In einem Beitrag der Times of Israel wird von der Tötung israelischer Soldaten durch Drohnen der Hisbolla berichtet. Stabsunteroffizier Idan Fooks, 19, wurde am 26. April 2026 bei einem Drohnenangriff der Hisbollah im Südlibanon getötet. Die Luftüberlegenheit der Israelis läuft Gefahr im wahrsten Sinne des Wortes unterflogen zu werden. Israel sieht sich im Südlibanon damit einer Bedrohung konfrontiert, die es eigentlich hätte kommen sehen müssen. Die Hisbollah hat ihre Fähigkeiten im Bereich bewaffneter Drohnen – insbesondere sogenannter FPV-Drohnen (First-Person-View) – erheblich ausgebaut und setzt diese mit wachsender Effektivität gegen israelische Truppen ein. Mehrere Angriffe führten zuletzt zu Toten und Verletzten, während bestehende Abwehrmaßnahmen der israelischen Armee bislang nur unzureichend greifen.
Eine Drohne der Hisbollah schlug bereits am 15. April 2026 in der südlibanesischen Stadt Mays al-Jabal in einen israelischen Panzer ein, wie in Aufnahmen zu sehen ist, die die Terrororganisation am 27. April 2026 veröffentlichte. Doch anders als im Fall von Raketen hat Israel bislang kaum wirksame Antworten auf sogenannte First-Person-View-Drohnen (FPV), die es entfernten Bedienern ermöglichen, mit bislang unerreichter Präzision tödliche Angriffe durchzuführen. Die eingesetzten Systeme basieren auf handelsüblicher Technologie, was sie günstig macht und ihre Herstellung oder Beschaffung in großer Stückzahl erleichtert. Viele dieser Drohnen werden über ein Glasfaserkabel gesteuert, das sich während des Flugs über Entfernungen von bis zu 20 Kilometern vom Bediener abspult – wodurch sie gegen israelische elektronische Störmaßnahmen weitgehend unempfindlich sind.
Die Hamas, die in einem von Israel umschlossenen und weitgehend zerstörten Gebiet operiert, ist derzeit nicht in der Lage, eine bedeutende Drohnenflotte aufzubauen. Anders die Hisbollah: Die Organisation begann bereits 2024 vereinzelt mit dem Einsatz von FPV-Drohnen. Die Angriffe von letzter Woche sowie weitere davor und danach zeigen jedoch, dass die Nutzung dieser Waffen nicht nur effektiv ist, sondern voraussichtlich weiter zunehmen wird. Die israelischen Streitkräfte meldeten in den vergangenen Wochen Dutzende Verletzte infolge von Drohnenangriffen, die meisten davon jedoch leichterer Natur. Gleichzeitig veröffentlicht die Hisbollah weiterhin Videos, die zeigen, wie ihre FPV-Drohnen israelische Abwehrmaßnahmen durchdringen und Stellungen der israelischen Armee treffen.
Über Jahrzehnte operierte die israelische Armee in der Annahme, die Lufthoheit sei gesichert
Wie die The Times of Israel betont, liegt das Problem nicht allein in der Technologie selbst, sondern in einem strukturellen Versäumnis: Über Jahrzehnte operierte die israelische Armee in der Annahme, die Lufthoheit sei gesichert. Alles, was sich in der Luft bewegte, galt faktisch als „freundlich“. Diese Gewissheit gibt es nun nicht mehr. Besonders gefährlich sind dabei neue Entwicklungen wie die erwähnten glasfasergesteuerten Drohnen, die gegenüber elektronischen Störungen immun sind und Ziele präzise über mehrere Kilometer hinweg treffen können.
Bereits im Kampf gegen den sogenannten Islamic State in Mossul (2016–2017) zeigte sich, wie nichtstaatliche Akteure handelsübliche Drohnen effektiv einsetzen können – zur Aufklärung, zur Propaganda und sogar als improvisierte Waffen. Ähnliche Muster traten im syrischen Bürgerkrieg auf, wo unter anderem die Turkish Armed Forces Drohnenschwärme einsetzten, um gegnerische Stellungen und Luftabwehrsysteme gezielt auszuschalten.
Als besonders prägnantes Beispiel für die militärische Revolution durch Drohnen gilt auch der Konflikt um Bergkarabach im Jahr 2020. Dort setzte Azerbaijan massiv auf unbemannte Systeme – viele davon aus israelischer und türkischer Produktion – und konnte damit die konventionellen Streitkräfte von Armenien empfindlich schwächen. Panzer, Artillerie und Luftabwehr wurden systematisch durch Drohnen zerstört. Der Konflikt machte bereits damals deutlich, dass selbst gut ausgerüstete Armeen gegenüber kostengünstigen, flexiblen UAVs verwundbar sind.
Noch deutlicher zeigt sich die Transformation moderner Kriegsführung im Krieg zwischen der Ukraine und Russland seit 2022. Hier haben sich Drohnen von einem unterstützenden Werkzeug zu einem dominierenden Faktor entwickelt. Beide Seiten produzieren und nutzen inzwischen Millionen kleiner FPV-Drohnen jährlich. Diese dienen nicht nur der Aufklärung, sondern auch als präzise Angriffswaffen gegen Fahrzeuge, Stellungen und sogar einzelne Soldaten. Der Konflikt hat sich vielerorts zu einem „Drohnen-gegen-Drohnen“-Krieg entwickelt, in dem klassische Frontlinien verschwimmen und sich zwischen den Gegnern breite, kaum passierbare Zonen bilden.
Die „Demokratisierung“ von Militärtechnologie
Ein entscheidender Aspekt dieser Entwicklung ist die „Demokratisierung“ von Militärtechnologie. Drohnen sind vergleichsweise billig, leicht verfügbar und erfordern keine komplexe Infrastruktur wie bemannte Luftstreitkräfte. Dadurch können auch nichtstaatliche Akteure wie die Hisbollah oder die Hamas Fähigkeiten entwickeln, die früher ausschließlich Staaten vorbehalten waren. Genau hierin liegt laut der Analyse der The Times of Israel eine strategische Herausforderung für Israel: Während man sich erfolgreich auf Raketenabwehrsysteme wie Iron Dome konzentrierte, wurde die Bedrohung durch kleine, flexible Drohnen unterschätzt.
Hinzu kommt ein taktisches Problem: Klassische Luftabwehrsysteme sind meist darauf ausgelegt, größere Ziele wie Raketen oder Flugzeuge zu bekämpfen. Kleine, niedrig fliegende Drohnen hingegen operieren im sogenannten „low sky“ – einem Luftraum, der schwer zu überwachen und zu verteidigen ist. Militäranalysten sprechen daher von der Notwendigkeit, zur „taktischen Luftverteidigung“ zurückzukehren, also mobilen Systemen, die direkt bei Bodentruppen eingesetzt werden können.
Israel beginnt zwar, auf diese Herausforderung zu reagieren – etwa durch die Reaktivierung älterer Systeme oder die Entwicklung neuer Abwehrtechnologien –, doch diese Maßnahmen kommen spät. Gleichzeitig zeigt der Blick nach Osteuropa, dass technologische Anpassung allein nicht ausreicht. Erfolgreiche Drohnenkriegsführung erfordert auch organisatorische Innovation, flexible Beschaffungsprozesse und die enge Verzahnung von Fronttruppen mit Entwicklern und Industrie.
Über den konkreten Fall Israels hinaus markiert die aktuelle Entwicklung einen tiefgreifenden Wandel der Kriegsführung. Drohnen verändern nicht nur Taktiken, sondern auch strategische Grundannahmen: Lufthoheit ist nicht mehr exklusiv, große Waffensysteme verlieren an Dominanz, und selbst hochgerüstete Armeen müssen sich auf eine permanente Bedrohung aus der Luft einstellen – wie beispielsweise aktuell in der Straße von Hormus. Die Zukunft militärischer Konflikte wird daher zunehmend von autonomen und halbautonomen Systemen geprägt sein – mit weitreichenden Folgen für Sicherheitspolitik, Rüstung und internationale Stabilität.
Überschneidung zwischen militärischem Einsatz und terroristischer Nutzung
Ein besonders beunruhigender Aspekt ist dabei die wachsende Überschneidung zwischen militärischem Einsatz und terroristischer Nutzung. Die gleichen Eigenschaften, die Drohnen für Armeen attraktiv machen – geringe Kosten, einfache Verfügbarkeit und hohe Präzision – prädestinieren sie auch für Anschläge außerhalb klassischer Kriegsschauplätze. Tatsächlich gab es bereits konkrete Beispiele: So setzte der Islamic State Drohnen nicht nur im Gefecht, sondern auch für Angriffe in urbanen Räumen ein. 2018 vereitelten Sicherheitskräfte in Europa mehrere geplante Anschläge mit modifizierten Drohnen, in Venezuela kam es 2018 zu einem Attentatsversuch auf Präsident Nicolás Maduro mittels sprengstoffbeladener Drohnen.
Sicherheitsbehörden wie das US-Heimatschutzministerium (Department of Homeland Security) und israelische Dienste warnen seit Jahren vor dieser Entwicklung. Auch das Federal Bureau of Investigation stuft Drohnen als eine der am schnellsten wachsenden Bedrohungen im Bereich Terrorismus ein. In Israel beobachten Militär und Geheimdienste insbesondere die Weitergabe von Know-how aus Konflikten wie in der Ukraine oder Syrien an nichtstaatliche Gruppen.
Christopher Wray, bis 2025, Direktor des FBI, warnte bereits früh vor der Entwicklung: „We do know that terrorist organizations have an interest in using drones … the expectation is that it is coming here imminently.“ Das FBI sieht nicht nur ein abstraktes Risiko, sondern eine konkrete, absehbare Bedrohung im Inland. Die Militäranalystin Kateryna Bondar (ehem. Beraterin der ukrainischen Regierung für Drohnenkrieg) sagte laut The Times of Israel: „Drone warfare has become very accessible, cheap and commercially available, so that it can be an act of terrorism here in the US.“ Und weiter : „Anyone can buy an FPV drone … attach an explosive device and there’s your flying IED.“ Drohnen senken die Eintrittsschwelle für Terrorismus massiv – technisch wie finanziell.
Der frühere DHS-Offizielle Thomas Warrick (Department of Homeland Security) betont: „Using small-scale hobby drones to carry out a terrorist attack has always been a concern of homeland security … That threat already exists.“ Im Kontext aktueller Warnungen des FBI (2026) heißt es: „Iran allegedly aspired to conduct a surprise attack using Unmanned Aerial Vehicles … against targets in California.“ – „Der Iran soll einen Überraschungsangriff mit unbemannten Luftfahrzeugen … auf Ziele in Kalifornien geplant haben.“ Auch wenn solche Hinweise teilweise „unverified“ sind, zeigen sie, dass staatlich gesteuerter Terror mittels Drohnen konkret durchgespielt wird – inklusive Angriffen vom und auf das Territorium vieler westlicher Länder Der ehemalige US-Spezialkräfte-Analyst und Drohnenexperte Brett Velicovich warnt, es sei „nur eine Frage der Zeit“, bis Terrorgruppen Drohnen verstärkt gegen zivile Ziele einsetzen. Was im Krieg beginnt, wandert fast zwangsläufig in den Terrorbereich. Drohnen sind billig, leicht zu bedienen und weltweit verfügbar. Kleine Gruppen können große Wirkung erzielen. Taktiken aus Ukraine, Syrien oder dem Irak diffundieren schnell. Sicherheitsbehörden sprechen nicht mehr von „ob“, sondern von „wann“.
Die „Notwendigkeit, zur “taktischen Luftverteidigung„ zurückzukehren“ ?
Ja, aber anders als im Artikel dargestellt: Die einzig richtige Antwort Israels kann nur sein, *taktische* Kernwaffen gegen den Süden Libanons einzusetzen, da wo die Hisbollahs hocken! Ganz einfach plattmachen.
Huch !!! Das ist ja gegen das „Völkerrecht“! Ach wirklich? Wen kümmert das heute schon?!? Außerdem, wer alles sonst bricht das Völkerrecht?
Woanders treibt auch schon dieser faschistische Bandera-Fan mit seinen Drohnen Russland zu einem Nuklearschlag, denn, auch wenn Putin noch zögert, andere Kräfte in Moskau werden einen solchen Schlag bald erzwingen, bevor Russland Gefahr läuft unterzugehen. Eine taktische Nuklearrakete auf Kiew, eine auf Lvov o.a., vielleicht ist dann endlich Ruhe im Karton, bevor sich der „Pimmel-Pianist“ mit den geklauten Milliarden verdünnsiert.
Man mag sich die Frage erst gar nicht stellen, was man mit einer Drohne so alles verteilen kann. Schlaf- und Betäubungsmittel wären noch das Harmloseste. Sollte eine terroristische Vereinigung das mal machen, dann wäre jegliche Verharmlosung die Unterstützung einer terroristischen Vereinigung und somit strafbar. Dann wäre plötzlich nicht mehr Islamophobie verpönt, sondern Islamophilie. Soweit bringen die es bestimmt noch, ich mache mir da keine Illusionen.
@ Lutz Herrmann – „Und die Trennung zwischen Terrorismus und Militär ist künstlich. Welche Terrorgruppe hängt nicht am Faden ausländischer Mächte?“ – Siehe zB aktuell in Mali nach dem „Rausschmiß“ der Franzosen.
..und sie fliegen mit EU Geld..
Panzer, Artillerie und Luftabwehr wurden systematisch durch Drohnen zerstört.
Hinzu kommt ein taktisches Problem: Klassische Luftabwehrsysteme sind meist darauf ausgelegt, größere Ziele wie Raketen oder Flugzeuge zu bekämpfen. Kleine, niedrig fliegende Drohnen hingegen operieren im sogenannten „low sky“ – einem Luftraum, der schwer zu überwachen und zu verteidigen ist.
→ Das macht dann Panzer (da leicht zu zerstören) und Flugzeuge (da leichter auszuschalten als Drohnen, auch leichter auszuschalten als langreichweitige Drohnen mit GPS-freier, bildgestützter Navigation) relativ wertlos. Auch das sehen wir von beiden Seiten im Ukrainekrieg.
Ich male ungern den Teufel an die Wand, muss es trotzdem schreiben: Drohne 2g Dioxin ran hängen und auf einem Marktplatz fallen lassen – und jetzt? Oder militärische Drohne 1 KG C4 dran und ab dafür – und jetzt? Das mit keine Bundeswehr im Inneren, hat sich mit Drohnen erledigt, mal schauen wann die deutsche Politik das merkt.
„Die Hisbollah hat ihre Fähigkeiten im Bereich bewaffneter Drohnen – insbesondere sogenannter FPV-Drohnen (First-Person-View) – erheblich ausgebaut und setzt diese mit wachsender Effektivität gegen israelische Truppen ein. Mehrere Angriffe führten zuletzt zu Toten und Verletzten, während bestehende Abwehrmaßnahmen der israelischen Armee bislang nur unzureichend greifen“. Wie kann das sein, bei dem wissenschaftlich (z.B. Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Wolfgang Meins auf Achgut am 04.12.2025) zweifelsfrei nachgewiesenen Intelligenzgefälle arabischer Moslems? Gibt es in den Grenzgebieten zuviele Mischehen? Oder ist es eine Spätfolge dort nicht stattgehabter Coronaimpfungen?