Jetzt ist er da, der große Katzenjammer der Konservativen. Während die letzten Jahre unter dem Zeichen jener Erfolge standen, welche von oft schillernden und meist des Populismus bezichtigen Persönlichkeiten wie Trump, Johnson, Salvini, Le Pen, De Wever, Baudet, Gauland, Orban und Kaczyński erzielt werden konnten, hat nunmehr der Gegenangriff des Establishments eingesetzt: Die Republikaner in den USA wurden, wie es scheint, geschlagen und mögen vor einer Spaltung stehen, der Brexit ist immer noch nicht umgesetzt, Salvini ist der Durchbruch zur Macht nicht gelungen, der Rassemblement National ist in einer tiefen inneren Krise, die flämische NVA wird gerade massiv von rechts überflügelt, inwieweit sich das FvD von einer Einmann-Partei zu einem dauerhaften Akteur durchsetzen kann, bleibt noch zu sehen, die AfD ist im selbstverschuldeten inneren Zerfall begriffen, Ungarn ist fast ganz isoliert, und der Mythos vom erzkatholischen Polen ist durch die jüngsten Ausschreitungen im Land gebrochen. Überall in der westlichen Welt hat sich gezeigt, dass ein „populistischer“ Sieg gegen die Übermacht von Medien, Verwaltung, Bildungssystem und politischer Elite meist nur ein Überraschungserfolg sein kann, der lediglich mit großer Mühe, strategischem Weitblick und vor allem kulturpolitischem Engagement mittelfristig erhalten und ausgebaut werden kann – und daran mangelt es meist in geradezu dramatischer Weise.
Die Übermacht des linksliberalen Polit-Konsenses ebenso unterschätzt zu haben wie die Effizienz, mit der sie ins Feld geführt wird, war ein gewaltiger, aber letztlich abzusehender Fehler und liegt zu einem gutem Teil begründet in der inneren Zerrissenheit jener „alternativen“ Kräfte: Teils laizistisch-neoliberal, teils destruktiv-demagogisch, teils gläubig-konservativ ausgerichtet, alles zudem im Spannungsfeld zwischen nationalistischem und abendländischem Patriotismus, fehlt es ihnen meist an einem wirklich glaubhaften politischen Profil jenseits einer bloßen Ablehnung des gegenwärtigen Status quo und somit auch an der Begabung zur realistischen Analyse der gegenwärtigen Machtverhältnisse.
Und so erschöpft sich denn auch ihre politische Tätigkeit dort, wie sie an die Macht gelangen, wie etwa während der vier Jahre der Trump-Präsidentschaft, bestenfalls auf eine bloße Stabilisierung der vorgefundenen Verhältnisse und dringt nur selten zu einer wirklichen inneren Umgestaltung um. Doch vor allem: Neben einem Mangel an ideologischer Solidität fehlt meist auch das, was heute am meisten zählt: glaubhafte und charismatische Vertreter, welche durch ihr persönliches Beispiel beim Bürger jenen dringend nötigen persönlichen Vertrauensvorschuss beanspruchen können, welche die Leitmedien ihren Bewegungen meist vorenthalten.
Nun wird der Konservatismus in Westeuropa wohl auf viele Jahre hinweg nur wenig Erfolgschancen haben – Jahre, die zu den entscheidendsten gehören, die auf das Abendland je zugekommen sind. Nur im Osten Europas, wo die populistischen Bewegungen stärker als anderswo auf einem Substrat traditionalistischen, patriotischen und religiösen Denkens und Fühlens aufbauen können, das im Westen schon fast ausgestorben ist, mag sich eine Insel angeblich „illiberaler“, sich also dem linksliberalen Meinungskonsens verweigernder Demokratie weiter halten. Doch es fragt sich sowohl, wie lange dieses Substrat noch existieren wird, als auch, wie lange diese Bewegungen dem Druck aus dem Westen noch standhalten können; vor allem jetzt, wo die Verquickung von „Rechtsstaatsmechanismus“ und Subsidienzahlung die Bürger in Geiselhaft nimmt, um sie zu zwingen, ihre Regierungen zu stürzen, und wo gleichzeitig auch die USA mit der Episode wohlmeinender Neutralität angesichts konservativer Bewegungen in Europa abschließen und vielmehr auf den Kurs von Brüssel und Berlin einschwenken werden.
Die Gewaltenteilung zugunsten politisch korrekter „Haltung“ aufgehoben
Vielleicht haben Rückschlag und Katerstimmung aber auch etwas Gutes. Zuerst machen sie deutlich, dass die vorübergehend gehegte Hoffnung, mithilfe rechtsstaatlicher Instrumente auf Augenhöhe mit den etablierten Parteien Politik mitbestimmen zu können, grundlegend naiv war. Denn jener Rechtsstaat ist überall im Westen bereits lange von seiner ursprünglich überparteilichen und neutralen Ausgestaltung so stark in linksliberaler Weise umgeformt worden, und somit auch die Gewaltenteilung zugunsten des Imperativs politisch korrekter „Haltung“ aufgehoben worden, dass es eben mehr bedarf als einiger Wahlsiege, um das Wählermandat auch effektiv umsetzen zu können. Man könnte daher viele angebliche Populisten geradezu als „letzte Demokraten“ bezeichnen, da sie in schon fast atavistischer Naivität den Blick ausschließlich auf Institutionen und Mechanismen richten und diese weiterhin aus dem geistigen Horizont der 1980er begreifen, dabei aber völlig übersehen, dass die echte Macht anderswo generiert wird, vor allem dort, wo die öffentliche Meinung geprägt wird.
Dies verstanden zu haben, ist sicherlich ein großer Vorteil jener linksliberalen Kräfte, und es ist Nancy Pelosi vollkommen zuzustimmen, als sie am 6.11.2020 auf einer Pressekonferenz auf die Frage, inwieweit sich die „Große Transformation“ der USA gegen einen republikanischen Senat durchsetzen ließe, Abraham Lincolns wegweisende Worte zitierte: „Public sentiment is everything. With it you can accomplish almost anything; without it, practically nothing.” Dies ist eine Realität, welche viele Konservative nicht wahrhaben wollen, da es ihnen instinktiv um Wahrheit, nicht aber um Mehrheit geht; und doch kann eine Missachtung dieser Maxime gerade in den heutigen Zeiten früher oder später nur zur Niederlage führen. Bedenkt man zudem die faktische Unmöglichkeit eines neuen, Jahrzehnte dauernden „Marschs durch die Institutionen“, ist die Folgerung hieraus klar: Nur wenn Konservative eine eigene, alternative Medienlandschaft mit allem, was dazugehört, schaffen, können sie auf Erfolg hoffen. Freilich darf es hierbei nicht darum gehen, die existierenden Institutionen nur zu imitieren; vielmehr muss ein ganz eigener Zugang gefunden werden, um sittlichen Idealismus und politischen Pragmatismus zu vereinen und gleichzeitig publikums- und stilbildend zu wirken.
Dazu gehört auch ein weiterer Punkt, der in der Zukunft zunehmende Bedeutung erlangen wird: In dem Maße, wie der Staat vor allen wirklichen Konfliktfeldern – soziale Polarisierung, ethnische Konflikte, Finanzkrise, Desindustrialisierung, demographischer Umbruch, Landflucht, etc. – die Augen verschließen und bloße Klientelpolitik betreibt, wird sich der wahre politische Kampf zunehmend auf die Straße verlagern und jenen Kräften Vorteile verschaffen, welche ihre Fähigkeit zur Herstellung von Ruhe, Ordnung und Gerechtigkeit aktiv und notfalls auch parallel zu den zerfallenden staatlichen Strukturen unter Beweis stellen. Welchen Erfolg diese Taktik bereits den sogenannten „Parallelgesellschaften“ beschert, braucht hier wohl kaum in Erinnerung gerufen zu werden: Im Zweifelsfall ist die direkte Tat immer glaubwürdig als Zögern oder sterile Kritik. Der Konservatismus darf sich daher nicht mehr damit begnügen, bloß auf nationaler Ebene Fundamentalopposition zu betreiben und auf einen künftigen Überraschungssieg zu hoffen: Er muss sich selbst als „Parallelgesellschaft“ wahrnehmen und somit die entsprechenden Strukturen schaffen, um auch auf lokaler Ebene zu agieren und jene Ideale, für die er einzutreten vorgibt, selbst vorleben.
Die kommenden Jahre werden hart
Eine weitere positive Folge ist, dass der politische Umbruch in den USA auch dem letzten Konservativen in Europa zeigen wird, dass ihr Erfolg nur aus eigener Anstrengung, nicht aber dank äußerer Unterstützung erzielt werden kann (was sich auch jene allzu zahlreichen Russophilen zu Herzen nehmen, welche ihrerseits in Vladimir Putin den ultimativen Beschützer der eigenen Träume sehen und eines Tages ebenso schmerzhaft und verloren aufwachen könnten wie die Transatlantiker). Ein traditionsbewusstes Europa hat nur dann eine Chance, wenn die europäischen Konservativen ihre nationalen Streitigkeiten als zweitrangig angesichts der übergeordneten Bedrohung der abendländischen Kultur durch die globalistische Weltzivilisation empfinden und dementsprechend auch ihre Prioritäten setzen.
Denn die gegenwärtige Niederlage des westlichen Konservatismus ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass die mediale Greuelkampagne, welche Konservatismus mit Nationalismus und Chauvinismus gleichsetzt, zum einen nicht in allen Fällen völlig unberechtigt ist, zum anderen von den Adressaten selbst nicht überzeugend genug desavouiert wird: Erst wenn die Ehrlichkeit einer gesamteuropäischen konservativen Partnerschaft ebenso über alle Zweifel erhaben ist wie die der politisch korrekten Kräfte, mag eine Chance bestehen, die Dichotomie zwischen „Nationalismus“ und „Globalismus“ zugunsten eines abendländischen Patriotismus zu durchbrechen.
Und natürlich muss es in den nächsten Jahren endlich um die inhaltliche Festigung des Konservatismus gehen: Es mag für eine gewisse Zeit ja angehen, politischen Zuspruch aus reiner Fundamentalopposition zu beziehen und sich als Sammelbecken für alle alternativen Kräfte zu präsentieren; langfristig aber kann keine Partei sowohl liberal als auch sozial, sowohl laizistisch als auch transzendent, sowohl nationalistisch als auch abendländisch aufgestellt sein; und wenn auch eine gewisse innere Flexibilität durchaus vonnöten sein mag und ideologische Widersprüche durch vertrauenswürdige Führungspersonen überspielt werden können, muss es doch früher oder später zu einer grundsätzlichen Entscheidung zwischen diesen Polen kommen, die, wie mir scheint, nur zugunsten des zweiten Pols ausfallen kann, wenn sie nicht nur eine bloße Restitution eines heillos veralteten, spätestens seit den 1990ern an ihren inneren Widersprüchen zugrunde gegangenen Status quo erzielen will.
Die kommenden Jahre werden hart, sehr hart werden für Konservative im Westen – doch sie mögen auch den Vorteil einer inneren Selbstfindung bergen, wenn die entsprechenden Lehren aus den gegenwärtigen Niederlagen gezogen werden. Nimmt man an, dass viele, welche diese Bewegungen nur aus rein opportunistischen Gründen unterstützt haben und im Gegenzug für materielle Vorteile allzu große Kompromissbereitschaft gezeigt haben, jetzt das scheinbar sinkende Schiff verlassen werden, bietet sich möglicherweise auch die Gelegenheit zu einer personellen Festigung um einen Kern wirklicher Idealisten.
Schaffung einer alternativen Öffentlichkeit
Freilich birgt diese Möglichkeit auch die Gefahr einer Abwanderung kompetenter und exponierter Persönlichkeiten zugunsten jener Hitzköpfe, die nichts zu verlieren haben. Hier sollte sicherlich bedacht werden, dass die gegenwärtigen Niederlagen nicht zuletzt auch den Stilfehlern der Konservativen zuzuschreiben sind, welche sich in Ermangelung eigenen Personals allzu gerne mit jenen schillernden Populisten verbündet haben, deren tatsächliche Lebensführung in offensichtlichem Kontrast zu ihren Aussagen stand und das ganze Projekt einer echten, seelischen Regeneration des Abendlands von Anfang an in eine bedenkliche Schieflage brachten. Hier in Zukunft weise abzuwägen und langfristige Vorbildhaftigkeit nicht irgendwelchen kurzen medialen Erfolgen zu opfern, wird daher sicherlich eine weitere und nicht die unwichtigste Lehre aus der gegenwärtigen Krise sein.
Der künftige Erfolg ist also – so müssen wir folgern – nicht bzw. nicht primär auf dem traditionellen Feld demokratischer Prozesse zu gewinnen, sondern vielmehr auf dem der Schaffung einer alternativen Öffentlichkeit, der konkreten Umsetzung von Gerechtigkeit und Ordnung in fest umrissenen Bereichen, der intensiven gesamteuropäischen Zusammenarbeit, der ideologischen Festigung und der Förderung vorbildhafter Persönlichkeiten. Erst dann wird es möglich sein, jene kollektive Bewusstseinsänderung hervorzurufen, die einzig fähig ist, den mentalen in einen politischen Erfolg umzuwandeln – und die Zeit wird hier sicherlich zum Vorteil der Konservativen ausfallen, da die ultimative Menschenfeindlichkeit und Gottesferne des Globalismus mit jedem seiner Siege zunehmend zum Vorschein treten wird.
Prof. Dr. David Engels unterhält eine Forschungsprofessur am Instytut Zachodni in Posen, wo er verantwortlich ist für Fragen abendländischer Geistesgeschichte, europäischer Identität und polnisch-westeuropäischer Beziehungen.
Beitragsbild: The White House Flickr via Wikimedia Commons
Man muss wohl erstmal erzählen, was „konservativ“ überhaupt bedeutet, da gibt es vermulich völlig unterschiedliche Vorstellungen. Konservativ suggeriert, alles zu konservieren - aber das wird dem heutigen „Konservativen“ nicht gerecht, weswegen man auch meist zum Label „konservativ-liberal“ greift. Mir persönlich wäre der Begriff „rational“ lieber, oder eben „rational-liberal“: als Synonym für gesunden Menschenverstand (wenn es schon einen Aufkleber braucht). Rationales, verantwortungsvolles Handeln bedeutet für mich: Bewährtes erhalten und über Generationen hinweg weiterentwickeln, dabei immer einen freien Geist und Raum für Neues bewahren. Diese Haltung ist genau die Abgrenzung zu den ganzen kollektivistischen, sozialistischen, islamistischen, kindlich-naiven Friede-Freude-Firlefanz-Bewegungen, welche mit ideologischen Zwangsjacken herumlaufen, alles niederbrennen wollen, um ihre „Utopien“ zu verwirklichen - und dann auch noch unter „linksliberal“ firmieren. Nun war es - und das ist die schlechte Nachricht - bisher in der Geschichte leider immer so, daß der gesunde Menschenverstand erst siegt, wenn der Mensch vor der Trümmern seiner Utopien steht.
Auf diesen Artikel warte ich schon seit Jahren. Er trifft genau das Problem der Konservativen in der westlichen Welt: das Fehlen einer konservativen Öffentlichkeit in Form von Medien, Kultur, Bildung und in den Behörden. Mir kam hier sofort der im Januar 1978 an der TU Berlin tagende TUNIX-Kongress des gesamten linken 68er Spektrums in Erinnerung. Die Linken suchten damals eine Strategie zur Etablierung und Unterwanderung der konservativ und institutionell dominierenden Mehrheit der Bundesrepublik, die selbst auch auf Seiten der sozial-liberalen Koalition zu finden war. Der TUNIX-Aufruf hatte zum Ziel, den Marsch durch die Institutionen mit Gründungen von Einrichtungen, Initiativen und Programmen, im Stile einer Graswurzelbewegung zu sondieren und realpolitisch (Gründung Alternativer Listen und im weiteren der Grünen) auf den Weg zu bringen. Ein Marsch, der sich mittlerweile wie ein Virus im Westen in jedes zu Tage tretende Denkmuster eingenistet hat und der die Reste konservativer Zivilisations- und Kulturäußerungen förmlich erstickt. Die konservativen Kräfte müssen endlich ein Gegenmodell für dieses erdrückende und unterdrückende, alternativlose sozialistische Gegenmodell starten. Ruft alle freiheitlichen, konservativen Kräfte auf zu einer konservativen Modernisierungs-Bewegung. Schafft eine Öffentlichkeit, mit freien Medien und konservativen Institutionen. Verbreitet diese Ideen in den Schulen, Universotäten und Behörden, bei den Pfaffen, den Richtern und Staatsanwälten. Es geht um nichts anderes, als um die Ziele der Aufklärung und der Freiheit und mittlerweile um die Verteidigung der selben aus dem Würgegriff des kulturmarxistischen Mainstreams. TUWAS!
Der Autor ist Althistoriker. Althistoriker haben i.d.R. ein tieferes Verständnis für den Charakter historischer Prozesse. Aber wo in der Geschichte haben Konservative die Macht zurückerobert, nicht nur im vordergründig vorübergehenden, politisch, materiellen Sinn, sondern auch im kulturellen? Schon die Selbstbezeichnung als Bewahrer macht klar, dass sie keine eigenen, in die Zukunft weisenden Ziele haben. Konservative können und wollen nur den unabwendbaren Wandel verlangsamen, kontrollieren und in seinen Extremen dämpfen. Die kulturelle Hegemonie können Konservative nie gewinnen. Nur wenn sie ein Bündnis mit einer "progressiven", im Sinne von zu neuen Ufern strebenden Kraft eingehen, können "konservative", also bewahrenswerte Werte gerettet werden. Es wird nicht mehr lange dauern, da sind unsere heutigen "Links-alternativen" der konservative Part. Deren Werte werden die Werte von gestern sein. Konservative, denen es nicht um Restauration sondern im Bewahrung von Bewahrenswertem im unaufhaltsamen Wandel geht, könnten eine Chance bekommen im Zusammenhang mit den völlig neuen Herausforderungen, die mit der IT auf uns zukommen und mit der die heutige Jugend konfrontiert sein wird. Es werden konservative Werte in einem neuen Outfit werden, wenn überhaupt. Aktuell bin ich erstmal froh, dass es die AfD gibt, wenn sie auch eine rein restaurative Partei ist und daher auf Dauer keine Chance hat. Für meine Lebensperspektive ist sie besser als nichts.
Klar. Eine alternative Öffentlichkeit schafft man, indem man einen vernünftigen Konsens pflegt und strikt die Leute ausläd, welche diesen nicht plegen. Das bedeutet, dass man sich mit Gleichgesinnten befasst und nicht mit den Idioten. Wer Klimawandelthesen, Multikulti- und Genderideologien nachplappert und kommunistischen One-World-Phantasien anhängt, ist von vornherein rauszuhalten. Nennt man Distanz.
Den Hauptgrund für diese linken "Erfolge" der letzten Jahren haben Sie, Herr Engels, aber schön unterschlagen: die skrupellose Anwendung von Lug und Trug durch die Linke, und das nicht erst seit dem unübersehbaren massiven Wahlbetrug in den aktuellen US-Wahlen. Lügen, Täuschen, Unterschlagen, aber auch Manipulieren, Erpressen und Drohen waren schon immer die Mittel der Wahl der Linken, nur so konnten sie ihren "Marsch durch die Institutionen" erfolgreich gestalten, da es ihnen schon immer an Leistung und Können mangelte. Vor einiger Zeit hat ein schottischer Professor, der in den USA an einer renommierten Universität eine Position innehat, den Unterschied zwischen den noch wenigen verbliebenen "konservativen" (sprich klassisch-liberal, konservativ, humanistisch, gebildeten) Professoren und ihren linken Feinden im Establishment skizziert: die Übernahme durch Letztere konnte erfolgen, weil die "Konservativen" jeden Tag fleißig arbeiten, ernsthafte Forschung betreiben und mit Umsicht und Akribie Buch nach Buch produzieren. Abends, nach getanem Tagwerk gönnen sich diese "konservativen" Professoren dann gerne eine gute Flasche Wein und genießen auch die schönen Seiten des Lebens. Die Linken dagegen investieren fast ihre gesamte "Arbeitszeit" in PERSONALPOLITIK, d.h. sie drängen in Gremien und Ausschüsse, oder gründen solche, um diese Platformen dazu zu nutzen, "ihre" Kandidaten bei der nächsten anstehenden Postenvergabe durchzudrücken. Dass "Feminismus", "Genderismus", "Diversität", "soziale Gerechtigkeit", "Quoten" nur reine Machtmittel sind ohne wirkliches Interesse für das Schicksal Einzelner, sollte inzwischen jeder Depp verstanden haben. Mit diesen Instrumenten haben die Linken ihre Konkurrenten über die letzten Jahrzehnte aus den entscheidenden Positionen gedrängt. Aber Linke haben einen starken Verbündeten: der Neid und das Ressentiment der Faulen und Nichtskönner auf die durch eigene Kraft Erfolgreichen. Deshalb werden sie von großen Teilen gewählt.
Volle Zustimmung zur Erkenntnis eigene Strukturen aufbauen, selbst Parallelgesellschaft werden zu müssen. Die Chancen für Konservative sehe ich einen Hauch optimistischer, seit ich ab und zu in eine Querdenken-Telegrammgruppe reinschaue. Zwar ist auch dort die Urteilskraft futsch, s. personalisierende Narrative zur Krise, aber eben auch das Vertrauen in die aktuell Herrschenden und damit ist nicht nur Merkel gemeint, die Leute schmeißen auch ihre Grönemeyerplatten weg. Ein Anfang, wie ich meine.
Es ist eine Schlacht zwischen Individualismus und Kollektivismus, die da geschlagen wird. Dem entspricht der Widerspruch zwischen Nationen und Global Governance. Man kann das exemplarisch an vielen Feldern zeigen. Das gestern beschlossene Infektionsschutzgesetz ist ein Beispiel dafür. Grundrechte sind Individualrechte. Wer sie aussetzt, um sie dem Einzelnen zugunsten eines irgendwie definierten Kollektivs (der Allgemeinheit, der Alten, der Schutzbedürftigen) zu nehmen, ist Kollektivist. Konservative müssen sich unbedingt für den Individualismus entscheiden. Damit stehen sie im Widerspruch zur technologischen Entwicklung der "sozialen (!) Netzwerke", welche geradezu die Zuspitzung des kollektiven Bewußtseins sind. Fatal ist es für sie, daß auch Nationen, der eigentliche Hort der Demokratie, Kollektivgebilde sind, und daß Sozialstaaten dazu tendieren, die Abhängigkeit der Individuen von staatlichen Mittelzuweisungen derartig auszuweiten, daß individuelle Lebensentwürfe, die auf Wettbewerb beruhen, annähernd unmöglich gemacht werden, durch ständige Ausweitung der Abgaben einerseits, und Behinderung der individuellen Vorsorge andererseits. Wen trifft denn der Lockdown am härtesten? Die Selbständigen, die, die bisher eigenverantwortlich ihr Leben gestalten wollten. Und wer profitiert? Abhängig Beschäftigte, die mit Kurzarbeitergeld über Wasser gehalten werden, sowie diejenigen, die schon bisher von staatlicher Unterstützung lebten, und natürlich alle Staatsdiener und Politiker. Wenn Freiheit und Wettbewerb ständig als nachteilig erlebt werden müssen, weil man sie im Erfolgsfall durch maximale Umverteilung behindert und im Mißerfolgsfall und in selbstgemachten Krisen durch unterbliebene Unterstützung bestraft, verlieren sie ihre Fürsprecher bis hinein in konservative Bevölkerungsschichten, weil sie offensichtlich nachteilig sind.