Gastautor / 18.03.2011 / 16:47 / 0 / Seite ausdrucken

Der Herr Özdemir hat nicht nur Schwierigkeiten mit dem Kopfrechnen

Frank Guenther

Er hat auch ansonsten exakt Null Ahnung von dem, was er da erzählt – denn so ungefähr JEDER Satz und jeder Ausdruck ist falsch.

1. Er verwechselt leider erheiternderweise die Gigabyte im Computer mit den Gigawatt im Stromnetz.

2. Er hat außerdem keine Ahnung vom grundlegenden Unterschied zwischen Gigawatt GW und Gigawattstunden GWh: Wir erzeugen und verbrauchen keine “Gigabyte” (Gigawatt), wie er selbstsicher daherredet – wir “erzeugen” und “verbrauchen” GigawattSTUNDEN (GWh), nämlich eine bestimmte Strommenge. Wovon Özdemir irrigerweise spricht (Giga"byte”/Gigawatt), ist etwas völlig anderes, nämlich die LEISTUNG der verfügbaren Kraftwerke, die immer exakt in Höhe der anliegenden LAST am Netz sein muß. Der elektrotechnische Unterschied ist so grundlegend wie primitiv.

Zur Spitzenlastzeit haben wir eine LAST im Netz von x GW und müssen eine exakt entsprechende LEISTUNG (GW) dafür zur Verfügung haben - über die Zeit betrachtet, ergibt das die Strommenge in GigawattSTUNDEN. Wenn 1 Staubsauger mit 1500 W als LAST am Netz ist, muß dem ein Erzeuger mit exakt 1500 W LEISTUNG im Netz gegenüberstehen. Wenn der Staubsauger 1 Stunde läuft, hat er 1500 Wh verbraucht und der Erzeuger 1500 Wh erzeugt.

3. Özdemir hat keine Ahnung vom grundlegenden Unterschied zwischen installierter Leistung und verfügbarer Leistung: Seine 140 “Gigabyte” (Gigawatt), die wir angeblich “erzeugen”(!), bezeichnen die Gesamtheit aller installierten Kraftwerksleistung aus AKW-, Kohle-, Wasser-, Wind-, Solar-Anlagen, etc. (und falsch ist die Zahl auch noch, sie liegt derzeit bei > 150 GW). Diese Gesamtleistung des Kraftwerkspark steht aber keineswegs ununterbrochen zur Stromerzeugung zur Verfügung, wie er suggeriert – davon zu unterscheiden ist nämlich die “verfügbare Leistung” aus den 150 GW, also diejenige Leistung, die in einem konkreten Moment zur Lastabdeckung tatsächlich bereit ist. Es sind nämlich IMMER Kraftwerke in Revision etc., so daß deren Leistung von der Gesamtleistung abgezogen werden muß.

4. Er hat keine Ahnung von der Zusammensetzung der “verfügbaren Leistung”: Seine Zahl bezieht nämlich die installierte Windanlagen- und Solaranlagen-Leistung mit in die Verfügbarkeit ein. Diese stehen aber bekanntlich nur mit Minimalwerten “dauerhaft” zur Verfügung als “gesicherte Leistung”: Da dürfte für die 27 GW aus WEA in 2010 nur ca. 170 MW = 0,17 GW anzusetzen sein, denn dieser Minimaldauerwert wurde tatsächlich im ganzen Jahr nicht unterschritten.

Es sind also von den >150 GW installiertr Gesamterzeugerleistung schonmal ca. 25 GW installierte WEA-Leistung abzuziehen, die eben NICHT zur Verfügung stehen, und ebenso ca. 15 GW Solaranlagenleistung, die ebenfalls nicht verfügbar sind. Damit sind wir schon mal bei nurmehr 110 GW verfügbare Gesamtleistung – ohne Abzüge für Systemdienstleistung, Reserveleistung, Ausfälle durch Revisionen oder Störungen, etc etc etc.

5. Özdemir verwechselt offensichtlich “Spitzenlast” und “Jahreshöchstlast” - sein Beispiel mit den 80 GW und 140 GW kann sich nur auf die Jahreshöchstlast beziehen und NICHT auf die tägliche Spitzenlast. Die ist nämlich geringer. Was nicht heißt, daß sie locker vom Kraftwerkspark Minus AKW abzudecken ist. Aber das würde jetzt netztechnisch zu weit führen…

Und so weiter…

Herr Özdemir zeigt hier bewundernswert, wie es mit grüner Kompetenz beim Thema Stromversorgung aussieht… “Das kennen wir alles schon”, oder so, sagt er zu Anfang. Tjaja.

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