Der Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD ist ausgehandelt. Wie sieht es mit dem für das Land und seine Wirtschaft ziemlich entscheidenden Thema „Klima und Energie“ aus? Nichts, rein gar nichts der Versprechungen wird umgesetzt.
Schon im Titel outen sich die Koalitionäre: Erst kommt das Klima, dann die Energie. Der Energie-Irrsinn geht also ungebremst weiter. Merz ist noch grüner und linker als Merkel. Er ist sogar noch überheblicher: „Es gibt mittlerweile einen bestimmten Ton, auch in der Kritik von rechts außen an meiner Person, den nehme ich offen gestanden nicht mehr ernst“. Was rechts außen ist, bestimmt natürlich Herr Merz.
Was das Kapitel „Klima und Energie“ betrifft, könnte der Koalitionsvertrag auch in der Bundesgeschäftsstelle der Grünen ausgearbeitet worden sein. Nichts, rein gar nichts von den großen Versprechungen der CDU/CSU hinsichtlich der Beendigung wenigstens des schlimmsten Unfugs der Energiewende ist in dem Kapitel „Klima und Energie“ angekommen.
Die ständig anwachsende Kostenlawine CO2-Bepreisung kommt ungebremst auf die Verbraucher zu. Natürlich sind sich die Politiker der verheerenden Wirkung exorbitanter Strompreise auf die Wirtschaft und Gesellschaft bewusst. Um die Wirtschaft zu unterstützen, wollen die Koalitionäre „weitere Länder für eine CO2-Bepreisung gewinnen“. Klar doch, die weiteren Länder werden sich sicher begeistert bei der Zerstörung ihrer Wirtschaft anschließen. Wer in Deutschland „überfordert wird“, soll dann eben von staatlicher Unterstützung leben.
„Die CO2 Einnahmen geben wir an die Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen zurück. Dazu werden wir auch unbürokratische und sozial gestaffelte Entlastungen und Förderungen beim Wohnen und bei der Mobilität auf den Weg bringen, damit niemand überfordert wird. Die stark betroffenen Wirtschaftsbranchen im Wettbewerb kompensieren wir unbürokratisch.”
Für mich heißt das Umverteilung, oder warum sollte eine CO2-Steuer erhoben werden, wenn sie danach wieder „unbürokratisch zurückgegeben“ wird?
Unter Solarpaneelwüsten grüne Moleküle herstellen
Die neue Regierung will „Sonnen- und Windenergie sowie Bioenergie, Geothermie, Wasserkraft sowie aus diesen hergestellte Moleküle“ nutzen. Ich sehe förmlich die Fabriken aus dem Boden schießen, die unter den sich fröhlich drehenden Windräderwäldern und neben den freundlich glänzenden Solarpaneelwüsten grüne Moleküle herstellen. Und ganz oben gewinnen die Flugwindkraft-Anlagen Strom aus den Höhenwinden – so wollen es die Koalitionäre.
Damit die Energiewende auch bei Dunkelflaute weiterhin auf der Siegesstraße marschiert, „setzen wir uns für eine Energieunion in Vollendung des Energiebinnenmarktes mit einer leistungsfähigen grenzüberschreitenden Infrastruktur“ ein. Dann kann weiterhin jede Menge Atomstrom zu Höchstpreisen eingeführt werden. Dass einige Nachbarländer erwägen, sich wegen der Unberechenbarkeit der Strompreise von Deutschland elektrisch abzukoppeln, ficht die Koalitionäre nicht an.
Die Energiewende ruiniert die Industrie. Deshalb wollen sie „Unternehmen und Verbraucher in Deutschland dauerhaft um mindestens fünf Cent pro kWh mit einem Maßnahmenpaket entlasten“. Sie wollen unter anderem die Netzentgelte „dauerhaft deckeln“. Das geht natürlich nicht so ganz zusammen mit dem Plan, die Netze entsprechend der Anforderungen der Energiewende auszubauen. Da wird heftig von Monitoring, Kosteneffizienz, Digitalisierung und sektorübergreifender Flexibilisierung geschwurbelt.
Einzig neu ist der Punkt, die „neu zu planenden Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsnetze (HGÜ) sollen, wo möglich, als Freileitungen umgesetzt werden“. Natürlich nur, „wo möglich“ unter Berücksichtigung „besonders belasteter Regionen“. Sonst könnte ein Landesministerpräsident, bei dem Landtagswahlen anstehen, ja unfroh reagieren.
Das Hochlaufen des Wasserstoffdeliriums
Alles in allem läuft es auf schuldenbasierte, staatliche Dauersubventionen für Strom hinaus. Für jeden, der laut genug schreit und sich einen grünen Mantel umhängt. So wird auch die Finanzierung mit einem einzigen dürren Satz abgehandelt: „Zur Vergabe von Eigen- und Fremdkapital bei Investitionen wollen wir im Zusammenspiel von öffentlichen Garantien und privatem Kapital einen Investitionsfonds für die Energieinfrastruktur auflegen“. Uups, da sind sie, die Milliardenschulden. Und sie sehen im Koalitionsvertag so harmlos und klein aus, dass man sie glatt übersehen kann.
Natürlich sollen die erneuerbaren Energien Solar, Wind, Bio, Wasser und Geothermie weiterhin mit voller Kraft ausgebaut werden. Elektroauto-Besitzer dürfen sich auf neue Subventionen freuen, aber auch darauf, dass ihre Batterien mittels „bidirektionalem Laden“ als Speicher für die volatile Energie eingesetzt werden. Viel Spaß dabei. Ach ja, und auch das Hochlaufen des Wasserstoffdeliriums wird weiter ein ganzes Kapitel gepflegt. Das ist so irre, dass ich mir dazu jeden Kommentar erspare.
Die Koalitionäre wollen 20 Gigawatt Gaskraftwerke bis 2030 errichten lassen. Das sind ja nur 40 große Gasturbinenkraftwerksblöcke von je 500 Megawatt. Oder die Leistung aller abgeschalteten Kernkraftwerke. Die Gasturbinen würden so um die 30 bis 40 Milliarden Euro kosten.
„Den Bau von bis zu 20 GW an Gaskraftwerksleistung bis 2030 wollen wir im Rahmen einer zügig zu überarbeitenden Kraftwerksstrategie technologieoffen anreizen. Die neuen Gaskraftwerke sollen deutschlandweit vorrangig an bestehenden Kraftwerksstandorten entstehen und regional nach Bedarfen gesteuert werden“.
Die Reservekraftwerke sollen künftig „auch zur Stabilisierung des Strompreises eingesetzt werden“. Woher das Gas für diese Kraftwerke kommen und was das Gas kosten soll, steht da nicht. Gas, egal ob LNG oder noch viel schlimmer Wasserstoff, sind die mit Abstand teuersten Energieträger.
Nun ist das Pferd wirklich tot, erschossen.
Auch der Kohleausstieg bleibt uns erhalten. „An den beschlossenen Ausstiegspfaden für die Braunkohleverstromung bis spätestens 2038 halten wir fest“. Lieber Leser, haben Sie die neue Duftnote bemerkt? Nein? Da steht nicht mehr bis zum Jahre 2030. Der Kohleausstieg wurde leise weinend verschoben, weil die Koalitionäre wissen, dass es die 20 GW Gaskraftwerke in den verbleibenden fünf Jahren nicht geben wird.
„Der Zeitplan, Kohlekraftwerke vom Netz oder in die Reserve zu nehmen, muss sich danach richten, wie schnell es gelingt, steuerbare Gaskraftwerke tatsächlich zuzubauen. Ausstehende Berichte aus dem Kohleverstromungsbeendigungsgesetz werden umgehend vorgelegt”.
Lieber Leser, Sie haben wieder nicht verstanden, was das heißt? Nun, die Ampel hat das gesetzlich vorgeschriebene Monitoring des großen Kraftwerksabschaltens und Sprengens lieber tunlichst unterlassen.
Das war‘s im Wesentlichen auch schon mit der neuen Energiepolitik der CDU/CSU/SPD. Fehlt noch was? Ja, das Wort „Kernenergie“ kommt gar nicht mehr vor. Die Reaktivierung der Kernkraftwerke wird also auch nicht mehr geprüft. Nun ist das Pferd wirklich tot, erschossen.
Dafür steht im Kapitel „Bildung, Forschung und Innovation“ im Unterkapitel Schlüsseltechnologien, als Punkt 6 von 7 der Satz: „Wir wollen die Fusionsforschung stärker fördern. Unser Ziel ist: Der erste Fusionsreaktor der Welt soll in Deutschland stehen“. Dann geht ja dieser erste Fusionsreaktor vielleicht schon im Jahr 2075 in Betrieb, natürlich in Bayern.
Manfred Haferburg wurde 1948 in Querfurt geboren. Er studierte an der TU Dresden Kernenergetik und machte eine Blitzkarriere im damalig größten AKW der DDR in Greifswald. Wegen des frechen Absingens von Biermannliedern sowie einiger unbedachter Äußerungen beim Karneval wurde er zum feindlich-negativen Element der DDR ernannt und verbrachte folgerichtig einige Zeit unter der Obhut der Stasi in Hohenschönhausen. Nach der Wende kümmerte er sich für eine internationale Organisation um die Sicherheitskultur von Atomkraftwerken weltweit und hat so viele AKWs von innen gesehen wie kaum ein anderer. Im KUUUK-Verlag veröffentlichte er seinen auf Tatsachen beruhenden Roman „Wohn-Haft“ mit einem Vorwort von Wolf Biermann.
Von Manfred Haferburg und Klaus Dieter Humpich finden Sie in der Achgut-Edition das Buch:
Atomenergie – jetzt aber richtig
Das Nachwort stammt von dem Wissenschaftsphilosophen Michael Esfeld. Sie können das Buch hier in unserem Shop bestellen,
Zum Inhalt des Buches: Es ist keine Frage ob, sondern lediglich wann „die dümmste Energiepolitik der Welt“ (wallstreet-Journal) – in Deutschland euphemistisch „Energiewende“ genannt – beerdigt wird. Und was dann? Überall auf der Welt werden längst wieder die Weichen für die Kernenergie gestellt, CO2-frei wie bisher, aber intelligenter, resilienter, mobiler und preiswerter als je zuvor. Die Atomenergie kann auch hierzulande der Nukleus für einen neuen Wohlstand sein, auch diese Einsicht wird sich unter der Last des Faktischen durchsetzen. Die beiden Energieexperten Manfred Haferburg und Klaus Humpich analysieren den deutschen Irrweg und zeigen Wege aus der Sackgasse. Dieses Buch ist ein Almanach der Vernunft für alle, die in Deutschland erfolgreich wirtschaftlich tätig sind und damit fortfahren wollen.
Beitragsbild: Heptagon CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

DW -ALLES WIRD GUT UND GRÜN UND SAUBER & REICH, REICH, REICH!- Ich bin mir ganz sicher, dass Namibia Deutschland retten wird! (Nachdem wir die Forderungen Deutschlands an Namibia mit Zins und Zinseszins beglichen haben werden.) „Namibia muss seinen rechtmäßigen Platz als Drehscheibe für saubere Energie in Afrika einnehmen!“ So eröffnete der Vorsitzende des namibischen Regierungsgremiums für grünen Wasserstoff, Obeth Kandjoze, die Zeremonie zur Unterzeichnung der Machbarkeits- und Umsetzungsvereinbarung mit dem Unternehmen Hyphen Hydrogen Energy, einem Joint Venture unter deutscher Beteiligung. Innerhalb von zwei Jahren soll nun abschließend geklärt werden, ob und wie das geplante Mammut-Projekt im Süden Namibias umgesetzt werden kann. Im Tsau Khaeb Nationalpark sollen noch vor Ende des Jahrzehnts jährlich zwei Millionen Tonnen Ammoniak produziert und von dort aus in die ganze Welt verschifft werden. Hyphen hofft auf einen Produktionsbeginn bereits ab 2028. Dafür sind zwei jeweils 2000 Quadratkilometer große Konzessionen in dem Nationalpark vorgesehen. Weitere 14.000 Quadratkilometer sollen in Zukunft noch ausgeschrieben werden. Teure Superlative für Namibia(…)„ --- “Wer sich Namibias neusten Beitrag zur globalen Verringerung der Treibhausgasemissionen anschauen will, der muss ins karge Hinterland fahren. Vom größten Hafen des Landes in Walvis Bay geht es etwa 120 Kilometer Richtung Nordosten, in die Ausläufer der unwirtlichen Namib-Wüste. Von der ungewöhnlich ergiebigen Regenzeit in diesem Jahr hat man hier kaum etwas abbekommen. Die Umgebung wirkt gräulich-bräunlich, nur einige Berge bieten einen Kontrast zur vegetationsarmen Wüstenlandschaft. Mittendrin schimmern 44.000 Solarpaneele in der namibischen Sonne, die ideale Bedingungen bietet. „Wir haben im Schnitt im Jahr 30 Stunden geschlossene Wolkendecke“, erklärt Johannes Michels. Er ist Geschäftsführer des Unternehmens HyIron, das hier seit Ende März den ersten grünen Wasserstoff in Namibia produziert. (…)„
@Werner Lange ,wandern sie aus.Wer nicht schon vor mindestens 10 Jahren bemerkt hat, wo die Reise hingeht, und den Untergang gewählt hat, sollte gern ein anderes Land beglücken. Seien sie aber gewarnt, die sind nicht so doof wie Dummland, die wollen nur ihr Geld, auch wenn sie permanent angelächelt werden, wie in Thailand.
@Martin Schmitt: Ich habe so ein paar Leute wie den Kommentatoren Werner Lange sogar in der näheren Verwandtschaft.
Zitate: „Also, solange DIE den Höcke nicht rausschmeißen geht da GAR nix.“ „DIE haben da ja so ein paar Ansichten und Typen in den Reihen, nää, da wähl ich doch lieber das kleinere Übel (war vor der Neuwahl und gemeint war die CDU).“ „Die sympathisieren ja mit den Neo-Nazis!“
Meine Nachfragen: „Was hat denn der Höcke bisher so furchtbares getrieben? Weißt Du, daß der nicht mal in der Parteispitze der AfD sitzt? Was ist mit den schrägen Typen (habe dazu Beispiele namentlich benannt) und Ansichten in jenen Parteien, die die ganze Misere Deutschlands zu verantworten haben?“ Welche Neo-Nazis meinst Du denn?„
Wenn ich dann noch frage, wo denn die Nazi-Horden/SA sind, die angeblich durch Deutschlands Straßen ziehen und wer denn die Polizei und andere Demonstranten regelmäßig mit Molotow-Cocktails, Fäkalien und Steinen bewirft – tja dann, dann wird es ganz still am Tisch.
Die Themen Antisemitismus, Messermorde etc. fasse ich in diesen Gesprächen erst gar nicht mehr an.
Sachliche Antworten darauf? Fehlanzeige!
Und wieder sieht man die großartigen Vorteile unserer Demokratie: „Wie gewählt wird, so wird geliefert!“ – Und sollten sie es in den kommenden vier Jahren noch nicht geschafft haben, Deutschland komplett zu zerstören, werden dieselben Schwachköpfe wiedergewählt und sie werden weiter liefern. Bis zum Untergang.
Ich hoere oder lese aus den Artikeln regelmaessig so etwas wie eine ueberraschende Enttaeuschung heraus. Zu Beginn der Transformation verstaendlich, aber wirklich nur ganz am Anfang. Sehr frueh war klar, was laeuft. Wenn man sehen und begreifen wollte oder konnte. Gestern gab es dazu ja einen Artikel von Peterson resp seinem Gesprächspartner dazu. Zum Thema Wirklichkeit und deren Wahrnehmung, vom Verstehen ganz abgesehen. Ehrlich gesagt weiss ich nicht, wie oft man voellig folgenlos, heute wieder Herr Vahrenholt auf TE, feststellen wird, dass die Massnahmen der Transformatoren nichts, gar nichts bringen, von der Verelendung bzw Vernichtung der Entitäten abgesehen. Das wissen die Taeter uebrigens auch. Dafuer genuegt ein IQ von etwa 80 und den darf man unterstellen. Die nun zwingende logische Konsequenz daraus ist so klar, dass sich auch hier die kognitiven Abforderungen in engen Grenzen halten. Es muessen andere Motive sein. Die Annahme eines Raubmordes, bei dem nichts entwendet wurde, muesste selbst fuer Michel aeusserst fraglich sein. Es ist die Transformation, das schreiben wir nun 100 mal auf die digitale Tafel. Vielleicht hilft es. Natuerlich hat diese interessante Tabuisierung mit der hier sehr „geschätzten“ Opposition zu tun. Wer eine Transformation dieses Ausmaßes und dieser Tiefe annimmt, und sie ablehnt, muesste sich der Frage nach dem politischen Widerstand stellen und da wird es auf Achgut sehr schnell heikel. Wenn man die AfD ablehnt, gehen ganz schnell sowohl die Argumente wie auch die Alternativen aus. Ergo bleiben „wir“ bei den Symptomen und der Unterstellung, es sei nur Dummheit resp Unfähigkeit. Vom geistigen Hüpfen von einem CDU ler zum andern. Und wieder wird es nichts. Eine Art geistige Oeffnung waere grundsaetzlich hilfreich. Das Denken des Undenkbaren, des phobisch Verdrängten. Nicht gerade die Stärke der Liberalkonservativen, richtiger der Liberallinksgruenkonservativen, womit ein Problem der CDU bereits deutlich wird, der Nihilismus.
Das wird hier NIX meht. Wer noch Euro’s hat, sollt Sie schnellstens loswerden und umtauschen ! Tick-Tack, die Uhr tickt …
„Wir wollen die Fusionsforschung stärker fördern. Unser Ziel ist: Der erste Fusionsreaktor der Welt soll in Deutschland stehen“.
Das war auch schon beim Wahlkampf der CDU-Sprech. Ich hielt das anfangs für Satire von den Unionsgegnern (jetzt tragen sie aber dick auf), bis ich es mit eigenene Augen gelesen habe.
Ja, was reitet die denn da? Erst sind sie gegen die existierende Kernenergie (totes Pferd, Hochrisikotechnologie, etc.), dann wollen sie aber die Kern(!)fusion als Allheilmittel. Letztere gibt es ja erst in 40 Jahren, egal wann man fragt. Und daß der erste Reaktor dieser Schience-Fiction Technologie ausgerechnet in unserem Land gebaut wird, zeugt von einer Hybris, die an Lächerlichkeit nicht zu überbieten ist. Hören die Politiker sich eigentlich selber zu?