geringste Gegenleistung in Form von dringenden Investitionen in Bildung und Infrastruktur sowie Steuererleichterungen erhält.

Das hat freilich viel mit den Deutschen selbst zu tun, die in ihrer unendlichen Staatsgläubigkeit noch immer nicht realisiert haben, dass die Brotkrumen, die ihnen der Staat hinwirft, nichts im Vergleich zum Kuchen sind, den sie sich leisten könnten, wenn man ihnen einfach weniger wegnehmen würde. Von jedem Euro, den sie verdienen, geben sie mindestens 50 Cent ab und freuen sich, wenn sie am Ende einen Cent davon zurückbekommen. Das ist unendlich dämlich. Aber bei einer Gesellschaft, in der die Grünen auf 20 Prozent kommen, auch nicht weiter verwunderlich. 

Der Rest des Geldes geht an andere. In immer stärkerem Maße nicht mehr an jene, für die das soziale Sicherungsnetz einmal gedacht war, sondern an jene, die nie auch nur einen Cent in dieses System eingezahlt haben. An Deutsche, die niemals in ihrem Leben gearbeitet haben und an Migranten, die schnell merken, dass sich in Deutschland – außer dem Hartz4-Empfänger – kein Schwein sechs Kinder leisten kann. Oder eben 13, wie im Fall von Abboud, der gerne Deutscher werden würde. Schon gar nicht, wenn man noch dazu, wie ein Großteil der Asylbewerber, kaum die nötige Qualifizierung für den deutschen Arbeitsmarkt besitzt. Nein, nicht der Asylbewerber ist das ärmste Schwein hierzulande. Nicht einmal der einheimische Hartz4-Empfänger, der sich nicht wehrt. Es ist die Mittelschicht, der in Sachen Steuersenkungen auch für dieses Jahr bereits eine klare Absage von der Regierung erteilt wurde.

Überbordenden Minderheiten-Lobbyismus

Das liegt an einem überbordenden Minderheiten-Lobbyismus, der dafür gesorgt hat, dass vor allem Mode-Diskriminierte wie Transgender oder muslimische Migranten eine breite Lobby hinter sich wissen, die sich für ihre Belange einsetzt, während die autochthone, heterosexuelle Mehrheit oder weniger coole Minderheiten wie Obdachlose allenfalls ein müdes Schulterzucken bei fleißigen Helfern hervorrufen.

Mehrheit ist eben nicht cool. Mit Mehrheiten-Politik lässt sich in der wohlstandsverwahrlosten westlichen Gesellschaft, die so unbedingt hip und divers und tolerant sein will, kein positives mediales Echo verbuchen. Mehrheit ist irgendwie miefig und piefig und wenig progressiv. So ein bisschen konservativ-verstaubt und damit auch irgendwie wieder nazi. Also bei Deutschen jetzt. Nicht bei Muslimen. Auch nicht bei Muslimen, die mehrere Ehefrauen mit Kopftuch haben, wie der bereits erwähnte Abboud oder auch Ahmad aus Syrien.

Aber auch hier gilt: Nur weil die Mehrheit keine eigene Lobby hat, die diese Ungerechtigkeiten für sie bündelt und anprangert, heißt es nicht, dass sie nicht existieren und dass die Wut ob dieser empfundenen Ungerechtigkeit nicht wächst. 51 Prozent der Deutschen haben Vorbehalte gegenüber Asylbewerbern. #SieSindMehr und nicht diejenigen, die wegen eines Gratis-Konzerts und erfundener Hetzjagden nach Chemnitz reisen. Sie haben diese Vorbehalte nicht, weil sie Nazis oder Rassisten sind, sondern weil sie merken, dass in diesem Land in immer stärkerem Maße nur noch andere auf ihre Kosten „gut und gerne“ leben.

Eine Politik, die vergessen hat

Nicht der „böse Kapitalismus“ gefährdet also den sozialen Frieden. Nicht die "bösen Rechtspopulisten“, sondern eine Politik, die vergessen hat, wer den Laden hier am Laufen hält. Deren Undankbarkeit gegenüber ihren Leistungsträgern sich nicht nur in mangelnder Wertschätzung in Form von politischen Zugeständnissen gegenüber der Mittelschicht äußert, sondern vor allem auch in der seit Jahren stattfindenden – und von den Medien größtenteils protegierten – Beschimpfung von Teilen dieser tragenden Mittelschicht als Wutbürger, Abgehängte, Nazis und Co. 

Sie sind es, deren geballte Faust in der Tasche und wütende Kommentare im Netz bis jetzt der einzig sichtbare Protest ist. Die trotz aller Wut jeden Tag früh aufstehen und zur Arbeit laufen, weil sie Rechnungen bezahlen müssen und den Anstand besitzen, nicht von anderer Leute Geld leben zu wollen. Die brav ihre Strafzettel und GEZ bezahlen, weil die deutsche Justiz zumindest noch auf sie Eindruck macht. Weil sie im Gegensatz zu anderen etwas zu verlieren haben. Eine bürgerliche Existenz. Einen Status, der in der Leistungsgesellschaft etwas wert ist, nicht aber in einem Land, in dem dieses Prinzip von einem aus dem Ruder gelaufenen Sozialstaat unterminiert wird. In das mehrheitlich fast ausschließlich Menschen einwandern, die weder das Konzept des Sozialstaates noch der bürgerlichen Existenz verstehen und wertschätzen. 

Eine solche Politik, die das Leistungsprinzip aushebelt und damit die bürgerliche Existenz als Anreiz und Motivation für den Bürger vernichtet, zerstört nicht nur die Grundlage für den sozialen Frieden innerhalb der Gesellschaft, sondern auch ihren wirtschaftlichen Erfolg und damit die Grundvoraussetzung für die Politik, überhaupt Geld umverteilen zu können. Auch die Vermögenden und die Mitte sind nur so lange zu schröpfen, wie es Vermögende und Mitte gibt. Am Ende – wir wissen es – sind im Sozialismus alle gleich arm. Vorausgesetzt, die Mauer, die eine Abwanderung von Vermögenden und Mitte verhindert, wurde schnell genug errichtet. 

Es wird klar: Wir sind bereits viel näher an Kevins sozialistischen Träumen, als wir denken. Das Schöne ist: Der Ausgang ist bereits bekannt. Rette sich, wer kann! 

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Michael Sachs / 13.05.2019

Der Fehler den wir alle gemacht haben ist die Tatsache das wir extrem naiv in die Wiedervereinigung getaumelt sind, voran Herr Kohl, wir dachten wir hätten die DDR abgewickelt, dieser Glaube war unser größter Irrtum, wirtschaftlich also äußerlich haben wir die DDR abgewickelt, politisch haben die uns abgewickelt. Wir hatten den Irrglauben das der Kommunismus besiegt ist, eine Lachnummer, wenn wir eine Exkommunistin zur Kanzlerin wählen dann dürfen wir uns nicht beschweren das unser Land in den Sozialismus/Kommunismus abtriftet. Seit der französischen Revolution lauert der Kommunismus auf seine Weltherrschaft, Pariser Kommune ist weltberühmt, überall versucht der Sozialismus Fuß zu fassen jetzt sogar in Amerika mit den Linken Demokraten, China, Rußland, Brasilien, Venezuela, Simbabwe, überall lauert der Sozialismus, dort wo die Leute verarmen dadurch das sie in diesem Kapitalistischen System nicht mithalten können, hat der Sozialismus ganz große Chancen zu übernehmen, auch in Deutschland, wir haben diesen Marx ja hofiert u. gepflegt, die Diktatur des Proletariats. Der Kapitalismus hat sich an ihm gerächt er war immer bitterarm u. ist auch so gestorben. Selbst sein Sohn nannte ihn Teufel. In der 68er Zeit war für Deutschland eine Gehirnwäsche, ausgehend von Hitler, damals waren alle Intellektuellen u. Philosophen Links, alle, ich auch wir waren glühende Verehrer von Che Guevara, Castro, ganz Südamerika war Links, die RAF hat Mao Bibeln verteilt u. Ho Ho Ho TschiMinh gebrüllt, Herr Fischer hat selbst Steine geschmissen, die Tatwaffe eine Pistole lag in seinem Auto, es ging darum den amerikanischen Kapitalismus zu bekämpfen u. was macht Herr Fischer heute, er ist selbst Kapitalist, auch der rote Schröder, setzt die Arbeiter auf Hartz 4 selbst schiebt er sich aber die Millionen hinten rein, das sind die richtigen Sozialisten, ein Kevin Künert ist aus dem selben Holz geschnitzt, das die Deutschen das alles nicht sehen ist unglaublich, einfach nur dumm.

H.Milde / 13.05.2019

Ich frage mich, wann wohl die ersten, vom Kollektiv betriebenen Korrektureinrichtungen für rechte, verblendete BundesSteuerzahler- vulgo Kartoffeln- iS der Komintern 2.0 eingeweiht werden? Werden dann ungelernte, berufslebendistanzierte BundesTags-Vizepräsidenten*innen*diverse, oa. Haltungs-Politiker á la Kev*in*divers die Grundsteinlegungen machen, die €uropa-Kanzlerin, ua submissierende Bestmenschen, die weiblichen kopfbetucht natürlich, die Einweihungen vornehmen, und dabei die einzig wahrglaubenden Freunde des demokratischen Sozialisms/Komintern 2.0 gleich mit zu ehren?

H.Roth / 13.05.2019

Was die Sozialisten unter sozialer Gerechtigkeit verstehen, kann ich an einem einfachen Beispiel zeigen, das ich einmal erlebt habe. Wir lebten in einem Dorf in Südosteuropa, das einen hohen Anteil einer bestimmten Ethnie hatte. Diese Menschen fanden es ganz normal, vor meiner Tür zu erscheinen, und um diverse Dinge zu bitten. Sogar um Salat aus unserem mühsam gepflegten Garten, während ihre eigenen Gärten verwahrlosten. Ihr Verständnis war: Du hast etwas, ich habe nichts, also musst du teilen. Genau das ist das Grundprinzip des Sozialismus. Das “Warum” spielt keine Rolle. Der eine arbeitet, um zu leben, der Sozialist will erstens nur ernten und zweitens auch noch bestimmen, wie geteilt wird. Das ist sein Verständnis von Gerechtigkeit.

Christian Wismuth / 13.05.2019

“Das Entstehen alternativer Medien und Diskussionsplattformen sowie der Aufstieg einer nach dem Ausstieg Luckes schon fast totgesagten AfD war, entgegen der Meinung vieler linker Apokalyptiker, kein Zeichen für das bevorstehende Vierte Reich, sondern dafür, dass unsere Demokratie trotz aller politisch korrekten Widrigkeiten immer noch recht gut funktioniert.” - Ähm, WHAT?! Haben Sie gelesen, was Sie sonst noch geschrieben haben? Wenn das, was wir haben, etwas ist, das gut funktioniert, wie sieht dann etwas aus, das schlecht funktioniert? Können Sie mir auch nur eine Diktatur nennen, die zum Beispiel mittels Replacement-Migration ihre eigene Bevölkerung durch Menschen ersetzt, die sich vor allem durch höhere Kriminalität und niedrigere Fähigkeiten zum Gelderwerb auszeichnen? Oder die einen der anderen von Ihnen genannten Punkte implementiert? Wieso drehen die Medien - und damit meine ich Sie, Frau Schunke - jeden Pups, der aus der Bevölkerung kommt, so, dass daraus ein Loblied auf “die Demokratie” wird? Unmutsäußerungen seitens der Bevölkerung gab es schon im Mittelalter, und die Chance, dass ein Feudalherrscher sich derer annahm, war höher, als es jetzt der Fall ist. Wie kann man aus einer Situation des Niedergangs, den ein demokratisches System verursacht hat, ein Loblied auf die Demokratie spinnen, nur deshalb, weil es Unmutsäußerungen gibt? Das ist, als würde man aus dem Spartacus-Aufstand ein Loblied auf die römische Sklaverei spinnen, oder wegen einem Aufstand der Leibeigenen des Mittelsalters ein Loblied auf die Leibeigenschaft. - “Lieber ergießt man sich in Nonsens-Debatten über das Oxymoron des demokratischen Sozialismus” - Da ist kein Widerspruch. Lesen Sie mal etwas über die Staatstheorie der Aufklärung. Demokratie war, selbst für Rousseau, eine Art weicher Sozialismus, der nur im Kleinen funktioniert. Und für Marx war Demokratie sogar eine Vorstufe des Sozialismus. Die Monarchie war kapitalistischer als die Demokratie ist.

Alexander Rostert / 13.05.2019

Ich lese hier immer das Wort “Mehrheit”.  Diejenigen, die hierzulande dem Staat, den Sozialkassen, der Gesellschaft unterm Strich mehr einbringen, als sie und ihre Familie die Allgemeinheit anteilig kosten, sind ganz gewiss eine Minderheit, und zwar eine nicht allzu weit vom einstelligen Prozentbereich entfernte Minderheit. Der Zustand wird als “Solidarität” verpackt und damit zur moralischen Bürgerpflicht erklärt, tatsächlich handelt es sich um einseitige Dauersubventionen ohne Aussicht, wenn einen selbst einmal eine Notlage trifft, jemals von Empfängerseite eine entsprechende Gegenleistung erwarten zu können - also das, was “Solidarität” eigentlich bedeutet: Eine Versicherung auf Gegenseitigkeit. Wen wundert es, dass die Zahlungsbereitschaft der ewigen Zahler allmählich unter den Gefrierpunkt absinkt?

Michael Hinz / 13.05.2019

@Martin Stumpp @all “Aber leider muss man konstatieren, dass die Mittelschicht noch immer nicht verstanden hat, dass es um ihre Existenz geht, denn noch immer wählen sie Parteien, die sich ihre Vernichtung auf die Fahnen geschrieben hat.” Postscriptum Diktatur und Vernichtung: Eine “richtige” Diktatur zeichnet sich in 1. Linie durch Bestandssicherung aus, sie will fortbestehen um JEDEN Preis (“Tausendjähriges Reich”, Stasi und Revolutionswächter sollten/sollen das leisten.) Diktaturen rüsteten die Armee auf bis zum-geht-nicht-mehr; sie verfogten Kriminelle mit äußerster Brutalität und Härte. Kinder wurden in der Schule und beim Sport bis zum Anschlag gedrillt. Nichts von alldem heute, beziehungsweise überall das Gegenteil davon. Die erste kommende Diktatur, die von der ersten Sekunde an nur ein übergeordnetes Ziel verfolgt: ihre eigene Selbstabschaffung, Selbstauslöschung. Soeben fordert Haldenwang, das Netz (also uns) besser kontrollieren zu können bei gleichzeitiger Warnung vor massiven Gewaltausbrüchen auf den Straßen. Zitat: ” “Gerade aktuell haben wir auch noch mal erleben dürfen, dass man schon so SA-mäßig durch die Straßen marschiert – uniformiert mit Fahnen, Trommelschlag und Fackeln”. Gesehen hab ich in all den Jahrzehnten davon noch nichts. (Die wenigen tatsächlichen Nazi-Adepten sind nichtmals Folklore.) Vom “Schwarzen Block” und Antifa ist nirgends die Rede. Desinformation in ihrer reinsten Form. Fazit: Eine Links-Diktatur, die nichts mehr ersehnt als ihren (und damit auch unseren) Untergang. Kapitelüberschrift für künftige Historiker - “Die Untergeher”.

Uta Buhr / 13.05.2019

Intelligenzfrage: Wie kommt man im realsozialistischen Merkel-Deutschland zu einem kleinen Vermögen?  Antwort: Indem man zuvor ein großes hatte. Liebe Frau Schunke, Sie haben wieder einmal so verdammt recht, und ich habe Ihren großartigen Artikel mit der Faust in der Tasche gelesen. Vielen Dank für Ihr unermüdliches Engagement hier auf der Achse. Aber was hilft all unser Gejammer? Was wirklich helfen würde, diese Gesellschaft wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen, wäre ein Generalstreik unter dem Motto: “Wir lassen uns diese Verarschung von unseren Politclowns nicht mehr gefallen.” Ein Sternmarsch nach Berlin vor den Sitz dieser von Anfang an total unfähigen Kanzlerin wäre wirklich für uns sehr “hilfreich.” Ich fürchte allerdings, dass dieses staatshörige Volk es nicht fertig bringt, einmal echte Zivilcourage zu zeigen. Ganz anders als unsere Nachbarn auf der anderen Seite des Rheins, die ihre gelben Westen anziehen und sich auch von den Sprechblasen eines Macrönchens nicht einlullen lassen. Der schwammige Kevin ist in meinen Augen nur ein Symptom unserer zutiefst kranken Gesellschaft.  Nichts gelernt außer dümmlichen marxistischen Phrasen, nie wertschöpfend gearbeitet - und doch steigt dieser Nichtsnutz zum Star der üblichen Verdächtigen in den Mainstream-Medien wie ZEIT, SD, Spiegel, taz usw. auf. @Thomas Weidner. Vollkommen richtig, lieber Herr Weidner, im Riesenreich seines Idols Mao wäre dieser kleine dümmliche Schwätzer in die Provinz zu schweißtreibenden Erntearbeiten verdonnert worden, während er in unserer wohlstandverlotterten Gesellschaft noch eingeladen wird, das Geld der hart schuftenden Leistungsträger abzugreifen. Ich kann nur hoffen, dass dieses Volk endlich aufwacht. Falls nicht, heißt es bald finis Germaniae!      

H.Roth / 13.05.2019

Eine Gruppe muss diesem Artikel auch noch hinzugefügt werden, die zwar wichtig, aber zahlenmäßig deutlich zu groß ist: Beamte, oder auch Beauftragte, ebenso Bundestagsabgeordnete. Diese müssen auch vom wertschoepfenden Teil der Gesellschaft mitgetragen werden. Man erkennt diese Gruppe daran, dass es zu wenige gibt, wo es nötig wäre (z.B. Poizei), die wenig verdienen, dafür aber zu viele,  wo es unnötig ist, die dafür aber großzügig bezahlt werden (Beauftragte). Dazu kommen großzügige Pensionen.

Sanne Weisner / 13.05.2019

In Abschaffland ist für den Normalo, der den ganzen Sozialstaat für Jedermann finanziert, nichts mehr zu wollen und auch keine Zukunft zu gestalten. Deswegen gehen mehr und mehr, solange sie noch können. Pech natürlich für jene, die sich mit einem Haus angekettet haben oder ihre Familie eben nicht hinter sich herschleifen können. Die werden weiter ausgepresst, bis sie Stift und Hammer fallen lassen und sich auch in die Hängematte legen. Am Ende dreht sich dann außer Kriminalität nichts mehr.

Andreas Bayer / 13.05.2019

Der Edle Fremdling soll sich über bezahlbaren Wohnraum keine Sorgen machen müssen; schließlich wurde er seit Ewigkeiten von deutschen Nazis ausgebeutet. Und Robert Habeck nimmt bestenfalls billigend in Kauf, dass auch die verhassten biodeutschen Hartz-4- Zombies von einem bedingungslosen Grundeinkommen profitieren würden. In erster Linie geht es um die Installierung einer neuen, hart faulenzenden Mittelschicht arabisch-afrikanischer Provenienz, mit deren Hilfe eine linksgrüne Schickeria ihre ewigen Wiedergutmachungsneurosen ausleben und sich in der eigenen moralischen Großartigkeit suhlen können: Alles Nazis, bis auf wir….

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