Jedes leise Gerücht aber, dass der 63-Jährige hinschmeißen könnte, lässt die Linken erschauern. Aus einem einfachen Grund: Gysi mag es schwerfallen, die zersplitterte Fraktion zusammenzuhalten. Jeder andere aber würde daran scheitern. Der Vize-Fraktionschef und frühere Partei-Geschäftsführer Dietmar Bartsch verfügt zwar über erheblichen Einfluss auf die Ostler, ist aber eine Reizfigur für viele West-Linke. http://www.sueddeutsche.de/politik/die-linke-antisemitismus-streit-der-boss-ist-genervt-1.1111906
Als Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden, nochmals zusammenfaßte, was ohnehin schon jeder wußte, daß nämlich einige Funktionäre der Linkspartei einen “geradezu pathologischen, blindwütigen Israel-Hass” auslebten, flogen Parteichef Ernst die letzten Tassen aus dem Schrank: Graumann solle doch bitteschön “die Niederungen der Parteipolitik schnell wieder verlassen”, die Vorwürfe seien “vollkommen unangemessen”. Was angemessen ist und was nicht, was Juden dürfen und was nicht, in Israel und hierzulande, das bestimmen bitteschön immer noch deutsche Volksvertreter. Der aufgeblasene Ernst denkt nicht im Traum daran, sich für die Högers, Paechs, Dierkes und Groths, die sich in seiner Partei tummeln, zu schämen und öffentlich zu entschuldigen.
Wenn Klaus Ernst die Birne glüht, dann gewiß nicht aus Scham, sondern weil er vor Wut zu platzen droht: “Ich lasse es nicht zu, daß unsere Mitglieder diffamiert werden.” http://www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=keinfriedenmitlinks&jahr=2011&mon=07