Axel Bojanowski gehört zu den wenigen Klima-Journalisten in der Mainstream-Presse, die eine solide naturwissenschaftliche Ausbildung vorweisen können. Jetzt erzählt er die aufschlussreiche Geschichte der Klimaforschung.
Der studierte Geologe Axel Bojanowski machte sich einen Namen als Wissenschaftsredakteur des Magazins „Der Spiegel“. Dieses verließ er nach dem Relotius-Skandal, an den sich heute leider immer weniger Medienkonsumenten zu erinnern scheinen, und heuerte bei der Tageszeitung „Die WELT“ als Chefreporter Wissenschaft an. Sein neues im hessischen Westend-Verlag erschienenes Buch „Was Sie schon immer übers Klima wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten“ kommt durchaus nicht akademisch daher, sondern beschäftigt sich, so sein Untertitel, mit den bedenklichen Beziehungen „zwischen Lobbygruppen und Wissenschaft“. Und das liest sich weniger wie ein trockenes Sachbuch, sondern wie ein Krimi.
Ich finde die Ausführungen von Axel Bojanowski über die bewegte Geschichte der Klimaforschung sehr empfehlenswert, weil den meisten Klimabewegten diese historische Übersicht heute fehlt. Bojanowski stellt klar heraus, dass die Klimaforschung und -propaganda streckenweise mehr mit Klassenkampf als mit der Bemühung um eine wissenschaftliche Gesamtsicht der Lage zu tun hatte. Ich selbst habe als Wissenschaftsjournalist einen großen Teil dieser Geschichte hautnah miterlebt und kenne etliche ihrer (inzwischen zum Teil schon verstorbenen) Protagonisten persönlich.
Als ich 1979 unter dem Titel „Arbeiterklasse und Ökologie“ eines der ersten marxistischen Bücher über die Ökologie veröffentlichte, titulierten mich viele Genossen übrigens als „Körnerfresser“. Später in meiner Zeit als Mitarbeiter beim WWF fiel auch mir auf, dass Angehörige der alten Elite wie Prinz Philip, Duc von Edinburgh, der Schweizer Big-Pharma-Erbe Luc Hofmann oder der deutsche Junker Thankmar von Münchhausen die Umweltverbände und andere NGOs benutzten, um ihren Status zu verteidigen.
Später taten das auch die neuen Eliten, das heißt die Manager von großen Banken und Investmentgesellschaften wie BlackRock oder JPMorgan Chase und Goldman-Sachs. Bojanowski leitet davon aber zu Recht keine antikapitalistische Argumentation ab, sondern weist darauf hin, dass die kapitalistische Marktwirtschaft grundsätzlich ein Segen für die Umwelt ist, solange der Staat nicht zugunsten bestimmter Geschäftsmodelle in den Markt eingreift.
Mit der Ölkrise bekam die Moralisierung der Ökologie Auftrieb
Der Autor beschreibt detailreich, wie schwer es schon in den 1970er Jahren war, in Sachen Klimaforschung einen Konsens herzustellen. Denn zwischen 1940 und dem Ende der 1970er Jahre sank die globale Durchschnittstemperatur. Im Atlantik wurden 1974 Eisberge auf der Höhe von Lissabon gesichtet. Doch im Jahre zuvor hatte die Organisation erdölproduzierender Länder (OPEC) anlässlich des Yom-Kippur-Krieges die Kraftprobe mit dem wohlhabenden und rohstoffhungrigen kapitalistischen Westen gesucht. Es kam im Westen zur „Ölkrise“, die im kollektiven Gedächtnis tiefe Spuren hinterlassen hat.
Dadurch bekam die Moralisierung der Ökologie dauerhaften Auftrieb. Einer der einflussreichsten dystopischen Bestseller war die „Bevölkerungsbombe“ des amerikanischen Biologen Paul Ehrlich. Obwohl die dort prognostizierte Hungersnot nie eintrat, erlitt ihr Autor dadurch keinen Ansehensverlust. Diese Erfahrung machte den Weg frei für viele weitere dystopische Studien nach dem seit Jahrhunderten „bewährten“ Muster des Malthusianismus. (Dieses Stichwort taucht bei Bojanowski leider gar nicht auf.)
Immerhin konnte in den 1970er Jahren bestätigt werden, was der serbische Ingenieur Milanović schon 1941 berechnet hatte: Die Abfolge der Kalt- und Warmzeiten auf der Erde schwankt mit der Neigung der Erdachse, das heißt mit der Sonneneinstrahlung. Dennoch konnte während der durchaus vernünftigen US-Präsidentschaft Ronald Reagans ein weiteres Vordringen der irrationalen Öko-Bewegung nicht gestoppt werden. Im Gegenteil: Öko-NGOs meldeten Spenden-Rekorde, und die Wissenschaft geriet immer mehr in den Streit zwischen Rechts und Links, der in Gutachten-Schlachten ausgetragen wurde. Resultat: Die erste internationale Klimakonferenz 1979 in Genf konnte nicht entscheiden, ob die Erwärmung der Erde positiv oder negativ gesehen werden sollte.
Vehikel um die Kernenergie vor Angriffen zu retten
Das hat sich nach der Veröffentlichung des „SPIEGEL“ vom 1. Januar 1986 mit dem im Meerwasser stehenden Kölner Dom auf dem Cover und später mit der Gründung des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) gründlich geändert. Hinter diesem Spiegel-Titel stand die Bekehrung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft zum Klima-Katastrophismus mit dem Ziel, die Kernenergie vor den wachsenden Angriffen der erstarkten Grünen-Bewegung zu retten. Damit taten die Physiker, wie wir heute wissen, ihrem Anliegen jedoch einen Bärendienst. Die Deutschen merken erst jetzt langsam, was die Abschaltung der letzten Kernkraftwerke für ihren Lebensstandard bedeutet.
Bojanowski zeigt deutlich, dass das IPCC kein wissenschaftliches, sondern ein politisches Gremium ist, weil seine Leitautoren von der Politik gewählt werden. Die Protest-Firma Greenpeace habe darin mehr Einfluss als gestandene Wissenschaftler, wurde beklagt. Trotzdem übte das IPCC in den letzten Jahren gegenüber den immer radikaler auftretenden grünen NGOs wie „Fridays for Future“ oder „Extinction Rebellion“ beziehungsweise „Letzte Generation“, die von einer US-amerikanischen Milliarden-Erbin finanziert werden, einen insgesamt mäßigenden Einfluss aus. In der ganzen Zeit konnten Forscher kein klares Signal für den menschlichen Einfluss auf den Klimawandel ausmachen, obwohl das 1992 auf dem legendären „Rio-Gipfel“ gegründete UN-Sekretariat für die Klima-Rahmenkonvention (UNFCCC) in diese Richtung Druck machte.
Das hielt geld- und machtgierige Politiker wie den ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore nicht davon ab, die „Klimakrise“ auszurufen und mit einer Angst machenden Dia-Show (Powerpoint-Präsentation) international auf Tour zu gehen. Gore bekam dafür später zusammen mit dem IPCC den Friedensnobelpreis – und verhinderte damit, dass die polnische Krankenschwester Irena Sendler, die den Preis für die Rettung tausender Judenkinder aus dem Warschauer Ghetto hätte bekommen sollen, ausgezeichnet wurde. Denn ein Jahr danach war Frau Sendler schon tot. Al Gores aufdringliche Show, die im Westen viele Schüler ungefragt ansehen mussten, hatte aber nicht überall den erwarteten Effekt. Denn zumindest in den USA verstärkte sie die politische Konfrontation zwischen Demokraten und Republikanern und führte nicht nur zum Aufkommen der „Tea Party“-Bewegung, sondern letztlich auch zum Wahlsieg des Republikaners Donald Trump im Jahre 2017.
Klimalobby mit linken Milliardärs-Großstiftungen
Hintergrund war der Streit um die Frage, ob der „Klimaschutz“ mehr staatlichen Dirigismus oder mehr marktwirtschaftliche Anreize erfordert. Aus diesem Streit ging der neoklassische Ökonom William D. Nordhaus als Sieger hervor, was aber in den westlichen Massenmedien kaum jemand bemerkte. Nordhaus wurde für seine Berechnungen, die zeigen, dass ein globaler Temperaturanstieg um bis zu 3,5 °C für die Menschheit am günstigsten wäre, 2018 mit dem Wirtschafts-Nobelpreis ausgezeichnet. Wie das viel zitierte Pariser Klima-Übereinkommen vom 12. Dezember 2015 stattdessen auf die Grenze von 1,5 °C kam, jenseits derer angeblich die Klimakatastrophe droht, weiß im Grunde niemand, denn es gibt darüber keine zitierfähige wissenschaftliche Untersuchung.
Während von Nordhaus, abgesehen vom dänischen Statistiker Bjørn Lomborg, kaum jemand sprach, hat die Klimalobby mit ihrem schon im Mai 2009 unter Führung des US-Milliardärs Hal Harvey vorgelegten Masterplan mit dem Titel „Design to win“ dafür gesorgt, dass linke Milliardärs-Großstiftungen allein im Jahre 2019 zweieinhalb Milliarden Dollar für Klima-Projekte spendeten.
Axel Bojanowski: Was Sie schon immer übers Klima wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten. Der Klimawandel zwischen Lobbygruppen und Wissenschaft Verlag Westend, 25,00 Euro
Edgar L. Gärtner ist studierter Hydrobiologe und Politikwissenschaftler. Seit 1993 selbständiger Redakteur und Berater, als solcher bis 1996 Chefredakteur eines Naturmagazins. Bis Ende 2007 Leiter des Umweltforums des Centre for the New Europe (CNE) in Brüssel. In Deutschland und in Südfrankreich ist er als Autor und Strategieberater tätig.
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Anfang der 80er Jahre befand sich Maggi Thatcher im Kampf mit dem Bergbaugewerkschaftler Arthur Scargill. Zu ihrem Bedauern hatte er den längeren Hebel, weil er jederzeit Streiks ausrufen und damit die britische Industrie lahm legen konnte. Frau Thatcher wollte diesem Mann nun durch den massiven Ausbau der Kernkraft den Stecker ziehen. Leider war u. a. durch den Zwischenfall in Harrisburg die Kernkraft in die Kritik geraten. Thatcher wies also ihre Politberater an, etwas zu finden, was die Kohlenutzung diskreditierte. Man fand schließlich eine wenig beachtete Theorie des ansonsten hochangesehenen schwedischen Nobelpreisträgers Svante Arrhenius aus dem 19. Jhdt. Dazu muss man wissen, dass dieses Jhdt. eines der kältesten Phasen der Neuzeit war. Zahlreiche Vulkanausbrüche, die ganze Inseln (Krakatau zB) als Aerosole in die Stratosphäre beförderten, ließen die Erde erkalten. Die kalten Ozeane nahmen viel CO2 auf, schließlich war es nur noch 0,028 % Anteil am Luftvolumen. Für viele Pflanzen zu wenig zum Überleben, mit der Folge, dass in D Wildpferde ausstarben, das Laufrad musste erfunden werden. Gegen Ende des Jhdt.s war ein Großteil der Aerosole abgeregnet, es wurde wärmer, die Meere ließen wieder CO2 ausgasen.
Der Anstieg an CO2 war also der Erwärmung geschuldet -und nicht umgekehrt. Der kluge Arrhenius hatte also Ursache und Wirkung verwechselt- eine der häufigsten Fehlerquellen der Wissenschaft…
Herzlichen Dank für den Hinweis auf Irena Sendler und ihre bewegende Lebensgeschichte. Die Wikipedia hat einen lesenswerten Artikel über diese bewundernswerte Frau.
Also eine Erzählung ist ja literarisch eine Einlassung auf bereits Geschehenes, die Vergangenheit. Beim Kima ist es das Wetter vergangener Tage und Jahre. Wobei ich meine, die allermeisten Leute würden sich für das Wetter von gestern oder von früher nicht die Bohne interessieren. Was interessiert, sind die Prognosen, die man, wenn sie über die nächsten drei Tage hinaus gehen, auch als Weissagungen bezeichnet. Mit solchen Sachen wie: „der nächst Winter wird sehr kalt“, habe ich schlechte Erfahrungen gemacht. Und dass im dritten Jahrtausend der Zivilisation uns die niederen Spezies der Schnecken vorschreiben, was wir im Garten anzubauen haben und was nicht, das hat uns von den großmäuligen Ökologen der Achtziger auch keiner geweissagt. Was soll also eine Geschichte der Klima-„Erzählungen“, die sich auch noch vordergründig mit Prophetie befasst? Es gibt wahrscheinlich ein paar tausend Börsenbücher, die sich mit der Vorhersage der Kurse befassen. Die wurden von Leuten geschrieben, die wissen, dass die Börsengewinne von den Dummen kommen, nicht von den Reichen. Man muss also immer die richtige Klientel mit Informationen stimulieren. So viel anders ist das bei den Klima-Apologeten, die sich spekulativ mit der Zukunft anlegen, auch nicht.
Der Mann hieß Milanković: Bei den Milanković-Zyklen (nach dem serbischen Mathematiker [2] Milutin Milanković, 1879–1958) handelt es sich um langperiodische Veränderungen der globalen Verteilung der auf der Erde eintreffenden Sonnenstrahlung über die jährliche… .
Demnach bewegen wir uns von der letzten Eiszeit von vor ca. 20.000 Jahren noch ca. 60 – 80.000 Jahre lang weg, bis die nächste kömmt. Es wird also noch eine ganze Weile wärmer, kosmisch bedingt. Da sind zum einen die Präzession des Kreisels Erde (Frequenz ca. 27.000 Jahre) und zum anderen die Elliptizität der Erdbahn um die Sonne. Änderungen der Sonnenaktivität kommen hinzu. Das alles überlagert sich periodisch-idiotisch. Der Mensch spielt eine sehr untergeordnete Rolle – ist aber mit inzwischen acht Milliarden ein demografisches Ding. Der Klima-CO2-Hype ist erfunden worden, um von dieser Tatsache abzulenken, um die Demografieleugnerey vergessen zu machen. Die Leute zahlen für beides, die Invasion/Immigration der Hyperfertilen aus dem globalen Süden UND für die Leugnung dieser Tatsache via „Klimaschutz“. Mal sehen, wann es die Kanallje merkt … . Näheres bei cosmos-indirekt//Physik-Schule/Milanković-Zyklen?
So stehen Klimapaniker und Demografieleugner einander gegenüber, und die Synthese ist der : „Klimaleugner“. Halleluja. Gruß von Brahma und von Kalle Marx. Vishnu und Shiwa, These und Antithese – alles hat seine göttliche Ordnung. Das Hoheitszeichen von Brahma ist der Dreizack des Poseidon, believe it or not. „La trinité se passe, …. “. Schön, wie sich alles so fücht, oder?
Zoran Milanović ist ein kroatischer Politiker, geb. 1966
Was versteht ein Ökonom William D. Nordhaus vom Wetter, gar vom Klima? ++ Niemand versteht etwas davon, weil keiner dieses hochkomplexe System durchschauen, gar „verstehen“, begreifen kann. Zuviele unbekannte Variablen. ++ Wie kommt der Mensch dazu, zu „denken“, er könne das? ++ Auf EIKE wurde dazu schon alles gesagt und geschrieben. ++ Kommt der Club of Rome darin vor, in besagtem, besprochenem Buch? Oder die naive Rolle des MIT? Oder das unwissenschaftliche Buch „Grenzen des Wachstums“? Oder die Rolle der Eugeniker, die das Volk verachten und ein Narrativ benötigen, um die Bevölkerung zu quälen? ++ Was soll das Buch mit Wissenschaft zu tun haben? Es ist eine Erzählung, eingewoben in einer einseitigen, längst widerlegten Weltsicht, einem ideologischen Korsett, welches sehr viele Tatsachen, Fakten, ignoriert. ++ Hier die Aussage von Prof. Richard Lewontin (Genetiker, 1929-dato), Zitat: „[…] Darüber hinaus ist dieser Materialismus absolut, denn wir können keinen [!!] göttlichen Einfluß in der Tür zulassen.“ ++ Daraus folgt: es wird alles nur ohne Gott interpretiert. Das Modell erlaubt es einfach nicht. Erklären kann man sehr viel, beweisen, kann das auch dieser Prof. nicht. Was soll so eine einseitige Einstellung mit Wissenschaft zu tun haben? Absolut nichts. ++ Wir sollten also das Buch nicht mit „Wissenschaft“ in Verbindung bringen. Es ist nur eine weitere Interpretation, über Dinge, die der Mensch nicht ändern kann. Und die Möchtegern-Eliten wollen dem Menschen aktiv schaden. Dazu ist denen jedes Argument, vor allem sehr viele Lügen, gelegen. ++ Wichtig wäre es zu erwähnen, daß die Esoterik dahinter steckt, ein böser, okkulter Geist, der Mutter Gaia anbetet und sich ihr unterwirft. Der Mensch darf nicht mehr die Krönung der Schöpfung sein. Ein klassische Intrige gegen die 10 Gebote des jüdisch-christlichen Gottes. Wer wird diesen Kampf wohl verlieren?
Es ist den Linken (wenn auch nur in westlichen Gesellschaften) gelungen, das tatsächlich „unpolitische“ Ziel des Umweltschutzes zu ideologisieren und als vermeintlich den Sozialismus bedingendes Thema zu instrumentalisieren. In realiter verhalten sich aktuell keine Staaten umweltschädigender als sozialistisch regierte.
Als ich zur Schule ging (80er Jahre), da hiess der Klimawandel Treibhauseffekt und überhaupt gab es Waldsterben und die Grenzen des Wachstums. Mittlerweile hat sich die Menschheit verdoppelt auf ca. 8 Mrd, wovon der größte Teil hierzulande Asyl- und Bürgergeldanspruch hat. Der gesamte Planet ist vermüllt (90% davon in der Dritten Welt). Einige Gebiete sind unbewohnbar (Haiti- wurde von den Bewohnern abgefackelt, dito Madagaskar, sowie Komoren). Ich denke der Klimawandel ist tatsächlich unser geringstes Problem. Die wahren Probleme sind Müll und Bevölkerungsexplosion in Afrika und Islam. Jedoch kann man dafür nicht die westliche Zivilisation verantwortlich machen, weshalb diese Probleme unerwähnt bleiben.