Nein, es stimmt nicht, dass unsere regierenden Politiker nicht wissen, was sie tun, weil sie fast ausnahmslos ein Rad abhaben. Das haben sie schon. Doch sind sie gleichwohl gescheit genug zu erkennen, dass sie nicht mehr ganz gescheit sind. Um das Volk mit dieser Einsicht nicht unnötig zu beunruhigen, der Panikmache keinen Vorschub zu leisten, heuern sie gern externe Berater an. Wo sie selbst nicht mehr ein noch aus wissen, von Tuten und Blasen keine Ahnung haben, sollen diese helfen, den intellektuellen Notstand zu vertuschen, die Karre aus dem Dreck zu ziehen. So ist es gang und gäbe im Verteidigungs- oder im Arbeitsministerium und nun auch beim BAMF.
Auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat sich zur Bewältigung der Flüchtlingskrise Rat von außen eingekauft. McKinsey, spezialisiert auf „Unternehmens- und Strategieberatung“, soll mit seinem fachlichen „Input“ den Nachweis für die Kompetenz einer Behörde erbringen, deren Personal in den vergangenen Monaten um 1.700 Mitarbeiter, von 4.800 auf 6.500 aufgestockt wurde. Nicht eingerechnet die Schaffung von 1.000 befristeten Stellen in der Notlage. Die zusätzlich an Bord geholten Berater sind jetzt beauftragt, Konzepte für die Rückführung nicht anerkannter Flüchtlingen in ihre Heimatländer zu entwickeln. Mit anderen Worten, sie sollen dem Amt erklären, was seine Mitarbeiter tun müssen, um geltende Gesetze anzuwenden.
Nach Recherchen des „Spiegel“ belaufen sich die Kosten dafür bisher auf gut 20 Millionen Euro: 15.5 für die direkte Beratung des Bundesamtes und weitere 4,96 für die Unterstützung des gemeinsamen „Arbeitsstabes“ von BAMF und BA, der Bundesagentur für Arbeit, die ihrerseits (Stand 2015) über 96.300 festangestellte Mitarbeiter verfügt. Zusätzliche 1,1 Millionen, den Gegenwert von 488 Arbeitstagen, hat McKinsey den staatlichen Stellen als „Rabatt“ erlassen. Für folgende Aufträge - es geht um etwa 42.400 Beratertage - gilt das Unternehmen damit als „gesetzt“.
Umsonst war die Investition keineswegs. Ist es doch immerhin gelungen, bis dato 13.743 nicht anerkannte Flüchtlinge wieder außer Landes zu bringen. Rechnet man die Gesamtsumme der Kosten auf diese Zahl um, ergibt das ein Beraterhonorar von 1.455,28 Euro pro Abschiebung.
Wenn Sie das für einen Skandal halten, dann übersehen Sie, dass es hier gar nicht so sehr um den Einzelfall als vielmehr darum geht, den guten Ruf unserer Regierung zu wahren - das Ansehen eines Irrenhauses, in dem die Insassen selbst die Leitung der Anstalt übernommen haben. Dank der großzügigen Finanzierung durch den Steuerzahler handelt es sich somit um eines der größten Projekte des Sozialstaates. Für das Wohlergehen und die Reputation seiner Repräsentanten sollte uns kein Berater zu teuer sein.

Wer wird in dieser Regierung eigentlich noch (hochdotiert) beschäftigt, wenn man eine Unternehmensberatung für ca. 20 Mio. Euro zusätzlich zu Rate ziehen muss, um geltende Gesetze umzusetzen? Wohlgemerkt: geltende Gesetze! Wahrscheinlich fehlt mir als 'doofer Bürger' nur einfach der Verstand dazu. Aber Frau Merkel hatte ja schon gesagt, dass sie ihre 'Politik' nur ein bisschen besser erklären muss, damit es 'der Bürger' versteht. Ich warte...
Wenn eine Regierung und ein Parlament unfähig sind ihren Job zu machen, gibt es eine einfache Regelung: Rücktritt und Neuwahlen. Nichts anders.
Der ganzen Sinn und Zweck der Unternehmensberater ist es, bei anstehenden Entlassungen, oder wie hier bei Abschiebungen, als Ausrede herzuhalten. "Das müssen wir so machen, das haben die Berater gesagt. Und die müssen es wissen, die kosten viel Geld. "
Welchen guten Ruf um alles in der Welt meinen sIe?? Dass eine deutsche Regierung einen guten Ruf hatte, das ist schon wenigstens eine Generation her.
Was steht auf dem Spiel?
In dem sonst so lautlosen Medienwald (Ausnahme diese Website) ist es so befreiend, solche Artikel zu lesen. Einer der offen sagt: Ihr irrt nicht! Der König hat tatsächlich keine Kleider an. Danke!
"Guter Ruf der Bundesregierung"? Welche meinen Sie bitteschön?