Die konservative britische Regierung unter Premier Rishi Sunak wagt das Unerhörte: Sie legt sich mit dem internationalen grünen Establishment an. Wenn das Schule macht, ist die politische Lufthoheit der Klima-Ideologen gefährdet. Die Zeichen dafür mehren sich. Entsprechend hysterisch reagiert der öko-industrielle Komplex.
Premierminister Rishi Sunak sprach vorgestern mit Trauerstimme, in der Sache aber entschlossen eine Wahrheit aus. Die britischen Wähler, so Sunak, würden gegen Pläne für einen Netto-Null-Emissionswert bis 2050 revoltieren, wenn die Politiker nicht ehrlicher und „realistischer“ in Bezug auf die damit verbundenen Kosten seien.
Aus diesem Grund gab er einen ganzen Katalog von Korrekturen an der auch in Großbritannien ausufernden Öko-Planwirtschaft bekannt, hier nur die wichtigsten: Er verschob das Verkaufsverbot für neue Benzinautos von 2030 auf 2035, das Verkaufsverbot für neue Ölkessel von 2026 auf 2035. Außerdem versprach er, keine neuen Steuern einzuführen, um den Verzehr von Fleisch oder das Fliegen zu erschweren und schloss Anordnungen für Autofahrer zur Bildung von Fahrgemeinschaften aus.
Das ist gewiss keine Konterrevolution, die britischen „Net Zero“-Ziele bleiben grundsätzlich unangetastet. Es ist aber zumindest eine Anerkennung der Realität: Die Menschen in Großbritannien sind nicht mehr bereit, dabei zuzusehen, wie sie für eine undurchsichtige Klima-Ideologie täglich ärmer gemacht werden. Sunak ist offensichtlich zu der Einsicht gekommen, dass ein Festhalten an der bisherigen Klimalinie angesichts der Wahlen im kommenden Jahr politischer Selbstmord wäre. Der Daily Telegraph schreibt: „Die Marktkräfte und der wissenschaftliche Fortschritt sollten eine grünere Welt schaffen. Wir werden dieses Ziel nicht erreichen, indem wir Großbritannien verarmen lassen und die Wähler entfremden“.
„Sich auf einen Kampf mit der grünen Lobby einstellen“
Im Weiteren beschreibt der Telegraph eine Stimmungslage in Großbritannien, bei der man sich durchaus an Deutschland erinnert fühlt:
„Wenn die Folgen unerschwinglich teuer sind und Millionen von Haushalten zusätzliche Ausgaben für einen ungewissen Nutzen aufgebürdet werden, warum sollte sich dann jemand für den Übergang entscheiden? Die Skepsis der Bevölkerung wird durch die Tatsache verstärkt, dass einige der schlimmsten Umweltverschmutzer der Welt anscheinend einfach so weitermachen und wir unsere eigenen CO2-Emissionen durch Importe in andere Länder wie China und Indien verlagern.
Jede Regierung, die eine Politik verfolgt, die solch enorme Kosten und Auswirkungen mit sich bringt, muss das Land mitnehmen. Das erfordert überzeugende Argumente, einen realistischen Zeitplan und eine breite Akzeptanz, dass es etwas bewirken wird. Herr Sunak hat absolut Recht, wenn er diese Bedenken der Bevölkerung anspricht und "mehr Klarheit und weniger Emotionen" fordert, aber er muss sich auf einen Kampf mit der grünen Lobby einstellen.
Ganz ähnlich argumentiert das Boulevardblatt The Sun, das sogar eine entsprechende Aktion gestartet hatte:
„Die Sun hat unsere Kampagne "Give Us A Brake" gestartet, weil wir wussten, dass die übereilten, willkürlichen und unrealistischen Klimafristen, die er geerbt hat, unseren Lesern schaden würden. Seine Vorgänger hatten keine Ahnung, wie sich irgendjemand ihren überstürzten Vorstoß in Richtung Netto-Null [Emissionen] leisten sollte, und es schien sie auch nicht zu interessieren.
Es war weder fair noch klug, ohne Zustimmung der Öffentlichkeit einen umfassenden Wandel durchzusetzen. Die vernünftigen und bescheidenen Änderungen dieses Premierministers entsprechen der Realität, nicht der grünen Fantasie und dem Wunschdenken. Dennoch waren sie viel zu viel für wütend hyperventilierende Öko-Obsessive.
In der Tat wittert der ökologisch-industrielle-Komplex Gefahr für seine politische Lufthoheit und reagiert entsprechend. Noch einmal The Sun:
Der Multimillionär Zac Goldsmith aus Old Eton behauptete lächerlicherweise, seine eigene Partei habe „der Welt und künftigen Generationen den Rücken gekehrt". Die „unparteiische" BBC, die sich an einer neuen Front gegen die ihr verhasste Regierung erfreut, holte das Tory-Relikt John Gummer hervor, um die „Dummheit" des Premierministers anzuprangern. Selbstsüchtige Wirtschaftsführer schäumten. Londons witzloser Labour-Bürgermeister plapperte seine Klischees nach.
Das Energieunternehmen E.on behauptete, unsere Städte seien „mit schmutziger Luft verstopft". Wirklich? Die Luft in der Hauptstadt war seit Jahrhunderten nicht mehr so sauber. Aber das ist der verrückte, faktenfreie Fanatismus, gegen den sich Herr Sunak jetzt wehrt. Reißt euch zusammen. Reiche Tugendwächter werden im Gegensatz zu Millionen anderer Menschen niemals Probleme haben, sich ein batteriebetriebenes Auto oder ein elektrisches Heizsystem zu leisten.
Selbst The Times, prinzipiell auf zeitgeistiger Klimalinie, konstatiert:
Eine Abkehr von der grünen Agenda, die jetzt im ganzen Westen unterstützt wird, wäre ein kurzsichtiger Akt des politischen Zynismus, ganz zu schweigen von wirtschaftlicher Selbstbeschädigung. Wer die Rede von Herrn Sunak richtig liest, muss anerkennen, dass er gestern Abend nichts dergleichen getan hat. Stattdessen hat er sich mit einer Wahrheit auseinandergesetzt, die Politiker aller Parteien zugunsten eines modischen Radikalismus vernachlässigt haben: Wenn man die arbeitende Bevölkerung mit den Kosten des Netto-Null-Effekts belastet, untergräbt man die öffentliche Zustimmung, die für einen Konsens in Umweltfragen so wichtig ist.
Der bekannte Daily Telegraph Wirtschafts-Kommentator Allister Heath meint:
Nach jedem vernünftigen Maßstab handelt Sunak lediglich pragmatisch und realistisch: Ein Verbot von reinen Benzinautos in sechseinhalb Jahren ist eine gefährlich utopische Politik, die Chaos, Massenverarmung, Stromausfälle und eine Volksrevolution garantieren würde. Das Gleiche gilt für die anderen Maßnahmen, die Sunak hinauszögert, darunter das Verbot neuer Öl- und Gasheizkessel.
Deutschland leidet exakt unter den gleichen Wahnsinns-Plänen
Sowohl innerparteilich als auch in Institutionen und jenen Unternehmen, denen prinzipiell egal ist, ob sie vom Kunden leben oder vom Staat ökologisch allimentiert werden, ist nun die große Panik ausgebrochen. Und so werden alle verfügbaren Geschütze aufgefahren: Staat und Industrie hätten Milliarden in die E-Mobilität investiert, warnt der britische Autobauerverband SMMT, jetzt hat man Angst die Kunden könnten sich weiterhin für ein Verbrennerauto entscheiden. Auch innerhalb der regierenden Konservativen Partei gibt es starke Kritik an der Ankündigung Sunaks – die, so mutmaßt die „Tagesschau“ „eventuell zu einer Spaltung der Tories führen könnte“.
Der Kampf um die Lufthoheit über den Zylinderköpfen, den Wärmepumpen und den Windrädchen ist voll entbrannt. Wenn Rishi Sunak seinen Schritt zu mehr Vernunft politisch überlebt, könnte das ein weiteres Zeichen für das Ende der gegenwärtigen westlichen Klimahysterie sein. Europa und vorneweg Deutschland leiden ja exakt unter den gleichen Wahnsinnsanfällen und Politiker und Bürger werden sehr genau hinschauen, wie es in Großbritannien weitergeht. In den USA ist die mächtige Autoarbeiter-Gewerkschaft „United Autoworkers“ mit 12.700 Mitgliedern in einen Streik getreten, der sich unter anderem gegen die E-Auto-Politik der Regierung richtet, die zahlreiche Arbeitsplätze kostet. Auch Emmanuel Macrons kürzlicher Aufruf zur „regulatorischen Pause“ beim Klimaschutz geht in die gleiche Richtung wie das, was Sunak jetzt tut. Mal sehen, wann in Berlin der Groschen fällt, wenn überhaupt.
Die größte Entschlossenheit, das gegenwärtige Wohlstands-Vernichtungsprogramm fortzusetzen, herrscht sicherlich in Deutschland, ein offenbar genetisch eingebauter Wille zum Durchhalten oder wie Richard Wagner einmal gesagt haben soll: „Deutsch sein heißt, Dinge um ihrer selbst Willen zu tun.“ Hierzulande geht es ums Prinzip und das wird eisern durchgehalten, bis gar nichts mehr geht. Die Zeichen dafür mehren sich: In seinem auf E-Auto transformierten Werk in Emden hat Volkswagen jedenfalls schon mal Kurzarbeit angemeldet, in Zwickau hat man mit der Entlassung der Belegschaft begonnen. Ansonsten schützt unser Wahlrecht die politisch Verantwortlichen vor allzu großen Ausschlägen in der Wählergunst. Noch.
Dirk Maxeiner ist einer der Herausgeber der Achse des Guten. Weitere Beiträge von ihm zum gleichen Themenkomplex:
Der Sonntagsfahrer: Volkswagen schwimmt
Der Sonntagsfahrer: Habecks Exportvernichtungs-Plan

„Wenn das Schule macht, ist die politische Lufthoheit der Klima-Ideologen gefährdet“ – Ihr Wort in Gottes Ohr, verehrter Herr Maxeiner. Selbst wenn der ‚WEF-Rishi‘ nur auf Zeit spielen sollte – was ich ihm durchaus zutrauen würde: Er gewinnt Spielraum, der u.a. auch das einschließt, was man so unter ‚technischen Entwicklungsmöglichkeiten‘ versteht. So etwas wäre bei den ideologisch verblendeten Polit-Kasperln in Brüssel und vor allem hierzulande völlig ausgeschlossen: Sie haben sich eine Art Neofeudalismus auf die Fahnen geschrieben, will sagen: Die Folgen dessen, was sie anrichten, gehen ihnen völlig am ‚Achtersteven‘ vorbei und der hirngewaschene Wähler honoriert’s: Er trinkt nämlich (frei nach Kästner) den Kakao, durch welchen er gezogen wurde, mit Dank und größtem Vergnügen bis zur bitteren Neige aus!
Wie meinen Habock? ca. 1,50 Grad ? schlimm für das deutsche Wetter! Bei ca.80 Mio Menschen hier zu Lande. Einschließlich ca. 8 Mio ( Neukolonisten) Die sind dann wohl(10 %) rein rechnerisch mit 0,15 Grad an der sog. Klima-Grün- Misere mit verantwortlich, d.h. ohne die Goldstücke läge der Habock-Faktor bei 1,35 Grad. Alle Grünen Katastrophen Kl-Aktionen für D werden mit jedem hinzu kommenden 10.000sten Neugoldstück praktisch ad Absurdum geführt und ins Gegenteil verkehrt.
War die Rechnung einfach genug? kann sie auch noch in Dezimalen darstellen. Aber wer in der Berliner Mischpoke kann das verstehen? Da ist Nachhilfe nötig z.B. ./. 20 % Wählerstimmen? = bester Trend für D!
Ein wichtiger Beitrag Herr Maxeiner. Herr Sunak, ein Milliardär, tut genau das, was ein Parteiführer von Verstand tun muß: Er tut das was seiner Partei den Sieg bei den nächsten Wahlen sichern wird. So wars in der Vergangenheit – und daran hält er sich. Kein grünes Argument wird durchgreifen. Die Schere zwischen den „Normalen“ und den Reichen ist nämlich im UK noch viel größer als in D; von den irren Schotten abgesehen. D., da bin ich sicher, wird diesen Weg auch gehen. Mit zeitlicher Verzögerung und der Verschiebung von Milliarden an Vermögenswerten. Zulasten der kleinen Leute und Betriebe.
Der Deutsche ist da ganz anders. Selbst wenn es sich herausgestellt hat, dass der eingeschlagene Weg falsch ist, wird dieser Weg unbeirrt weitergegangen. Was einmal angefangen ist, wird durchgezogen. Konsequent. Jawoll. Die Obrigkeit wird schon recht haben.
Nope. Milosz Matuschek schreibt heute treffend: „Jedes totalitäre Regime rollt die eigene Macht ja in Wellen und Abständen aus. Eskalation, Gewöhnung, langsames Abklingen und dann weitere Eskalation. Schauen Sie sich um: Die selbstgeschaffenen Probleme werden immer mehr, nicht weniger.“
Die deutsche Regierung prügelt Schlag auf Schlag so viele ihrer Vorhaben wie noch möglich durch die Gremien, weil sie WEISS, dass ihre Uhr abläuft.
@Frank Bitterhof : >>wusste noch gar nicht, dass auch im Vereinigten Königreich reine Öl- und Gasheizungen ab 2026 (wie nun bei uns beschlossen) verboten werden sollten.<< Haha, die maximale Geschwindigkeit der Informationsausbreitung durch elektromagnetische Wellen ist ja auch begrenzt. Deshalb wissen Sie nicht, was in diesem Augenblick in London los ist. Das ist ein Naturgesetz. Und Es ist auch ein Naturgesetz das Öl banz böse ist. Was sagt eigentlich Bin Salman dazu? Achso, die haben gar keine Heizung, haha, haha. Bei dem ist die Nachricht vielleicht auch noch nicht angekommen. OK, also UK ist nicht EU. Stimmt, aber beide sind doch US, oder? Das ist übrigens in der Naturwissenschaft die Methode, wie man Wirkprinzipien erkenn: BEOBACHTUNG. Betelgeuse ist längst explodiert. Aber selbst wenn wir es früher erkennen sollten, als die Leute vom Sirius B, hat das keine Bedeutung. Weil wir es denen einfach nicht sagen. So! Aber fragen Sie nicht solche Fragen. Das ist gefährlich! Wir meinen es doch nur gut!