Die Aufgabe, dieses Buch zu rezensieren, landete vermutlich deshalb bei mir, weil ich seit Jahren immer wieder kritisch über Migration, Asyl und die deutsche Asylpolitik schreibe. Entsprechend glaubte ich, einiges über das Thema zu wissen. Björn Harms hat mich mit seinem Buch „Der Asylkomplex – Wenn Steuergelder zur Beute werden“ trotzdem vom ersten Moment an gepackt. Nicht unbedingt, weil alles, was er schreibt, vollkommen neu wäre. Vieles hat man vermutet, manches selbst beobachtet und über einiges wurde auch schon berichtet. Der Unterschied ist: Bei Harms bekommt vieles plötzlich Namen, Zahlen und Zusammenhänge.
Der Titel ist dabei durchaus wörtlich zu nehmen. Harms schreibt nicht einfach ein weiteres Buch über Flüchtlinge und Migration. Ihn interessiert das, was sich um die Asylpolitik herum entwickelt hat. Unterkünfte müssen betrieben, Menschen betreut, bewacht, transportiert und verpflegt werden. Es werden Immobilien angemietet, Container aufgestellt, Integrationskurse veranstaltet und Beratungsstellen finanziert. Anwälte führen Verfahren, Wohlfahrtsverbände beschäftigen Mitarbeiter, NGOs erhalten Fördermittel und wissenschaftliche Einrichtungen befassen sich mit Migration. Harms unterscheidet deshalb zwischen der eigentlichen „Asylindustrie“ und dem größeren „Asylkomplex“, zu dem er auch das politische, administrative und gesellschaftliche Umfeld zählt.
Dass damit Geld verdient wird, ist zunächst einmal keine Sensation. Wo der Staat Milliarden ausgibt, gibt es zwangsläufig Menschen und Unternehmen, die dieses Geld für erbrachte Leistungen erhalten. Ein Sicherheitsdienst arbeitet nicht kostenlos, ein Vermieter verschenkt seine Immobilie nicht und ein Sozialarbeiter möchte am Monatsende ebenfalls sein Gehalt bekommen. Das ist auch nicht der Punkt, der mich beim Lesen beschäftigt hat. Interessant wird es dort, wo aus der Bewältigung eines Problems ein dauerhafter Wirtschaftszweig entsteht und immer mehr Existenzen von seinem Fortbestand abhängig werden.
Harms arbeitet sich mit einer beeindruckenden Menge an Zahlen, Quellen und Beispielen durch dieses Geflecht. Gelegentlich sogar mit zu vielen. Manche Tabellen habe ich irgendwann nur noch überflogen. Das kann man problemlos tun, ohne den Faden zu verlieren. Mir ist ein Autor, der mich mit Zahlen erschlägt, allerdings immer noch lieber als einer, der eine steile These nach der anderen aufstellt und die Belege dafür schuldig bleibt.
Nicht einmal böser Wille, sondern institutionelle Logik
Besonders interessant fand ich die Stellen, an denen Harms zeigt, wie breit das Geschäft inzwischen aufgestellt ist. Er nennt Immobilienunternehmen und private Vermieter ebenso wie Sicherheitsunternehmen, Caterer, Containeranbieter, Sprachschulen und Migrationsanwälte. Für 2025 führt er beispielsweise 143.221 neue Klagen gegen Asylbescheide an; zugleich beschreibt er staatlich finanzierte Asylverfahrensberatung und Rechtshilfestrukturen. An anderer Stelle beschäftigt er sich mit staatlich geförderten Organisationen und Projekten. Allein für das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ nennt er für 2026 rund 191 Millionen Euro für mehr als 500 Projekte, wobei selbstverständlich längst nicht alle davon dem Asylbereich zuzurechnen sind.
Gerade bei solchen Zahlen muss man aufpassen, nicht alles in einen Topf zu werfen. Aber genau darin liegt für mich auch der Wert des Buches: Man bekommt eine Vorstellung davon, wie viele unterschiedliche Bereiche inzwischen mit Migration verbunden sind und welche Summen dabei bewegt werden.
Ich kenne einen kleinen Ausschnitt staatlich finanzierter Hilfesysteme aus meiner eigenen Arbeit als Erziehungsbeistand und in der sozialpädagogischen Familienhilfe. Deshalb weiß ich auch, wie falsch es wäre, jeden Menschen, der in einem solchen System sein Geld verdient, unter Generalverdacht zu stellen. Ich werde dafür bezahlt, jungen Menschen und Familien zu helfen, und trotzdem wünsche ich keinem meiner Schützlinge, dass er möglichst lange auf meine Hilfe angewiesen bleibt. Im Gegenteil: Eigentlich besteht erfolgreiche Hilfe darin, irgendwann nicht mehr gebraucht zu werden.
Bei Institutionen sieht die Sache zwangsläufig komplizierter aus. Sie benötigen Fälle, um Personalstellen zu rechtfertigen, Budgets zu erhalten und Strukturen aufrechtzuerhalten. Das ist nicht einmal böser Wille, sondern institutionelle Logik. Genau hier trifft Harms einen Punkt, über den viel zu selten gesprochen wird. Im Fazit beschreibt er diesen Selbsterhalt sehr anschaulich: Ein Betreiber benötigt belegte Betten, ein Wohlfahrtsverband Fallzahlen, eine Kanzlei Mandate und eine geförderte Organisation entsprechende Projekte und Förderperioden.
Die Ökonomie, die rund um Asyl und Migration entstanden ist
Und damit kommt man zu der für mich eigentlich entscheidenden Frage dieses Buches: Was geschieht, wenn immer mehr Menschen und Institutionen wirtschaftlich davon abhängig sind, dass ein gesellschaftliches Problem nicht kleiner wird?
Das bedeutet nicht, dass diese Menschen deshalb Migration verursachen oder dass jeder Beteiligte möglichst hohe Asylzahlen herbeisehnt. Eine solche Schlussfolgerung wäre mir zu einfach. Harms’ These ist interessanter. Er beschreibt einen Komplex, in dem wirtschaftliche Interessen, staatliche Finanzierung, Recht, Verbände und Politik ineinandergreifen. Nach seiner Darstellung braucht ein solches System neben denjenigen, die daran verdienen, auch Akteure, die es politisch begleiten, rechtlich absichern und öffentlich verteidigen.
An diesem Punkt musste ich mehrfach an Thilo Sarrazins Deutschland schafft sich ab denken. Nicht weil Harms ein zweites Sarrazin-Buch geschrieben hätte. Dafür sind Ansatz und Gegenstand zu unterschiedlich. Für mich liest sich Der Asylkomplex eher wie eine Fortsetzung auf einem Teilgebiet. Sarrazin beschäftigte sich damals vor allem mit demografischen, gesellschaftlichen und integrationspolitischen Entwicklungen. Harms richtet die Kamera auf etwas, das inzwischen erheblich größer geworden ist: die Ökonomie und die Institutionen, die rund um Asyl und Migration entstanden sind.
Vielleicht erklärt das auch einen Teil dessen, was mich seit Jahren an der deutschen Asyldebatte irritiert. Wir reden ständig über Moral, Humanität, Abschiebungen, Obergrenzen, Grenzkontrollen und Integration. Viel seltener reden wir darüber, dass sich hinter all dem inzwischen ein gewaltiger Apparat befindet. Wer ernsthaft über eine grundlegende Veränderung der Asylpolitik spricht, spricht deshalb nicht nur über Migranten. Er spricht zwangsläufig auch über Arbeitsplätze, Aufträge, Mietverträge, Fördergelder, Projekte, Behörden, Beratungsstellen, Verbände und Geschäftsmodelle.
Wer lebt eigentlich alles davon, dass es so weitergeht?
Harms geht in seinem Fazit noch weiter und vertritt die These, dass der Selbsterhalt dieses Apparates selbst zu einem Hindernis für grundlegende Veränderungen geworden sei. Darüber kann und sollte man streiten. Nach fast 300 Seiten fällt es allerdings schwer, so zu tun, als gäbe es die dahinterliegenden wirtschaftlichen Interessen überhaupt nicht.
Das Buch ist brandaktuell, hervorragend mit Material unterfüttert und an manchen Stellen gerade deshalb etwas anstrengend. Wer keine Freude an Tabellen hat, darf einige davon getrost überblättern. Wer dagegen wissen möchte, welche Strukturen sich in Deutschland rund um Asyl und Migration entwickelt haben, wird reichlich Stoff finden. Ich halte es deshalb für ein Buch mit Bestseller-Potenzial.
Eigentlich müsste es viel mehr Menschen erreichen. Nicht damit anschließend alle derselben Meinung sind wie Björn Harms. Sondern damit eine Diskussion, die seit Jahren überwiegend moralisch geführt wird, endlich um eine ziemlich weltliche Frage ergänzt wird: Wer lebt eigentlich alles davon, dass es so weitergeht? Und nachdem man Der Asylkomplex gelesen hat, lässt sich diese Frage nicht mehr ganz so leicht beiseiteschieben.
Im Achgut-Buchshop erhältlich:
„Der Asylkomplex – Wenn Steuergelder zur Beute werden“ von Björn Harms, Langen Müller Verlag 2026, hier vorbestellbar.


P.S.: Die Türkei ist vor uns in die selbe Falle getappt.
Wenn von Asylindustrie gesprochen wird, fehlt immer die Hälfte. Hier geht es nicht nur um Verwahrung/Verköstigung von „Flüchtlingen“. Während Caritas & co. zwar ordentlich an der Versorgung verdienen und das auch mit privaten Sicherheitsdiensten abgesichert wird, hängt der eigentliche Rattenschwanz hintendran: Neubürger sind nicht nur neue Mieter von Wohnungen, sondern Billigmalocher und neue Konsumenten, die dauerhaft die Binnennachfrage erhöhen. Die Wirtschaft profitiert also nicht nur bei Wohnungsmarkt/Arbeitskraft, sondern auch beim Umsatz wie bekloppt von illegaler Zuwanderung. Wenn das dann ins Kraut schießt wie seit 2015 und sich die Sicherheitslage zunehmend verschärft, reichen Sicherheitsdienste nicht mehr aus und die Rüstungsindustrie springt an, weil Polizei/BW für neue Ausrüstung an die Tür klopfen. Die Verwaltung treibt das aber nicht an. Denen ist egal was sie verwalten und lieber, wenn sie ein ruhiges Leben mit Kartoffeln als „Kunden“ haben, anstatt sich mit verhaltensauffälligen zugewanderten Psychos rumzuschlagen. Jetzt kommt der Großteil der Zuwanderung auch noch aus Nahost wo die Chefetagen in Geld ersaufen und es hier in Großkonzerne und Banken investieren. Und wenn man Anteile kauft, gehört es einem. Also zieht man dann auch hier hin. Einfach nur die Sozialhilfe abzustellen um den Zustrom zu stoppen, wird deswegen nicht reichen, da ein erheblicher Teil über den gesamten deutschen(!) Wirtschaftskreislauf damit seinen Umsatz macht. Als rechtsstreuer Patriot, der in seinem eigenen Land einfach nur seine Ruhe haben und selbstbestimmt leben will, hat man gegen den Ausverkauf kaum eine Chance. Geld bricht eben Recht. Die Deutschen sind in der Breite eigentlich nie radikal, „Nazi“ oder „Commi“ gewesen. Die Deutschen sind und waren immer Handaufhalter die ihre eigene Großmutter verticken wenn der Preis stimmt. Es geht nur ums Geld. Die ganze Propaganda drumrum ist Marketing. Vor 90 Jahren wie heute. Einzig die Migrationsrichtung ist eine andere.
@Marc Greiner „Deshalb wird der Begriff “Remigration„ auch verteufelt.“
Re-Migration ist auch verkehrt.
Denn es würde bedeuten das jemand zuvor in die Land/Kultur integriert/migriert wäre. Ein Urlauber in Japan wird auch nicht als Imigrant-BSP Steuerzahler bezeichnet.
Das richtig perverse laut Verfassungsfeinde mit Regierungsmacht
„Ein Migrant ist eine Person, die ihren Wohnsitz oder Lebensmittelpunkt von einem Land oder einer Region in eine andere verlegt.“ Der Lebensmittelpunkt ist zu 100% der Wohnsitz!!! Boris Becker weiß es.
Das mit dem „Lebensmittelpunkt“ der AAsylanten ist evtl. finanz-strafrechtlich verkehrt. Denn der ist erst durch Banken und regelmäßige Volkswirtschaftliche Teilnahme (>6 Monate) steuerlich erreicht. Und um Steuerzahler zu werden muss erst was erreicht werden? Genau. Wohnung, Bankkonto und meist Arbeitsplatz.
Es ist in diesem Land derart verlogen… unfassbar.
Das ist der Grund warum Städte vernichtet und verdichtet werden und überall mit Gastarbeitern für Asylbewerber Wohnungen gebaut werden. Denn ohne Wohnung kein Lebensmittelpunkt.
Und warum ist das so? Ist das unter den Schlägen des hereingebrochenen Islam passiert? Mit der unglaublichen Sympathie für das Teufelszeug? CDU-Wulff hat es neulich wieder bestätigt: Das gehört inzwischen zu Deutschland! Irrwitzig.
Oder gibt es andere, weitere Erklärungen? Wenn ja, her damit, ich will lernen. Sicher dürfte sein: Ohne die gewaltigen Invasionskosten wären die Schulden&Sonderverm;ögen erst gar nicht aufs Trapez gekommen, weil nicht erforderlich.
Oder gibt es Leute hier, die glauben, die Invasion der Söhne Allahs rechnet sich in der Zukunft? In dem größten Markt der Welt, dem islamisch-indischen – und die Deutschen haben dabei eine pole position. Warum? Weil sie nie mit Moslem und Indien im Clinch lagen, ganz im Gegensatz zu den Hauptmitbewerbern in Europa, nämlich GB und FR.
Wollten die C-Parteien die Bevölkerung „mitnehmen“, offiziell und sichtbär, dann riefe das vor allem GB noch mehr auf den Plan – denen sind die Deutschen schon lange nicht geheuer. Dürfen deshalb Pakis englische Mädchen vergewaltigen? Durch „grooming“? Wer gewinnt, wer bezahlt?
„Was soll denn die Muselmanen in Europa und in der ganzen Welt von uns Deutschen trennen! Wir haben gemeinsame Ziele!“ Deutsche und Muslime hätten gemeinsame Feinde, sagte der neben Rüstungsminister Albert Speer und Propagandachef Joseph Goebbels mächtigste Mann des Dritten Reiches: „Der Bolschewik, England, Amerika – alle immer wieder getrieben vom Juden“, sagte wer? NS-Geschichte – Wie die Nazis den Islam vereinnahmen wollten
Und die AfD steht auf Putin, den alten Bolschewiken. Wer jetzt noch Fa und Anti ist, das mag der Teufel wissen.
Die pure rechtswidrige Diskriminierung die keinen interessiert.
Bildung wurde ~1994 in Deutschland eine Ware die Geld kostet, dank Bertelsmann Sozialeugeniker SPD. Unternehmen haben dem Staat diese Verantwortung vor die Füße gekippt, Unis ersetzen diese nun.
Eltern sind per Gesetz verpflichtet ihrem Kind eine Ausbildung zu finanzieren. Studenten kennen es Eltern abhängig-/unabhängiges Bafög.
„Nach § 1610 Abs. 2 BGB sind Eltern grundsätzlich verpflichtet, ihrem Kind eine angemessene Erstausbildung (Berufsausbildung oder Studium) zu finanzieren“
Im gesamten BGB, soweit ich erinnere ab BGB §1000, wird die Verantwortung in Familien, Eltern und Kinder nebst Verwandschaftsgrade geregelt, auch die Erbschaft und Bezahlung wenn ein Elternteil im Pflegeheim ist. Da haften Kinder für ihre Eltern.
Viele der Goldstücke und Messerkräfte erhalten hier eine kostenlose Bildung, auch Studium oder auch ein Führerschein damit sie für DHL, Hermes oder Pizza Service arbeiten. Ebenso der Weg in die Selbstständigkeit mit EU/IHK Kredite.
Das alles ist restlos rechtswidrig, interessiert aber niemand.
Der Asylkomplex und die Kosten sind Lichtjahre größer als gedacht.
Der Konsum ist niemals zu vergleichen obwohl sich Autohersteller freuen weil sie Käufer finden die zuvor zu Fuß oder auf dem Esel geritten sind und nun den Lebenstraum Autofahren erfüllen können.
Deshalb wird der Begriff „Remigration“ auch verteufelt. Sie bedeutet das Ende der Asylindustrie. Mit einer deutschen „ICE“ könnte man neue Stellen schaffen, aber die die arbeitslos werden, werden sich anderswo umsehen müssen.
Das Zuwanderungsgesetz war natürlich ebenso wie Maastricht, Schengen, Osterweiterung, Euro kein Thema auf einem Wahlkampf. Die wurden nicht dafür gewählt!