Bei der Aufrechterhaltung von „Recht und Ordnung“ dürften sie „mit polizeilichen Unterstützungsmaßnahmen“ des Bundes rechnen, hat Horst Seehofer den Sachsen am Dienstag, nach den Aufmärschen in Chemnitz, versichert. Angela Merkel bekräftigte das Hilfsangebot ihres Innenministers wenig später. Obwohl Ministerpräsident Michael Kretschmer in Dresden bereits erklärt hatte, „der sächsische Staat ist handlungsbereit und er handelt“, bekundete Berlin vorsorglich den eigenen Handlungswillen. Die Kräfte stünden bereit, sofern sie „angefordert“ würden. Kaum einen Tag später traf dann das bestellte Ersuchen ein. Der Form war Genüge getan, die Bundespolizei bereits ausgerückt.
Nun ist die polizeiliche Kooperation bei Großereignissen auf Länderebene eine vielfach geübte Praxis. Man hilft sich gegenseitig. Etwas anders verhält es sich mit dem Eingreifen der Bundespolizei. Beim G-20-Gipfel 2017 in Hamburg oder beim Treffen der Staatschefs in Elmau war sie mit von der Partie, weil es sich um Veranstaltungen der Bundesregierung handelte. Davon kann bei den Chemnitzer Ereignissen keine Rede, auch nicht von einem Katastrophenfall. Der Notstand wurde nicht ausgerufen. Die Eskalation der Gewalt erreicht nicht annähernd die Ausmaße wie bei den Hamburger Straßenschlachten.
Es soweit gar nicht erst kommen zu lassen, dem nicht zuletzt mit dem Einsatz der Bundespolizei vorzubeugen, mag eine durchaus löbliche Absicht sein. Und dennoch will mir das alles spanisch vorkommen – spanisch im wahrsten Sinne des Wortes. Haben doch erst unlängst auch in Barcelona Beamte für „Recht und Ordnung“ gesorgt, die aus Madrid entsandt worden waren, schwer bewaffnet zu Teilen.
Natürlich sollen hier nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden. Denn so bedrohlich manches anmuten mag, die Lage ist in Chemnitz nicht staatsgefährdend. Weder wollen sich die Sachsen abspalten, noch planen sie eine nächste Revolution, den Aufstand gegen die Berliner Republik. Ihr Bundesland wurde von den anderen, vornehmlich den westdeutschen, lediglich zum Prügelknaben erkoren. Es wird für all das abgestraft, womit man anderswo auch nicht zurecht kommt.
Truppen auch in den Hambacher Forst?
Hamburg und die unvergessliche Silvesternacht in Köln sind nur zwei Beispiele dafür. Gerade in den letzen Tagen wurde die Polizei im Hambacher Forst, am Rande des nordrhein-westfälischen Braunkohlentagebaus, wieder von Linksradikalen, Grünen und Autonomen, überwiegend Vermummten, mit Steinen beworfen und Zwillen beschossen. Die Beamten waren nicht weniger überfordert als ihre Kollegen in Chemnitz. Davon, dass sich der Bund deshalb beunruhigt fühlte, veranlasst sah, Truppen in Marsch zu setzen, war nichts zu hören.
Den Sachsen indes werden Hilfsangebote gemacht, bei denen es darauf hinausläuft, ihre vermeintliche Unfähigkeit zu konstatieren. Weil es Deppen braucht, die man vors Loch schieben kann, werden sie mit scheinheiliger Fürsorge bedrängt. Unversehens geraten sie nicht de jure, aber de facto unter die Fuchtel, die Kuratel des Bundes, während sich in der Öffentlichkeit der Eindruck verfestigt, das ganze Land sei beherrscht von einer rechtsextremistischen Massenbewegung. Das sei „maßlos übertrieben“, sagt Wolfgang Kubicki. Verwischt würde damit, dass „die Wurzeln der Ausschreitungen im ‚Wir-schaffen-das’ von Kanzlerin Angela Merkel“ liegen. Sie und ihre Gefolgschaft haben Sachsen zur politischen Bad Bank Deutschlands gemacht.
Bei aller gebotenen Kritik an vielem, was dort geschieht, werden mit dieser moralischen Ausgrenzung eines Bundeslandes Konflikt heraufbeschworen, Gräben aufgerissen, die zur neuerlichen Spaltung der Nation führen. Auch mit einer scheinbar so großzügigen „Unterstützungsmaßnahme“ wie der Abkommandierung der Bundespolizei in die sächsische Provinz kann man Öl ins Feuer gießen.

Die Gewalt des Hasses ist die Reaktion auf die, die mit Liebe die Gewalt vertreten. Dem Bösen wohnt immer das Gute inne...oder man kann es auch so sagen...dem Bösen geht immer das Gute voraus.
Berlin sägt nur immer schneller an dem Ast auf dem es sitzt. Es bleibt also spannend. Merkel hat jedenfalls schonmal fertig, sie weiss es nur noch nicht.
Hallo Herr Rietschel, ich darf Sie zitieren: "Ihr Bundesland (Sachsen) wurde von den anderen, vornehmlich den westdeutschen, lediglich zum Prügelknaben erkoren. Es wird für all das abgestraft, womit man anderswo auch nicht zurecht kommt." Ich bin aus diesem bösen Bundesland und kann Sie beruhigen. Das mit dem Prügelknaben sind wir gewohnt und eine bessere Tourismuswerbung als die Schelte durch Damen und Herren wie Merkel und Steinmeier kann man sich gar nicht wünschen. Die vernüftigen Leute wissen das einzuordnen und auf die anderen kann man verzichten. Erinnern Sie sich noch an die Aberkennung des "Weltkulturerbetitels" wegen einer neuen Brücke in Dresden. Die Dresdner hatten trotz der Drohung einer Aberkennung für die Brücke gestimmt und der prognostizierte Besucherrückgang hatte sich ins Gegenteil verkehrt. Es gibt Tausende Weltkulturerbetitel aber nur ganz wenig aberkannte wegen Insubordination. Und das ist doch ein Grund sich das einmal anzuschauen. Gleiches gilt für Pegida. Erst die ständige negative Berichterstattung hat das Interesse weltweit so richtig befeuert. Für Chemnitz bedeutet die derzeitige Strafaktion von Politik und MSM doch in erster Linie die Verbesserung des Bekanntheitsgrades und das kann der Stadt nur förderlich sein. Der touristische Besuchsgrund der Zukunft könnte dann sein: Wo und wie wohnen denn diese Aufmüpfigen. Bedauern kann man eigentlich nur ein Mann wie den MP Kretschmer. Er muss nun einen Balanceakt zwischen Vernunft (Bevölkerung) und Irrationalität (Politik und MSM) hinlegen, um nicht selbst unter zu gehen. Allerdings hält sich mein Mitleid in Grenzen, da der Posten ja auf eigenen Wunsch angetreten wurde.
Politik, die im Interesse des Volkes gemacht wird, würde niemals rechts- oder linksradikale Extremisten hervorbringen.
Jakob Augstein ist ja wieder an vorderster Front, was Pauschalurteile und undifferenziertes Draufkloppen angeht. Ich bin für eine Spendenaktion "Anglerhut für Augstein". Der würde ihm gewiss gut stehen.
Der Form halber gehört erwähnt, dass die 'Hetzjagden'#fakenews waren und sind. Es gab diese einfach nicht! Dies wurde sogar durch den Chefredakteur der Chemnitzer „Freien Presse“ T. Kleditzsch im Deutschlandradio bestätigt: „Das waren aber sehr vereinzelte Fälle aus dieser Demonstration heraus und das hatte mit einer Hetzjagd im wörtlichen Sinne nichts zu tun.“ Quelle: STUDIO 9 - DER TAG MIT ... | Beitrag vom 28.08.2018 Ursula Weidenfeld und Torsten Kleditzsch im Gespräch mit Anke Schaefer PS: Im zugehörigen Textbeitrag des DLR liest man davon natürlich nix, darum den Podcast anhören... PPS: Es ist natürlich auch möglich, dass es sich um eine vegetarische Hetzjagd gehandelt hat, gab es doch keine einzige verletzte oder gar ermordete Person in Folge besagter 'Hetzjad'
Wie Sie richtig schreiben ein Danaergeschenk. Vielleicht tobt in den Köpfen der Entscheider nur blinder Aktionismus. Vielleicht auch mehr. Warum schicken wir nicht zur Unterstützung der freiheitlichen Demokratie und der Bundespolizei noch ein U-Boot der Marine und mehrere Luftüberlegenheitsjäger der Luftwaffe nach Chemnitz? Natürlichen nur, wenn das Material auf dem Weg dorthin nicht auseinanderfällt. Andererseits, falls es unterwegs scheppert waren es wie immer die Rechten.