Seit Anfang Mai auf dem Kreuzfahrtschiff MS Hondius Fälle von Hantavirusinfektion mit drei Todesfällen aufgetreten sind, herrscht wieder einmal Viruspanik wie 2020. Wirklich? BILD titelte „Droht uns wirklich keine Pandemie?”, beruhigte die Leser dann aber wieder mit einem Zitat von WHO-Direktor Tedros Ghebreyesus: „Das ist kein neues Covid.” Womit haben wir es hier zu tun? Zunächst einmal zu den Hantaviren.
In der Familie der Hantaviren finden wir, anders als bei den Corona-Viren, sehr gefährlicher Erreger, insofern hat Ghebreyesus recht: Das Virus ist nicht so harmlos wie COVID. Hantaviren (wissenschaftlich nennt man die Familie Orthohantaviren) sind RNA-Einzelstrangviren mit Hülle, die in Nagetieren ihr natürliches Reservoir haben. In diesen Tieren sind sie endemisch, wie bei Menschen etwa die Schnupfenvirenfamilien Rhinovirus, Adenovirus oder Coronavirus. Nager, die Reservoir-Wirte des Virus, sind mit dem Virus durchseucht und haben in der Regel keine schweren Infektionsverläufe. Sie scheiden allerdings Viruspartikel über Kot, Urin, und Speichel aus. Die Viren können unter geeigneten Umständen intakt bleiben und über Aerosole mit der Atemluft inhaliert werden. Sie infizieren dann die Atemschleimhäute und können beim Menschen ein sehr ernstes und gefährliches hämorrhagisches Fieber auslösen, das mit Lungenentzündung, Nierenversagen und schweren Störungen des Blutgerinnungssystems einhergehen kann. In Deutschland gibt es im Durschnitt etwa 700 Fälle pro Jahr, die aber fast alle trotz schweren Verlaufs ohne Folgen ausheilen. Das Virus ist also sehr virulent (gefährlich), aber die Infektion damit ist sehr selten. Weltweit kommt es zu tausenden Infektionen pro Jahr, oft leider mit sehr schweren und auch tödlichen Verläufen.
Es gibt 24 bekannte Arten von Hantaviren. Einige davon kommen in Asien und Lateinamerika vor und sind sogar extrem gefährlich. Sie haben eine Mortalitätsrate von 20 bis 40 Prozent bei symptomatischen Fällen. Die Tödlichkeit ist somit so hoch wie die der klassichen Pest (Erreger: Yersinia pestis), die vor der Einführung von Kanalisation und Hygiene und der Entdeckung der Antibiotika immer wieder in Europa wütete. Es gibt keine kausale Therapie dieser Erkrankung. Hantaviren sind anthropozoonotische Erreger, das bedeutet, die Menschen infizieren sich ausschließlich aus dem tierischen Reservoir, und es kommt zu keiner Übertragung von Mensch zu Mensch oder von Mensch zu Tier. Die drei Menschen, die auf der MV Hondius gestorben sind, hatten eine Infektion mit dem Hantavirus Andes orthohantavirus. Dies ist eine der sehr tödlichen Arten. Wie haben sich die Menschen auf dem Boot angesteckt? Woher kam der Erreger? Haben sich gar Menschen aneinander angesteckt? Das sind angesichts der Schwere der Krankheit sehr wichtige Fragen.

Mensch-zu-Mensch-Übertragung?
Die WHO behauptet, Andes orthohantavirus, das von der Zwergreisratte Oligoryzomys longicaudatus übertragen wird, könne bei engem Kontakt wie bei Sexualität auch von Mensch zu Mensch übertragen werden. Wäre dies der Fall, dann wären die Ereignisse auf der MS Hondius in der Tat bedrohlich, denn ein sehr gefährliches Virus, das zu hämorrhagischer Pneumonie führt und von Mensch zu Mensch übertragbar ist, wäre in der Tat ein potenzieller Pandemieerreger mit einer echten Gefahr für Menschen. Man nennt dies anthropogene Transmission. Auf dem Schiff ist es aber wahrscheinlich zu einer Infektion auf dem klassischen Wege gekommen.
Schaut man sich nämlich die wissenschaftliche Literatur zu dem Thema an (wie etwa diesen Aufsatz und die darin zitierten Werke), sieht man schnell, dass die These von der anthropogenen Transmission des (Hanta) Andes orthohantavirus (im folgenden Andes-Virus genannt) nicht wissenschaftlich erhärtet ist. Um eine anthropogene Transmission nachzuweisen, müssen die Koch’schen Postulate oder ihre modernen Äquivalente erfüllt sein. Das bedeutet, es müssen Assoziation, Isolation, Inokulation und Re-Isolation gezeigt werden. Prüfen wir sie für das Hanta-Virus einmal durch.
Assoziation bedeutet, dass Infizierte die vom Erreger erzeugten Krankheitssymptome zeigen müssen, während nicht-Infizierte sie nicht aufweisen. Dies ist beim Andes-Virus klar erfüllt. Menschen, die damit infiziert sind, entwickeln ein klar definiertes, oftmals tödliches Syndrom. Isolation bedeutet, dass es gelingen muss, das Virus aus dem Körper von Infizierten zu isolieren und einwandfrei nachzuweisen. Auch das ist beim Andes-Virus aus menschlichem Material erfolgt. Inokulation bedeutet im Fall der anthropogenen Transmission, dass ein Mensch, den man mit von einem anderen Menschen isoliertem Virus in Kontakt bringt, sich daran infizieren kann. Dies wurde für das Andes-Virus bisher nicht gezeigt. Ebenso wenig natürlich die Re-Isolation, also die Isolation des genetisch identischen Virus aus dem Re-Infizierten (wohl aber aus Ko-Infizierten, allerdings ohne Ausschluss einer Infektion aus dem tierischen Reservoir). Zwar werden heute keine Inokulationsexperimente mehr durchgeführt, weil sie bei gefährlichen Viren unethisch sind. Doch ist auch die Alternative nicht beobachtet worden. Worin besteht sie?
Hat man eine Person A, die sich an Viruspartikeln aus Nagerexkrementen infiziert hat, und eine weitere Person B, die sich an Person A infiziert, für die aber ein Kontakt mit Aerosolen aus Nagerexkrementen ausgeschlossen werden kann, und kann man aus beiden das Virus isolieren und zeigen, dass es genetisch identisch ist, hat man die Koch’schen Postulate ebenfalls erfüllt. Doch ist dies bisher nicht erfolgt. Vielmehr ist bei dem Auftreten von vermehrten Andes-Virusinfektionen von Menschen bisher nie ausgeschlossen worden, dass sich die betroffenen Patienten nicht aneinander, sondern an genetisch identischen Viruspartikel aus Exkrementen infiziert haben, denen sie gemeinsam oder auch räumlich getrennt ausgesetzt waren. Bisher ist noch kein Fall aufgetreten, bei dem ausgeschlossen werden konnte, dass Patient B nicht auch Exkrementen der Reservoirtiere ausgesetzt war.
Daher ist auch das Andes-Virus wahrscheinlich eine reine Anthropozoonose (eine nur vom Tier auf den Menschen übertragene Krankheit). Dafür spricht auch die Dynamik der Verbreitung des Virus im Menschen, die niemals exponentielles Wachstum gezeigt hat, wie das bei viralen Epidemien, die von Mensch zu Mensch übertragen werden, der Fall ist. Bei reinen Anthropozoonose ohne den Menschen als Überträger bleiben die Infektionsereignisse sporadisch und an den zufälligen Kontakt mit von Tieren ausgehenden Erregern gebunden. Nur wenn ein Erreger leicht von Mensch zu Mensch übertragen werden kann, ergibt sich das typische epidemiologische Muster, wie wir es von der Grippe kennen. Aus ähnlichen Gründen hat es, nebenbei gesagt, auch nie eine HIV-Epidemie gegeben, der Anteil der mit dem Virus infizierten Bevölkerung war und ist wegen der sehr unwahrscheinlichen und schwierigen Übertragung (ausschließlich Analsex mit einem frisch infizierten Partnern oder über intravenösen Drogenkonsum mit gemeinsamer Nadelnutzung) konstant. Die Evidenz für eine anthropogene Transmission ist beim Antesvirus schwach.
Dass das Virus sich so entwickeln könnte, ist sehr unwahrscheinlich, da es zu erheblichen Veränderungen des Virusgenoms kommen müsste, damit der Mensch zum Reservoirwirt dieses Virus werden könnte. Denn erstens ist die Virulenz von Viren (nicht aber von anderen Erregern, die wie Malaria Mensch und andere Wirte haben) in ihren Reservoirwirten sehr gering, so dass die Erreger sich endemisch über ein weitgehend harmloses Syndrome verbreiten können wie SARS-CoV-2, anstatt wie die Hantaviren zu schweren und oftmals tödlichen Syndromen zu führen. Zweitens geschieht es nur sehr selten, dass ein Erreger den Sprung zu einer weiteren Species schafft; zu viele Parameter müssen sich verändern. Dies geschieht oftmals nur, wenn es über eine lange Zeit zu sehr vielen Infektionen des neuen Wirts kommt, da dann die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten der für die Entstehung der anthropogenen Transmission seltenen Mutationskonstellation ansteigt. Davon kann bei den selten auftretenden Hantavirusinfektionen nicht die Rede sein.
Impfstoff gegen Hanta?
Brauchen wir angesichts der hohen Virulenz dieser Virusfamilie Impfstoffe gegen diese Viren? Sicherlich wären Impfstoffe für Risikogruppen, die in Gegenden und Berufen arbeiten, wo es zu einer erhöhten Exposition kommt, wünschenswert. Der Virologe Jay Hooper arbeitet seit mehr als 30 Jahren daran, so einen Impfstoff zu entwickeln, doch war das für die Impfung von Soldaten vorangetriebene Vorhaben bisher nicht von Erfolg gekrönt. Das hat viele Gründe, beispielsweise gab es lange Zeit kein gutes Tiermodell für die Infektion. Bisher wurden für drei Virusarten, nämlich Andes, Hantaan and Puumala, Phase-I-Studien durchgeführt, doch war die Immunogenität der verwendeten Eiweiße nicht gut. Da es nur selten zu Erkrankungen kommt, ist es auch schwierig, eine statistisch ausreichend aussagekräftige Phase-2-Studie durchzuführen. Parallel wird auch an einer Passivimmunisierung als Behandlungsstrategie für Infektionen gearbeitet. Der Weg ist noch weit. Da das kommerzielle Potenzial für diese Impfungen klein ist, wird kaum daran geforscht.
Die Forschung bei Moderna zu dem Thema, die das Ziel hat, Impfstoffe gegen das Virus auf modRNA-Basis zu entwickeln, ist mit Sicherheit abzulehnen, da wir wissen, dass modRNA als Impfplattform für die Primärprophylaxe grundsätzlich ungeeignet ist. Wegen der Seltenheit der Erkrankung und mangels anthropogener Übertragung wird ein Impfstoff auch viel weniger dringlich gebraucht als bei anderen Infektionskrankheiten.
Panik wegen „Hanta” ist jedenfalls nicht angesagt, genauso wenig wie bei COVID. Während COVID endemisch, aber weitgehend harmlos war, sind Hantaviren zwar sehr gefährlich, aber eben auch sehr selten. Medizin ist leider kein Wunschkonzert. Wie sagten einst die Briten? Keep calm and carry on.
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Beitragsbild: Stefan Brending, Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de, CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons
Impfung diesmal bitte als Zäpfchen. Die Leute wollen es doch so. War zumindest mein Eindruck bei der Coronachose. Symbolik ist alles.
Na – v.d.Laien wird es sicher schaffen, über eine neue Nötigung der EU-Bevölkerung den Pharmaunternehmen weitere Milliarden in die Kassen zu spülen.
Kontolliert eigentlich irgend jemand die Finanzen dieser EU-Diktatorin und – vor allem – deren zahlreicher Familien-/Clanmitglieder?
Gut – rein rhetorische Frage. An den SMS-Skandal sei erinnert…
Hallihallo, die wochenlang nicht abgeholten (Sperr)Müllhaufen, in Berlin z.B., könnten schon ein Paradies für Nager sein. Zumal es in bestimmten Kreisen Mode ist, von oben durch die Fenster Pizzareste usw. nachzuwerfen.
Kurzgedanken: was, wenn nicht Ghebreyesus, sondern Lauterbach WHO-Direktor wäre?
Von Viruspanik weiß ich nichts. Ohne MSM lebt man stressfreier.
Stammt das Virus nicht aus dem Gain-of-Function-Labor, hat die Impfmafia keine Genspritzsn parat, die sie uns als Impfung verkauft. Alles gut beim Hantavirus.
Wir warten ab. Man sollte eine gute Gelegenheit nie verpassen …
Das Robert Koch Institut RKI hat „Handreichungen für den Öffentlichen Gesundheitsdienst“ veröffentlicht, der Quarantäne für Kontaktpersonen vorsieht- „RKI 8.5.26 Quarantäne von Kontaktpersonen nach möglicher Exposition gegenüber Andes-Hantavirus“. Der Maßnahmenkatalog dieser „Handreichungen“ erinnert fatal an den Maßnahmenkatalog während der Zeit der Ausgangssperren und der Maskenpflicht und klingt ziemlich repressiv. Währenddessen steigen die Infektionszahlen bei Affenpocken und anderen Geschlechtskrankheiten rasant „BILD 5.5.26 Erstmals Frau in Berlin an Affenpocken erkrankt.“ Spitzenreiter bei Geschlechtskrankheiten ist Berlin, siehe Internet zu „Geschlechtskrankheiten Deutschland Hotspot“. Von allen deutschen Städten und Regionen gibt es keine, in der 2025 so viele Fälle von Syphilis, HIV, Tripper etc. gemeldet wurden wie in Berlin. Artikel „Berliner Kurier 12.1.26 Berliner Stadtbezirk ist bundesweit Erster bei Geschlechtskrankheiten,“. Es führt der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf mit grüner Bürgermeisterin, gefolgt vom Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg mit grüner Bürgermeisterin und Bezirk Mitte, ebenfalls mit grüner Bürgermeisterin, Passenderweise findet am 24. und 25.6.26 in Berlin das „Großevent“ Christopher Street Day statt, erstmals an 2 Tagen und mit mehreren hunderttausenden Teilnehmern. Geplant ist auch „ein abwechslungsreicher Demokratieabend“. Die Organisatoren rufen dazu auf, „bei den kommenden Wahlen Parteien zu wählen, welche die Würde des Menschen als unantastbar achten und die Regenbogenhauptstadt erhalten und weiterentwickeln wollen“. Bei diesem „Großevent“ werden bekanntermaßen allerlei Körperflüssigkeiten oral, vaginal und anal gegen- und wechselseitig ausgetauscht. Die Würde von Affenpocken, Syphilis, HIV, Tripper etc. aber
ist unantastbar, sie haben ein Recht sich ohne Quarantäne diskriminierungsfrei auszubreiten, auch auf die Gefahr hin, das sich multitresistente Keime entwickeln, gegen die es keine Medikamente mehr gibt und geben wird.
Was Sie nicht beschreiben und auch nicht als Ihre Recherche-Aufgabe ansehen, ist die Frage, ob diese Verstorbenen sich auf dem Schiff infiziert haben oder bei einem Zwischenstop auf den Kapverden oder evtl schon in Ushuaïa. Ich las diverse Leserkommentare, dass diese Schiffe unbedingt zu neiden seien, die ich als Schwachsinn empfand, da gar nicht bekannt gegeben wurde, wo die Passagiere sich infiziert hatten. Man kann sich jederzeit mit allem an Land anstecken. Der Hygienestatus solcher Schiffe sollte jedenfalls durchleuchtet werden. Ich nehme eher an, dass er hoch ist.
Ansonsten sagte schon mein seliger Vater, dass wir tote Ratten oder auch Amseln im Garten nicht anfassen, den Hund reinholen und Bescheid geben sollten. Er entsorgte sie dann mit Maske und Handschuhen. Es ist lange bekannt, dass Nager Krankheiten tragen, Vögel und Katzen ebfs. Der einzige in diesem Punkt zuverlässige Hausgenosse ist der Hund, den manche als schmutzig ansehen. Katzen z.B. können die Pest übertragen nach Verzehr einer entsprechenden Ratte, schon vorgekommen, USA.
Der Hype um die Impfungen vernachässigt simple Hygienevorschriften und Wissen darum.