Eran Yardeni, Gastautor / 13.09.2015 / 15:16 / 7 / Seite ausdrucken

Der helle Wahnsinn

Der Kampf gegen die Schlepper und Schleuser ist mit Abstand die größte Heuchelei der deutschen Politik in den letzten Jahren. Denn wer den Schleppern die Geschäfte vermiesen will, gleichzeitig aber für eine unkontrollierte Massenaufnahme der Flüchtlinge plädiert der sollte eine Luftbrücke einrichten oder wenigstens die EU-Richtlinie 2001/51/EG abschaffen. Diese verankert die Haftung der Fluggesellschaften für Passagiere, deren Einreise wegen fehlender Papiere abgelehnt wird.

Um das Paradox an der Wurzel dieser schizophrenen Politik zu verstehen, sollte man sich fragen, wie würde eigentlich der europäische Kontinent ohne Schleuser aber mit der EU-Richtlinie 2001/51/EG aussehen? Die Antwort liegt nahe: Die Anzahl der Flüchtlinge wäre erheblich kleiner. Für diejenigen aber, die vehement behaupten, dass wir die moralische Pflicht haben, uns für die Flüchtlinge einzusetzen, wäre ein solches Szenario ein moralisches Inferno.

Aus dieser Lage könnte man aber problemlos herauskommen: Und zwar durch die Abschaffung der EU- Richtlinie 2001/51/EG. Vor dem Hintergrund der manisch-euphorischen Hilfsbereitschaft Deutschlands und vor allem angesichts der Politik von Frau Merkel, die in dieser Krise nur absolute Kategorien kennt, fragt man sich, warum diese Richtlinie trotz allem unantastbar bleibt? Auch in diesem Fall braucht man keine Lupe, um die Antwort ausfindig zu machen: Die Abschaffung der EU- Richtlinie 2001/51/EG würde eine Völkerwanderung in biblischer Dimension bedeuten, eine totale Überflutung Europas. Das will nicht einmal das „helle Deutschland“.

Und genau deswegen nimmt man die Schleuser ins Visier. So kann man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Die Überflutung Europas zu stoppen und zwar ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben. Solange die Flüchtlinge nicht hier sind, besteht keine absolute moralische Pflicht, ihnen zu helfen.

Eine Frage bleibt aber noch unbeantwortet: Wenn die deutsche Politik und die deutsche Presse zum Kreuzzug gegen die Schlepper aufrufen, um eine explodierende Masseneinwanderung zu verhindern, warum agieren sie nicht direkt, sondern nur indirekt? Warum treten sie gleichzeitig das Gaspedal und das Bremspedal? Auf der einen Seite schickt die deutsche Regierung an die nächsten Flüchtlinge Anreize, und auf der anderen Seite will sie die Leute bekämpfen, die den Flüchtlingen dabei gegen Geld helfen, diesen Anreizen zu folgen.

Das ist keine falsche Politik. Das sind die ersten Symptome des Wahnsinns. 


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Francesco Salatino / 15.09.2015

Lieber Eran Yardeni, wir erinnern uns an das berühmte Flüchtlingsmädchen, die Palästinenserin Reem, die vor Kanzlerin Merkel in Tränen ausbrach und Asyl für ihre Familie forderte und kurz danach in einem WELT-Interview sich das Verschwinden Israel aus der Landkarte wünschte. Genauso die ÖVP-Kandidatin mit Kopftuch Güler Bilgic-Cankurtaran. Wir erinnern uns an die PRO-HAMAS-DEMOS von islamischen Eingewanderten vor einem Jahr. Was werden diese friedlichen, unschuldigen Flüchtlinge beim nächsten Nahostkonflikt machen? Was passiert mit den Juden in Gegenden, wo die Moslems Mehrheit sind? Diese Fragen scheinen die Politiker und den Zentralrat der Juden nicht besonders zu interessieren. Für sie ist nur die NPD eine Gefahr.

R. Helene van Thiel / 14.09.2015

Gaspedal und gleichzeitig Bremse gibt es auch bei der Seenotrettung im Mittelmeer.

Renate Simon / 14.09.2015

Und ist es Wahnsinn, so hat er nicht einmal Methode Da hat Merkel gedrängelt, das Dublin-Abkommen zu schließen, das Ungarn u.a. den schwarzen Peter zuschob und man dann fleißig auf Orban schimpfen konnte. Dabei macht er das, was das Schengen-Abkommen vorgibt, die Außengrenzen sichern. Aber nun, Merkel hat Dublin außer Kraft gesetzt, wir schaffen das, lässt sich seitdem gern auf Selfies bannen und bemerkt auch noch, dass Asyl keine Obergrenze kenne… So könnte man es sehen, hätte Merkel oder überhaupt alles, was im Parlament bei uns ist, ein Konzept, wie man der unkontrollierten Einwanderung Herr werden will. Nun nach einem Einwanderungsgesetz zu plärren, ist scheinheilig. Nicht alle Syrer kommen aus Syrien, nicht alle fliehen vor Krieg und ähnlichen Repressalien. Wie hieß es dieser Tage irgendwo, es gibt kein Grundrecht auf ein besseres Leben, wohl wahr. Trotzdem sitzen in Nordafrika ca. 1 Million aus Maghreb-Staaten auf gepackten Koffern, auf den nächsten Schleuser wartend. Solange die Bundeswehr Flüchtlinge nicht an die afrikanische Küste zurückbringt, wird sich nichts ändern und alle werden kommen wollen. Von Facharbeitern redet zum Glück grad niemand mehr, denn immerhin hat Mercedes wohl um ein Dutzend Jugendlicher eingestellt, alles wird gut. Ich frage mich, was macht man mit den Menschen, die sich nun vor den geschlossenen Grenzen drängeln. Wieder zurückschicken, wohl kaum. Was Merkel mit einer flapsigen Bemerkung angerichtet hat, wird sie wohl nicht einmal sich selbst eingestehen, dazu ist sie nicht fähig. Ich denke grad an die vielen roten Linien, die sie bisher überschritt. Die rote Linie, die das Volk irgendwann ziehen wird, dürfte ihr nicht behagen. Denn das Volk muss den Wahnsinn ausbaden, den unbedachte und vor allem unfähige Politiker in die Welt setzen.

Wolfgang Behr / 14.09.2015

Wie sagte doch schon Nietzsche: ” Wer sich tief weiß,bemüht sich um Klarheit; wer der Menge tief scheinen möchte,bemüht sich um Dunkelheit.” - und: Der Irrsinn ist bei einzelnen etwas Seltenes - aber bei Gruppen, Parteien, Völkern,die Regel.

Martin Wessner / 13.09.2015

Herr Yardeni, so geht es halt zu, wenn Gesinnungsethiker keine Verantwortung für die Konsequenzen ihrer Moral übernehmen wollen. Menschen, welche die multikulturelle Gesellschaft befürworten, wollen, wenn es sie persönlich betrifft, dann doch lieber in der ethnisch und sozial homogenen Vorstadt oder im Hipsterviertel, zusammen mit anderen alten weißen Männern(und Frauen natürlich) im Reihenhaus oder im Dachgeschossloft wohnen. Die katholische Kirche, die sich vehement für das Leben einsetzt, will, wenn es ihren Geldbeutel tangiert, für Kinder, die dank ihrer Intervention nicht abgetrieben wurden, keine materiellen oder sonstigen Verpflichtungen eingehen. Wohlwollende Mitbürger, die ein großes Herz für Flüchtlinge haben, mutieren, wenn die Verantwortlichen ihrer Gemeinde ein Asylbewerberheim auf dem Nachbargrundstück errichten wollen, urplötzlich zu kritischen Wutbürgern, die der Überzeugung sind, dass Florian schließlich nicht zu unrecht heilig gesprochen wurde. Ja, und Helldeutschland sonnt sich im strahlenden Glanze seines Asylparagraphen, möchte aber nicht, dass nicht nur die “besseren” Deutschen, sondern auch Andere “aus den Lehren unserer Geschichte” Vorteile ziehen, indem diese Menschen das freundliche Angebot an die Welt auf Schutz vor Verfolgung nicht nur wegen dessen edlem Geist aus der Ferne bewundern, sondern auch ganz lebenspraktisch und real für sich in Anspruch nehmen. Als das Asylgesetz 1948 als tragender Bestandteil des Grundgesetzes ins Leben gerufen wurde, war dessen Inhalt rein theoretischer Natur, mit dessen nobler Absicht man sich unbelastet und sorglos schmücken und gut fühlen konnte, da -zumindest damals- niemand dieses verbriefte Recht in Anspruch nahm. Es kostete einem nichts die hohe Moral auf seiner Seite zu haben. An diesem speziellen Ansinnen hat sich indes nichts geändert. Auch heute will die Politik für ihre sakralen Grundsätze nicht personal einstehen und versucht mit allen Tricks die Kosten für den Heiligenschein, den man sich aufgesetzt hat, so gering wie möglich zu halten. Sei es, dass Deutschland die europäischen Partner 1993 dazu gedrängt hatte, das Dublin-Abkommen zu verabschieden, sei es, dass man versucht hatte Asylbewerber mit Sachleistungen statt mit Bargeld abzuschrecken oder sei es auch, dass man nun die Osteuropäer und diverse Südeuropäer plus Großbritannien und Irland dazu nötigen will, die Kosten für die eigene ethische Hybris mitzutragen, indem diese Länder unsere Flüchtlinge aufnehmen sollen oder indem man versucht die Milliardenaufwendungen, die unsere Asylbewerber dem Staat verursachen, auf diese unwilligen, sprich: “unsolidarischen” Staaten abzuwälzen.

André Siepmann / 13.09.2015

Das “helle Deutschland” ist eines sicher nicht: hell im Kopf. Natürlich haben wir es derzeit mit wahnhaftem Verhalten zu tun. Es war überfällig, einmal die Schizophrenie in bezug auf die Schlepper zu thematisieren. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Grüne und BILD fordern werden, die Heerscharen endlich mit Bundeswehrmaschinen ins Land zu fliegen, damit niemand mehr im Mittelmeer Schiffbruch erleidet.

Francesco Salatino / 13.09.2015

Lieber Eran Yardeni, wir erinnern uns an das berühmte Flüchtlingsmädchen, die Palästinenserin Reem, die vor Kanzlerin Merkel in Tränen ausbrach und Asyl für ihre Familie forderte und kurz danach in einem WELT-Interview sich das Verschwinden Israel aus der Landkarte wünschte. Genauso die ÖVP-Kandidatin mit Kopftuch Güler Bilgic-Cankurtaran. Wir erinnern uns an die PRO-HAMAS-DEMOS von islamischen Eingewanderten vor einem Jahr. Was werden diese friedlichen, unschuldigen Flüchtlinge beim nächsten Nahostkonflikt machen? Was passiert mit den Juden in Gegenden, wo die Moslems Mehrheit sind? Diese Fragen scheinen die Politiker und den Zentralrat der Juden nicht besonders zu interessieren. Für sie ist nur die NPD eine Gefahr.

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