Anabel Schunke / 13.05.2019 / 06:05 / Foto: peronimo / 115 / Seite ausdrucken

Der Kevin, der Kapitalismus – und die Gerechtigkeit

Kevin Kühnert hat etwas geschafft, was seinen Parteikollegen schon lange nicht mehr gelungen ist. Tagelang wurde in Deutschland über nichts anderes so leidenschaftlich diskutiert wie über Kühnerts postpubertäre Sozialismus-Fantasien. Dass die Dutschke-für-Arme-Thesen in den deutschen Medien tatsächlich ernsthaft und intensiv diskutiert wurden, verrät weniger über die ohnehin bekannten linksradikalen Abgründe der Jusos als über das intellektuelle Niveau eines Großteils der deutschen Journalisten.

Dass dem Einen oder Anderen angesichts von Kevins DDR-Träumen ordentlich einer abging, wird vor allem bei der ZEIT deutlich. Ingesamt fünf ZEIT-Autoren arbeiten sich in den ersten vier Tagen in vier Kommentaren am Thema ab. Gegenstimmen sucht man vergebens. Selbst für die ZEIT ein beachtlicher Wert auf der nach oben offenen Skala für einseitige Berichterstattung der sogenannten Qualitätsmedien. „Endlich wieder Utopien“ heißt es da etwa von Katharina Schuler, die die Diskussion über Gegenmodelle zum Kapitalismus für eine völlig neue Idee hält. Auch die Autoren Jurik Casper Iser und Marcus Gatzke wittern die Chance für eine Grundsatz-Diskussion über die Auswüchse des Kapitalismus. Und Mely Kiyak träumt gleich von einem großen Deutschlandgespräch über die Frage, wie wir künftig leben wollen.

Sie alle eint die Behauptung, dass eine Debatte über „alternative Wirtschaftsformen“ eine per se progressive, die Gesellschaft voranbringende Idee sei. Wo man sich sonst über tatsächliche Redetabus in Deutschland ausschweigt oder sogar weitere aufbauen will, sehnt man nun den vermeintlichen Tabubruch herbei – was angesichts der Tatsache, dass es kaum einen gratismutigeren, pseudo-intellektuelleren Debatten-Move als die Kapitalismuskritik in Deutschland gibt, besonders lächerlich erscheint.

Welche Wirtschaftsformen man außer dem Sozialismus dabei noch meint, darüber schweigen sich die Autoren ohnehin aus. Und überhaupt wirkt das ganze nebulöse Gequatsche über „andere Wirtschaftsformen“, weil der Sozialismus bis jetzt (leider) irgendwie nicht so richtig funktioniert hat, wie ein halbherziges Feigenblatt linker Journalisten, denen bewusst ist, dass die Zeit für ein offensives Sozialismus-Plädoyer noch nicht reif ist. 

Und dennoch: Vielleicht hat Mely Kiyak gar nicht so unrecht. Also, wenn wir die Frage, wie wir künftig leben wollen, nicht unbedingt auf die venezolanischen Träume Kühnerts und vieler deutscher Journalisten beziehen, sondern einmal ganz grundsätzlich in den Raum stellen. 

Ein Gespräch, das längst überfällig ist

Denn ja, ich finde auch, dass ein Gespräch darüber, wie wir hier künftig miteinander leben wollen und wie gerecht es in diesem Land noch zugeht, längst überfällig ist. Eigentlich hätte man genau dieses Gespräch schon viel früher führen sollen. Beispielsweise, als man realisierte, dass die türkischen Gastarbeiter größtenteils nicht mehr gehen werden. Oder als in den 1980er und 1990er Jahren die Einwanderung der sogenannten libanesischen Clans über das schon damals dysfunktionale Asylsystem erfolgte. Allerspätestens hätte man ein solches Gespräch aber 2015 führen müssen, als Angela Merkel mit ihrer unkontrollierten „Grenzöffnung“ beschloss, dieses Land für immer und ewig bis zur Unkenntlichkeit zu verändern. Als die Kölner Silvesternacht uns erschütterte oder immer dann, wenn ein junger Asylbewerber zu Protokoll gibt, dass sein Mordopfer doch „nur ein Mädchen“ oder „nur eine Frau“ war. Wenn Obdachlose angezündet oder ins Koma getreten werden, ja, dann sollten wir uns auch abseits von „alternativen Wirtschaftsformen“ einmal fragen, wie wir hier künftig miteinander leben wollen. 

Unmut, der nicht geäußert werden darf, weil er angeblich nicht politisch korrekt ist, verschwindet nicht. Er potenziert sich und sucht sich andere Ventile. Das Entstehen alternativer Medien und Diskussionsplattformen sowie der Aufstieg einer nach dem Ausstieg Luckes schon fast totgesagten AfD war, entgegen der Meinung vieler linker Apokalyptiker, kein Zeichen für das bevorstehende Vierte Reich, sondern dafür, dass unsere Demokratie trotz aller politisch korrekten Widrigkeiten immer noch recht gut funktioniert. Immerhin ist auch die Wahl der AfD immer noch ein demokratisches Mittel, seinen Unmut gegenüber der aktuellen Regierung und bestehenden Parteien kundzutun. Die Alternative bestünde darin, sich direkt mit dem politischen Gegner auf der Straße zu prügeln. 

Dennoch reden wir immer noch nicht so offen über die Ursachen dieses Unmutes, wie wir es müssten. Lieber ergießt man sich in Nonsens-Debatten über das Oxymoron des „demokratischen Sozialismus“. Dabei hat Kühnert nicht unrecht, wenn er eine mangelnde Gerechtigkeit in Deutschland beklagt. 

„426 Flüchtlinge in Köln erhalten private Wohnung“ ist beispielsweise eine Meldung, die sich hervorragend für eine Diskussion über Gerechtigkeit eignet, wenn man bedenkt, dass der Steuerzahler gerade in Köln gerne einmal mit hundert anderen Interessenten um eine Wohnung konkurriert. Bezahlbarer Wohnraum ist etwas, worüber wir dringend im Zuge einer Gerechtigkeits-Debatte diskutieren sollten. Aber bitte ohne sozialistische Fantasien über Enteignungen. 

Wir sollten darüber reden, dass der Zuzug von zwei Millionen weiteren Menschen die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt zwar nicht allein verursacht, aber auch nicht besser gemacht hat. Darüber, wie ungleich die Chancen für bezahlbaren Wohnraum zwischen Alimentierten und Arbeitnehmern sind, wenn beispielsweise die Stadt Freiburg auf ihrer offiziellen Homepage für Vermietungen an Flüchtlinge wirbt, da man damit „Gutes tun und Mietausfälle verhindern“ würde. Auch für durch die Mieter entstandene Schäden stünde die Stadt, respektive der Steuerzahler, gerade. Wow. Da kann der normale Arbeitnehmer einpacken. Genau wie bei der Frage, wie er angesichts der Mietpreisexplosion in vielen Städten überhaupt noch seine Miete zahlen soll. Denn während der Staat, dank üppiger Steuereinahmen, einfach beschließt, das Wohngeld für Hartz4-Empfänger anzuheben, gestalten sich die Verhandlungen mit dem Arbeitgeber über ein höheres Gehalt für die Miete beim Arbeitnehmer bisweilen schwieriger. 

Nicht in einer Notlage stecken, sondern keinen Bock haben

Ebenso verhält es sich bei jenen, die die Schulbücher für ihre Kinder selbst zahlen müssen und auch nicht die Möglichkeit haben, sich mit Prozesskostenhilfe durch alle Instanzen zu klagen. Wer für sein Einkommen selbst aufkommt, ist in diesem Staat schon lange der Dumme

Ja, wenn wir über Gerechtigkeit reden, sollten wir darüber sprechen, dass die heutige deutsche Gesellschaft weder etwas mit dem herbeihalluzinierten Kapitalismus Kühnerts und emsiger Journalisten zu tun hat noch mit der Sozialen Marktwirtschaft nach Ludwig Erhard. Dass wir hier längst nicht mehr über die richtige und wichtige Absicherung von Alten, Kranken, Kurzzeit-Arbeitslosen und die Versorgung von Obdachlosen mit dem Nötigsten sprechen, sondern von einem System, das in immer stärkerem Maße vor allem jene Alimentierten bevorteilt, die eben nicht in einer Notlage stecken, sondern schlichtweg keinen Bock haben. Ein System, das die wirklich Schwachen ohne Lobby vergessen und die Mittelschicht zur Melkkuh degradiert hat. Eine Melkkuh, die seit Jahren nicht die geringste Gegenleistung in Form von dringenden Investitionen in Bildung und Infrastruktur sowie Steuererleichterungen erhält.

Das hat freilich viel mit den Deutschen selbst zu tun, die in ihrer unendlichen Staatsgläubigkeit noch immer nicht realisiert haben, dass die Brotkrumen, die ihnen der Staat hinwirft, nichts im Vergleich zum Kuchen sind, den sie sich leisten könnten, wenn man ihnen einfach weniger wegnehmen würde. Von jedem Euro, den sie verdienen, geben sie mindestens 50 Cent ab und freuen sich, wenn sie am Ende einen Cent davon zurückbekommen. Das ist unendlich dämlich. Aber bei einer Gesellschaft, in der die Grünen auf 20 Prozent kommen, auch nicht weiter verwunderlich. 

Der Rest des Geldes geht an andere. In immer stärkerem Maße nicht mehr an jene, für die das soziale Sicherungsnetz einmal gedacht war, sondern an jene, die nie auch nur einen Cent in dieses System eingezahlt haben. An Deutsche, die niemals in ihrem Leben gearbeitet haben und an Migranten, die schnell merken, dass sich in Deutschland – außer dem Hartz4-Empfänger – kein Schwein sechs Kinder leisten kann. Oder eben 13, wie im Fall von Abboud, der gerne Deutscher werden würde. Schon gar nicht, wenn man noch dazu, wie ein Großteil der Asylbewerber, kaum die nötige Qualifizierung für den deutschen Arbeitsmarkt besitzt. Nein, nicht der Asylbewerber ist das ärmste Schwein hierzulande. Nicht einmal der einheimische Hartz4-Empfänger, der sich nicht wehrt. Es ist die Mittelschicht, der in Sachen Steuersenkungen auch für dieses Jahr bereits eine klare Absage von der Regierung erteilt wurde.

Überbordenden Minderheiten-Lobbyismus

Das liegt an einem überbordenden Minderheiten-Lobbyismus, der dafür gesorgt hat, dass vor allem Mode-Diskriminierte wie Transgender oder muslimische Migranten eine breite Lobby hinter sich wissen, die sich für ihre Belange einsetzt, während die autochthone, heterosexuelle Mehrheit oder weniger coole Minderheiten wie Obdachlose allenfalls ein müdes Schulterzucken bei fleißigen Helfern hervorrufen.

Mehrheit ist eben nicht cool. Mit Mehrheiten-Politik lässt sich in der wohlstandsverwahrlosten westlichen Gesellschaft, die so unbedingt hip und divers und tolerant sein will, kein positives mediales Echo verbuchen. Mehrheit ist irgendwie miefig und piefig und wenig progressiv. So ein bisschen konservativ-verstaubt und damit auch irgendwie wieder nazi. Also bei Deutschen jetzt. Nicht bei Muslimen. Auch nicht bei Muslimen, die mehrere Ehefrauen mit Kopftuch haben, wie der bereits erwähnte Abboud oder auch Ahmad aus Syrien.

Aber auch hier gilt: Nur weil die Mehrheit keine eigene Lobby hat, die diese Ungerechtigkeiten für sie bündelt und anprangert, heißt es nicht, dass sie nicht existieren und dass die Wut ob dieser empfundenen Ungerechtigkeit nicht wächst. 51 Prozent der Deutschen haben Vorbehalte gegenüber Asylbewerbern. #SieSindMehr und nicht diejenigen, die wegen eines Gratis-Konzerts und erfundener Hetzjagden nach Chemnitz reisen. Sie haben diese Vorbehalte nicht, weil sie Nazis oder Rassisten sind, sondern weil sie merken, dass in diesem Land in immer stärkerem Maße nur noch andere auf ihre Kosten „gut und gerne“ leben.

Eine Politik, die vergessen hat

Nicht der „böse Kapitalismus“ gefährdet also den sozialen Frieden. Nicht die "bösen Rechtspopulisten“, sondern eine Politik, die vergessen hat, wer den Laden hier am Laufen hält. Deren Undankbarkeit gegenüber ihren Leistungsträgern sich nicht nur in mangelnder Wertschätzung in Form von politischen Zugeständnissen gegenüber der Mittelschicht äußert, sondern vor allem auch in der seit Jahren stattfindenden – und von den Medien größtenteils protegierten – Beschimpfung von Teilen dieser tragenden Mittelschicht als Wutbürger, Abgehängte, Nazis und Co. 

Sie sind es, deren geballte Faust in der Tasche und wütende Kommentare im Netz bis jetzt der einzig sichtbare Protest ist. Die trotz aller Wut jeden Tag früh aufstehen und zur Arbeit laufen, weil sie Rechnungen bezahlen müssen und den Anstand besitzen, nicht von anderer Leute Geld leben zu wollen. Die brav ihre Strafzettel und GEZ bezahlen, weil die deutsche Justiz zumindest noch auf sie Eindruck macht. Weil sie im Gegensatz zu anderen etwas zu verlieren haben. Eine bürgerliche Existenz. Einen Status, der in der Leistungsgesellschaft etwas wert ist, nicht aber in einem Land, in dem dieses Prinzip von einem aus dem Ruder gelaufenen Sozialstaat unterminiert wird. In das mehrheitlich fast ausschließlich Menschen einwandern, die weder das Konzept des Sozialstaates noch der bürgerlichen Existenz verstehen und wertschätzen. 

Eine solche Politik, die das Leistungsprinzip aushebelt und damit die bürgerliche Existenz als Anreiz und Motivation für den Bürger vernichtet, zerstört nicht nur die Grundlage für den sozialen Frieden innerhalb der Gesellschaft, sondern auch ihren wirtschaftlichen Erfolg und damit die Grundvoraussetzung für die Politik, überhaupt Geld umverteilen zu können. Auch die Vermögenden und die Mitte sind nur so lange zu schröpfen, wie es Vermögende und Mitte gibt. Am Ende – wir wissen es – sind im Sozialismus alle gleich arm. Vorausgesetzt, die Mauer, die eine Abwanderung von Vermögenden und Mitte verhindert, wurde schnell genug errichtet. 

Es wird klar: Wir sind bereits viel näher an Kevins sozialistischen Träumen, als wir denken. Das Schöne ist: Der Ausgang ist bereits bekannt. Rette sich, wer kann! 

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Karla Kuhn / 13.05.2019

“Und Mely Kiyak träumt gleich von einem großen Deutschlandgespräch über die Frage, wie wir künftig leben wollen.”  WER bitteschön soll Mely Kiyak sein ??  Wenn er/sie/d/  von einem “Deutschlandgespräch” träumt, soll die Person seines/ihresgleichen zusammentrommeln !  ICH weiß wie ich in Zukunft leben möchte, SO wie VOR 2015 !! In RUHE; ohne nachts die aufjaulenden Autos und Motorräder der aufmerksamkeitsheischenden m/w/d anhören zu müssen, ich möchte in der S Bahn fahren, ohne daß ein “MANN” die Fahrgäste mit seiner Fäkalsprache beglückt, Fick Dich ins Knie !!  Ich möchte auf der Straße laufen, ohne von einer Horde Kinder Hy Alte verpiß Dich,  angemacht zu werden, leider alles auch noch in schlechtem deutsch ! Und ich möchte am Münchener Laimer Bahnhof die Treppe runterlaufen, ohne daß eine Frau neben mir von einem Kapuzentyp, m/w/d die Treppe runtergestoßen wird. Und ich möchte im Kaufland meine Flaschen in den Automaten geben, ohne daß mir ein Typ m/w/d den Flaschenbon direkt vor der Nase rausklaut.  Aber anscheinend ist es von der Politik zuviel verlangt, daß sie den neuen “Gästen) unmißverständlich klar macht, daß sie UNSERE WERTE und GESETZE einzuhalten haben !! “Nicht der „böse Kapitalismus“ gefährdet also den sozialen Frieden. Nicht die „bösen Rechtspopulisten“, sondern eine Politik, die vergessen hat, wer den Laden hier am Laufen hält. ”  Erst wenn die Abwanderung von FACHKRÄFTEN noch drastischere Formen annimmt, wenn die Superreichen, wie bereits geschehen, weiterhin das Land verlassen und die Politikerkaste immer weniger Geld zu verteilen hat und ihre dicken DIÄTEN UND PENSIONEN nicht weiter steigen können merken sie VIELLEICHT , daß der SOZIALISMUS ein verbrecherisches, VIEL ausbeuterisches System ist als der “pöse” Kapitalismus !  Ich kann nur hoffen, daß die, die immer noch auf ihrem hohen Roß sitzen und im Wolkenkuckucksheim schweben in Bälde mit einem riesigen Krach hart auf der Erde landen.

Günter Schaumburg / 13.05.2019

Sehr geehrte Frau Schunke, ich stimme Ihnen in Allem zu, nur in einem Punkt liegen Sie, meiner Meinung nach, falsch. Sie schreiben”... Daß unsere Demokratie… immer noch recht gut funktioniert.” Jeder weiß, Demokratie heißt Herrschaft des Volkes in einer Staatsform, bei der ein Staat nach dem Willen des Volkes regiert wird. Dem damaligen Ministerpräsidenten Bayerns, Seehofer, kam am 20.05.2010 der Satz über die Lippen:” Diejenigen, die entscheiden, sind nicht ge- wählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden.” Wenn der es nicht weiß, wer dann? Im Übrigen sei das Buch von Mausfeld “Warum schweigen die Lämmer” empfohlen. Wir leben in einer neoliberalen repräsentativen Demokratie, und die hat für das Volk nur den Konsum im Auge.

Roland Jungnitsch / 13.05.2019

Wann und mit wessen Hilfe ist es den Kommunisten, Maoisten, Ökostalinisten und sonstigen Sozialisten eigentlich gelungen, unsere komplette Medienlandschaft zu unterwandern? Ich frage nur für einen Freund!

Frank van Rossum / 13.05.2019

Im Interview mit der “Zeit”(06.05.19) sagte Kevin Kühnert:“Ich glaube nicht, dass ich der SPD geschadet habe”. Im aktuellen Wahltrend sagte forsa-Chef Prof. Manfred Güllner: “Die vom Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert angezettelte Debatte über die Kollektivierung von Konzernen wie etwa BMW schadet der SPD offenbar weiterhin. Zwei Wochen vor der Europawahl müssen die Sozialdemokraten deshalb auch um ihre ohnehin schlechten Erfolgs-Aussichten bei dieser Wahl bangen.” Eigntlich müsste jetzt ein “Parteiordnungsverfahren” gegen Kühnert initiiert werden. Zu den von Frau Schunke genannten Autoren der “Zeit” fällt mir spontan eine vor vielen Jahren veröffentliche Antwort der Redaktion “MAD” auf einen Leserbrief ein:“Nur weil eine Idee alt ist, ist sie noch lange nicht neu”.

Markus Pottgiesser / 13.05.2019

Sehr, sehr gute Analyse, Immer mehr ” brave, dumme Spieß-Bürger”  ( wie z.B. ich) schätzen das ähnlich ein.  Am 27.5. wird sich das dann an den Wahlergebnissen wieder zeigen. Und dann kommt wieder die hoch- intelligente Antwort : ” Kampf gegen Rechts ist unsere Priorität!”. Diese Narren….....

Udo Kalipke / 13.05.2019

Sehr geehrte Frau Schunke Einen Tropfen Wasser hätte ich, für Ihren ansonsten trefflich gelungenen “Wein” (Artikel). Der Staat kann kein Wohngeld für Hartz-4-Empfänger anheben. Hartz-4-Empfänger bekommen kein Wohngeld vom Staat. Sie bekommen sogenannte KdU von den Kommunen. Wohngeld ist für Rentner, Niedriglöhner, Sozialhilfeempfänger usw. vorgesehen und kann auch nur von diesen beantragt werden. Das steht sogar in dem von Ihnen verlinkten Artikel. [Zitat]: “erhalten Haushalte [...]keine Unterstützung wie zum Beispiel Hartz IV bekommen” [Zitatende]

Karl Schmidt / 13.05.2019

Die Diskussion um die Marktwirtschaft wird von Linken (immer) nur deshalb angezettelt, weil sie den Preis für eine verfehlte Politik sofort zeigt: Auf die steigenden Mieten bei offenen Grenzen haben Sie selbst hingewiesen. Man könnte auch Zinsen bei hohen Schulden als Beispiel benennen, die für Politiker extrem unangenehm wirken. Ansonsten hat es die Politik geschafft, die veröffentlichte Meinung (und damit reiweitenstarke Kritik) beliebig zu kontrollieren - oder linke Journalisten Konservative zu domestizieren (mit Ausnahme der einen Partei). Doch die Marktwirtschaft ist eine wenig kontrollierbare, unmittelbar auf den Bürger wirkende Rückkopplung politischen Handelns: schnell, haltungslos, schonungslos. Sie belohnt vorausschauendes Denken und Freiheit. Beides ist für linke Politiker unbeherrschbar. Sie sprechen übrigens von “Staatsgläubigkeit” und beschreiben das Problem damit eigentlich falsch: Es handelt sich nicht um Herrschaft der Beamten - wie der Begriff suggeriert. Es ist die absolute Herrschaft der Politiker, die an der Spitze der Verwaltung stehen und die Gesetzgebung allein bestimmen. Da politiker weniger beliebt als “der Staat” sind, sollte man das Prinzip auch klar benennen: Es geht um Politikergläubigkeit oder Politikerhörigkeit. Wann immer der Begriff “Staat” in der Politik verwendet wird, sollte er durch “Politiker” ersetzt werden. Das ist weniger sexy.

Johannes Schuster / 13.05.2019

Ich habe in meiner Klasse diese Leute schon leiden können, die zum Lehrer gingen: “Ähm, ähm, ich glaub der Karl Marx hat mal gesagt, ähm die Fliege ist einer Tier… ähm aber ich glaub, ähm, ich weiß ähm nicht ähm ob ähm oder ähm. ” Dann wird der Speichel noch so bedeutungsschwanger im Mund herumgeschleudert. Und diese Sorte kommt jetzt in die Politik. Ich habe diese Rädelsführer der Unterbelichtung schon als Klassensprecher nicht leiden können. Aus irgend einem Grund ist mir vor 20 Jahren entgangen, daß die auch mal erwachsen werden.  - Ähm -

Günter Herrmann / 13.05.2019

So sehe ich das auch. Von der ersatzlosen Abschaffung des Solidaritätsbeitrags hört man jetzt nichts mehr, obwohl vor nicht langer Zeit ständig und stolz von unseren “prall gefüllten” Staatskassen die Rede war. Die Städte und Sozialverbände mieten billigen Wohnraum an, soweit es geht, um Flüchtlinge unterzubringen. Wie findet eigentlich ein armes deutsches älteres Paar eine kleine Wohnung? Der angemietete Wohnraum gehört übrigens oft Deutschtürken, Albanern und anderen, die genau wissen, wie man den deutschen Sozialstaat abzocken kann. Rede ich mit gepflegten Menschen des wohlhabenden Bildungsbürgertums in den besseren Wohngegenden, sind sie erstaunt zu hören, dass Asylbewerber dieselben Sozialleistungen bekommen wie bedürftige Deutsche. Überhaupt hören sie das Wort “deutsch” nicht gern. Ihre Kinder gingen auf englische Privatschulen, gleichwohl reden sie - oft linksgrün gesinnt - der Gemeinschaftsschule das Wort, wo auch mal in einer Klasse 90% der Kinder Migranten mit sehr geringen Deutschkenntnissen sein können. Zum Hüten der Enkel fliegt man alle paar Monate nach Hong Kong oder Los Angeles, wo die Enkel natürlich kein Deutsch mehr lernen, weil der Sohn mit einer Chinesin verheiratet ist. Man ist kosmopolitisch, aber in der Beurteilung der Verhältnisse in Deutschland hochmoralisch und stets empörungsbereit, etwa gegen “Rassismus” oder “Menschenhass”. Mit dem Antisemitismus tut man sich schwerer. Aber Israelkritik ist auch unter feinen Leuten durchaus salonfähig.

Petra Wilhelmi / 13.05.2019

Man muss sich in Deutschland um nichts mehr Gedanken machen. Als islamische Republik in ein paar Jahren, hat sich linkgrünes Gedankengut sowieso erledigt. Alles sind nur Scheingefechte. Die wirklich wichtige Frage ist: Wie kann der Islam in Deutschland gestoppt werden. Wie gehe ich mit den muslimischen Invasoren um. Welche Gesetze muss ich in Kraft treten lassen, dass die meisten wieder aus Deutschland ausreisen müssen und nicht nur proforma sondern wirklich. Dann muss ich mir Gedanken um ein wirtschafts- und wissenschaftsfreundliches Umfeld machen und den Kehraus von Gender und Co. aus den Universitäten einleiten. Wenn das geschehen ist und Deutschland wieder eine Diskussionkultur hat, kann man sich über das weitere Vorgehen unterhalten, nur sozialistische Träumereien werden wohl dann der Vergangenheit angehören. Was so ein Spinner sagt, ist im Prinzip irrelevant, weil er selbst nicht begreift, wofür er eigentlich steht und weil er selbst für seine eigene Abschaffung - auf welcher Art und Weise sei dahingestellt - arbeitet. Man kann es ihm nicht mal wirklich übelnehmen. Wer nichts gelernt hat, weiß natürlich nichts von Allem. Die Gebärmaschinen sind auf Höchstleistung und der Islam benötigt keine sozialistischen Träume, er hat den Koran. Was dort nicht drinnen steht, gibt es nicht.

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