Von Gabriel Berger.
Antisemitismus kann unterschiedliche Formen annehmen und von unterschiedlichen politischen Positionen kommen.
Im deutschen Diskurs über den Antisemitismus hat es sich aus verständlichen historischen Gründen eingebürgert, diesen fast ausschließlich bei den extrem Rechten zu verorten, als ein unverzichtbares Element der Naziideologie. Dabei wird einerseits die Anpassung rechter Ideologien an den veränderten Zeitgeist, andererseits der Umfang und das Gewicht antisemitischer Haltungen in linken und muslimischen Milieus verkannt oder marginalisiert. Der Antisemitismus ist nach dem Holocaust, zumindest in westlichen Gesellschaften, zu einem Tabu geworden oder besser gesagt zu einem Tabu erklärt worden.
Kaum jemand, außer Extremisten aus den Lagern der Neonazis und der Islamisten, wagt es heute, sich offen zum Antisemitismus, das heißt zur Feindschaft gegenüber allen Juden, zu bekennen. Man äußert ein Mitgefühl mit den toten, im Holocaust ermordeten Juden, verweigert aber den heute lebenden Juden die Empathie. An Stelle des generalisierenden Begriffs „Juden“ werden die „Zionisten“ genannt, gegen die man kämpfe, gegen nichtzionistische Juden habe man nichts einzuwenden. Im Klartext heißt das, dass dem Staat Israel als dem Produkt der zionistischen Bewegung das Existenzrecht abgesprochen wird. In früheren Zeiten wurden einzelne jüdische Menschen bedroht und verfolgt. Heute steht bevorzugt Israel als der kollektive „Jude“ am Pranger. Israel ist zum sprichwörtlichen Juden unter den Staaten der Welt geworden. Den meisten Juden in der weltweiten Diaspora gilt aber Israel als eine Rückversicherung, als der Ort, an den man sich in Zeiten extremer Verfolgung retten könnte. Doch dieses beruhigende Gefühl der Sicherheit im Fall höchster Gefahr ist für die Diaspora-Juden durch den Anschlag der Hamas vom 7.10.2023 aus den Angeln gehoben worden.
Es stellt sich die Frage, in welchem Maße die verschiedenen ideologischen Strömungen und Milieus vom Antisemitismus befallen sind oder sich zumindest antisemitischer Stereotype bedienen. Noch wichtiger ist aber die Frage, wie hoch das Bedrohungspotenzial der Ideologien für die heutigen Juden ist. Laut deutscher Statistiken sind für die rasend schnell wachsende Anzahl antisemitischer Vorfälle in erster Linie die „Rechten“ unterschiedlicher Couleur verantwortlich. Dabei wird aber meist nicht ausgeführt, um welche Vorfälle und von welcher Stufe der Gefährlichkeit es sich dabei handelt. Hinzu kommt, dass anonyme antisemitische Vorfälle in den Statistiken meist als von Rechten verübt eingeordnet werden, obwohl sie ebenso von Muslimen oder linken Tätern stammen können. Bezeichnend dabei ist, dass in Umfragen von jüdischen Mitbürgern tätliche Angriffe und Bedrohungen seitens der Muslime weit vor solchen aus rechten Kreisen rangieren. Es scheint also, als würden die Statistiken im Wesentlichen Ergebnisse liefern, die das Weltbild ihrer Autoren reproduzieren, die aus ideologischen Gründen die Muslime vor Vorwürfen schonen. Nach dem Hamas-Überfall auf Israel sind aber antiisraelische und antisemitische Aktionen von in Deutschland lebenden Muslimen in Schlagzeilen der Medien geraten, um aber nach kurzer Zeit das Feld alarmistischer Schlagzeilen über den wachsenden Antisemitismus wieder den Rechten zu überlassen.
Verquere links-grüne Logik
Dabei verstricken sich die Journalisten häufig in Widersprüche, die sie auf ihre links-ideologische Weise aufzulösen versuchen. So wird zuweilen berichtet, dass sich die AfD demonstrativ auf die Seite Israels stellt. Dies könnte man so bewerten, dass die Rechtspopulisten zwar Gegner der EU und der repräsentativen Demokratie nicht aber Antisemiten seien. Das wird aber in den Medien genau umgekehrt interpretiert. Die AfD, so sagt man, sei aufgrund ihrer Affinität zum Nationalsozialismus zutiefst antisemitisch. Um das zu überdecken, gebe sie sich übertrieben israelfreundlich. Das ist die verquere links-grüne Logik. Damit will ich nicht gesagt haben, dass es in der AfD keinen Antisemitismus gibt. Aber er wird nicht direkt ausgesprochen, so wie es die Nazis taten. Niemand in der AfD sagt: „Die Juden sind unser Unglück“ oder „Kauft nicht bei Juden“. Letzteres ist in der Variante „Kauft keine israelische Produkte“ Spezialität der antiisraelischen BDS-Bewegung, die im linken politischen Spektrum zu verorten ist. Im rechten Spektrum neigt man eher zu Verschwörungstheorien. In Anlehnung an die „Protokolle der Weisen von Zion“ sind Juden heute in diversen Verschwörungstheorien Akteure oder geheime Lenker einer finsteren globalen Macht, die zum eigenen Vorteil die Welt beherrschen und terrorisieren will, sei es über die kapitalistische Globalisierung, die Finanzwirtschaft oder die Weltgesundheitsbehörde WHO.
In der Praxis sind aber radikale Gegner Israels eher geneigt, mit Gewalt gegen konkrete Juden in ihrem Umfeld als angebliche Repräsentanten Israels vorzugehen, als Anhänger von Verschwörungstheorien, in deren Mittelpunkt im Verborgenen agierende schwerreiche jüdische Drahtzieher stehen, zu denen man als „kleiner Mann“ keinen persönlichen Bezug hat. In nationalkonservativen Kreisen ist auch ein Kuriosum verbreitet, das in Analysen über den Antisemitismus meist ausgeklammert wird. Da zu den konservativen Verhaltensmustern in diesen Kreisen auch die traditionelle Form der Männlichkeit, Mut, körperliche Fitness und kämpferische Entschlossenheit zählen, Attribute, die einen Krieger ausmachen, ist in nationalkonservativen Kreisen eine Bewunderung für Israel verbreitet, für das kleine Volk, das sich mehrmals mit bewundernswerter Effizienz gegen die Übermacht arabischer Feinde zur Wehr setzen konnte. Als Physik-Student in der DDR erlebte ich die wütende Reaktion der Partei und der Medien gegen den Sieg Israels im Sechstagekrieg im Jahre 1967. Unter der Führung von General Mosche Dajan zerschlug Israel in einem Präventivkrieg die Armeen Ägyptens, Syriens und Jordaniens, die das kleine Land eingekreist hatten, um es auszulöschen. In konservativen deutschen Kreisen wurde Dajan als ein Held gefeiert, als eine Reinkarnation des Wüstenfuchses Erwin Rommel.
Die Israelis hatten heldenhaft gekämpft und damit in den Augen vieler ansonsten antisemitisch gesinnter Menschen das Jüdische abgestreift, das ihre Glaubensbrüder in früheren Zeiten verachtenswert machte. Einer meiner Kommilitonen, erklärter Bewunderer Israels nach ihrem grandiosen Sieg, stellte mir die Frage: „Wie kommt es, dass die Juden in allen Ländern, in denen sie gelebt haben, und zu allen Zeiten von anderen Menschen so sehr verachtet wurden?“ Und seine Antwort auf die rhetorische Frage lautete, die Juden seien selbst für die Haltung zu ihnen schuldig. Man kann offensichtlich Israel unterstützen oder sogar bewundern und dabei ein Antisemit sein. Politiker und Journalisten unterstreichen immer wieder, dass man nicht ein Antisemit ist, wenn man Israel kritisiert, wohl aber, wenn man das Existenzrecht von Israel infrage stellt. Umgekehrt kann man sagen, dass man wohl ein Antisemit sein kann und dennoch Israel unterstützen.
Realitätsverweigerung
Der Antisemitismus, in dessen Mittelpunkt der jüdische Staat Israel steht, hat derzeit weltweit ein erschreckendes, noch nie dagewesenes Niveau erreicht. Und noch nie, außer in Kriegen gegen arabische Nachbarstaaten 1948, 1967 und 1973 war die Existenz des Staates Israel so stark wie heute bedroht. Das wird von linken Israelgegnern, die sich das Etikett von Israel-Kritikern anheften, heftig bestritten, von manchen aber, die vom Ende Israels als eines angeblichen „Kolonialstaates“ träumen, frenetisch bejubelt. Der Aufruf zur Vernichtung Israels „from the river to the sea“ wird von linker akademischer Jugend westlicher Staaten und von Muslimen weltweit herausgeschrien. Dabei bilden sich bizarre Bündnisse: Schwule und Lesben, Anhänger der LGBT-Bewegung demonstrieren Hand in Hand mit schiitischen und sunnitischen Islamisten. Geschützt von der westlichen Freiheit umarmen Homosexuelle ihre potenziellen islamistischen Verfolger, denen im Westen die Hände (noch) gebunden sind. Und sie demonstrieren für die Hamas, in deren Herrschaftsbereich Schwule und Lesben nur geringe Überlebenschancen haben. Ebenso verhalten sich selbsternannte Feministinnen, die durch ihre Parteinahme gegen Israel und für die islamistische Hamas die Frauen in Gaza und im Iran verraten, die einer archaischen Unterdrückung durch die Männer ausgesetzt sind. Diesen Anhängern der LGBT-Bewegung ist nicht aufgefallen, dass in dem von ihnen bekämpften Israel Menschen ihres Schlages volle Freiheit genießen, was in keinem muslimischen Land der Welt der Fall ist.
Es stellt sich die Frage, wie es möglich ist, dass ansonsten zart besaitete, pazifistisch orientierte Jugendliche die Terroristen der Hamas unterstützen, obwohl diese nachweislich israelischen Zivilisten, dazu noch solche vom Friedenslager der Palästinenserfreunde inklusive ihrer Familien, sowie feiernde Jugendliche bestialisch massakriert und dabei noch auf sadistische Weise junge Frauen missbraucht haben. Möglich ist eine solche ignorante Haltung nur durch Realitätsverweigerung: Die jungen Unterstützer der Hamas in den Palästina-Camps an Universitäten in den USA oder in Deutschland blenden schlicht die Massaker der Hamas aus, erklären diese für eine Erfindung israelischer Propaganda. Die so rehabilitierte Terrorgruppe avanciert in den Augen der demonstrierenden Israelgegner zu einer legitimen Widerstandsbewegung, die für nichts anderes als für die Freiheit des palästinensischen Volkes und gegen die zionistischen Besatzer kämpft. Dass die Hamas eine religiös-fundamentalistische Organisation ist, die mindestens seit 2007 den Gaza-Streifen nach mittelalterlichen Regeln der Scharia regierte und dabei Gegner exekutierte oder von Dächern stieß, wird in den Kreisen der Palästina-Sympathisanten gar nicht thematisiert oder vielleicht als eine legitime, in der indigenen Tradition der Palästinenser begründete Form des Widerstandes gerechtfertigt.
Die derzeitige Lage Israels ist äußerst prekär, und das nicht nur aus militärischen Gründen. Israel wird in einer konzertierten Aktion aus mehreren Richtungen angegriffen: aus Gaza von der Hamas, aus dem Libanon von der Hisbollah, aus dem Jemen von Huthi-Rebellen, aus der Westbank, aus dem Iran. Der massive militärische Angriff auf Israel wird von einer weltweiten Propagandaschlacht begleitet, in der systematisch Täter und Opfer des Israel-Palästina-Konfliktes vertauscht werden. So wird von „Verteidigern der palästinensischen Sache“ für den beispiellosen, von sadistischen Exzessen begleiteten Terrorangriff der Hamas Verständnis gezeigt. Der Terrorangriff wird als eine legitime Reaktion der Palästinenser auf die jahrzehntelange israelische Unterdrückung dargestellt, obwohl Gaza 2005 von israelischen Besatzungstruppen verlassen und dem Landstreifen am Mittelmeer volle Freiheit gewährt wurde. Diese wurde aber von der in Gaza regierenden Hamas nicht zur Verbesserung der Lage der Bewohner genutzt, sondern um Gaza zu einer Festung im Kampf gegen Israel auszubauen. Allein die Kosten der Hamas-Tunnel müssen wohl in die Milliarden Euro gehen. Hinzu kommt die unvorstellbare Menge an Zement, für die wohl Behausungen für alle Einwohner von Gaza hätten gebaut werden können.
Weltweite Propagandaschlacht
Der fast permanente Beschuss Israels von Gaza aus mit zunächst selbstgebauten, später auch mit aus dem Iran importierten Raketen prägte den Alltag Israels. Jedes Wohnhaus, jede Schule, Fabrik oder Institution wurde mit Betonschutzräumen ausgestattet, die nach dem Sirenenklang als Warnung vor anfliegenden Raketen rasch zu betreten waren. Solche Sirenenklänge gehörten noch vor dem Anschlag der Hamas vom 7.10.2023 jahrelang zum Alltag Israels. Den heute für Palästina und die Hamas demonstrierenden Studenten sollte diese Vorgeschichte bekannt sein. Ob sie ihnen bekannt ist, wissen wir nicht. Vermutlich ja, was aber gemäß der von ihnen vertretenen postkolonialen Ideologie keinen Unterschied macht, da Israel zum Kolonialstaat europäischer, weißer Kolonialisten erklärt wird, deren Opfer die „indigenen Palästinenser“ wurden und bis heute sind. Dass diese Sichtweise völlig unsinnig ist, prallt an dem hermetischen postkolonialen Weltbild der selbsternannten intellektuellen Elite ab.
Denn die nach Palästina seit Ende des 19. Jahrhunderts und besonders in der Zeit der Naziherrschaft eingewanderten Menschen waren in Europa verfolgte Juden, die so ihr Leben retteten. Und etwa die Hälfte der Bewohner Israels stammt gar nicht aus Europa. Es sind vielmehr aus dem umliegenden arabischen Raum geflohene Juden, also keine „weißen Europäer“, die nach der Ausrufung des Staates Israel im Jahr 1948 vor der Gewalt der einheimischen arabischen Muslime fliehen mussten. Außerdem war die jüdische Einwanderung nach Palästina eine Zeit lang mit militärischem Kampf gegen die britischen kolonialen Besatzer Palästinas verbunden, die in der Zeit tödlicher Bedrohung der europäischen Juden durch die Nazis auf Druck der Araber keine Juden ins Land ließen. Somit entspricht die Geschichte der jüdischen Einwanderung nach Palästina nicht dem Schema der kolonialistischen Eroberung und Besiedlung. Mit solchen Feinheiten befassen sich aber die Freunde der Palästinenser nicht. Sie wissen auch nicht, dass das palästinensische Volk erst Mitte der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts als eine propagandistische Trumpfkarte für den Westen erfunden wurde. Bis dahin hießen die muslimischen Bewohner Palästinas schlicht Araber und lehnten den Namen „Palästinenser“ kategorisch ab. In der Zeit britischer Herrschaft galt jeder Bewohner Palästinas als Palästinenser, also gleichermaßen Muslime, Juden und Christen.
Die derzeitige Lage Israels ist vermutlich die gefährlichste seit dem Unabhängigkeitskrieg von 1948. Denn die massiven Angriffe aller Stellvertreter Irans auf Israel werden von einer weltweiten Propagandaschlacht begleitet, die Israel leider kläglich verloren hat. Die Hamas, deren Kampfmethode den Tod möglichst vieler eigener, palästinensischer Zivilisten als einer propagandistischen Trumpfkarte zur Voraussetzung hat, operiert meisterhaft mit kolossalen Zahlen angeblich von der israelischen Armee getöteter palästinensischer Zivilisten, besonders Kindern. Mit anderen Worten: Je mehr tote palästinensische Zivilisten im derzeitigen Gaza-Krieg von der israelischen Armee getötet werden, desto größer ist das Mitleid der Welt mit den Palästinensern, und desto schärfer fällt die Verurteilung Israels aus. Das bedeutet aber den Sieg der Hamas im Propagandakrieg, unabhängig von der militärischen Lage.
Antiisraelische Entscheidungen
Deshalb hat die Hamas horrende Zahlen von 35.000 Toten Zivilisten in Gaza lanciert, was die Empörung der Weltöffentlichkeit einsame Gipfel erklimmen ließ. Die Zahlen der Hamas wurden ungeprüft akzeptiert. Dass inzwischen von der UN die Zahl der Toten auf die Hälfte reduziert wurde, wobei von diesen Toten wiederum die Hälfte keine Zivilisten, sondern getötete Hamas-Kämpfer sind, verhallt im Raum der Informationen ohne Resonanz in der Presse und in der Öffentlichkeit der Welt. Israel ist zum gnadenlosen Schlächter von Zivilisten und deshalb zum Pariastaat erklärt worden. Diesen Makel kann Israel nicht im Nachhinein von sich abwischen, auch wenn die Tatsachen inzwischen etwas anderes sagen. Es ist der Hamas und ihren islamischen sowie linken, antikolonialistischen Verbündeten gelungen, eine Lawine der Wut zu generieren, die Israel zu verschlingen droht. Auf der Welle der Empörung kündigte der internationale Strafgerichtshof an, einen Haftbefehl gegen den israelischen Ministerpräsidenten Netanyahu und den israelischen Verteidigungsminister Galan wegen Kriegsverbrechen und Völkermord zu verkünden.
Dass zugleich auch gegen drei Führer der Hamas mit etwa der gleichen Begründung ein Haftbefehl erlassen werden soll, macht die Lage für Israel eher noch prekärer. Denn das gleichzeitige Verkünden beider Haftbefehle stellt beide Gruppen, die israelischen Politiker eines demokratischen Staates und die Führer einer terroristischen Mörderbande auf eine Stufe. Die Stimmung gegen Israel ist weiter angeheizt worden, indem in der UN die Mehrheit der Staaten der Welt ankündigte, den Staat Palästina anzuerkennen. Dieser Willenserklärung haben sich wenige Tage später drei EU-Staaten angeschlossen: Irland, Spanien und Norwegen. Dass damit die Lösung des Israel-Palästina-Konfliktes keinen Schritt näher kommt, spielt bei diesen symbolischen Akten keine Rolle. Es geht hier offensichtlich weniger um eine praktische Hilfe für die Palästinenser als um die weitere Demütigung Israels. Ob diese Israel gegenüber feindliche Haltung im Antisemitismus oder in abgrundtiefer Ignoranz begründet ist, lässt sich kaum verifizieren.
Und heute kam von Seiten des Internationalen Gerichtshofs der nächste Schlag gegen Israel. Israel wurde aufgefordert, sofort alle Kampfhandlungen in Rafah einzustellen. Das würde aber bedeuten, die Hamas vor dem militärischen Niedergang zu bewahren und ihr damit die Siegertrophäe zu überreichen. Die Entscheidungen der internationalen Gremien UN, Internationaler Gerichtshof und Internationaler Strafgerichtshof sind in dem Maße antiisraelisch, dass man als Freund Israels den Eindruck gewinnt, dass sich die Mehrheit der Institutionen der Welt gegen Israel verschworen hat. Vielleicht ist das eine Verschwörungstheorie, aber eine mit umgekehrtem Vorzeichen als üblichem: Hier sind mal nicht die Juden die Drahtzier einer finsteren Macht, sondern Nichtjuden, die mit ihren Beschlüssen massiv den antiisraelischen Terror der Hamas und des Iran unterstützen. Man muss Netanyahus Politik und seine Regierung nicht mögen. Aber in der jetzigen Lage bleibt ihm nichts übrig, als die Beschlüsse der UN und ihr untergeordneter Gremien zu ignorieren, im Interesse des Fortbestandes Israels. Man kann nur hoffen, dass trotz der globalen antiisraelischen Stimmung noch genug Unterstützer Israels in der Welt bleiben werden, damit Israel diese existenzielle Krise überdauert. In der Zukunft nach diesem Krieg werden hoffentlich neben den USA und vielleicht Deutschland auch einige arabische Staaten aus eigenem Interesse bei der Lösung des Palästina-Israel-Konfliktes mitarbeiten.
Gabriel Berger wurde 1944 in Frankreich, noch unter deutscher Besatzung, in einer jüdischen Familie geboren. Sie zogen nach dem Krieg zunächst nach Belgien, dann nach Polen. 1957 übersiedelten sie zwangsweise in die DDR. Gabriel Berger studierte in Dresden Physik und arbeitete danach in der Kernforschung. Nach Verbüßung einer einjährigen Haftstrafe wegen „Staatsverleumdung“ lebte er seit 1977 in der Bundesrepublik. Er arbeitete zunächst im Kerntechnik-, dann im IT-Bereich und schrieb politische Beiträge für Zeitungen und Zeitschriften, auch Bücher und Essays.
@L. Liebezelt: Also zwischen Deutschland u. Israel kann ich beim besten Willen keine „Liebesbeziehung“ erkennen. Beziehung scheint mir mehr als ambivalent. Ein Blick in gleichgeschaltete deutsche Medien zum Thema Palästinenser sagt mir alles. Die russische Tass nimmt sich da, obwohl man da auch ne 2 Staatenlösung wünscht im Vergleich geradezu vornehm, weit weniger hysterisch und schrill aus. Von einer rhetorischen Hetzjagd auf irgendwelche politischen Protagonisten (auch die ,die man vermutlich eher nicht so mag) keine Spur). Mehr als sehr dezente Seitenhiebe, z.B. auf Frau Baerbock konnte ich nicht erkennen. Die Tass, obgleich sicherlich auch ne „Hofpresse“ hebt sich hier wohltuend vom Geschmier in vielen deutschen Blättern ,mit bestem label wohltuend ab, dies zumindest sprachlich (Soll nicht heißen dass ich die Meinung deshalb unbedingt teile), Lektüre lohnt dennoch. Will ich wissen was man im Kremel für wichtig hält suche ich den O-Ton nicht die Stimme aus dem off eines Mediums das sich via Zwangsfinanzierung am Markt hält. Es hat sich allein dadurch für mich restlos disqualifiziert.
@P. Petronius: Hier wäre zu fragen was das Ukrainische Volk will. und was das israelische Volk will. Nun mal Hand aufs Herz, glauben Sie im Ernst dass das Ukrainische Volk die Ambitionen Europas u. Herrn Selensky teilt? Glauben Sie im Ernst dass sie Wert drauf legen das Kanonenfutter der EU zu sein`? Es sollen sehr viele tote verwundete schwer behinderte Kriegsveteranen nun sein. Jeder hat i.d. Regel Angehörige!!! Und, haben Sie nicht gehört dass sehr viele Ukrainer in Sachen „Recht auf Verteidigung“ das Weite suchen? Ich vermute mal ganz vorsichtig, dass es den Leuten unterm Strich egal ist unter welchem Autokraten sie leben, wenn man gewisse Grundrechte nicht berührt, Ich würde weder Selensky noch Putin als lupenreine „Demokraten“ bezeichenen (die EU jed. auch nicht). Allerdings scheint es mir den Leuten unter Putin, der Familie, Privatleben Religionsfreiheit christliche Werte explizit geschützt wissen will besser zu gehen als unter Selensky. Dass sich die Einwohner der Krim für Putin entschieden glaube ich sofort, denn sonst wären sie längst schon vorher in die Ukraine abgewandert was sie nicht taten, als die Krim noch das von Russland von der Ukraine gepachtete Territorium war, d.h. sie allesamt unter „RUSSISCHER VERWALTUNG“ arbeiteten. Fakt ist ferner, dass verschiedene Religionen in Russland leben, u. wahrscheinlich haben die Juden dort weniger Probleme als in Europa denn sonst wären sie schon längst weg. Sehen sie sich doch die Zahlen der Juden in Russland an. Auf Google lese ich für 2023: Russland 132.000 Deutschland 125.000 Australien 117.000. Für China find ich derzeit keine Zahlen mehr sondern nur Hinweise auf Antisemitismus dort. Vorherige Zahlen die ich vor 1-2 Jahren ergoogelte waren extrem niedrig. Für Israel gehts nicht nur um seine Existenz sondern um den jüdischen Glauben, die Wiege d. Menschenrechte schlechthin. Dem gläubigen Israel wünsche ich die Rolle der UN. Es ginge allen, vom Hindu bis zum Atheisten sehr viel besser besser
(3/2) Ein dritter Teil hinterher, weil der Platz nicht gereicht hat: Was die Verhältnisse im „Melting Pot“ New York betrifft und im „Melting Pot“ Israel: Das sind zwar beides Örtlichkeiten, wo Zuwanderung alles und jeden in ein und dem selben Topf verrührt und miteinander konfrontiert, mit Ausnahme der Tatsache das auch Juden zum „Rezept“ gehören, sind die Zutaten aber vollkommen andere. Das ist nicht respektlos gemeint, sondern dient der Vereinfachung: Man stelle sich Juden als Nudeln in einem Nudelgericht vor. Jetzt gibt es hundert verschiedene Arten Nudeln zu machen. Man kann Nudeln mit italienischer Bolognese machen, also so in etwa wie in New York, oder man kann die Nudeln mit Öl, Knoblauch und Hammelfleisch reichen. Beides einzeln ist sehr gut genießbar. Aber mischen sollte man die Rezepte eher nicht, weil das nicht wirklich schmeckt. Direkter ausgedrückt: Die Anzahl an Muselmanen ist in den USA denkbar gering. In Israel ist sie enorm hoch. Das zwingt unweigerlich zu ganz anderen Interaktionen und Verhaltensweisen. Während in den USA besonders die Christen und die Juden dominieren, so ist das in Nahost genau umgekehrt. Wer meint, Israel wäre so etwas wie ein Ableger von New York, der kennt die islamische Welt nicht. Juden müssen sich in Israel deswegen ganz anders verhalten, um nicht auf der Strecke zu bleiben, als sie es in New York müssen. Weil die Zutaten zum jeweiligen Gericht eben ganz andere sind. Das gilt im übrigen nicht nur für Juden, sondern für alle Auswanderer in andere Biotope. Die Deutschen in den USA leben ja auch unter ganz anderen Umständen als die Deutschen in Deutschland und verhalten sich deswegen anders. Das Land und sein Umfeld bzw. die direkten Nachbarn zwingen zu anderen Anpassungen und Verhaltensweisen, die global nicht überall anwendbar sind. Probleme müssen lokal vor Ort gelöst werden. Eine Meinung dazu kann man ja haben, das letzte Wort gehört aber zwingend den Betroffenen direkt vor Ort.
(2/2) In Deutschland gibt es ein Sonderproblem: Das Christentum ist hier, ganz im Gegenteil zu Italien wo der Vatikan seinen eigenen Staat hat, quasi Staatsreligion. Das führt zu einer fatalen Wechselwirkung zwischen Religion und staatlichem Handeln, was sich selbst bis ins Militär auswirkt. Während das Wappen der italienischen Armee die einzelnen Waffengattungen unter einer Krone vereint zeigt, ist das Wappen der Bundeswehr das Eiserne Kreuz. Die Bundeswehr bzw. auch die Wehrmacht und ihre Vorgänger, sind/waren wegen der Vermischung von Kirche und Staat als kirchliche Kreuzritterarmee angelegt, was natürlich unweigerlich biblische Ansichtsweisen in die Verteidigungspolitik trägt. Inklusive der auf Fehlinterpretationen basierenden Sichtweisen, was dann 1939 bis 1945 fatal gewirkt hat. Auf der linken Seite des Spektrum versucht man dummerweise jedoch nicht, endlich mal eine echte Säkularisierung des deutschen Staates anzustreben, sondern wirkt über die Politik unterstützend auf die islamische Welt und manipulierend gegen die Katholische Kirche von Deutschland aus bis in den Vatikan hinein, was sich dann durch die Übernahme des „woken“ Minderheitenschutzes durch den Papst zeigt. Hier geht also indirekt durcheinander. So löst man die Probleme nicht, sondern macht alles nur schlimmer. In Deutschland fehlt die effektive Trennung zwischen Kirche und Staat. Das muss man aufbrechen, denn erst dann kann der alte abrahamitische Konflikt zwischen den drei Religionszweigen intern aufgelöst werden. Was den Disput der jüdischen Diaspora besonders in den USA und den Zionisten in Israel betrifft: Die leben jeweils unter anderen Bedingungen: Die Verteidigung der jüdischen Diaspora obliegt den jeweils lokalen Staatsstrukturen und ist damit outgesourced. In Israel müssen sich die Juden selbst verteidigen. Das bedeutet, die Diaspora muss wenn es knallt in Deckung gehen, die Israelis sind zum kämpfen verdammt. Andere Umstände, andere Lebensweisen. Und gleich im dritten Teil weiter…
(1/2) Man muss das Problem an der Wurzel packen und die Ursachen bennen: Der Judenhass auf der rechten Seite kommt durch den Rechtskatholizismus. Das kommt nicht von der Nordischen Fraktion im rechten Lager, sondern aus dem alten Missverständnis, das in der Bibel angelegt ist: Bei Judas und seinem Verrat geht es um die Darstellung des Verrates von einem Juden an einem anderen. Der Verrat wird also in der Bibel gebrandmarkt, nicht die Tatsache, dass Judas Jude war, denn Jesus war ja auch Jude, was immer wieder übersehen wird. Wer die Bibel also aus der falschen nichtjüdischen Perspektive liest, Christen sind per Definition ja keine Juden sondern Anhänger von Jesus, und sich die dortigen Worte deswegen selektiv umdreht, der zieht den falschen Schluss. Das muss man endlich mal abklemmen und da sollte der Vatikan mal ein Machtwort sprechen.
Was den Judenhass auf der linken Seite betrifft, so kommt dieser nicht aus der Bibel, sondern von Marx, der hier auch falsch verstanden wird. „Proletarier aller Länder vereinigt euch“ bezog sich damals auf die Perspektive des einfachen Mannes gegen die Obrigkeit von Monarchie und Manchester Kapitalismus. Marx ging es beim „Kapital“ nicht um die Wüstensöhne der arabischen Welt, sondern um die damaligen Herrschaftsstrukturen in Europa. Was da seinerzeit in der arabischen Welt ablief, war ja noch kein internationales Thema. Das wurde es erst mit dem Ölboom und der Gründung Israels, als der alte biblische Konflikt an seinen Ursprungsort zurückkehrte, wo die Linken ihren Befreiungsanspruch auch gegen den Zionismus ausdehnten und die Muselmanen fälschlich als unterdrückte Proletarier wahrnahmen. Fälschlich, weil der Islam das in der Bibel angelegte Missverständnis zu den Juden geerbt hat. Dass Rechtskatholik Hitler und Moslem Al-Husseini sich so gut verstanden, hat da seine Ursache. Weiter im zweiten Teil.
@H. Berger Wer sich mit dem „Morgenländisches Schisma, Großes Schisma“ befasst, parallel die europäische Historie bisschen kennt, kann unweigerlich erkennen das seit über 1000 JAHREN ein Religionskrieg vorhanden ist. KH Deschner und andere haben weit mehr Infos. Das in Russland die Zaren abgedankt haben wird Europa die nächsten 500 Jahre beschäftigen. Immer und immer wieder wird es versucht. Hitler hatte mit der Vatikan AG einen Geheimvertrag Russland zu rechristianisieren. Das Brechmittel der FDP zeigt es wunderbar. Der Hass auf den Kommunismus, der niemals gelebt wurde, es war allzeit eine quasi Diktatur, liegt aus meiner Sicht teils daran das die Aschkenasi nachdem sie aus der Schum Gemeinschaft vertrieben wurden in Russland Fuss gefasst haben. Die anderen haben sich gen Süden, Mittelmeer aufgemacht. Nebenbei, nicht nur der Film Avatar hat da gute Inhalte, Symbolik.
„Foreigners out!!“. „Diversity is our strength!“. „Allahu Akbar!!“ Trauer um den Polizisten (†29) von Mannheim.